Business as usual

Business as usual (BAU) – the normal execution of standard functional operations within an organization.
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 

Das Ende ist der Anfang

Ryek verlässt das Büro, verriegelt die Tür mit einem neuen Code. Er gibt eine Zeichenfolge auf seinem Pad ein. Dann macht er sich auf den Weg zur nächsten Haltestelle des Stations-Transportsystems, das ihn zum Raumhafen bringen soll.

Die Gänge des Geschäftsbereiches sind zur Nachtzeit verlassen. Die sparsame Notbeleuchtung taucht den Bereich in ein gespenstisches Licht, das kaum von den dunklen Metalloberflächen reflektiert wird. Hier gibt es nur schwarz, weiß und grün. Ryek zieht den Kragen seiner Jacke höher und senkt den Kopf. Die Schritte hallen auf dem Metallboden.

Eine einzelne Person kommt ihm entgegen. Ryek biegt scharf nach links in einen Seitengang ab, um der Begegnung auszuweichen. Er erhöht das Tempo. Das Pad in der linken Hand leuchtet auf, als das Navigationssystem den neuen Weg anzeigt. Außerdem zeigt es, dass die Person hinter ihm eine Waffe zieht. Ryek biegt den nächsten Gang links ab und rennt los. Die Schuhe dämpfen jetzt jeden zweiten Schritt. Die Welt bleibt stehen, nur Ryek bewegt sich. Er zieht den Kragen über den Kopf; sie schließt vorne mit der Jacke ab. Drei Sekunden später und fünfzig Meter weiter drückt er sich in eine Nische und aktiviert den Tarnmodus der Kleidung. Der Verfolger kommt um die Ecke und läuft in Griffweite an ihm vorbei. Ryek grinst. Nanotechnik macht vieles möglich. Er würde es dem unbekannten Auftraggeber dieses Anfängers nicht so leicht machen. Nach einer Weile deaktiviert er den Tarnmodus und trabt, diesmal ohne hörbare Schritte, zur nächsten Haltestelle.

Die Transportkapsel bringt ihn in fünf Minuten fünfzig Kilometer abwärts. Raumstationen sind groß, bis zu einhundert Kilometer in der längsten Ausdehnung. Keine Zwei von ihnen sind gleich. Da es Jahre braucht, um sie zu bauen, kann man auch ein wenig Zeit für Design verschwenden. Hier ist der Raumhafen am Fuß des Gebildes, welches wie eine auf die Kante gestellte Münze aussieht.

Ryek betritt das Shuttle. Er schließt und verriegelt die Einstiegsluke. Direkt hinter dem Cockpit befindet sich die Steuerkapsel. Er öffnet sie und steigt hinein.

Die Steuerkapsel, der Pod, ist das Herz eines jeden Kapselpiloten-Schiffes. Wer die entsprechenden Fähigkeiten besitzt, kann von hier aus das Schiff besser und schneller steuern als jeder nicht modifizierte Mensch von der Brücke.

Ryek schließt die Luke und verstaut seine Kleidung im dafür vorgesehenen Bereich. Er flutet die Kapsel, aktiviert den Lebenserhaltungs-Kokon und die Neuralverbindungen für die Schiffsteuerung. Das Datenkabel schlängelt durch die Flüssigkeit, um sich mit der neuronalen Schnittstelle am Hinterkopf zu verbinden. Die Kommunikation mit dem Raumhafen erfolgt ab jetzt ausschließlich von Computer zu Computer. Nach der Startfreigabe öffnet sich das Hangartor, das Shuttle gleitet hinaus in den Weltraum und beschleunigt von der Station weg, die schnell kleiner wird. Ryek richtet das Raumfahrzeug auf das nächste Sprungtor aus und aktiviert den Warpantrieb. Kein Blick zurück. Kein Bedauern.

Im Büro hat der Zähler die Null erreicht. Die Thermal-Bombe verdampft die Einrichtung, die Leiche sowie ein paar Mikrometer der Metallwand des Büros ohne Explosion. Zurück bleibt Staub, der so leicht ist, dass die Ventilation ihn umgehend absaugt. Als die Sicherheitskräfte die Tür aufgeschweißt haben, ist der Raum im Sinne des Wortes leer.

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