Business as usual

Ryek mystBusiness as usual (BAU) – the normal execution of standard functional operations within an organization.
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 

Der Anfang ist das Ende ist der Anfang

Schwarz.

Und still.

Gedanken treiben vorbei.

Zeit quält sich einen Berg herauf.

Hält an.

Geht.

Läuft.

Rennt.

Das Transportfeld verschwindet. Wie hingeworfen erscheint das Shuttle und gleitet vom Sternen-Sprungtor weg, richtet sich auf das nächste Ziel innerhalb des Sonnensystems aus, beschleunigt und verschwindet wieder.

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Aus Sicht des Piloten ist das Universum auf einen Trichter projiziert, mit dem Schiff an der engsten Stelle, in Flugrichtung Nichts. Der Trichter stülpt sich um und spannt die Realität auf, Raum und Zeit. Das winzige Shuttle schwebt antriebslos auf die Station zu, kaum erkennbar gegen das gigantische Konstrukt aus Stahl, Glas und Energie.

Ryek öffnet die Augen. Langsam werde ich zu alt für diesen Mist. Im Shuttle durch die halbe Galaxis, mal auf der Jagd, mal auf der Flucht. Was ist heute dran?

Die Anflugkontrolle meldet sich. Nach kurzer Verhandlung übergibt Ryek die Kontrolle an die Station und deaktiviert die neurale Verbindung mit dem Schiff. Der Eindruck, blind und taub zu sein vergeht, als die biologischen Komponenten wieder Zugriff zum Gehirn erhalten.

Das Shuttle bewegt sich durch die geöffneten Hangartore der Station, vorbei an gigantischen Frachtern, militärischen Schiffen aller Größen, Bergbauschiffen und einer sehr exklusiven Jacht mit Waffentürmen an auffällig unauffälligen Stellen. Einige Minuten später wird das Shuttle in ein Hangar passender Größe gezogen und abgesetzt. Die Schleuse schließt sich, der Raum wird mit einem atembaren Gasgemisch gefüllt. Ryek wartet, bis das Zischen aufgehört hat. Er öffnet den Kokon, zieht sich an und steigt aus der Steuerkapsel aus. Dann öffnet er die Shuttle-Luke und steigt die Notleiter hinunter.
Der Dockingenieur kommt ihm entgegen, um nach den Wünschen des Ankömmlings zu fragen.
„Guten …“
Das Standardlächeln verschwindet, als sein Blick über die Einschüsse gleitet. Das Cockpitfenster ist zertrümmert, es gibt mehrere Löcher in der Schiffs-Struktur sowie einen glatten Durchschuss. Wie durch ein Wunder hat der Antrieb nichts abbekommen.
„Probleme gehabt?“
„Business as usual.“ Ryek lächelt, aber seine Augen lächeln nicht mit. Sie scannen sein Gegenüber.
Dem Ingenieur ist plötzlich kalt. „Ich nehme an, dass eine Reparatur nicht vorgesehen ist“, sagt er im Versuch, diplomatisch zu sein. „Wir haben hier günstige Angebote für Schiffe aller Klassen.“
„Ich komme vielleicht darauf zurück. Bitte lassen Sie das mit ‚persönliches Eigentum‘ gekennzeichnete Material in das angegebene Hotel bringen.“
Ein letzter Blick auf das Shuttle-Wrack.
„Den Rest zu den stationsüblichen Konditionen wiederverwerten und verkaufen. Hier ist meine Autorisierung.“
Der Ingenieur hält widerwillig das Terminal hin.
Ryek zieht sein Pad über die Lesefläche. „Danke für Ihre Unterstützung und Diskretion“.
In Gedanken steht der Ingenieur stramm. Nickt stumm. Er entspannt sich erst, als Ryek den Hangar verlassen hat.

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