Business as usual

Ryek mystBusiness as usual (BAU) – the normal execution of standard functional operations within an organization.
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 

Ryek setzte Kurs auf das entgegengesetzte Sprungtor und aktivierte den Antrieb. Barad war überrascht.

„Was soll das denn jetzt?“

„Ich will zuerst einmal feststellen, wer an unserer Reise interessiert ist.“

Er nahm einige Einstellungen vor und aktivierte den Warpantrieb. Auf halbem Wege fiel das Schiff in den Raum zurück.

„Jetzt wenden wir diesen Backstein und …“

Der Rest ging im Alarm unter. Ein Abfangjäger der Sklavenjäger war in siebzig Kilometern Abstand aus dem Warp herausgekommen und nahm sofort Kurs auf sie.

„Soviel dazu“, brummte Ryek.

„Das ist nicht deren Gebiet. Wir kommen nicht mal in die Nähe von denen“, widersprach Barad.

„Unser Begleiter scheint anderer Meinung zu sein.“

Die Zielerfassung des Jägers schaltete in Sekunden auf. Während die Sensoren des Frachters sich noch mit der Erfassung abmühten, hatte der Jäger bereits den Warpantrieb gestört und feuerte, sein Opfer eng umkreisend, aus allen Rohren. Allein würde er keinen großen Schaden anrichten können, es war eher zu befürchten, dass er das Schiff an der Flucht hindern, tacklen sollte, bis Verstärkung eintraf. Als das kleine Schiff endlich in der Zielerfassung des Frachters war, startete Ryek ein überraschendes Manöver. Er aktivierte Warpscrambler und Webber, um den Angreifer an der Flucht zu hindern und dessen Geschwindigkeit nahezu auf Null zu bringen. Er setzte die Schiffsautomatik auf Entfernung Halten und löste zwei Smartbombwerfer aus, eine auf kurze Entfernung vernichtende Waffe. Nach wenigen Salven explodierte der Jäger.

„Das gehört nicht gerade zur Standardausstattung von Frachtern“, kommentierte Barad die Aktion.

„Stimmt. Und verlass dich und dein Konto darauf, dass es auch nicht die Standardausführung dieser Waffen war.“

Der Scanner schlug erneut Alarm. Eine kleine Flotte von Kreuzern hatte das System erreicht, der Signatur nach ebenfalls Sklavenjäger. Ryek steuerte das Schiff vom Jägerwrack weg und aktivierte den Nachbrenner. Ein Modell welches üblicherweise in der Schlachtschiffklasse verbaut wurde. Die Anzeige der vorhandenen Schiffsenergie ging rapide schnell nach unten.

„Auch kein Standardmodul.“

„Ach!“

Barad machte den Eindruck, als ob er im Geiste nachrechnen würde, was wohl von seinem Gewinn nach Abzug der Kosten übrigbleiben würde. Er musste die Rechnung wiederholen, als Ryek das Tarnfeld aktivierte. Der Spezial-Antrieb schaltete automatisch ab. Im Tarnmodus funktionieren nur sehr wenige Dinge, ähnlich wie im Warp. Die Orca glitt unsichtbar vom Ort des Kampfes weg, mit einer Geschwindigkeit, die weit höher war, als man es bei einem Schiff dieser Größe vermuten würde.

„Willst du mich ruinieren?“

„Was ist die Alternative? Sehr reich und sehr tot?“

Sekunden später kam die Flotte der Sklavenjäger an. Ryek bewunderte im Stillen die Geschwindigkeit, mit der sie ihn geortet hatten. Eine sofortige Flucht in den Warp wäre nicht möglich gewesen, dazu war die Trägheit des Frachters einfach zu groß. Aber jetzt war die Flotte im Nachteil. Ryek bewegte sich vom Schlachtfeld weg. Und seine Tarnung würde nur dann auffliegen, wenn eines der Schiffe sehr nahe vorbeiflog. Die Wahrscheinlichkeit, nicht entdeckt zu werden, war auf seiner Seite und wuchs mit jeder Sekunde. Ryek richtete das Schiff auf das ursprünglich geplante Sprungtor aus.

„Wenn wir jetzt entdeckt werden, dann sind wir auf jeden Fall erledigt, also kann ich die Zeit auch nutzen, um in die Steuerkapsel zu steigen. Ich lasse dir die Kom und die Sensoren.“

Barad nickte.

„Hat deine Corp bewaffnete Kräfte im System?“

„Leider nein. Dafür hätten wir etwas weiter weg sein müssen.“

Rye machte sich auf den Weg. Der Steuerkapsel-Bereich befand sich im hinteren Teil der Brücke und war mit massiven Panzerungen gesichert. Er gab den Aktivierungscode für die Doppelschleuse ein und drehte sich zurück.

„Wo genau? Vielleicht brauchen wir die noch. Gib die Info bitte ins System ein.“

Er schloss die erste Panzertür und ließ die zweite in Ruhe. Er tanzte ein Muster und hob anschließend eine Bodenplatte auf. Die Laser in diesem Raum blieben passiv. Ryek stieg hinunter und schloss die Bodenplatte. Dann öffnete er die Panzertür auf dieser Ebene.

„Schon erwähnt? Ich werde verfolgt. Immer“, dachte er bei sich. Nach Schließen dieser Tür stieg er die Leiter hinauf und stand vor der Steuerkapsel. Auch hier eine gesicherte Doppelschleuse. Im Innenraum entledigte er sich aller Kleidung und packte sie in den dafür vorgesehenen Behälter. Dann stieg er in den Kokon. Das Steuerkapsel-System fixierte Ryek und flutete den Raum mit einer atembaren Flüssigkeit. Das Neuralverbindungskabel und fand die Anschlüsse am Hinterkopf.

Ryek richtete das Schiff zum ersten Sprungtor auf der Route aus. Die Flotte hatte sich auf der Suche bereits weit verstreut, sie war keine akute Gefahr mehr. Er deaktivierte das Tarnfeld, beschleunigte auf Warp-Eintrittsgeschwindigkeit und schickte einen Bericht an die lokalen Polizeibehörden. Zumindest durch das Sprungtor würden die Sklavenjäger ihm nicht folgen können. Sie würden erst einmal damit beschäftigt sein, ihre eigene Existenz zu retten. Der Frachter ging ohne weitere Probleme in den Warp.

(Fortsetzung folgt)

 

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