Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 

„Was meinen Sie mit sterilisiert? Planetares Bombardement? Ein lokaler Krieg?“

„Nein. Genau das nicht. Was passiert, wenn Sie den Warpantrieb ihres Schiffes unter Umgehung der Sicherheitsrichtlinien überlasten?“

„Wenn ich es lange genug mache, dann explodiert das Schiff. Aber das haben Sie sicher auch vorher gewusst. Der Kollateralschaden ist recht gering, wegen der Quantenfluktuation, allerdings wird dabei in erheblichem Umfang Neutronenstrahlung frei. Die zerstört in erster Linie wasserhaltige Strukturen und lässt andere weitgehend unbe – Nein!“

„Doch.“

„Um einen Planeten auf diese Weise zu vernichten, müsste man den Neutronen-Jet einer Supernovaexplosion durch einen künstlichen Warp-Tunnel leiten. Falls man nicht tausende Jahre warten will, bis so eine Explosion in stellarer Nachbarschaft passiert. Theoretisch.“

„Fakt ist, dass alles humanoide Leben auf dem Planeten durch Neutronenstrahlung vernichtet wurde. Die baulichen Strukturen sind weitgehend intakt. Die Technik, die wir gefunden haben, ist weit davon entfernt, so etwas gebaut zu haben. Die Systeme im Umkreis, soweit wir sie bisher erkunden konnten, sind unbewohnt. Kein Supernova-Kandidat dabei oder in den letzten hunderttausend Jahren explodiert. Und es gibt keinen Neutronenstern in ausreichender Nähe, dessen Jet dieses System getroffen haben könnte. Das war die Erkenntnis von vor fünfzehn Jahren. Wir haben das zu den Akten gelegt und betreiben da ein Sprungtor, das nur Schiffe mit CONCORD Erlaubnis passieren lässt. Und das sind wenige, glauben Sie es mir. Vor fünf Jahren gab es einen Zwischenfall. Ein Amarr Wissenschaftler ist mit einem Artefakt aus diesem System geflohen. Wir haben seine Spur eine Weile verfolgen können, dann ist er verschwunden. Ich nehme an, dass ihm etwas sehr Endgültiges zugestoßen ist.“

„Kann passieren.“

„Wie auch immer. Wir haben Anhaltspunkte, dass dieses Artefakt noch existiert. Und das sich einige Leute dafür interessieren, die es besser nicht haben sollten.“

„Eine Waffe?“

„Wir wissen es nicht, die Daten sind dürftig. Es ist etwas, was wir nicht kennen und was wir nicht einschätzen können. So etwas macht uns nervös.“

„Können Sie mir mehr darüber sagen?“

„Nein. Nicht jetzt. Wir haben Informationen, die den Aufenthaltsort des Artefaktes vermuten lassen. Die derzeitigen Besitzer scheinen Zivilisten zu sein.“

„Warum schicken Sie dann einfach nicht einen Mr. Smith hin, der das Ding an sich nimmt?“

Mr. Smith sah Ryek unverwandt an. „Was wissen Sie über CONCORD?“

„Das, was alle wissen: CONCORD ist die Einrichtung, die aus den fünf Fraktionen Amarr, Caldari, Gallente, Minmatar und den geheimnisumwitterten Jove gebildet wurde, um die Verhältnisse zu regeln und große Kriege zu vermeiden. Oder?“

„Genau. Alle Regierungen und die kriminellen Organisationen aller Fraktionen haben ihre Leute bei CONCORD. Sie werden es sofort erfahren, wenn ich ein Team anfordere, um das Artefakt zu bergen. Ryek: Ich habe die Information seit einem halben Jahr. Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre ich damit in den Ruhestand gegangen und gestorben. Aber die Dinge haben sich geändert. Offenbar haben auch andere erfahren, wer das Artefakt haben könnte und wo es sich befinden könnte. Diese anderen gehen nicht direkt vor, aus dem gleichen Grund. Aber sie gehen mit der gleichen Erbarmungslosigkeit vor wie wir.“

Ryek fröstelte.

„Und hier kommen sie jetzt ins Spiel. Sie werden das Artefakt beschaffen.“

„Warum ich? Und wie?“

„Weil Sie es können. Weil niemand außer mir weiß, dass Sie es können. Weil ich Sie in der Hand habe. Sie kennen die Halbwertzeit aufgedeckter illegaler Klone.“

Ryek ballte seine Fäuste.

„Ja. Aber ich bin keine Ein-Mann Armee.“

„Ihr Gegner ist eine kleine Gruppe. Keine Soldaten. Ein Pod-Pilot und seine Geliebte. Und ihre zwei Kinder. Ich erwarte nicht, dass Sie töten müssen, das Ziel rechtfertigt aber jedes notwendige Mittel. Sobald das Ziel sich bewegt, werde ich es erfahren. Sie werden sie dann abfangen. Herausbekommen, wo sich das Artefakt befindet. Und es mir bringen.“

„Einer gegen vier? Sind sie sicher, dass die sich nicht wehren?“

„Ich bin sicher, dass sie von Ihrer Schnelligkeit überrascht sein werden.“

„Und wenn es nicht klappt?“

„Das ist ihr Problem.“

„Na super.“

Das Fahrzeug hielt vor dem DED-Büro.

„Eine gute Nachricht habe ich für Sie. Sie bekommen eine Unterstützung mit.“

„Ich arbeite immer allein.“

„Lernen Sie sich kennen. Danach steht Ihnen die Entscheidung offen. Ich bin sicher, dass Sie überrascht sein werden.“

Mr. Smith lächelte geheimnisvoll.

„Da bin ich mal gespannt, womit Sie mich heute noch überraschen wollen. By the Way: Wieso ziehen sie das nicht alleine durch? Sie sind doch CONCORD.“

„Ich werde überwacht. Genau wie Sie. Vermute ich.“

Sie stiegen aus.

„Sie sind ja genauso paranoid wie ich“, sagte Ryek.

„Natürlich. Sonst würde ich woanders arbeiten.“

 (Fortsetzung folgt)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s