Das Geschenk

WeRyek mystnn diese Welt real wäre, was hätte jemand, der dort lebt, anderen zu berichten?

Ja, was? Hier ist ein Bericht aus dieser Welt. Eine Kurzgeschichte, zuerst als Beitrag in einem Forum verfasst, die sich dann als Brücke zwischen zwei Kurzromanen anbot, gewissermaßen als Vorspiel zur Handlung im zweiten Roman. Ich denke, die Spiel-Welt ist gut genug getroffen, so dass der Leser sofort sich in ihr zurechtfinden wird.

EVE Online ist ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG) der Firma CCP aus Island. Die Geschichte lehnt sich stark an dieses Spiel-Universum und die dort »lebenden« virtuellen Personen an. Übereinstimmungen mit realen Orten und Gegebenheiten sind demnach rein zufällig.

Vorab, wie es sich gehört, der Copyright-Hinweis:

COPYRIGHT NOTICE

EVE Online, the EVE logo, EVE and all associated logos and designs are the intellectual property of CCP hf. All artwork, screenshots, characters, vehicles, storylines, world facts or other recognizable features of the intellectual property relating to these trademarks are likewise the intellectual property of CCP hf. EVE Online and the EVE logo are the registered trademarks of CCP hf. All rights are reserved worldwide. All other trademarks are the property of their respective owners. CCP hf. has granted permission to Ryek Darkener to use EVE Online and all associated logos and designs for promotional and information purposes in his documents but does not endorse, and is not in any way affiliated with, Ryek Darkener. CCP is in no way responsible for the content of this document, nor can it be liable for any damage arising from the use of this document.

Das Geschenk

Eine Kurzgeschichte nach Motiven des EVE Online Universums

Das Armband an ihrem linken Handgelenk blinkte in dezentem gelb. Yolane blickte angewidert darauf hinab, als ob sich ein Insekt dort niedergelassen hätte. Mit einem energischen Druck der rechten Hand auf das Objekt schaltete sie das Blinken ab. Ein leichtes Schwindelgefühl stieg in ihr auf, das konnte aber auch von der Aussicht auf den Planeten und dem Grund ihrer Anwesenheit herrühren. Sie hasste Raumstationen, genauso wie sie Raumflüge hasste. Trotzdem hatte sie vor sechs Monaten den vorläufigen Partnerschaftsvertrag mit einem Raumpiloten unterschrieben. Warum auch nicht? Er war in ihr Geschäft gekommen und er hatte sich sofort für sie interessiert. Er war beharrlich geblieben, obwohl sie ihn deutlich zurückgewiesen hatte. Nach der ewig gleichen Verfolgungsjagd hatte sie ihm gestattet, sie einzuholen. Sie hatten sich auf einen vorläufigen Partnerschaftsvertrag geeinigt. Sechs Monate waren genug Zeit, um herauszufinden, ob beide Seiten ein längerfristiges Engagement wollten, oder ob es nur der Sturm des Augenblicks gewesen war.
Die Beziehung war sehr angenehm gewesen, in vielerlei Punkten. Auch wenn sie sich nicht so oft gesehen hatten wie gewünscht, und sie sich nur zu Raumflügen überreden ließ, wenn es gar nicht anders ging, wäre das nicht der Grund gewesen, aus dem sie sich entschieden hatte, den Vertrag nicht zu verlängern.

Yolane blickte überrascht auf. Derek war pünktlich, wie immer. Er umarmte sie kurz und zärtlich, aber es war ihm anzusehen, das er mit ihrer Entscheidung nicht einverstanden war. Dieses Essen auf der Station war sein letzter Versuch, sie umzustimmen. Und falls nicht, dann zumindest ein schöner Abschluss einer guten Zeit.
Der Kellner brachte die Vorspeise. In diesem Lokal war alles echt, keine synthetische Nahrung. Nur Steuerkapselpiloten oder VIPs konnten es sich leisten, hier regelmäßig zu essen. Allein die Anreise kostete den planetaren Bewohner ein kleines Vermögen. Kapselpiloten hatten ihre eigenen Raumschiffe, und auch sonst einige Privilegien, die sie in den Augen vieler anderer in den Status von Halbgöttern erhoben. Zum Beispiel die relative Unsterblichkeit durch den Bewusstseinstransfer in andere Körper, die Klone. Das war mit ein Grund, aus dem Yolane die Beziehung, zumindest in dieser Tiefe, beenden würde.

»Können wir darüber reden?«, fragte er, schüchtern.
Es gab ihr einen Stich. Jemand, der üblicherweise Hunderte von Männern und Frauen befehligte und Milliardenwerte bewegte, saß unsicher vor ihr, wie beim ersten Rendezvous.
»Ja. Ich will ganz offen sein.« Sie atmete tief ein. »Die Zeit mit dir war sehr schön. Du hast mir mehr gegeben, als man üblicherweise bei zeitlich befristeten Kontrakten erwarten kann, und ich denke, es hat auch dir sehr gefallen.«Er nickte.
»Dann bist du abgeschossen worden, Deine Steuerkapsel wurde vernichtet. Du bist gestorben.«
Er zuckte zusammen. »Nicht wirklich. Ich wurde in einem Klon reanimiert, der zu einhundert Prozent meinem vorherigen Körper entspricht. Sogar das biologische Alter stimmt.«
»Ja. Aber trotzdem. Wenn wir zusammen sind, ist es nicht mehr so, wie ich dich kennengelernt habe. Wie soll ich es ausdrücken: Dein Klon-Körper fühlt sich für mich neu, anders an. Nicht unangenehm, aber unbekannt. Und ich habe gelegentlich den Eindruck, dass auch du noch nicht in deiner neuen Hülle angekommen bist.«
»Das ist richtig. Der Eingewöhnungsprozess dauert eine Weile. Wie lange ist nicht vorhersehbar. Das ist das Risiko in meinem Job. Trotzdem haben sich meine Gefühle für dich dadurch nicht geändert.« Er lächelte gequält.
»Derek: Dein Jobrisiko ist es, das du im Durchschnitt einmal alle zwei Jahre getötet wirst. Und mein Lebensrisiko ist es, dass ich im Durchschnitt alle zwei Jahre einen neuen Mann kennenlerne, der irgendwie der alte ist. Aber nicht ganz.« Sie schluckte. »Wenn das mein einziges Problem wäre, könnte ich sehr gut damit leben. Aber zusammen mit dir hätte ich dann vier Probleme, wovon ich drei auf absehbare Zeit nicht loswerde. Das übersteigt meine Fähigkeiten.«
Der Hauptgang wurde serviert. Beide stocherten lustlos darin herum und aßen schließlich, mehr um das Restaurant nicht zu beleidigen als mit Appetit.
»Du hast mir nie viel über deine Familie erzählt. Ich weiß, es ist dein gutes Recht, aber da wir jetzt an diesem Punkt angekommen sind, hätte ich schon gern gewusst, ob es damit zu tun hat. Bin ich zu unbeliebt bei deinen Kindern? Ich habe sie ja nie persönlich kennengelernt.«
Yolane kämpfte mit ihrer Fassung. Nach einer Weile fuhr sie fort. »Nein. Das ist es nicht. Nicht direkt. Tatsache ist, dass meine Kinder gar keine Meinung geäußert haben. Sie haben dich schlicht ignoriert. Und dafür muss ich ihnen fast dankbar sein.«
»Ich verstehe nicht.«
»Natürlich nicht. Ich erkläre es dir.« Sie wischte sich eine Träne aus dem Auge. »Tedeya, meine Tochter, das älteste Kind der Familie. Sie hat die Schönheit und Intelligenz ihrer Mutter geerbt.«,Yolanes mütterlicher Stolz war unüberhörbar und berechtigt. »Sowie die Schnelligkeit und die technische Perfektion ihres Vaters, Joret Cheng. Joret war, solange wir zusammenlebten, als Buchhalter bei der planetaren Administration angestellt. Er hat seinen Blick immer auf die Sterne gerichtet. Er war glücklich mit uns, solange der Vertrag dauerte, doch er hat ihn nicht verlängert. Er ist in ein anderes Sonnensystem gezogen und dort getötet worden. Von den Sicherheitskräften einer Bewusstseinstransfer-Einrichtung. Den Leuten, die aus Menschen Klon-Piloten machen. Ganz seltsame Sache. Ich wurde fast zwei Jahre beschattet und immer wieder verhört. Ich habe nie erfahren, was wirklich passiert ist. Gerüchte sprachen vom Versuch der illegalen Aneignung eines Raumpiloten Klons.«
Derek neigte sich interessiert näher. »Das ist eine ganz schwere Anschuldigung. Illegale Klone werden ohne Verfahren sofort eliminiert, wenn sie auffliegen.«
»Wie dem auch sei. Tedeya ist jetzt zweiundzwanzig und irgendwo in diesem verdammten Universum unterwegs. Sie hätte eine Karriere als Ballett-Tänzerin oder Raumpilotin machen können, und sie war planetare Meisterin in den alten Kampfkünsten, mit achtzehn!«
Derek war beeindruckt. »Ohne Implantate?«
Yolane schnaubte. »Damals ja. Dann hat sie die falschen Freunde getroffen. Neuralchirurgie scheint wohl das aktuelle Hobby ganzer Bevölkerungsgruppen zu sein. Sie hat sich illegal aufrüsten lassen. Nur der Teufel weiß wo sie die Kredits dafür herbekommen hat.«
»Das tut mir leid für sie.«
»Sie ist, wie man so sagt, ein Cyberpunk geworden. Vielleicht kommt sie ja noch zur Vernunft. Wir sehen uns nicht häufig.«

Yolane bestellte beim Kellner einen real Espresso.
Derek schloss in gespielter Resignation die Augen angesichts der Treffer an seiner Geldbörse.
»Romar ist mein zweites Kind. Mit seinem Vater habe ich zwei Jahre zusammengelebt. Danach war es klar, dass wir verschiedene Wege nehmen werden.«
Derek sah Yolane an, als ob er sie das erste Mal zu Gesicht bekäme.
»Schau nicht so entsetzt, ich habe nie behauptet, dass ich als Jungfrau in unsere Beziehung gehe.«
Beide lachten. Für einen Moment war der Zweck des Essens vergessen, sie genossen die Situation.
Yolane räusperte sich. »Ich kann es mir leisten, eine Familie zu versorgen. Meine Geschäfte laufen gut. Die Bastelarbeiten aus Weltraumschrott, die ich herstelle, verkaufen sich super. Ich habe einige sogar schon in Raumschiffe eingebaut und in Funktion gesehen. Meine Kunden sagen, dass, meine Arbeiten betreffend, an mir ein Minmatar verloren gegangen ist.“ Sie grinste. Der Witz war uralt, und selbst die Minmatar lachten heute zumeist darüber, dass man ihnen nachsagte, dass ihre Schiffe nur mithilfe eines starken Glaubens an Universalkleber zusammengehalten würden. „Naja, vielleicht waren einige meiner Gallente Vorfahren auch so unternehmungslustig wie ich.«

»Romar habe ich in die orbitale Akademie für angehende Raumpiloten abgeschoben. Er ist jetzt sechzehn, und er vermisst mich nicht wirklich. Er ist sehr erwachsen, glaubt er zumindest. Ich glaube, er wird wohl eines Tages das werden, was Joret immer sein wollte: ein Kapselpilot. Er darf jetzt sogar schon allein mit kleinen Schiffen fliegen, natürlich nicht in der Steuerkapsel.«
Derek blickte etwas verwirrt. »Demnach bist du die einzige Handwerkerin in der Familie. Selbst Deine Kinder haben dich nicht für den Weltraum begeistern können? Du hättest ja schon längst umziehen können an einen Ort, der dein Problem …«
»Ja. Hätte ich. Könnte ich. Theoretisch. Mein Lebensabschnittspartner vor dir war ein Amarr. Er wollte nach einem halben Jahr alles haben, das heißt, ich sollte ihm, dem wer weiß wievielten Sohn eines angeblich wichtigen lokalen Imperators, in irgendein beschissenes System am Arsch der Galaxis folgen.«

Das Armband blinkte gelb – rot – gelb – rot. Ein leiser Piepston ertönte. Yolane schlug das Armband auf den Tisch, die umliegenden Gäste starrten zuerst auf sie, dann auf das Armband, um sich anschließend peinlich berührt wieder ihren eigenen Dingen zuzuwenden.
Yolane öffnete ihre Handtasche und nahm eine Pillendose heraus. Darin befanden sich einige neutral aussehende Kapseln. Sie schluckte eine und hantierte dann an ihrem Armband herum.
»Countdown gestartet. Welcome to Amarrian Spacelines. Have a nice trip!« Sie grinste zynisch. »Ja, ist es den Amarr verboten, Nicht-Bürger des Imperiums zu versklaven, es sei denn, es liegt eine beidseitige, freiwillige Einverständniserklärung vor.« Yolane schüttelte heftig den Kopf. »Du glaubst nicht, wie viele dieser Kontrakte jedes Jahr zustande kommen. Zehntausende. Letztlich ist es egal, ob man sich wegen Geld oder durch Vitoc zum Sklaven eines anderen macht. Fakt ist aber: Erst die Erklärung, dann das Vitoc. Mein Ex-Partner war da etwas voreilig. Hat er zumindest vor Gericht gesagt. Und da ich nicht nachträglich freiwillig unterschrieben habe, bin ich jetzt immer noch hier.«
»Und dein Ex-Partner?«
»Der ist im letzten Jahr auf dem Weg zur Vergleichsverhandlung hier auf dem Planeten ums Leben gekommen. Sein automatisches Fahrzeug ist mit Vollgas in einen Abgrund gerast. Alle Sicherheitssysteme haben versagt.«
»Das ist aber sehr ungewöhnlich.«
»Hat man mir auch gesagt. Zum Glück mache ich nicht in Fernsteuerungen. Das hilft mir aber nicht weiter. Solange er lebte, war die hiesige amarrische Botschaft verpflichtet, mich mit Vitoc zu versorgen. Schwebendes Verfahren. Jetzt ist er tot, was mich freut, und ich habe eine offizielle Lizenz zum Besitz der Droge in gebräuchlichen Mengen, aber die Amarr rücken das Zeug nicht mehr raus. Und dem Rest der Gesellschaft in diesem Sektor ist der Handel damit verboten. Da trifft man bei der Beschaffung auf sehr interessante Leute.«
Derek wurde rot im Gesicht, hielt ihrem Blick aber stand.
»Deshalb habe ich dich nie darum gebeten. Diese Art von Nächstenliebe hätte dich nur ins Gefängnis gebracht.«
»Ja. Trotzdem –«
Sie winkte ab.
»Nein. Kein trotzdem. Sondern weil. Ich dich sehr mag, wenn auch vielleicht nicht liebe. Und wir uns darum trennen müssen. Bevor etwas passiert was wir beide bereuen.«
Er blickte verlegen auf den Tisch. Seine Hände hielten sich fest, aber er bemerkte es nicht. »Aber prinzipiell stünde dir doch der Weg offen, aus dieser Abhängigkeit zu entfliehen. Es gibt doch bestimmt DNA von dir aus der Zeit vor dem«, er zögerte, »Unfall.«
»Wahrscheinlich. Doch das ist für mich unbezahlbar. Und selbst wenn: Sich selbst als Puppenspieler im eigenen Körper zu sehen ist eine Horrorvision für mich.«
»Aber mit den richtigen Implantaten und etwas Zeit wäre es doch möglich. Ich werde es dir nicht so leicht machen, mich loszuwerden. Zumindest zwei deiner Probleme wären dann gelöst.« Er lächelte auffordernd. »Du könntest das in einem Monat hinter dir haben. Ich weiß gerade nur nicht, wie ich dir so etwas anbieten kann, ohne dich zu kränken.« Dann wurde er ernst. »Wenn Deine Vitoc Quelle versiegt, bist du schneller tot, als dir jemand zur Hilfe kommen kann. Auf die planetaren Behörden würde ich da nicht zählen. Die versetzen dich höchstens in Stasis. Solange wie dein Geld reicht.«
»Ich habe mich entschieden, dieses Risiko einzugehen. Bis ich weiß, was aus den Kindern geworden ist.«

Derek winkte dem Kellner, um zu bezahlen. Zog bei der Rechnung politisch korrekt die Augenbrauen hoch und sagte nichts.
Er sah Yolane aufrichtig in die Augen. »Ich hoffe, dass wir trotzdem enge Freunde bleiben können. Man weiß nie, was die Zukunft bringt.«
Yolane nickte. »Als ob du das nicht zu jeder deiner Bräute in jedem Hafen sagen würdest.«
Er grinste unverschämt, aber seine Augen blieben ernst.
Sie lächelte ihm aufmunternd zu. »Sehr gerne. Ich würde mich freuen, wenn du ab und zu bei mir vorbeisehen würdest.«
»Ja. So machen wir es.« Er zog ein kleines Paket aus seiner Jacke. »Für dich. Aber erst öffnen, wenn du wieder unten bist.«
Sie nahm es entgegen und reichte ihm ebenfalls ein kleines Paket. »Erst öffnen, wenn du wieder oben bist. Ich denke, es wird dir sehr gefallen. Das hat mir jemand aus einem System mitgebracht, dessen Namen er nicht verraten hat. Er sagte: Solange es weit weg von dort ist, wo es herkommt, bringt es Glück.«
Derek untersuchte das Päckchen, so gut es ging, ohne es aufzumachen.
»Versprich es!«
»Ja, ja. Ich vermisse dich jetzt schon.«
Yolane steckte ihr Päckchen in ihre Handtasche. Beide standen auf.
Sie umarmten sich innig, eine gefühlte Ewigkeit lang.
»Hoffentlich blamiere ich meinen Raumschiffkapitän nicht auf dem Heimflug. Es wäre schade um das gute Essen.«
»Wir sehen uns.«
Sie drehten sich um und verließen das Lokal durch zwei verschiedene Ausgänge. Keiner der beiden sah zurück.

Zuhause angekommen öffnete Yolane das Geschenk. Die eingepackte Kassette aus Raumschiffmetall ließ sich nur durch das körpereigene biometrische Feld öffnen. Sie enthielt einen Satz Basisimplantate, ein Pad mit den Daten der zu lernenden Fähigkeiten, falls sie jemals doch einen neuen Körper wollte, sowie eine Vollmacht und Genehmigung zur Durchführung dieser Aktion. Und Vitoc. Sie klappte die Kassette zu, setzte sich auf das Bett und starrte mit leeren Augen in den nächtlichen Himmel.

Als Derek aus der Steuerkapsel stieg, erinnerte er sich an Yolanes Geschenk. In seiner Kabine öffnete er den unscheinbaren Karton. Darin befand sich, auf einem Gelkissen, ein daumengroßer Kristall, der rot schimmerte.  Er nahm den Kristall in die rechte Hand, und die ganze Kabine wurde in ein sanftes rotes Licht getaucht. Er schloss die Hand. Ein angenehmes Gefühl ging von ihm aus. Es erinnerte Derek sehr stark an Yolane. Als ob sie in seiner Nähe wäre. Wie ein Echo von ihr, fast wie ein neuraler Datensatz. Als er den Kristall zurücklegte, verschwand das Gefühl, aber Derek fühlte sich seinem neuen Körper deutlich näher als noch davor. Er legte den Kristall zurück, klappte die Schachtel zu und verstaute sie im Tresor. Fühlte die Leere, die dadurch entstand, und musste dagegen ankämpfen, den Tresor wieder zu öffnen. Seine Implantate meldeten einen ungewöhnlichen Anstieg der Glückshormone.
»Das musst du mir erklären, Yolane. Das Ding ist ja verboten gut«, sagte er leise. Er war sich absolut sicher, sie wieder zu sehen.

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6 Kommentare zu “Das Geschenk

    • Ja, das ist ein interessantes und oft behandeltes Thema mit vielen Aspekten. Besonders die gesellschaftlichen Implikationen. In der Hintergrundgeschichte von EVE wird die Verbindung zwischen den fast unsterblichen Steuerkapselpiloten und den Sterblichen abschätzig als „Baselining“ bezeichnet und ist je nach Gesellschaft (hier gibt es vier unterschiedliche mit sehr klaren Bezügen zu realen menschlichen Gesellschaften) eher widerwillig geduldet als gewünscht.

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      • Gibt´s zu EVE viel Fan-Fiction? Oder sonstige Bücher? Ich dachte, in dem Spiel wird hauptsächlich geballert (wenn ich mal an den Bericht über die legendäre Raumschlacht vor einem Jahr oder so denke; das war sogar der „ZEIT“ einen Artikel wert).

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      • Es gibt zwei offizielle Bücher aus dem Eve Universum. In den Foren finden sich durchaus interessante Fan Fiction Artikel, die sich tatsächlich zumeist auf Raumschlachten beziehen. Die wirklich episch sind. Davon abgesehen ist EVE die größte Wirtschaftssimulation der Welt, mit in der Spitze über 60.000 Teilnehmern, weltweit (mit Ausnahme Chinas, die haben einen eigenen Server), die gleichzeitig in einer gemeinsamen Spielewelt agieren. Im EVE Universum ist alles erlaubt, was nicht gegen die Spielmechanik verstößt, neben dem üblichen Geballer also auch zum Beispiel Spionage und Gegenspionage, Wirschaftskriminalität, Betrug u.s.w. Auch hier haben es schon einige Aktionen bis in die Tagespresse geschafft, und darüber hinaus ist diese gigantische Simulation auch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Man kann dort sehr viel Spaß haben, ohne die Laufbahn eines Kriegers einschlagen zu müssen.

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      • Ich hab schon manchmal damit geliebäugelt, aber der Tag hat nur 24 Stunden – und bei mir warten noch über hundert andere Spiele darauf, dass ich sie mir endlich vornehme 😉 Vom Schreiben und Arbeiten mal ganz abgesehen …

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