Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(…  man kann ja erst einmal darüber reden … )

Im Aufenthaltsraum der Curse befanden sich die vier Gefangenen. Ryek hatte sie freundlich aber bestimmt aufgefordert, ihr Schiff durch die verbundenen Schleusen zu verlassen und sie mit vorgehaltener Waffe hierhin komplimentiert.

Er hatte sie gebeten, es sich den Umständen entsprechend bequem einzurichten und sich dann auf den Weg zur Brücke seines Schiffes gemacht.

 

Tedeya rieb sich den schmerzenden Nacken. „Weiß ich auch nicht. Immerhin hat er uns nicht umgebracht.“

„Was hat er euch denn so erzählt?“, fragte Derek.

„CONCORD ist auf der Suche nach einem Artefakt, deswegen wir erpresst werden. Wie es aussieht, ist CONCORD bei der Wahl der Mittel, es zu beschaffen, nicht weniger zimperlich als die Puppenspieler“, gab Romar seine Überlegung bekannt.

„Wenn wir kooperieren?“, fragte Tedeya. „Gibt es dann Vitoc auf Lebenszeit für Yolane?“

Yolane sah ihre Tochter böse an.

„Entschuldige, ich arbeite gerade im Zombie-Modus. Leben für alle bei Kooperation? Oder ein Genickschuss bei der Übergabe, wie es auch bei den anderen ziemlich sicher sein wird?“

„Ich weiß es nicht. CONCORD weiß dasselbe wie die Puppenspieler. Das wir das Ding haben. Keiner weiß, wo es ist. Bisher hat Ryek nicht versucht, diese Information aus uns herauszupressen. Da gibt es also Unterschiede.“

Derek ging darauf ein.

„Ich sehe das so: Wenn CONCORD das Teil nicht bekommt, werden sie uns verschwinden lassen, um zu verhindern, dass jemand anderes es erhält. Die Puppenspieler werden uns so lange am Leben lassen, bis sie haben was sie wollen. Mir ist nicht klar, in wie weit die beiden Parteien voneinander wissen. Meine Befürchtung ist: Mehr als gut für uns ist. Wenn wir uns zu lange an einem Ort aufhalten, dann werden vermutlich beide Seiten kommen. Wir können nicht weglaufen. Unsere Gefangennahme hat das nur deutlicher gemacht.“

„Ihr seid mir da voraus“, meldete sich Romar. „Ich will erst einmal wissen, was hier überhaupt gespielt wird. Und worum gespielt wird.“

„Guter Punkt,“ bestätigte Tedeya.

Yolane hatte sich entschieden.

„Wir werden Ryek für das Erste unterstützen. Und dann hoffentlich von ihm erfahren, was das Ganze soll. Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, was die ganze Veranstaltung bisher gekostet hat. In ISK, aber auch politisch?“

„Mehr als ich auf dem Konto habe“, witzelte Derek.

 

Ryek trat ein.

„Schön, dass ihr euch Zeit für mich genommen habt.“

Seine Blicke schienen alle durchbohren zu wollen.

„Ich habe gerade mit Mr. Smith von CONCORD gesprochen. Um es kurz zu machen: Wir haben ein Problem. Dieses Problem sind wir. Wir alle.“

Die anderen sahen ihn verwirrt an.

„Um dieses Problem zu lösen, fangen wir jetzt so an, wie ihr es erwartet. Dann kommen wir zu dem Teil, den ihr nicht erwartet. Hoffentlich. Und dann sehen wir weiter.“

Er holte Luft.

„Ich habe jeden von euch kurz befragt. Ich erzähle jetzt eure Geschichte, wie ich sie verstanden habe. Wenn ich etwas falsch wiedergebe, dann korrigiert ihr mich.“

Er wies mit seiner rechten Hand zu einer Sitzecke.

„Macht es euch gemütlich. Fragen?“

„Was soll das?“

„Tedeya, nicht wahr? Ich versuche, unser aller Leben zu retten, auch wenn es dir im Moment nicht so erscheint.“

Er ging zur Kaffeemaschine, behielt Tedeya aber im Auge. Als sich alle gesetzt hatten, kam er mit seinem Kaffee zurück und setzte sich in den Sessel ihnen gegenüber.

„Es begann damit, das Yolane vor einigen Jahren einen Kristall geschenkt bekam, mit dem sie aber nicht viel anfangen konnte. Nachdem das mit ihrem Amarr Partner ziemlich schiefgegangen war, hat sie sich vielleicht auch nicht so ausführlich damit beschäftigt. Ja, ich habe von deinen Installationen gehört. Warum dich CONCORD deswegen noch nicht aus dem Verkehr gezogen hat, das wissen nur die Götter.“

Yolane grinste.

„Yolane hatte ihr Leben zu retten, eine Quelle für Vitoc aufzutun. Dann ergab sich die Verbindung mit Derek.“

Derek wurde rot, erwiderte aber Ryeks Blick.

„Ich nehme zur Kenntnis, dass Yolane auch andere Qualitäten an dir gefunden hat. Und gerade deshalb nicht wollte, dass du ihr auf Dauer illegal Vitoc beschaffst.“

„Aye.“

„Yolane schenkt Derek den Kristall, wissend, dass er sie so immer in seiner Nähe hat. Unter uns: Ich finde Vitoc da harmloser.“

Er zwinkerte Derek für alle sichtbar zu.

„Hm.“

„Weiter. Kurz nachdem ihr eure Beziehung neutraler gestaltet habt, wurde bei Yolane eingebrochen. Sie haben den Kristall nicht gefunden, aber das Vitoc mitgenommen, welches sie hatte.“

Yolane nickte.

 (Fortsetzung folgt)

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