Business as usual

Ryek mystBusiness as usual (BAU) – the normal execution of standard functional operations within an organization.
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 

Ryek aktivierte die Verteidigung des Schiffes. Die Jäger-Waffen richteten erheblichen Schaden an den Schilden an, das ließ sich aber noch ausgleichen. Unangenehmer war, dass die Jäger sowohl den Normal- als auch den Warpantrieb blockierten. Die Schiffsgeschwindigkeit verringerte sich auf Fußgängertempo.

„Barad: WO ist die Kavallerie?“

„Die was?“

„Deine Piraten! Ich glaube nicht, dass die beiden hier sind, nur um uns zu unterhalten. Da werden noch andere kommen!“

„Keine Sorge. Die sind hier im System.“

„Wieso bin ich dann immer noch besorgt?“, fragte Ryek halblaut. „Barad, geh in die Rettungskapsel, ich habe die für dich zugänglichen Systeme dorthin umgeschaltet. So einfach bekommen die uns nicht.“

Als ob die Gegner es gehört hätten, materialisierten ein Schlachtschiff und drei Kreuzer am Tor und nahmen die Orca unter Feuer. Die Kreuzer waren klar als Sklavenhändler zu identifizieren.

„Barad! Wo bleiben deine Leute?“

„Sind unterwegs. Wie ist dein Status?“

„Die Schilde werden noch ein bis zwei Minuten halten.“

Eine Salve Torpedos sorgte für eine erhebliche Reduzierung des Schildes; Ryek revidierte seine Schätzung.

„Eher eine Minute denke ich.“

Aus der Rettungskapsel waren Verwünschungen zu hören.

„Der glaubt wohl, dass ich zaubern kann“, dachte Ryek bei sich. Er aktivierte die eigene Zielerfassung. So langsam, wie sein Schiff sich in die richtige Richtung drehte, war es egal. Die Energiereserve nahm bedrohlich ab, und Ryek musste es hinnehmen, dass der Energieschild nicht mehr alle Schäden abhielt. Er startete die ECM-Dronen. Das Schlachtschiff verlor die Erfassung. Ob das auf Dauer so sein würde, war unwahrscheinlich.

„Barad! Wenn deine Leute jemals kommen sollten, sollen sie an das Sprungtor fliegen, zu dem wir wollen, und uns da den Rücken freihalten.“

„OK. Aber wieso?“

„Weil wir entweder hier gleich tot sind oder am anderen Sprungtor, wenn uns da keiner schützt!“

Die Waffen der Gegner hatten Schild und Panzerung überwunden und fraßen sich jetzt durch die Struktur des Schiffes. Ryek wies die ECM-Drohnen an, die Erfassung der Jäger zu stören.

„Ich kann nur hoffen, dass deine Leute gleich da sind, sonst verlierst du einen Haufen Geld.“

„Was ist mit der Fracht?“

„Bisher noch unbeschädigt. Ich kann aber nicht dafür garantieren, dass es so bleibt. Es sind einige Aggregate beschädigt, und ich befürchte, dass wir am anderen Tor wieder unter Feuer geraten. Schild: unten, Panzer zwanzig Prozent, Struktur fünfundachtzig. Wir werden nicht mehr besonders weit kommen. Hast du einen Plan B?“

„Ich arbeite dran. Frag nach, falls wir es in das andere System schaffen sollten.“

Im dem Moment, als die Drohnen die Tackler neutralisiert hatten, ging der Frachter in den Warp zum Ziel-Sprungtor.

 

Als sie aus dem Warp kamen, lief es wie befürchtet. Die feindliche Flotte wartete schon und feuerte aus allen Rohren. Der Schild brach in Sekunden zusammen, und die Geschosse zerstörten ungehindert Panzerung und Struktur. Dann kamen endlich Barads Verbündete. Die Angreifer drehten nicht ab, sondern griffen sofort die angekommenen Piraten an.

 

Im nächsten System war es ruhig. Noch.

„Barad! Das Schiff bricht gleich auseinander! Wo ist dein Plan B?“

Barad übermittelte Ryek neue Koordinaten.

„Das ist ein Witz, oder? Eine Piraten Station? Da kann ich mich auch hier grillen lassen!“

„Ryek, das ist der einzige Platz, an den wir hier hinkönnen! Die anderen werden mit Verstärkung kommen. Ich kenne die Betreiber der Station.“

Ryek überlegte nicht lange. Der Zustand des Schiffes ließ keine Zeit dafür. Mit etwas Pech würde er es nicht einmal mehr sprengen können, bevor es sich von selbst auflöste. Er gab den Kurs ein und aktivierte den Warpantrieb.

 

Während des kurzen Fluges ging er den Schiffsstatus durch. Es sah nicht gut aus: Schilde weg, Panzerung weg, Struktur: Er flog ja noch. Wahrscheinlich bald in der Steuerkapsel. Die Energieerzeugung würde nach diesem Flug den Geist aufgeben, und damit wäre auch die Ladung nicht mehr zu retten. Er konnte nur hoffen, dass die sie dort, wo sie jetzt hinflogen, umgeladen werden konnte. Warum ausgerechnet die Piraten dabei helfen sollten, war ihm völlig schleierhaft, und außerdem: Woher kannte Barad die Koordinaten einer illegalen Station?

Vor der Station angekommen gab es weitere Probleme: Das Schiff wurde vom Stations-Schild abgebremst, und die Stationswaffen richteten sich auf das bewegungslose Ziel aus.

Barad sprach hektisch in das Mikrofon. Die Antwort war der erste Schuss, der das Schiff glatt durchschlug und den Warpantrieb pulverisierte. Der Strahlenalarm piepste durchdringend.

Ryeks Kommunikator sprach an.

„Ryek Darkener, hier ist Sylen Far. Ich bin die Stationskommandantin. Barad hat mich überredet, keine Leben zu vernichten. Im Moment. Du übergibst mir jetzt die Schiffskontrollen. Während Barad anfängt, die Ladung zu retten, treffen wir uns, um zu klären, ob ich meine Entscheidung revidieren muss. Wir sehen uns in 10 Minuten. Sei pünktlich.“

Barad protestierte. „Allein schaffe ich das nicht rechtzeitig!“ Die Antwort war ein weiterer Treffer, der die Schiffshülle im Laderaumbereich aufriss.

 

Ryek übergab sein Schiff der Stationsautomatik und Barad und verließ das Schiff in der Steuerkapsel.

„Barad. Hast du mir irgendetwas mitzuteilen, was unser Leben verlängern könnte?“

„Mach du deine Arbeit, ich mache meine. Mehr gibt es im Moment nicht zu sagen.“

(Fortsetzung folgt)

 

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