Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

Die Tür öffnete sich und Nama trat ein. Sie machte einen wütenden Eindruck, der von dem Blaster unterstützt wurde, den sie auf Mr. Smith richtete.

„Sie hätten es mir sagen müssen!“

„Was?“

„Sie hätten mir sagen müssen das er mehr als nur aufgerüstet ist.“

„Und warum?“

„Ja, warum haben Sie es ihr nicht gesagt?“, fragte Ryek, der hinter Nama eingetreten war. „Sagen Sie es ihr. Ich weiß es. Ihnen wird sie vielleicht glauben.“

Mr. Smith sah Nama kalt an. „Weil man am schnellsten aus unangenehmen Erfahrungen lernt. Wenn man sie überlebt. Wie mir scheint hast du gelernt, Nama.“

„Ja. Autsch.“

Sie reichte Ryek den Blaster. Ihre Wut verschwand, aber die Anspannung blieb.

Ryek nickte. „Es war knapp. Wenn sie ihre Gefühle beherrscht hätte, dann hätten Sie jetzt ein Problem. Nama wird in der Lage sein, das Notwendige tun, denke ich. Sie wird den selben Fehler nicht noch einmal machen.“

„Wurde jemand verletzt?“

Nama verzog das Gesicht. „Nur mein Stolz.“

„Und?“

„Und nichts, Mr. Smith. Ryek ist unverletzt. Können wir jetzt zur Sache kommen?“

Mr. Smith zögerte einen Moment.

„Na gut. Sie beide wissen, das CONCORD auf der Suche nach einem gestohlenen Artefakt ist. Es handelt sich hierbei um einen Gegenstand, der wie ein roter Kristall aussieht, ungefähr daumennagelgroß. Die Struktur ist nicht natürlichen Ursprungs. Die bisherigen Untersuchungen gaben keinen Hinweis darauf, woraus und wie dieser Gegenstand gefertigt wurde.“

Er zeigte den beiden ein Bild auf dem Wandschirm.

„Sieht ziemlich unspektakulär aus“, sagte Ryek. „Eine roter Edelstein, könnte man auch als Ring tragen. Warum sieht mich ihr Monitor so seltsam an?“

Er griff sich an den Kopf. „Haben sie hier irgendwelche Schweinereien installiert?“

„Wollte ich auch gerade fragen“, sekundierte Nama.

Sie schüttelte den Kopf, wie um eine Erinnerung zu verdrängen. Mr. Smith schaltete das Bild aus.

„Ich vergaß. Wenn man eine Aufnahme oder einen Scan dieses Gegenstandes macht, dann erhält man dazu ein schwaches Echo von dem, was es ist. Was man mit unseren Mitteln weder greifen noch messen kann. Ich kann nicht sagen, wie es passiert. Es ist ähnlich wie der Gehirnscan bei den Kapselpiloten. Wenn sie das Ding eine Weile bei sich tragen, speichert es eine Art von Abbild des Betreffenden. Aber eben nicht so wie die Scanner. Ich kann nicht einmal sagen ob die Aufnahmen, die wir gemacht haben, weiterhin mit dem Kristall verbunden sind.“

„Mr. Smith, was auch immer Sie nehmen, entweder nehmen Sie weniger davon oder geben uns etwas ab.“ Ryek war gereizt. „Wir sind hier nicht im Religionsunterricht“, schnappte er.

Mr. Smith’s Nerven lagen ebenfalls blank. „Es mag ja sein, das in Gottes Universum, so es Ihn gibt, alles miteinander verbunden ist. Aber ich bin sicher, dass Gottes Werkzeuge keine Substanz haben. Deshalb geht CONCORD davon aus, dass dieses Ding nicht von Gott gebaut wurde. Aber ein möglicher Fertigungsprozess käme nahe an das, was man früher als erschaffen bezeichnet hätte. Rein mit Technik lässt sich so etwas nicht bauen. Zumindest mit keiner, die wir kennen.“

Nama wurde neugierig. „Das heißt, zum Beispiel, wenn ich das Ding nehme und an einen Freund denke und es ihm dann schenke, wäre es für ihn, als wenn ich in seiner Nähe wäre?“

„Ja.“

„Und theoretisch könnte ich alles, was ich bin, da hinein tun? Und mit einem geeigneten Mechanismus irgendwo anders ausladen? Das Signal wäre so stark, das es keine Komplikationen gäbe? Ähnlich wie ein Klontransfer?“

„Gut kombiniert.“

„Nama, was hast du studiert, sagtest du?“, fragte Ryek.

„Soziologie, Diplomatie und Klontechnologie.“

„Na super. Wenn ich da mitkomme heißt das also, dass damit ein beliebiger Mensch in einen Klon transferiert werden könnte? Auch wenn er die Ausbildung nicht hätte, oder auf andere Weise gehandicapt wäre?“

„Ja“, gab Mr. Smith zu.

 (Fortsetzung folgt)

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