Business as usual

Ryek mystBusiness as usual (BAU) – the normal execution of standard functional operations within an organization.
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

Ryek zuckte zurück. Sie fuhr fort, als wäre nichts geschehen.

„Wir müssen darüber reden, welche Optionen wir haben. Die Schlacht da draußen wird die Sicherheitskräfte auf den Plan rufen. Kleiner Tipp von mir: Die Agentin, die du so freundlich entsorgt hast, wirst du nicht so leicht los. Ich spreche da aus Erfahrung.“ Sie grinste. „Lass dir schon mal eine gute Ausrede einfallen bei der nächsten Begegnung. Ich habe gehört, sie liebt echten Kaffee und Kekse. Dafür tut sie fast alles, sagt man.“

Rye sah demonstrativ in eine Ecke an der Decke.

„Die spannende Frage ist also was passiert, wenn unsere Flotte zurückkommt. Sie werden mitbekommen, dass ich hier nicht mehr alleine rumhänge, die Orca passt nun einmal in kein Hangar hier. Sie werden auch die anrückenden Sicherheitskräfte orten. Ich bin hier, um im in der Schlacht zu sterben, wenn es so läuft. Die Flotte hat alles mitgenommen, was sie benötigt. Diese Station hier ist nichts anderes mehr als eine leere Hülle. Sie wird zerstört werden. Von den Sicherheitskräften, weil ich sie verteidige oder von den eigenen Leuten, um keine Spuren des Handels mit Barad zu hinterlassen. Sich dem Empire zu ergeben ist für mich keine Option.“

Ryek überlegt eine Weile.

„Das kann ich verstehen. Auch wenn ich noch immer nicht weiß, was an Barad’s Ladung so wertvoll und verwerflich ist, dass es solche extremen Maßnahmen bewirkt.“

Er zögerte, atmete tief ein und aus. „Das ich mein Geld auch mit Piratenjagd verdiene, ist wahrscheinlich kein großes Geheimnis. Was allerdings von den Behörden freundlicherweise ignoriert wird, sind die Leute, die nach Gefechten übrigbleiben. Flüchtlinge, Milizen, Exotic Dancers. Überlebende Opfer. Die lasse ich, wenn ich die Möglichkeit habe, nicht im All sterben.“

Er grinste. „Mich hat noch nie jemand nach deren Verbleib gefragt, solange es keine Sklaven sind.“

Sie verstand.

Ryek fühlte sich nicht wohl in der Situation. Er war auf ihre Hilfe unbedingt angewiesen, und sie hatte dabei den gefährlicheren Teil.

„Eine Chance, mehr nicht. Nach dem, was du mir erzählt hast, nehme ich keine Wetten an, ob wir lebend herauskommen. Du wirst einiges mehr tun müssen als zu warten, wer gewinnt.“

„Das habe ich befürchtet. Ich sitze hier auf dem Präsentierteller wie die Flotte vor 2 Jahren.“

Sie ballte die Hände zu Fäusten. „Vielleicht kann ich den Verrätern auf diese Weise etwas zurückzahlen.“

Sylen zuckte resignierend mit den Schultern. „Einverstanden, unter zwei Bedingungen.“

„Ja?“

„Erstens: Dreh Barad auf keinen Fall den Rücken zu, wenn du das nächste Mal mit ihm in Kontakt kommst. Er kann sich keine Zeugen leisten und wird dich töten, wenn das hier klappt.“

„Ok. Und was noch?“

Sie rang um ihre Fassung. „Ich vertraue Dir. Ich muss die Geschütze aus der Zentrale heraus bedienen. Sie wird das Hauptziel sein. Falls sie zerstört wird, vernichtest du alle Spuren menschlichen Lebens dort. Ich will nicht im Bottich einer Klonfabrik enden.“

Sie zog einen Datenstick aus der linken Brusttasche der Uniform und küsste ihn zärtlich.

„Der ist für Barad, falls es dazu kommen sollte, dass nur du überlebst.“

Ryek nahm den Stick entgegen und prüfte ihn mit dem Pad. Keine Sprengladung, ein Standardgerät mit verschlüsselten Daten.

„Du wirst ihn lesen können, wenn ich tot bin. Barad kann ihn lesen, wenn ich tot bin. Verteile keine Kopien davon. Bitte.“

Ryek stand auf. „Es ist schade, dass wir uns unter diesen Umständen treffen. Ich hätte dir bestimmt einen Job in meiner Corp angeboten.“

„Was nun?“

„Ich habe noch eine Überraschung im Orca-Hangar. Wie viele Schiffe werden zurückkehren?“

„Einige Schlachtschiffe, Kreuzer und Jäger. Der schäbige Rest der Streitmacht, mit der wir einst den Sektor beherrscht haben. Rye, hier geht es nur um zwei Dinge: Überleben und Rache. Geld spielt keine Rolle mehr. Und Barad.“ Sie schüttelte mitleidig den Kopf. „Er wird auf jeden Fall verlieren, er weiß es nur noch nicht.“

Sie stand auf. „Die Schiffe werden in größerer Entfernung aus dem Warp kommen, um flexibel zu sein.“

„Ich werde mich getarnt in deren Nähe zu begeben. Beschieße du zuerst die Kreuzer. Wenn sie geschwächt sind, werde ich sie schnell zerstören können. Ich nehme die kleinen Schiffe zuerst, die haben erfahrungsgemäß ECM?“

„Ja.“

„Danach nimmst du die großen Ziele und ich von klein nach groß, solange es geht. Hoffentlich kommt die Polizeiflotte rechtzeitig.“

„Hört sich vernünftig an. Reicht deine Feuerkraft für ein Schlachtschiff?“

„Für eines ja, aber nicht für drei, die Jagd auf mich machen.“

„Das wird nicht passieren. Sie werden wahrscheinlich die Drohnen auf dich hetzen und mit den schweren Waffen auf die Station feuern. Es wird nur eine Seite überleben.“

Sie stand auf und salutierte knapp. „Ja, ich hätte mich bei deiner Corp bewerben sollen. Und nicht nur ich.“

Auf dem Weg zur Tür drehte sie sich noch einmal um. „Ich übermittle dir die Codes von Barads Containern und für den Stop der Selbstzerstörung der Station. Töte Barad für mich, wenn ich es nicht schaffe.“

 

(Fortsetzung folgt)

 

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