Rezension: Star Wars – Das Erwachen der Macht

Ryek mystNachdem J. J. Abrams in meinen Augen schon das Star Trek Universum an die Wand gefahren hat, waren die Erwartungen an den Film reichlich zwiespältig. Was daran liegen mag, dass ich in der Altersgruppe bin, für die Star Trek und Star Wars durchaus prägend waren und meine Vorstellung einer guten Space Opera daher vielleicht andere Schwerpunkte hat als die des jüngeren Publikums.
Wie auch immer, ich bin in die 3D-Version gegangen und hatte es gar nicht so leicht, kurzfristig einen guten Platz zu ergattern. Star Wars ist, obwohl Jahrzehnte auf dem Buckel habend, immer noch ein Kassenmagnet.

Eine Rezension über den Film zu schreiben, ohne zu spoilern, ist aus verschiedenen Gründen gar nicht so einfach. Ich gebe mein Bestes, nicht zu spoilern. 😉
Fangen wir mit der Handlung an. Der Film hat, im Gegensatz zu den neuen Star Trek Machwerken, einen Plot und besteht nicht nur aus der Aneinanderreihung beliebiger Actionszenen. Die Story ist linear vom Anfang bis zum Ende, es gibt keine Überraschungen und an keiner Stelle besondere Tiefe. Alles ist aus einem Guss, das Gute genauso wie das Böse, recht holzschnittartig. Was für mich den Unterhaltungswert ein wenig eingeschränkt hat, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Die für mich gelungensten Einstellungen des Films sind die letzten Minuten. Die, natürlich, auf den folgenden Teil hinweisen, aber dennoch eine gewisse Symbolik haben.
Zum Inhalt: Der Kenner wird viele Versatzstücke aus den vorhergehenden Teilen wiedererkennen, für den Neuling bietet der Film einen guten Einstieg. Dass sich der Film aus Szenarien des Dritten Reiches bedient, die, so wie sie eingebaut wurden, unfreiwillig komisch bis absurd wirken, ist bei mir auf Abneigung gestoßen. Hier wurde, meiner Meinung nach, viel Potenzial für das nicht-amerikanische Publikum verschenkt. Es wirkt gewollt, aber nicht gekonnt.
Zur Technik: Die 3D-Effekte waren zwar vorhanden, haben mich aber nicht überzeugt. Gefühlt ist der Film da unter den Möglichkeiten des Detailreichtums aktueller Technik geblieben. Ganz nett gemacht, manches erinnert allerdings eher an LEGO(TM) als an eine realitätsnahe Simulation.
Zur Logik: Ok, eine Space Opera geht von bestimmten Prämissen aus, die der Zuschauer akzeptieren muss. Warum aber wirklich jeder in diesem Film sowohl ein Raumschiff perfekt fliegen kann als auch den Trick mit dem Lichtschwert drauf hat, erschließt sich mir nicht. Hier wäre ein wenig mehr Fantasie in der Handlung dem Film sicher dienlich gewesen.
Zu den Schauspielern: Ach ja, die sind da auch aufgetreten. 😉 Mein Eindruck nach den ersten Minuten des Films war: Grundgütiger, hoffentlich geht das nicht so weiter bis zum Schluss! Dann kam Harrison Ford und hat den Film und mir den Abend gerettet. Er hat, meinem Eindruck nach, einen wichtigen, aber keinen überragenden Anteil am Film. Sobald er die Szene betreten hat, ist die schauspielerische Leistung der anderen Akteure deutlich besser geworden. Immerhin stellt sich hier eine neue Riege vor, die den Zuschauer durch die kommenden Kämpfe führen wird. Die Neuen haben, alles in allem, ihre Sache gut gemacht. Und letztlich dafür gesorgt, dass der Film als Ganzes zwar nicht zu Begeisterungsstürmen hingerissen hat, ich mich aber durchaus gut unterhalten gefühlt habe.

Fazit: So sehe ich es am Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Hier wurde, wie in Star Trek, viel verschenkt, was ich persönlich auf die aktuelle Kultur des Landes zurückführe, in dem der Film produziert wurde. Letztlich muss ein Film das Geld bei den Leuten verdienen, die ihn sehen wollen. Aber die Schauspieler, allen voran und im Hintergrund führend Harrison Ford, haben aus den Vorgaben das Bestmögliche gemacht. Um ein klassisches Zitat aus dem Film abzuwandeln: „Da ist noch viel Gutes möglich“. Die neuen Akteure haben durchaus das Potenzial.

 

Dieser Beitrag gibt, wie üblich, die Sicht des Verfassers wieder, und erhebt keinerlei Anspruch auf Wahrheit oder Allgemeingültigkeit.

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