Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(…  let’s twist 😉 )

„Ich muss los.“

Ryek übergab die Kontrollen und ließ sich vom Brückenaufzug auf die Unterseite des Schiffes bringen. Dort betrat er die Schleuse, verriegelte die Innenluke und schloss den Anzughelm, der sich im Kragen befand; die Elemente glitten um ihn herum und schirmten ihn von der Außenwelt ab. Dann öffnete die Außenluke.

Nama meldete sich. „Transversalgeschwindigkeit angepasst. Absetzen in fünf, vier, drei zwei, eins, jetzt!“

Ryek sprang. Er glitt gegen die hintere Schiffsseite der Helios, in die die Drohnen das Loch geschossen hatten. Vorsichtig betrat er das Schiff. Sobald die Schiffsschwerkraft wirkte, rannte er zum nächsten Doppel-Schott und kam so in den bewohnbaren Teil. Der Helm verschwand automatisch im Kragen. Sein taktisches Display am Arm zeigte ihm, das eine Person auf ihn zu kam, eine in eine andere Richtung rannte, und eine in einer Kabine. Die vierte musste im Pod sein. Eine taktisch günstige Position wurde eingeblendet. Nama schien Langeweile zu haben, oder sie wollte wirklich Leben retten. Er zwängte sich in die Nische und aktivierte die Anzugtarnung. Einige Sekunden später stürmte ein junger Minmatar an ihm vorbei, einen großen Blaster im Anschlag. Ryek schoss ihm mit dem Schocker ins Genick. Das würde reichen. Heftige Kopfschmerzen beim Aufwachen waren immer noch besser als Harfenspieler. Er nahm die Waffe des anderen mit, lief zum Steuerkapselbereich und sprengte die Tür mit einer Haftladung. Der Pilot, offensichtlich Gallente, hatte sich eben aus dem Pod befreit und war dabei, seine Kleidung anzulegen. Er war aber noch verwirrt und ein leichter Gegner. Auch ihn setzte er mit dem Schocker außer Gefecht.

 

Als er den Raum verlassen wollte, schlug ihm ein Schatten seine Waffe aus der Hand und versetzte ihm einen Tritt gegen den Hals, der ihn ohne den Helmkragen getötet hätte. Ryek ließ sich nach hinten fallen, rollte ab und kam in einigen Metern Entfernung vom Angreifer wieder auf die Beine.

Eine Frau, im Alter Namas, wich einige Schritte zurück, um eine neue Angriffsposition einzunehmen. Um sich sofort wieder auf ihn zu stürzen. Sie war schnell. Sehr schnell. Ryek hatte Mühe, die Angriffe abzuwehren und steckte etliche Treffer ein. Die Frau wusste genau, wo der Panzer nicht so gut schützte. Er wich zurück, beschränkte sich auf die Abwehr und versuchte seiner Angreiferin das Gefühl zu geben, das sie ihm weit überlegen sei. Er musste sehr aufpassen, nicht sein Leben dabei zu verlieren. Sie würde ihn töten, wenn er es zuließ. Er fühlte sich an einen Slaver-Hound erinnert, mit dem er sich in seiner Jugend angelegt hatte. Es war ein knappes Ergebnis gewesen und hatte ihm einige interessante Narben eingebracht. Als er den Hundekopf in die Schule mitgebracht hatte, hatte es einige Aufregung und viele Fragen gegeben. Sowie Bewunderung bei der Weiblichkeit. Er grinste und wischte sich das Blut von den Lippen; aus den Augenwinkeln sah er eine unbewaffnete Frau den Raum betreten. Die Angreiferin wich zurück, zögerte einen Lidschlag lang. Dann holte sie zum tödlichen Angriff aus.

 

Yolane betrat den Raum und wich entsetzt zur Wand zurück. Tedeya hatte den Angreifer in die Enge getrieben. Unter Ausnutzung ihrer überlegenen Geschwindigkeit schien es nur noch eine Frage von Sekunden zu sein, bis sie den Kampf gewann. Im Gegensatz zu ihr bewegte sich der Angreifer fast wie in Zeitlupe. Das machte Yolane stutzig. Fast! Nur fast! Sie wusste aus den Wettkämpfen, die Tedeya gewonnen hatte, dass die Endphase nur wenige Sekunden gedauert hatte, bis der Gegner am Boden lag. Hier war weit mehr Zeit vergangen, nach Tedeyas Maßstab eine Ewigkeit. Sie schien nicht zu bemerken, dass sie nie richtig oder voll traf. Sie war sicher, ihren Gegner im Griff zu haben. Der stolperte jetzt zurück an die Wand. Tedeya griff an, um ihn zu töten.

Ihr Schlag ging ins Leere. Wie ein Schemen stand der Angreifer plötzlich hinter ihr. Yolane sah den Schlag nicht, dafür war die Bewegung einfach zu schnell. Tedeya klappte zusammen wie ein Taschenmesser und rührte sich nicht mehr.

Yolane kannte nur einen Menschen, der so schnell war. Aber der war doch seit Jahren tot! Der Fremde kniete auf Tedeya und zog ihren Kopf zurück, um ihr das Genick zu brechen.

 

„JORET! NEIN!“

Der Mann zuckte zusammen, hielt in der Bewegung inne. Erstaunen zeigte sich auf seinem Gesicht, dann Überraschung.

„Yolane? Was machst du hier? Und …“

Er sah auf die am Boden liegende Frau. Ein Zittern ging durch seinen Körper.

„Tedeya??“

Er ließ ihren Kopf los. Klonk!

Yolane lehnte sich gegen die Wand und rutschte zu Boden. Ihr wurde schwarz vor Augen.

„Ja“, hauchte sie.

Dann verlor sie das Bewusstsein.

 (Fortsetzung folgt)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s