Happy Birthday Raumpatrouille!

Ryek_2016

Wenn ich 50 Jahre Star Trek feiere, dann feiere ich logischerweise auch das Glanzstück deutscher Science Fiction im Fernsehen:

Raumpatrouille

Heute vor 50 Jahren wurde der erste von sieben Teilen im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) ausgestrahlt. Es lohnt sich, den entsprechenden Wikipedia Artikel zu lesen. Denn trotz aller Dinge, die diese Serie dem Zuschauer von heute als altbacken und technisch „einfach“ erscheinen, gibt es Elemente, von denen jemand, der heute in Deutschland einen Science Fiction gedreht haben wollte, nur träumen könnte: Designermöbel, Einsatz von Technik auf der Höhe der damaligen Zeit, um nur einiges zu nennen.

Mir gefällt besonders das oft kammerspielartige Auftreten der Schauspieler. Große Gesten, die an Theater erinnern. Fokussierung auf den Plot, nicht auf Showeffekte. Protagonisten, deren Motivation nachvollziehbar, oft im eigenen Lebensumfeld wiedererkennbar war.

Der Vorspann des Films ist, wenn man den Scifi Schnickschnack weglässt, aktueller denn je. Es geht um die Erweiterung des Horizontes und die damit verbundene (german) Angst. Die Sprache des Vorspanns ist die des Kalten Krieges, und sie drückt, damals wie heute, die Sorge aus, dass man selbst dabei auf der Strecke bleibt. Aber zum Glück gibt es ja Superhelden, die für Sicherheit sorgen. Der Rest der Menschheit kann sich entspannt zurücklehnen und weitermachen wie bisher, solange der große Bruder über alle wacht. Welche Ironie! Welcher Sarkasmus!

Die Ausrichtung der Serie war klar militaristisch und entsprach dem damaligen Zeitgeist. Wiederbewaffnung Deutschlands, Kalter Krieg, heiße Kriege im Nahen und Fernen Osten. Ich bin nicht der Meinung, dass die Serie eine faschistoide Ausrichtung hatte, allerdings ist dem Militär im Allgemeinen immer und in jedem Land der Welt eine Haltung zu eigen, welche in der Nähe von Faschismus liegt. Das ist, bei objektiver Betrachtungsweise, der Aufgabe von Militär als solcher geschuldet und somit keine Kritik, sondern für mich schlicht Tatsache. Und solange Gesellschaft und Politik das unter Kontrolle haben, auch kein Problem.

Auf der anderen Seite ist der teilweise verwendete Kasernenhofton schon in den 60ern als übertrieben und unpassend empfunden worden. Aus meiner Sicht diente er eher dazu, zu verdeutlichen, dass Lautstärke allein am Ende nicht für eine brauchbare Lösung sorgt. ‚Hirn schlägt Bauch‘ ist für mich die versteckte Botschaft.

Viele damals behandelte Themen sind auch heute noch brandaktuell. Insbesondere, wie weit Kontrolle und Überwachung gehen darf, und ab wann man damit anfangen muss, Anordnungen zu verweigern, um Schaden abzuwenden. Dass ein anfänglich ungutes Gefühl hinterfragt werden muss, Tatsachen zu beschaffen sind. Dass man bereit sein muss, seine Meinung zu ändern, wenn die Tatsachen in eine andere Richtung weisen. Dass man sich konsequent Dingen verweigern soll, wenn diese, erwiesenermaßen, in der Sache falsch sind. Und dass es mehr als einen Weg gibt, ein Ziel zu erreichen.

Raumpatrouille ist ein Zeitdokument. Die Figuren sind, was ich auch heute noch als angenehm empfinde, schwarz oder weiß, genau wie das damalige gesellschaftliche Mindset. Es war die Zeit vor der Studentenbewegung. Die Handlung dagegen ist farbig, unterhaltsam und oft sehr selbstironisch. Das der Film nicht in Farbe gedreht wurde, was damals durchaus schon technisch möglich war, halte ich für eine gute Entscheidung. Schwarz-Weiß hat mehr Kontrast.

Leider findet man heutzutage bei deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehsendern weder den Mut noch das Budget für eine Produktion, die es mit der Raumpatrouille aufnehmen könnte. Da wird bei ARD und ZDF lieber mit dem Mainstream der Privaten konkurriert, bezahlt mit dem Geld der Steuerzahler. Für mich völlig unverständlich, da Quote hier überhaupt keine Relevanz hat, haben darf. Aber das ist ein anderes Thema.

Raumpatrouille hat mit Sicherheit mein Interesse für Technik, Weltraum und Science Fiction geweckt oder verstärkt. Immerhin hatten die damals eine Traum-Einschaltquote. Was müsste jemand, der um 10 Jahre alt ist, sich heute im Fernsehen ansehen, um einen solchen Effekt zu erzielen? Heute ‚Begleiten wir die Fernsehsender und ihre Besatzung bei ihren Casting- und „Reality“-Shows am Rande der Belanglosigkeit‘.

Es würde mich interessieren, wie eine Raumpatrouille aussehen würde, die sich, der realen gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 50 Jahre in Deutschland folgend, aus der der 60er entwickelt hat. Basierte die Auseinandersetzung mit den Frogs vielleicht sogar auf einem beiderseitigen Missverständnis? Wenn ja, auf welchem? Sind wir selbst in der Defensive? Oder sogar darauf angewiesen, dass unsere vermeintlichen Feinde mit uns kooperieren, damit beide Seiten eine Zukunft haben?

 

Mir ist, offen gesagt, ein polternder aber nachvollziehbarer Major Cliff Allister McLane, der am Ende immer, sowohl gegen eigenen als auch fremden Widerstand, seinem Verstand folgt, lieber als die in den Medien omnipräsenten Schwurbeltruppen aller Couleur, die uns die Schöne Neue Welt versprechen, ohne den Preis dafür zu nennen.

Wie immer, meine 5 Cent.

Happy Birthday Star Trek!

Ryek_2016Es gibt einige Dinge, bei denen man merkt, dass man schon etwas älter geworden ist. Zum Beispiel den fünfzigsten Geburtstag von Star Trek.

Ich war nicht dabei, als die allererste amerikanische Folge ausgestrahlt wurde. Aber ich habe bestimmt eine der ersten, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden, gesehen. Da man sich in meiner Familie nicht besonders für den angeblichen König Fußball interessiert hat, gab es nicht den Kleinkrieg, der mir glaubhaft von anderen berichtet wurde.😉

Ich war regelmäßiger Star Trek Zuschauer. Star Trek hat mich begleitet. Und, ganz sicher, wie viele andere Menschen auch, in einem gewissen Maße geprägt. Dabei geht es weniger um meine Begeisterung für Wissenschaft und Technik, sondern um die Kernaussage der Serie, dass Wissenschaft und Technik dazu da sind, das Leben einfacher und besser zu machen. Dass angewandte Wissenschaft und Technik nur dann einen tieferen Sinn machen, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind, dass möglichst viele davon profitieren können. Dass Wissenschaft und Technik das friedliche Zusammensein von Menschen und Nicht-Menschen unterstützen.

Abgesehen vom technischen Drumherum ist es eines der wichtigen Themen der Serie, dass jeder nach seiner Fasson leben darf, solange er diese nicht seinem Nachbarn aufzwingt.

 

Man kann durchaus den generellen realen politischen Mindset durch die verschiedenen Staffeln hindurch verfolgen:

 

James T. Kirk war ein Militarist. Ein Abbild der Kriege, in die die USA zu dieser Zeit verwickelt waren. Ein Protagonist des kalten Krieges. Bevor jetzt alles aufschreit, kommt der positive Aspekt. Sowohl er als auch seine Crew haben immer hinterfragt, ob es auch eine nichtmilitärische Lösung für das aktuelle Problem geben könnte. Oft gab es eine. Die Lebewesen in der Science Fiction haben sich die Gedanken gemacht, die sich die Tagespolitik hätte öfter machen müssen. Für mich steckt da eine Menge gut verpackter Gesellschaftskritik drin.

Sein Nachfolger, Jean Luc Picard, ist einen Schritt weiter gegangen. Für ihn war, trotz der beeindruckenden Feuerkraft, Pazifismus und die Suche nach Lösungen im Vorfeld Programm. Er ist oft enttäuscht worden, hat aber niemals aufgegeben. Und er hat sich, wenn auch mit äußerstem Widerwillen, der Tatsache gebeugt, dass die Verteidigung des Überlebens den Einsatz von Waffen rechtfertigen kann. Für mich eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen überhaupt.

DS9 hatte einen besonderen Reiz. Zuerst war ich enttäuscht, dass nicht mehr so viele Raumschiffe durch die Gegend geflogen sind. Das hat sich aber bald gelegt. Benjamin Sisko hat von Anfang an eine Aufgabe gehabt, die nicht lösbar war. Vergleichbar mit der UNO. Anspruch und Wirklichkeit haben immer weit auseinandergelegen, jeder Erfolg wurde durch Befindlichkeiten und Machtansprüche zunichte gemacht. Dennoch auch hier am Ende das Fazit, dass es um die Föderation ohne diese Raumstation sehr viel schlechter ausgesehen hätte. Wenn man erst gar nicht versucht hätte, das Schlimmste zu vermeiden. Meine Lieblingsfigur dieser Serie ist übrigens Garak. Er spielt alle Facetten menschlicher Abgründe virtuos gegeneinander aus.

Mit Raumschiff Voyager habe ich mich am Anfang nicht so richtig anfreunden können. Das hat weniger damit zu tun, dass (endlich!) eine Frau das Kommando bekommen hat, sondern mit dem allgemeinen Plot. Damit tue ich diesem Abschnitt jedoch unrecht, denn hier werden alle menschlichen Konflikte in einer Nussschale komprimiert. Zur Klaustrophobie eines U-Bootes und der damit verbundenen Konflikte der Passagiere kommt die Herausforderung, gegen das gesamte umgebende Universum bestehen zu müssen. In der vagen Hoffnung, vielleicht einmal doch in den irdischen Sektor der Galaxis zurückkehren zu können. Ein sehr konkretes, nachvollziehbares Spiegelbild der Erde, auf der wir leben. Übrigens auch hier mit einer klaren Botschaft: Wenn nicht alle zusammenarbeiten, werden alle sterben.

 

Die herausragenden Mit- und Nebendarsteller habe ich, mit Ausnahme Garaks, nicht besonders erwähnt. Weil das den Rahmen des Textes sprengen würde. Ohne die Crews wären die Kapitäne/Kommandanten nicht weit gekommen. Was die Führungskräfte, nota bene, nie in Frage gestellt haben.

 

Alles in allem stellt Star Trek eine Welt dar, wie sie sein könnte, wenn jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten  ernsthaft darum bemühen würde.

 

Die Spielfilme sind ein interessantes Beiwerk und ebenfalls Spiegel der Zeit, in der sie gedreht wurden. Weshalb ich die bisher letzten drei Kinofilme als nicht zur Star Trek Philosophie passend und reine Effekthascherei ablehne. Trotzdem nehme ich erschreckt zur Kenntnis, dass sie durchaus das real existierende US-Amerika abbilden: Panem et Circenses. Für den Transport wichtiger Botschaften scheint das Budget ausgegangen zu sein. Oder anders gesprochen: Damit lässt sich (nicht nur in den USA) wohl kein Hund mehr hinter dem Ofen hervor ins Kino locken.

 

Star Trek hat zwei Generationen von Menschen weltweit beeinflusst. Vieles, was es heute an Technik gibt, hat seinen Ursprung in Ideen aus der Serie, die Menschen dazu animiert hat, es so zu entwickeln wie beschrieben. Von den gesellschaftlichen Utopien sind wir heute gefühlt weiter entfernt als in den 60ern.

 

Darum gilt heute, wie vor 50 Jahren:

 

To boldly go where no man has gone before.

 

Meine 5 Cent.

What the Burkha?

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Ich möchte vorausschicken, dass der folgende Text eine Meinung darstellt, einen Standpunkt. Und das es nicht die Aufgabe dieses Beitrages ist, darüber zu diskutieren. Dennoch ist jeder eingeladen, seinen eigenen Standpunkt hier sachlich zu posten und ihn als solchen zu kennzeichnen. Aber nicht in der Art „du hast Unrecht“, sondern als „Meine Meinung zum Thema ist“. Ich möchte explizit keine Bezugnahme auf meinen Post oder die Kommentare anderer, da diese Art der Diskussion schon an genug anderen Stellen geführt wird. Beiträge, die genannte Anforderungen nach meiner Ansicht nicht erfüllen, landen im Papierkorb. Wer das als Zensur ansieht, liest einfach nicht weiter.

Tante Wiki sagt, dass die Burka und der Niqab hauptsächlich in Afghanistan, Pakistan oder den arabischen Ländern getragen wird. Und das die Gesichtsverschleierung dort nicht nur das Privileg der Frauen war und ist. Die Frauen, in diesen Kulturen zumeist als Eigentum der Männer betrachtet, sollen so den begehrlichen Blicken anderer Männer entzogen werden.

Es steht mir (und anderen) nicht zu, die Kultur anderer Länder als richtig oder falsch zu bewerten. Generell ist es jedoch so, dass von den meisten westlichen Kulturen das Besitzen von Menschen abgelehnt wird. Das wir gern davon profitieren, dass nicht-westliche Länder das anders sehen, ist eine andere Baustelle.

Ich mache mich jetzt einmal gedanklich, zusammen mit einer gutaussehenden jungen weiblichen Reisebegleiterin, auf den Weg nach Saudi Arabien. Meine Reisebegleiterin trägt das, was bei den aktuellen Temperaturen hier üblich ist: fast nichts. Und ich versuche in bester deutscher Manier, mich bei der Frauenwelt des besuchten Landes bemerkbar zu machen. Das Ganze tun wir außerhalb der Touristenzone.

Soweit mir bekannt, sind die Saudis da recht wenig tolerant. Aber ich bin ja deutscher Staatsbürger und kann mich damit herausreden, dass ich kein Bestandteil der arabischen Kultur bin. Ich bin ja nur zu Besuch. Und falls das nicht klappt, könnte ich auf einer Verurteilung nach deutschem Recht bestehen. Oder?

Wenn ich den Medien Glauben schenke, dann gibt es weit angenehmere Methoden, um Selbstmord zu begehen.

Zurück zur Verschleierung. Das Tragen jedweder Kleidung ist in Deutschland erlaubt, genauso wie das fast völlige Fehlen jedweder Kleidung. Ausnahme sind zum Beispiel WK-II Stahlhelme, Hakenkreuze oder die Reichskriegsflagge. Die traditionelle Bekleidung einer anderen Kultur in dieselbe Kategorie zu schieben, halte ich für weit übertrieben und Stammtischpolitik.

Allerdings: Wenn ich mit einem Menschen direkt spreche, insbesondere bei Schulen, Behörden, u.s.w., dann beanspruche ich für mich das kulturelle Recht, das Gesicht meines Gegenübers sehen zu dürfen. Weil das hier so üblich ist und es keinen vernünftigen Grund gibt, das zu ändern. Es ist in unserer Kultur eine Selbstverständlichkeit.

Aufgrund meines Halbwissens über fremde Kulturen läuft bei mir, wenn ich in der Öffentlichkeit eine voll verschleierte Frau sehe, das Folgende ab: Achtung! Ich bin Eigentum eines anderen und möchte in keiner Weise angesprochen oder belästigt werden!

Wie gesagt: mein Kopfkino, meine Meinung. Ich möchte nicht darüber belehrt werden, dass die andere Seite es anders sieht, weil meine Meinung auf der anderen Seite ja ebenfalls nicht zählt.

Klar soweit? Wir gehen uns also aus dem Weg, bestenfalls ignorieren wir uns freundlich. Zwei Welten, die aneinander vorbeigehen. Zurück bleibt bei mir das diffuse Gefühl einer Bedrohung. Ich würde nicht so weit gehen, um darüber besorgt zu sein. Bei mir lösen auch Gruppen von Männern mit Glatzen und Springerstiefeln das Gefühl von Bedrohung aus. Bei anderen vielleicht nicht.

Es bleibt festzuhalten, dass bestimmte Kleidung bestimmte Dinge assoziiert. Zum Beispiel Ausgrenzung. Im Dritten Reich mussten die Juden den Stern tragen. Das war gesetzlich angeordnet und hat bei den „richtigen Deutschen“ „Besorgnis“ ausgelöst. Das Gefühl einer Bedrohung. Damals war das so gewollt. Heute machen es manche aus eigenem Antrieb, die Wirkung ist natürlich die selbe: Ich. Gehöre. Nicht. Dazu.

Für mich stellt sich da nicht die Frage nach einer korrekten Kleiderordnung, sondern die Frage, warum konkret dieser Mensch nicht dazugehören will, und es darüber hinaus so offen zeigt. Was zwingt ihn oder sie, in einem Land zu leben, was er oder sie Scheiße findet? Die Frage geht auch an die mit deutschem Pass. Zur Abgrenzung gehören immer zwei.

Toleranz ist eine notwendige Sache und immer besser als unbegründete Ablehnung. Aber aus ihr allein erwächst weder Verständnis noch Anerkennung. Hier sind, meiner Meinung nach, mehr Information und Offenheit auf beiden Seiten gefragt, anstatt Befindlichkeiten zu bedienen.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

Marketing und Werbung: Tabula Rasa

Ryek_2016Da die Diskussion um „zielgerichtetes Marketing“ gerade durchs Dorf getrieben wird, möchte ich natürlich nicht hintenanstehen und meinen Senf ebenfalls dazugeben.

Zuerst einmal: Wenn niemand weiß, dass ich ein Buch geschrieben habe, dann kann es auch niemand kaufen, lesen, rezensieren (und im schlimmsten Fall umgehend entsorgen). Werbung ist notwendig.

Wie werbe ich? Als absoluter Laie auf diesem Gebiet lese ich mit Interesse die Tipps und Tricks von Leuten, die mehr davon verstehen als ich. Und komme zu dem Schluss, dass, wenn alle mit ihren Ansätzen recht hätten, es eigentlich nur Bestseller auf dem deutschen Buchmarkt geben dürfte. Da das aber gegen einige grundsätzliche Regeln (zum Beispiel die der Mathematik) verstößt, bleibt als ernüchterndes Fazit zuerst einmal übrig, dass die am erfolgreichsten sind, die am meisten Geld für Werbung ausgegeben haben.

Da wäre ich auch allein drauf gekommen.

Hilft mir das weiter? Durchaus. Ich schreibe, was ich selbst gerne lese. Und ich bin ziemlich avers gegen Werbung, die mit dem geilsten Wasauchimmer und dem billigsten Preis lockt. Intelligente Werbung muss man heutzutage mit der Lupe suchen. Ich finde es schade, dass ein Berufszweig mit durchaus auch künstlerischem Anspruch nahezu gleichgeschaltet ist, weil „der Kunde“ es angeblich so braucht. Was in meiner Wahrnehmung heißt das der Kunde gerne betrogen werden möchte.

Offensichtlich bin ich, sowohl schreibenderweise als auch meinungsmäßig, ein Nischenprodukt.😉

Damit ist klar, wer für mich zum jetzigen Zeitpunkt die Zielgruppe ist. Problem ist dabei, dass diese Zielgruppe keine aufdringliche Werbung mag, und sich üblicherweise auch nicht auf die Suche nach unaufdringlicher Werbung macht. Ein interessantes Dilemma.

Es gibt aus meiner Sicht nur einen Weg, da herauszukommen: Weitersagen. Ich kenne einen, der einen kennt. Die angebliche Stärke der sozialen Medien.

Leicht gesagt, schwer getan. Sich anzugewöhnen, Dinge, die man selbst für interessant hält, weiterzuerzählen – neudeutsch zu teilen – ist zumindest dem Deutschen nicht in die Wiege gelegt. Mir jedenfalls nicht. Wer etwas teilt, teilt dem Rest der Welt schließlich mit, dass er den Beitrag oder das Produkt für erwähnenswert hält. Was, wenn ich mich geirrt haben sollte? Da erscheint man schnell in einem falschen Bild oder wird angreifbar, egal ob berechtigt oder nicht. Daher lieber nur mitlesen.

Bad News are Good News. Es ist so viel leichter, zu zeigen, wogegen man ist. Oder so zu tun, als ob man dafür sei, solange die Veranstaltung nicht vor der eigenen Haustüre stattfindet.

Sich, wie im Absatz darüber, nur zu beklagen, schlägt in dieselbe Kerbe und ist somit nicht hilfreich. Besser ist es, konkret zu sagen, für welchen positiven Aspekt des Lebens man eintritt, und warum. Auch das ist Werbung.

Warum sollte dann die Werbung für eine dystopische Saga etwas positives sein? Dystopien haben nicht den Ruf von positiver Belletristik.😉 Stimmt. Dystopien stellen, wie auch oft andere Science Fiction, die Extrapolation bereits vorhandener technischer und gesellschaftlicher Tatsachen dar. Es sind Modelle, wie sich eine reale Welt entwickeln kann (nicht zwangläufig wird), wenn diese Aspekte in dem Maße tragend sind wie gezeigt und erzählt. Oft reicht eine einfache Sprache, um Dinge, die gerne verdrängt werden, klar zu machen.

Ein gutes Beispiel ist, meiner Meinung nach „Der stählerne Traum“ von Norman Spinrad. Der Text der deutschen Übersetzung ist so einfach gehalten, dass ich in den meisten Schreibforen dafür wahrscheinlich heftige Kritik ernten würde. Doch gerade durch seine Einfachheit, einer Sprache auf Stammtischniveau, entlarvt er die Gedankenmodelle einer Politik, die für komplexe Probleme einfache Lösungen anbietet. Norman Spinrad hat das so gut gemacht, dass dieses Buch sogar schon wegen angeblicher Nazi-Verherrlichung auf dem Index stand.

Ich schätze Nischenliteratur, die zeigt, was in der 99 Cent Pizza tatsächlich drin ist.

 

Finale. Zurück zum Marketing.

Wer sind meine Leser? Alle zwischen 16 und 99+ mit aktivem Kopfkino, die gern Science Fiction oder Urban Fantasy lesen.

Marketing? Wegen überschaubarem Budget in den sozialen Netzen. Ohne Holzhammer. Niemand muss meine Geschichten gelesen haben. Ich freue mich über jeden, der es tut. Und ich freue mich über jeden, der weitererzählt, dass ich Bücher schreibe. Oder schlicht meinen Beitrag teilt, damit ihn auch andere lesen können.

So. Nach dem Text kommt nun, wie angedroht, der Werbeblock.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Am Ende werden alle Rechnungen bezahlt.

Ulm, im Jahre 500 nach dem Letzten Krieg. Zehntausend Menschen leben in der aufstrebenden Stadt, die baulich vom gebrochenen Münster dominiert wird, an dessen Spitze sich der Ewige Knoten befindet, dem Symbol der neuen Verwaltungsreligion. Der Süd-Hafen sorgt für regen Warenaustausch mit den wenigen verbliebenen Städten an der Donau. Der Weg in den Norden ist mühsam und gefährlich, denn der schiffbare Albtunnel ist seit dem Letzten Krieg geschlossen.
Das soll nun anders werden. Kaija Neran, Tochter des verstorbenen Entdeckers des Schlüssels zum Tunnel, kehrt zurück und wird aufgefordert, ihr Erbe anzutreten. Sowie ihre Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber einzulösen. Kaija ist der Spielball in einer Auseinandersetzung, die die Welt verändern wird.
E-Book ISBN: 978-3-8476-7720-8
Erhältlich zum Beispiel bei Amazon oder Weltbild. Das gedruckte Buch gibt es, solange der Vorrat reicht, nur hier.

Fiat L(in)ux! – die Fünfte

©Permission to use and/or modify this image is granted provided you acknowledge me lewing@isc.tamu.edu and The GIMP if someone asks.

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Hallo!

Ich dachte mir, ich poste einmal ein Beweisfoto, dass ich tatsächlich mit Ubuntu arbeite. Ich predige nicht nur Champagner. Nein, ich trinke ihn auch.😉 Auf dem Bild ist mein Schreib-Arbeitsplatz zu sehen. Gemütlichkeit ist nicht das Thema. Ich habe festgestellt, dass, je mehr interessante Sachen sich in Reichweite befinden, desto größer die Gefahr der Ablenkung ist.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Die Icons sind selbsterklärend, man gewöhnt sich schnell daran, dass die Leiste links ist:

  • Scrivener
  • Installierte Programme
  • Thunderbird
  • Dateiverwaltung
  • KeePassX
  • Firefox
  • Systemupdate
  • Chromium Browser
  • Calibre
  • Freeplane
  • Firewall
  • Stellarium
  • 3 Dateisysteme (davon 1 USB)
  • Papierkorb

Papyrus Autor ist im Vordergrund, mit diversen geöffneten Dateien, was ganz problemlos mit WINE läuft – ich hoffe auf eine native Version. Und dass die Entwickler von Scrivener den UNIX-Zweig ebenfalls pflegen.

Wie man an Tastatur, Mauspad und Maus unschwer erkennen kann, habe ich auch andere als Schreibprogramme installiert.😉