Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.
EVE Online® and CCP® and all related logos and other elements are trademarks of CCP hf. ©CCP hf.

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(Als ich „Das Feuer Gabriels“ schrieb, habe ich mir ein Werkzeug zunutze gemacht, welches ein echter Luxus ist: Ein visuellen Charaktergenerator.
Der Vorteil, Teil einer Spielewelt zu sein, ist der, dass man sich bestimmte Dinge nicht nur vorzustellen braucht, sondern ausprobieren kann, ob diese technisch möglich sind (Kämpfe im Weltraum zum Beispiel). Da es der Betreiber der Spieleplattform zulässt, Screenshots zu Werbezwecken zu verwenden (steht im Detail in Englisch bei mir im Impressum), hier ein Beispiel.
Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte. Und es zeigt, wie aufwendig es ist, beim Leser im Kopfkino das Bild zu erzeugen, welches der Autor von seinen Protagonisten hat.)

 

 

Als Nama den Raum betrat, fühlte sie den Hass des Tribunals wie einen Dolch aus Eis in ihrer Brust. Sie straffte ihre Haltung und ging weiter.

„Ich werde keine Schwäche zeigen“, dachte sie bei sich. „Es war meine Entscheidung, eure Leben zu retten, auch gegen euren Willen.“

 

Mehr oder weniger. Sie war als Unterhändlerin geschickt worden, um ‚ein Problem zu lösen‘. Es hatte ‚Vorfälle‘ gegeben, so wie es immer ‚Vorfälle‘ gab zwischen den Amarr und ihren ehemaligen Sklaven, den Minmatar. Insbesondere in Sonnensystemen für die nicht klar ist, wem sie gehören. Einige Schiffe waren verlorengegangen, einige unbedeutende Menschen waren auf beiden Seiten gestorben. Am Ende hatte man sich geeinigt, einen letzten diplomatischen Versuch zu machen, bevor die Sache wirklich blutig wurde.

 

„Nama, du warst angeklagt, das Amarrische Empire verraten zu haben.“

 

Zuerst lief es wie geplant. Ihr Treffen mit dem Minmatar Unterhändler wurde zum Desaster für die Minmatar. Nachdem sie einige Sätze ausgetauscht hatten, hatte sie es geschafft, dass der andere sich so schuldig fühlte, dass er vor ihr unter Tränen auf die Knie fiel. Er hätte ihr den ganzen Sektor als Wiedergutmachung angeboten, wenn sie danach gefragt hätte.

 

„Du warst angeklagt, für unsere ehemaligen Sklaven gearbeitet zu haben.“

 

Nachdem die Minmatar Delegation die Verhandlung unterbrochen hatte, war ein Vertreter von CONCORD, der gemeinsamen Polizeiorganisation der fünf Fraktionen, zu ihr gekommen.

„Ich bin fasziniert“, hatte er gesagt. „Sind Sie ein Mitglied der Herrscherfamilie?“

Sie grinste in Gedanken. Nein, sie war es nicht. Aber es wurde gesagt, dass sie, in direkter Linie, ein Nachkomme eines der ersten Propheten der Amarr sei. Etwas von dessen Fähigkeiten schien sich vererbt zu haben, über siebentausend Jahre hinweg. Sie war stolz darauf. Aber jetzt schien ihr Stolz die Ursache für ihren Fall zu sein.

 

„Du warst angeklagt, Amarrisches Eigentum in die Hand der ungläubigen Minmatar gegeben zu haben.“

 

Sie zuckte zusammen. Ja, das hatte sie. Der CONCORD Agent hatte ihr die Dinge gesagt, die ihre eigenen Leute ‚vergessen‘ hatten, ihr zu sagen. Das umstrittene Sonnensystem war das Letzte, welches das Gleichgewicht in diesem Sektor aufrechterhielt. Auf beiden Seiten warteten kapitale Flotten auf ihren Einsatz, und beide Seiten waren sicher, dass sie gewinnen würden.

 

Der Vorsitzende und seine Beisitzer erhoben sich.

„Formell haben wir zu urteilen, dass deine Aktion zum Vorteil beider Parteien war.“

 

Der CONCORD-Agent hatte ein Treffen mit dem Amarrischen Delegationsleiter arrangieren können, unter sechs Augen. Und wie vorher war es ein Leichtes für sie, auch seine Meinung zu ändern. Da die Argumente faktenbasiert waren, hatte er von seiner Fraktion die Erlaubnis erhalten, ein gleichgewichtiges Abkommen zu vereinbaren.

 

„Formal haben wir zuzugeben, das du keine Seite bevorzugt hast.“

 

Ein neuer Minmatar Unterhändler war erschienen.

 

„Formal haben wir festzustellen, dass du nicht schuldig bist.“

 

Der Minmatar erzählte Nama, dass sein Vorgänger hingerichtet worden war, wegen Verrat. Er bestand darauf, direkt mit dem Amarr Chefunterhändler zu sprechen, und er bestand darauf, dass sie diesen Ort sofort verließ. Andernfalls wäre ein Krieg unvermeidlich.

 

„Ich habe ihn mit meinen Worten getötet“, dachte sie, als der Vorsitzende fortfuhr.

 

„Persönlich möchte ich meine Verachtung für das ausdrücken, was du getan hast. Es war gottlos und eine Schande für jeden, der sich zu den Amarr zugehörig fühlt. Hast du wirklich geglaubt, dass es an dir ist, zu entscheiden, einen Frieden zu akzeptieren oder einen Krieg anzufangen?“

Er erhob seine Stimme.

„Hast du? Wirklich? Geglaubt, dass Deine Jugend und Deine Fähigkeiten dir das Recht geben, das Amarrische Volk zu beherrschen?“

 

Habe ich? Sie erschauerte. Die Antwort war ja, aber sie hielt ihren Mund geschlossen. Sie hätten sie auf der Stelle umgebracht. Was nun kam, war wie getötet zu werden.

„Nama. Ich habe die große Genugtuung, dir das Folgende mitzuteilen: Du bist mit sofortiger Wirkung von der Imperialen Akademie ausgeschlossen, für immer. Sei dir sicher, dass keine Schule, die auch nur einen Funken Amarrische Selbstachtung hat, darüber nachdenken wird, dich zu immatrikulieren.“

Nama schlug die Hände vor den Mund.

„Weiterhin ist es eine große persönliche Ehre für mich, dir mitzuteilen, dass deine Familie den Antrag gestellt hat, ihren Nachnamen aus deinen Daten löschen zu lassen. Wir haben dem Antrag mit Freude stattgegeben. Du bist verpflichtet, jeden Kontakt zu deiner Familie zu vermeiden, auf Lebenszeit. Du bist, ab heute, für unsere Gesellschaft, ein Niemand. Wir sind fertig mit dir, Nama.“

 

Tief in ihrem Inneren weinte ein sterbendes Kind. Sie drehte sich um und ließ das Leben, welches sie bisher gelebt hatte, hinter sich. Ein ‚Mr. Smith‘ von CONCORD wartete auf sie.

(Fortsetzung folgt)

 

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