Kommentarfunktion wurde deaktiviert

… was für mich keine große Aktion ist, da es bei mir bisher nur sehr wenige Kommentare gab. So ist es für alle Beteiligten sicherer.

Die „Social Buttons“ habe ich schon seit geraumer Zeit deaktiviert, da mir eine weder für mich noch für meine Gäste intransparente Datensammelei ein Anliegen ist.

Wer mir etwas wirklich Wichtiges mitzuteilen hat, darf mir gern eine E-Mail schicken oder ein paar Worte auf Twitter hinterlassen (wenn es unbedingt sein muss auch auf Facebook). Außerdem gibt es ja die Möglichkeit, Beiträge zu teilen, wenn sie gefallen.

Falls ihr mich auf meinem Blog vermisst habt, liegt das in der Hauptsache daran, das ich mit dem Schreiben zweier Bücher und der Veröffentlichung eines dritten beschäftigt bin. Ich bitte um Verständnis. 😉

 

Wir lesen uns.

My 5 Cent

©Ryek Darkener 2016

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Mein Nicht-Buchmesse-Wochenende: Autorentreffen der Federteufel 01/2018

So muss das!

Tintenspuren

Ich habe auf Facebook ja fleißig alle beneidet, die an diesem langen Wochenende auf der Leipziger Buchmesse sind. Leider war es mir dieses Jahr nicht möglich, auch dabei zu sein. Dafür wurde ich gestern allerdings massiv entschädigt:

Im schönen München fand wieder einmal Autorentreffen der Federteufel statt – das erste im Jahr 2018. Mit dabei waren Mitglieder aus Bern, Voralberg, Stuttgart und natürlich München.

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Ganz in der beliebten und bewährten Tradition des Federteufel-Forums – ernsthafte und sachliche Kritik an unseren Texten – war der zentrale Programmpunkt die Beschäftigung mit Ausschnitten aus unseren eigenen Texten. Jeder durfte bis zu 5 Normseiten mitbringen, die dann in der Runde vorgetragen und besprochen wurden.

Bild2Dieses Mal haben wir etwas Neues gewagt, denn vorgelesen wurde der Text von jeweils einem Anderen. Es ist wirklich etwas ganz anderes, den selbst geschriebenen Text aus dem Mund eines anderen zu hören – es fühlt sich in etwa so…

Ursprünglichen Post anzeigen 340 weitere Wörter

Rezension: Der Report der Magd

Ryek myst

„Der Report der Magd“ von Margaret Atwood  ist hinlänglich bekannt und hat – zurecht – gerade im letzten Jahr für große Aufmerksamkeit gesorgt.  Das Buch war, als es 1985 veröffentlicht wurde, ein wichtiges Buch. Und ist es heute mehr denn je.
Die Handlung lässt sich, ohne zu spoilern, kurz umreißen: Eine von den Frauen, deren Aufgabe es geworden ist, unter allen Umständen für Nachkommenschaft zu sorgen, wird für eine Weile ihres Lebens begleitet. Das Buch erzeugt seine Faszination nicht durch die actiongeladene Handlung einer wehrhaften Protagonistin, sondern durch den Blick durch die Augen und in den Kopf von Desfred, der Magd.

Desfred erschreckt, trotz ihrer Intelligenz und Schlauheit, oft durch vollkommen nachvollziehbare Naivität. Ich finde sie extrem zwiespältig. Ihr Wissen und ihre Gefühle finden auf einer Metaebene statt, aus der sie sich nicht herauswagt. Sie ist durchaus differenziert in ihren Betrachtungen. An die Zeit ‚davor‘ denkt sie nicht mit verklärter Historienbetrachtung zurück. Es gab #meetoo und die Unterdrückung von Frauen in Gesellschaft und Beruf. Nun haben alle Frauen, die gebärfähig sind, Schutz und eine Aufgabe. Desfred hat nie verstanden, wofür ihre unangepasste Mutter gekämpft hat. Sie hat nie verstanden, dass der Kampf um Freiheit nicht irgendwann gewonnen sein wird, sondern dass Freiheit nur dann funktioniert, wenn eine Mehrheit sich dafür einsetzt. Jeden Tag.

In der schönen neuen Welt der Mägde ist es durchaus nicht so, dass die Männer die Gewinner sind. Sie mögen ihre herrschende Position zementiert haben, aber sie zahlen einen hohen Preis dafür. Denn das genormte Verhalten ist allgegenwärtig und die häufigste Strafe für Abweichung ist – geschlechtsunabhängig – der Tod. Wer kann, entflieht zumindest für eine Zeit in eine Parallelwelt, die eigentlich verboten ist. Dort trifft Desfred eine frühere, rebellische Freundin. Die letztendlich ebenfalls aufgegeben hat.

Die Frauen nehmen aktiv und unterstützend an einem System, das ihnen alle Freiheiten genommen hat, teil. Zum Beispiel als ‚Tanten‘ bei der Umerziehung ihrer Geschlechtsgenossinnen zur ‚Magd‘. Reiner Zufall oder Zwang? Ich denke, dass das von der Autorin gewollt ist. Ein zarter Hinweis darauf, wer seit jeher den größten Teil der Erziehung auf der Welt verantwortet. Keine Schuldzuweisung, kein erhobener Zeigefinger, schlicht Fakt. Und ganz sicher keine Entschuldigung für das, was passiert. Die Ambivalenz des menschlichen Daseins auf den Punkt gebracht. Anpassung war und ist immer bequemer als für seinen eigenen Standpunkt zu werben.
Daher fände ich die Reduzierung dieses Buches auf die Aussage, dass hier in dystopischer Weise von der Entrechtung der Frauen erzählt wird, viel zu kurz gesprungen. Die Welt, in der Desfred lebt, ist eine einsame, verrückte, kalte Welt. Für die, die herrschen, genauso wie für die, die beherrscht werden.
Desfreds Mutter steht für das, was Desfred nie verstanden hat. Was sie als selbstverständlich hinnahm, bis es ihr und allen anderen Menschen ohne großen Widerstand genommen wurde.
Wenn man bedenkt, dass zur Zeit, als dieser Roman geschrieben wurde, der Umgang mit elektronischen Bezahlsystemen eher die Ausnahme darstellte, kann man die betreffende Passage, die das vorwegnimmt, was heute als Digitalisierung bezeichnet wird, prophetisch nennen. In der Welt von Online-Transaktionen braucht es genau eine Sekunde, um jeden beliebigen Menschen und jede beliebige Menschengruppe zur Geisel zu nehmen.
Darum geht es letztendlich. Das, was uns Menschen zu Menschen macht, zur Geisel zu nehmen. Für die Erfüllung eines oft religiös verbrämten Zieles einer selbsternannten Elite.
Das verstörende an diesem Text ist nicht das Schicksal von Desfred. Sondern die Selbstverständlichkeit und Reibungslosigkeit, mit der Systeme etabliert werden können, die Desfreds möglich machen.

On my way

Hallo!

Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Irgendwas ist dran an der Behauptung, dass sie umso schneller vergeht, je älter man wird. Abgesehen von unvergesslichen Momenten scheint es einen Effekt zu geben, der dem aus Einsteins Relativitätstheorie entspricht. Wenn man sich die Lebenszeit als Beschleunigung vorstellt, dann kommt man mit jeder Sekunde näher an die Grenze, die sich nicht materiell überschreiten lässt. Am Ende befindet man sich in (nicht nur relativer) Ruhe, während sich die Welt mit unendlicher Geschwindigkeit weiterbewegt.
Zum Glück scheint bei mir gerade die Sonne, es ist ein schöner Tag, wenn auch eisig kalt, so dass ich diese Gedanken äußern kann, ohne in Depression zu verfallen. Das Leben ist nun einmal so, wie es ist. Oder, um mich selbst aus dem, was ich gerade schreibe, zu zitieren:

Es gibt nur die Mathematik. Alles andere ist das, was wir daraus machen.

Apropos Schreiben. Bei mir lief zwei Wochen lang gar nichts mehr. Nicht dass ich mit Fieber im Bett gelegen hätte. Es war mehr das permanente Bedürfnis nach Winterschlaf und eine ziemlich hohe Lustlosigkeit, mehr zu tun als das, wofür ich im Brotberuf bezahlt werde. Das erzeugt ein seltsames Gefühl der Leere und des Nicht-Vorhandenseins. Sich dagegen zu wehren ist anstrengend, es einfach zuzulassen auch nicht besonders hilfreich. Was mehr wirkt, ist sich eine Haltung der gespannten Erwartung anzueignen, was danach kommt. War zumindest mein Eindruck.
Es gibt immer ein Danach. Und, um auf das Schreiben zurückzukommen, ist es manchmal besser, das Mittendrin so zu gestalten, dass man einigermaßen heil im Danach ankommt. Manche Kämpfe können nicht in Sekunden gewonnen werden, viele Änderungen brauchen Zeit, um zu reifen. Das Wasser trägt Berge sanfter und sicherer ab als die gewaltigsten Explosionen. Dazu gehört, dass man dort, wo man gerade ist, akzeptieren muss, dass man vielleicht selbst nicht mehr an  das gesetzte Ziel kommt und das Land erreicht, in dem Milch und Honig fließen. Sollte man deshalb stehenbleiben und andere an sich vorbeiziehen lassen? Nein. Jeder mache sich mit seiner Kraft und in seinem Tempo auf den Weg, denn sonst bleibt das Ziel ein Traum. Wer nicht für seine eigenen Träume lebt, der lebt für die Träume anderer.

Wo stehe ich mit meinen Projekten?

Es gibt einen recht kurzen Text mit Inspektor Mops, der sich der Fertigstellung nähert. Wahrscheinlich werde ich damit demnächst Verlage belästigen oder ihn – wie meine anderen Texte – selbst veröffentlichen. 😉

Die Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg laufen derzeit zweigleisig. Es wird einen Teil geben, der nach dem extrem düsteren dritten Teil „Monstra Coelorum“ spielt. Da hadere ich noch ziemlich mit dem Plot, es gibt verschiedene Ideen, die noch nicht so richtig zusammenpassen. Dafür komme ich mit „Teil fünf“ recht gut voran, der vor den bisherigen spielen wird, kurz nach dem Ende des Letzten Krieges. Wer in der Historie meines Blogs etwas herunterscrollt, kann sich mit „Tod einer Königin“ einen ersten Eindruck verschaffen. Was mir da noch Kopfzerbrechen bereitet ist die Suche nach einem starken männlichen Mit-Protagonisten. Vielleicht geht es auch ohne, schauen wir mal. 😉 Der Plot verspricht auf jeden Fall sehr interessant zu werden und er beinhaltet ein paar Aspekte, die aus einer – meiner Meinung nach – recht ungewöhnlichen Perspektive betrachtet werden.

Ich werde also für die nächsten ein bis zwei Jahre schriftstellerisch gut beschäftigt sein.

©Ryek Darkener 2016

Sieben Pitchtypen für Autoren

Ich glaube, ich muss mir den Pitch für meinen neuen „Inspektor Mops“ Roman noch einmal ansehen …

Hans Peter Roentgen

Pitchen: Die Kunst, in einem Satz Ihre Geschichte zu erzählen

Der Pitch ist ein Satz, der Ihr Buch vorstellt. Er dient auch als Untertitel Ihres Buches. Gerne wird er als erster Satz an den Anfang des Klappentextes gesetzt. Wenn ein Freund oder ein Journalist sie fragt: Worum geht es in deinem Buch, müssen Sie ihm das in einem Satz erklären können.

Pitchen ist Kurzstrecken-Texten

Der Pitch kommt wie so vieles aus Amerika. Berühmt ist der Fahrstuhl-Pitch. Sie treffen einen Verleger im Fahrstuhl und haben genau 2 Stockwerke Zeit, ihm Ihr Manuskript vorzustellen und ihn zu überzeugen, dass er es sich das Manuskript ansehen muss.

Sie brauchen als Selfpublisher keinen Verleger, also auch keinen Pitch?

Ich muss Sie enttäuschen. Sie brauchen zwar keinen Verleger, aber dennoch einen Pitch.

Und wofür brauchen Sie diesen Pitch?

– Sie brauchen ihn, als Nagelprobe für Ihr Projekt. Die Bestseller-Selfpublisherin Nika Lubitsch hat zu mir gesagt:…

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Fiat L(in)ux! – die Sechste

©Permission to use and/or modify this image is granted provided you acknowledge me lewing@isc.tamu.edu and The GIMP if someone asks.

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Hallo!

In vielen Köpfen existiert noch die Vorstellung, dass ein Computerbetriebssystem einfach zu handhaben sein soll, den Anwender möglichst wenig zu belästigen hat und alle wichtigen Aufgaben, die nichts mit den direkten Bedürfnissen des Anwenders zu tun haben, gefälligst im Hintergrund zu erledigen hat.
Langer Satz. Aber der musste jetzt raus. 😉

Kluge Frage: Warum benutzen die meisten Privatanwender – heutzutage – dann immer noch WINDOWS?

Einfache Handhabung ist das, was der Anwender für einfach hält. Wenn wir uns darauf einigen, dass die wesentlichen Funktionen von Betriebssystem und den üblichen Verdächtigen an Anwendungsprogrammen mit wenigen Mausklicks erreichbar sein sollten, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen der Microsoft- und der Linux-Welt.

Zum Thema Belästigung ist zu sagen, dass viele WIN-Aktualisierungen sehr zeitaufwändig sind und oft einen Neustart des Betriebssystems verursachen. Außerdem hat in letzter Zeit nicht jedes Update funktioniert. Für den Anwender bedeutet das Zeitverlust, Frust und Datenverlust. Ok, die verlorenen Daten könnte er sich bei den bekannten großen Geheimdiensten wiederzubeschaffen versuchen.
Ich hatte in den vergangenen beiden Jahren unter UBUNTU genau – äh, da muss ich mal nachdenken – weniger als fünf durch Updates erzwungene Neustarts. Der Rest lief brav im Hintergrund. Wer selbst Hand anlegen will bei Updates, kann das mit relativ einfachen Mitteln tun. Nein, dafür braucht es keine Texteingabe auf der Kommandozeile mehr. Aber selbst das kann jeder, der des Lesens und Schreibens mächtig ist, mit vertretbarem Aufwand schnell lernen. Wie gesagt: Kann. Muss nicht.

Zum Thema Installation: Es wird immer noch das Märchen erzählt, die Installation von Linux sei kompliziert. Nun ja: Wer es nicht schafft, eine CD/DVD in das dafür vorgesehene Laufwerk zu packen oder einen USB-Stick einzustöpseln, der hat da bestimmt ein Problem. Meist gibt es aber jemanden in der Familie oder im Umfeld, der das kann.

Einen Wermutstropfen gibt es weiterhin: Die am weitesten verbreiteten Windows-Programme laufen nicht direkt unter Linux. Microsoft und andere haben natürlich kein Interesse daran, Abhängige aus der Abhängigkeit zu entlassen. Und, gaaaanz wichtig: Viele aktuelle Spiele laufen nicht unter Linux. Da ist eventuell etwas mehr notwendig als eine einfache Installation. Manche der Windows-Programme tun auch gar nicht unter dem für sie nicht vorgesehenen Betrübssystem.

Was ich als Schriftsteller brauche, habe ich unter UBUNTU zum Laufen gebracht. Nicht immer sofort, aber das Internet ist voller hilfreicher Informationen und Foren. Recherche sollte ein Schriftsteller ja können. 😉 (Und EVE-Online läuft da auch. So!)

Linux ist bestimmt nicht das allein selig machende Betriebssystem. Es ist immer eine Sache des eigenen Abwägens, inwieweit man seine Freiheit zugunsten von Bequemlichkeit einschränken lässt. Es auszuprobieren kostet mit Sicherheit weniger Zeit, als bei Windows-Updates verschwendet werden kann. Man kann das ja einfach mal parallel machen. Während man wartet …;)

 

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

Tod einer Königin

 

Im letzten Post habe ich mich damit beschäftigt, dass Pläne sich im Laufe der Zeit ändern können.

Eine andere Sache sind Pläne, die in Handlungssträngen geschmiedet werden, ohne dass sie beim Leser mehr als ein (oft ungutes) Gefühl auslösen, dass sich etwas entscheidendes unter der Oberfläche befindet, was bisher noch nicht gezeigt wurde. Oder es ist offensichtlich (zumindest gefühlt), obwohl es mit keinem Wort erwähnt wurde.

Der folgende Text ist eine Szenenskizze. Aus dem „fünften Teil“, gleichwohl der vierte ebenfalls in Arbeit ist. 😉 Aber manchmal drängen sich einfach Elemente in den Vordergrund, die an der weiteren Arbeit hindern, wenn man sie nicht niederschreibt. Dann ist die Sache aus dem Kopf und man kann sich wieder dem „Tagesgeschäft“ widmen.

Hier also ein Teil des Plot-Bunnys.

Es war furchtbar. Der Kampf dauerte fast eine Stunde. Doch am Ende siegte, wie erwartet, die andere Königin. Ich wende mich nicht ab, als sie sich triumphierend auf die erschöpft am Boden Liegende wirft und ihr von hinten mit einem Biss den Kopf vom Körper trennt.
Der Restkörper wird von den Soldaten der Siegerin abtransportiert, nachdem sie ihr Ei in sie abgelegt hat.
Wir warten, bis es an der Zeit ist für unseren Teil der Zeremonie.

Falls die verbliebenen Insektoiden aus meinem Schwarm Angst haben, dann ist ihnen nichts anzumerken. Fünfzehn Soldaten und fünf Arbeiter eines Schwarms, der aufgehört hat zu existieren. Sie haben den Tod ihrer Königin miterlebt. Ich glaube, dass diese Lebensform keine Angst kennt. Nur Vorsicht. Und Loyalität.
Ich habe schon gestern alle Tränen geweint, die es zu weinen gab. Als ich die Arena betrete, stellt sich die Siegerin mir in den Weg.
„Was tust du da?“
Irgendetwas macht mich gelassen, entspannt. Meine Königin ist tot. Aber sie wird immer bei mir sein.
„Ich beanspruche mein Recht als assoziiertes Schwarm-Mitglied.“
Die Facettenaugen der Anderen flackern. Erstaunt, höhnisch. Eine weibliche Hominide, ein Schwächling, gerade geschlechtsreif, beansprucht ein Schwarm-Recht!
„Sogar dazu hat sie sich herabgelassen. Ich danke unseren Göttern, dass dieser Unsinn vorbei ist. Bedien dich, Kind.“
Ich senke den Kopf, damit sie meine Augen nicht sehen kann. Lasse den Geruch meiner hilflosen Wut alle anderen Gerüche überdecken. Dies ist der entscheidende Moment.

Die Facetten meiner Königin sind erloschen zu einem schmutzigen Grün. Ich ziehe das zeremonielle Werkzeug, das sie mir gestern gegeben hat, aus der Gürteltasche. Es sieht aus wie die Beißwerkzeuge einer Königin nach der ersten Häutung und funktioniert wie ein Seitenschneider. Die andere Königin weicht zurück, außerhalb meiner Reichweite. Ein Soldat hätte versuchen können und das Recht gehabt, sie mit diesem Werkzeug in den Klauen anzugreifen und den Heldentod zu sterben. Das hätte die Andere erwartet. Aber mich kann sie nicht einschätzen. Ich schenke ihr ein freundliches Lächeln, das absolut nicht zu dem passt, was sie über ihren Geruchssinn erfährt.
Sie dreht sich abrupt um und verlässt die Arena und ich weiß, dass ich mir einen Todfeind gemacht habe. Sie hätte bleiben müssen, bis der letzte von unseren Schwarmmitgliedern sich ein Stück Kopf genommen hat. Aber so lange hätte sie ihre Aggressivität mir gegenüber nicht unterdrücken können. Sie hätte mich angegriffen und damit allen unserer Seite die Erlaubnis erteilt, sie anzugreifen. Ich habe ihr die Süße des Sieges gestohlen. Ihre eigenen Leute werden es für eine Weile nicht wagen, ihr unter die Augen zu kommen. Gut so. Denn so lange können sie auch keine Befehle entgegennehmen. Ihre Schwarmmitglieder folgen ihr in gebührendem Sicherheitsabstand.
Ich und mein Schwarm sind jetzt allein in der Arena.
Ich knie vor dem Kopf und trenne mit dem Werkzeug die rechte Mandibel ab. So, wie sie es mir erklärt hat. Es ist wichtig, die Form einzuhalten. Dann stehe ich auf und übergebe das Werkzeug an den mir am nächsten stehenden Soldaten.
Er nickt. Ich sehe das Feuer in seinen Augen. Sie werden sich nicht chancenlos abschlachten lassen wie meine Königin. Sie werden kämpfen. Ohne Schwarm. Ohne Ehre. Nach ihren eigenen, neuen Regeln. Vielleicht werden sie sich für die Liga-Streitkräfte entscheiden. Wenn sie ihren anderen Auftrag erfüllt haben. Vielleicht.
Ich stecke die Mandibel in die Gürteltasche. Die Stelle, an der ich den Schnitt gemacht habe, ist scharf. Messerscharf. Ich lasse meine Hand in der Tasche und schneide mir an der Schnitt-Stelle den kleinen Finger auf. So, wie sie es mir erklärt hat. Ich drücke die Wunde in die Spitze. Es brennt für einen Moment, dann tut es nicht mehr weh. Ich warte.

Vom Kopf bleibt nichts übrig. Der letzte Soldat fegt sogar den Sand zusammen, auf dem er lag, und legt ihn sachte in eine kleine Kiste, die er sorgfältig verschließt..
„Damit sie nicht von den Füßen unserer Feinde beschmutzt wird.“
Er steht auf und wartet.

Zusammen summen sie ein Lied, das mich an ein Instrument aus der Erdkolonie auf Harain erinnert: einen Dudelsack. Nur dass die meisten Töne für mich nicht hörbar sein sollten. Die Mandibel in meiner Hand vibriert mit. Und meine Seele schwingt in Harmonie mit den trauernden Insektoiden.