DSvU Infodump

Wo kommen die Ideen für meine Romane her? Ist alles geplant? Hier einige persönliche Gedanken dazu, an einem konkreten Beispiel.

Der Auslöser für die „Geschichten aus der Welt nach dem letzten Krieg“ war ein Artikel, den ich bei Google gefunden habe. Nicht das ich danach gesucht hätte. Ich kann mich wirklich nicht mehr erinnern, was der Anlass war. Wie auch immer: Da haben Leute im 18. Jahrhundert die Idee gehabt, die Donau und den Neckar mit einem Kanal zu verbinden. Es wurde konkret geplant, mit Höhenprofilen, Kanaldurchmesser, wo Schleusen hingehören u.s.w. Der Plan wurde laut dem Dokument erst 1979 zu den Akten gelegt.

Irgendwie habe ich mich mit der oberirdischen Variante, in der es übrigens auch Tunnel gab, nicht anfreunden können. Genauso wenig wie mit den 27(!) Neckarschleusen, die es heute gibt. Deshalb habe ich diesen Teil der Welt im Sinne des Weltenbaus „begradigt“ und die Verbindung Donau – Neckar komplett unter die Erde – sprich schwäbische Alb – verlegt. Auf diesem Wasserweg sollte mein männlicher Protagonist seine Abenteuer erleben, zwischen Ulm und Köln, in einem postapokalyptischen Szenario. Alles ziemlich klassisch, mit etwas Sex und etwas Crime und einem Happy End oder so. Der Arbeitstitel war „Der Schiffer von Ulm“.

Geblieben ist der Arbeitstitel (DSvU).
Nach den ersten Plot-Entwürfen war ich nicht zufrieden. Alles erschien mir zu vorhersehbar, und diese Kaija Neran sollte sich im Laufe der Zeit wirklich nur zur Partnerin des Schiffers Jan entwickeln? Was wäre, wenn diese Kaija etwas hätte, was notwendig ist, um den Albtunnel nach 500 Jahren wieder nutzen zu können? Was wäre, wenn sie eigentlich kein Interesse an diesem Ding hat? Was wäre, wenn Frauen, obwohl faktisch gleichberechtigt, aufgrund biologischer Tatsachen dennoch in bestimmten Situationen im Nachteil wären, aber damit umgehen können? Überhaupt: Was wäre, wenn ich einfach die heutige Welt extrapoliere?
Einem Menschen, der im Mittelalter lebt, würde unsere Welt nur schwer verständlich sein, wobei die größte Hürde nicht der technologische, sondern der kulturelle Sprung wäre.
Aus diesem Grunde versetze ich meine Leser in die Situation des „kulturell Zurückgeblieben“, um es einmal ironisch zu formulieren. Die Welt, die ich erzähle, ist die, die gilt. Sie mit dem Ist zu vergleichen macht keinen Sinn, da die Menschen in meiner Welt die unsere nicht oder nur aus märchenhaft anmutenden Erzählungen kennen. Und die alten Märchen sind keine Schönen. Die Menschheit hat sich fast vollständig vernichtet. Vor 500 Jahren sind eine Million übriggeblieben, von fünfzehn Milliarden. Sieben Menschen, die Stifter, haben der Liga der raumfahrenden Völker einen Verzicht auf Planetozid abgerungen. Mit hohen Auflagen, aber auch mit der Chance auf einen Wiederaufstieg zu den Sternen. Die Stifter wurden im Laufe der Zeit Legende und Mythos. Geblieben ist die von ihnen geschaffene zentrale Weltregierung, das Direktorat, welche als Verwaltungsarm die Vereinigten Kirchen unter sich hat.

Immer noch dabei? Noch nicht gelangweilt, trotz des recht umfänglichen Infodumps?

Dann noch ein paar technische Details zu den bisher zwei erschienen Romanen:

DSvU Tabula Rasa Cover

DSvU Spes Impavida Cover„Tabula Rasa“ wurde 2012-2013 geschrieben, „Spes Impavida“ 2014-2015.

Ich arbeite also schon vier Jahre an dem Thema. Und kratze mich überrascht am Kopf, wenn ich das lese. Vier Jahre? WTF?  Hatte ich nichts Besseres zu tun? Nein. Hatte ich nicht. (Ok, zwischendurch habe ich noch einen anderen Roman geschrieben 😉 )

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Die Ausbeute sind zusammen mehr als eine Viertelmillion Worte. Die darauf warten, gelesen zu werden.

Näheres zu den Romanen findet ihr, wenn ihr die Bilder anklickt. Wem der Beitrag gefällt, der darf ihn gerne teilen.

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