Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

Auf dem Flugfeld, welches in einigen Kilometern Entfernung vom Med-Center lag, liefen die Maschinen der Gallente Navy Comet, eines Raumjägers, an.

Die Flugkontrolle meldete sich. „Gallente Navy, wir haben keinen Flugplan von Ihnen vorliegen. Bitte schalten Sie den Antrieb ab, sonst bekommen wir Probleme mit der Koordination.“

„Tower, hier Gallente Navy. Ich habe den vor einer Stunde eingereicht und genehmigt bekommen. Können Sie das bitte noch einmal checken?“

Das Schiff hob ab, zog das Landefahrwerk ein und nahm Kurs auf das Med-Center.

„Negativ. Wir haben keine Daten. Brechen Sie den Start sofort ab!“

„Moment.“

Der Normalantrieb des Jägers aktivierte für einige Sekunden. Er machte einen Satz über das Med-Center und drehte sich, so dass die linke Schiffsseite parallel mit der Gebäudefront war. Dann sank er langsam herunter, hundert Meter vom Gebäude entfernt.

„Flugkontrolle, ich habe ein Problem mit meinem Bordcomputer. Ich manövriere per Handsteuerung mit den Feldern.“

„Brauchen Sie Hilfe?“

„Nein, danke. Ich schaffe das schon.“

 

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Romar grinste verbissen und aktivierte die Waffensteuerung. Der Bergbau-Laser, der nicht zur Kampfschiff-Standardausrüstung gehörte, fräste ein sauberes Loch in die Gebäudewand um das Fenster an der Stelle, hinter der sich Tedeya befand. Die Transportfelder des Lasers leiteten die Trümmer in den Laderaum des Schiffes.

Tedeya klammerte sich an die Haltegriffe des Stasiscontainers und lief los. Zusammen mit dem Container fiel sie aus dem Gebäude, um einen Moment später vom Traktorstrahl des Schiffes erfasst zu werden. Sie wurden in den Laderaum gezogen, während die Comet bereits in Richtung Weltraum beschleunigte.

 

Tedeya verankerte den Stasiscontainer im Laderaum. Dann eilte sie hinauf zum Cockpit.

„Wie sieht es aus?“

„Zwei Minuten, bis wir auf Fluchtgeschwindigkeit sind.“

„Verdammt, das wird knapp!“

„Was glaubst du denn? Dass uns die planetare Flugsicherung so einfach abhauen lässt? Darf ich mal zusammenfassen: schwere Körperverletzung –“

„Ach was!“

„– Einbruch, Sachbeschädigung, Verstoß gegen alle geltenden Sicherheitsbestimmungen, Diebstahl von Regierungseigentum –“

Zwei Jäger kamen dem fliehenden Schiff auf Abfangkurs entgegen. Romar startete ECM Drohnen.

„Widerstand gegen die Staatsgewalt. Habe ich etwas vergessen? Mord?“

„Nein. Bisher kein Mord.“

In Tedeyas Stimme lag keine Spur von Humor.

 

Einer der Jäger hatte die ihn angreifenden Drohne vernichtet und störte nun den Warpantrieb der Fliehenden. Romar änderte seinen Kurs und verringerte den Abstand zwischen den Schiffen. Dann löste er den ECM Schockwellen-Generator aus. Sobald die Erfassung gebrochen war, aktivierte und überlud er den Nachbrenner. Die Verfolger blieben zurück. Er richtete das Schiff auf einen Asteroidengürtel aus und schaltete den Nachbrenner ab, bevor seine Hitze das ganze Schiff grillte. Trotzdem: Die meisten Module hatten bei dem Manöver starke Schäden erlitten. So gut und teuer dieses Schiff auch war, ohne große Reparaturen würde es nicht mehr lange einsatzfähig sein. Sie gingen in den Warp.

 

„So! Da sind wir jetzt.“

Sie waren an einem Punkt irgendwo im Sonnensystem herausgekommen, einem „Safe Spot“. Romar hatte das Tarnfeld aktiviert und Kurs weg vom Austrittspunkt gesetzt. Solange nicht etwas ihr Schiff in zwei Kilometern Entfernung passieren würde, waren sie sicher.

Die Physik machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Innerhalb des Tarnfeldes konnte keine Wärme abgeführt werden, und das Schiff hatte einfach zu viel davon, bedingt durch die Überlastung. Die Temperatur im Schiff war jetzt schon unangenehm hoch, und sie stieg weiter.

„Ich habe eine schlechte Nachricht“, sagte Romar grimmig. „In ein paar Minuten wird es im Maschinenbereich so heiß werden, dass die Systeme in die Notabschaltung gehen. Ich kann es zwar überbrücken; wir werden dann aber explodieren.“

Tedeya seufzte.

„Das scheint nicht unser Tag zu werden. Ohne Tarnung haben die unsere Position in kürzester Zeit gescannt. Hast du alles vorbereitet, für den Fall das Derek zu spät kommt?“

Romar lachte freudlos.

„Da gibt es nicht viel vorzubereiten. Das Einzige was dann geschehen wird ist, dass die Explosion etwas größer ausfällt. Naja, immerhin eine Sache, die wir als Familie gemeinsam durchgezogen haben. Ich wünschte, das Yolane wach wäre. Ich glaube, sie hätte jetzt eine gute Idee.“

(Fortsetzung folgt)

 

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