Die unsichtbare Stadt (AT) – work in progress

Ryek mystHallo!

Der zweite Teil meiner dystopischen Saga „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ befindet sich auf einem guten Weg zur Fertigstellung. Deshalb hier vorab ein etwas längerer Textschnipsel.

Ich möchte an dieser Stelle einen Disclaimer einfügen:

•    Der nachfolgende Text wurde vor etwa zwei Jahren geschrieben.
•    Meine Dystopie ist eine Extrapolation aktueller technischer und gesellschaftlicher Gegebenheiten. Was nichts anderes ist als ein Teil der Definition einer Dystopie. 😉

Marek öffnete das Siegel, das den weißen Umschlag zierte, unter Zuhilfenahme eines speziellen Brieföffners. Jeder Versuch, das Dokument anders zu öffnen, hätte die Zerstörung desselben zu Folge gehabt, und wahrscheinlich auch den Tod aller Menschen im Umkreis von fünf Metern. Er atmete auf, doch die Erleichterung galt nur dem technischen Detail. Er nahm das Dokument aus dem Umschlag, legte es auf den Schreibtisch und las mit immer größer werdendem Unmut den Inhalt, den er befürchtet hatte:

Sehr geehrter Bischof Marek Kroycz. Das Direktorat und die Vereinigten Kirchen danken dir und deinem Wiener Amtskollegen für die Einbringung und Darlegung der Aspekte, die eine Änderung des Umganges zwischen den Bewohnern der Städte und der Roten Zone rechtfertigen sollen. Nach eingehender Prüfung durch das Kollegium der Vereinigten Kirchen sowie der Direktoren müssen wir dir jedoch mitteilen, dass die Argumente nicht in ausreichendem Maße für überzeugend befunden wurden. Eine Lockerung der Bestimmungen, um Tötungen bei Kampfhandlungen zu vermeiden, sowie ein formalerer Umgang mit den Helfern, die sich für eine Aufnahme in die Städte interessieren, mag unter besonderen Bedingungen, wie zum Beispiel der erhöhten Nachfrage nach Ressourcen für den Aufbau der Neckarstädte, angemessen sein und wird befürwortet. Aber das generelle Verfahren, geborenen Helfern nicht das Stimmrecht innerhalb der Städte zu geben, bleibt davon unberührt. Nur die Kinder von Städtern und Helfern werden, genau, wie die Kinder von Städtern, in den Genuss des Wahlrechtes kommen. Kinder von Helferpaarungen verbleiben im Status ’Helfer‘. Ob bei der Einbürgerung der Helfer-Männchen die Sterilisation anzuwenden ist, obliegt der Entscheidung des Stadtrates. Die Geschichte hat gezeigt, dass es sowohl in Städten, in denen dieses Recht als Gewohnheitsrecht festen Bestand hat, als auch in Städten, die sich diesem Verfahren nicht angeschlossen haben, keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Entwicklung der Städte gegeben hat.

„Was gelogen ist!“

Somit wird, wie bisher, die Ausgestaltung dieser Anweisungen in der Hauptsache durch den diensthabenden Bischof in dessen eigener Verantwortung verbleiben. Das Direktorat und die Vereinigten Kirchen danken dir für die geleistete Arbeit.

Es folgten die Unterschriften der Direktoren.

„Es tut mir leid.“
Marek warf einen frustrierten Blick zu Imara. „Ich bin enttäuscht über so viel Borniertheit. Was machen die anderen Inquisitoren eigentlich den ganzen Tag?“
„Die Frage ist irrelevant. Relevant ist nur das, was wir tun. Und der Erfolg, den wir damit haben werden.“

Seite: Die unsichtbare Stadt (AT)

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