Schreiben: Schreibforen

Ryek mystFrüher schrieb man im stillen Kämmerlein, fragte die engsten Freunde, die Lebensabschnittsgefährten, Eltern, Verwandte. Wenn die Resonanz positiv war, trug oder schickte man das Manuskript hoffnungsvoll zum Verlag. Um, in den meisten Fällen, eine Absage zu erhalten, aus der ersichtlich war, dass sich jemand tatsächlich mit dem Manuskript beschäftigt hatte. Wenn man oder frau hart genug dranblieb, gab es die Chance, nach einigen Jahren als Autor von einem Verlag ernstgenommen zu werden.
Früher, das heißt: Vor dem weltweiten Siegeszug des Internets. Bevor jeder alles verbloggen konnte. Vor mit Absicht falsch verstandenem Shareholder-Value.

Die Zeiten haben sich geändert. Manches ist leichter geworden, manches schwerer, alles anders. 🙂
Schreiben ist heute nicht mehr die Beschäftigung einer selbsternannten Elite. Jedem, der in seiner Sprache etwas zu sagen hat, ist die Möglichkeit gegeben, dieses zu tun und Öffentlichkeit zu suchen. Das ist leichter geworden. Genauso schwer wie früher ist es allerdings, seinen Text in eine Form zu bekommen, mit der andere Menschen etwas anfangen wollen und können.
Ebenfalls leichter geworden ist es, Gleichgesinnte zu finden. Wem es liegt, der kann sich zum Beispiel in einem Schreibforum einbringen und dort über Handwerk und Inhalt diskutieren. Oder einfach seine Werke zum Lesen zur Verfügung stellen. Kommerz ist nicht alles, Anerkennung ist auch eine schöne Sache.

Schreibforen gibt es in allen Härtegraden, von kuschelig bis bretthart.

Das erste Forum, in dem ich mich angemeldet hatte, hieß

buch-schreiben.net / mystorys.de

Auf das Forum aufmerksam geworden bin ich durch den Blog von Philipp Bobrowski, der wirklich lesenswerte Schreibtipps online stellt. Für mich war viel Interessantes dabei, danke an dieser Stelle.
Das Forum hat als Schwerpunkt Geschichten, die von den Mitgliedern zum Lesen zur Verfügung gestellt werden. Man tauscht sich im lockeren Plauderton darüber aus. Es gibt interne Wettbewerbe, zum Beispiel das Schreiben einer Geschichte, in der 10 vorgegebene Worte vorkommen müssen. Für mich war es ein guter Einstieg.

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federfeuer.de

Das Federfeuer ist ein Schreibforum, dass sich die Qualität von Texten auf die Fahne geschrieben hat. Ich kann jedem nur raten, den Anschlag am Eingang ernst zu nehmen. Es geht dort, meiner Erfahrung nach, nicht immer bierernst zu. Aber bei handwerklichen Themen verstehen die Mitglieder keinen Spaß. Hier findet man Profis und solche, die es ernsthaft werden wollen. In einem Jahr, in dem ich dort gegrillt wurde, habe ich mehr gelernt als in 5 Jahren Selbstversuch.
Ende 2013 wurde das Forum geschlossen. Es ist mittlerweile wiedereröffnet.

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federteufel.de

Dieses Forum wurde gegründet, weil das Federfeuer-Forum Ende 2013 dichtgemacht hatte. Viele der Federfeuer-Mitglieder wollten in Verbindung bleiben und weiter professionelle Textarbeit machen. Es wäre verkehrt, die Federteufel als Federfeuer Nachfolger anzusehen. Die Federteufel sind ein mit Federfeuer-Unterstützung geründetes eigenständiges Forum, das sich aus veröffentlichten und  selbst-veröffentlichenden Autoren und denen, die es werden wollen, zusammensetzt.

Meine persönliche Erfahrung ist, dass Schreibforen dabei helfen, mit seinem Thema (Schreiben) nicht zu vereinsamen oder betriebsblind zu werden. Es gibt kaum eine einfachere Möglichkeit, ein interessiertes und engagiertes Publikum für seine Texte zu bekommen. Sowie Feedback, welches über „hat mir (nicht so besonders) gefallen“ hinausgeht. Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dass derjenige, der nimmt, auch gibt.
Genauso klar ist, dass kein Schreibforum der Welt die eigene Arbeit und das Bestreben, besser zu werden, ersetzen kann.

Wer ein Buch schreibt, muss damit rechnen, dass es jemand liest. Ein Schreibforum kann einen wertvollen Hinweis geben, ob man das wirklich will.

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