Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(…  Intermezzo … )

Es klopfte an der Tür. Nama saß auf der Schlafcouch und hatte ein feuchtes Tuch auf ihre Wange gedrückt.

„Lasst mich in Ruhe, ihr Idioten!“

Es klopfte erneut.

„Was denn?“

Die Tür öffnete sich langsam. Romar steckte vorsichtig seinen Kopf hinein, um im nächsten Moment dem Handtuch auszuweichen.

„Verschwinde! Oder hast du vor, mir den Rest zu geben?“

Romar machte ein verbissenes Gesicht, überwand sich, trat ein und baute sich vor ihr auf.

„Das ziehe ich gerade ernsthaft in Erwägung. Aber Ryek hat es verboten.“

„Finde ich nicht komisch, Sklave.“

Er riss sie hoch und drückte sie an die nächstgelegene Wand.

„Das ist nicht komisch!“

„Ach! Und was soll ich sagen?“

Romar ließ sie widerwillig los.

„Es ist ja nicht deine Schuld, das du Amarr bist …“, murmelte er.

„Ich bin stolz darauf, du Klotz! Meinst du im Ernst, dass nur ihr das Recht habt, auf eure Rasse stolz zu sein?“

Er schlug die Augen nieder.

„Ich weiche dem Thema aus. So komme ich nicht weiter.“

„Weiter? Wobei?“

Höhnisch.

„Du hast Yolane gesehen, meine Mutter?“

Sie nickte.

„Sie sieht sehr krank aus. Todkrank. Aber was kann ich dafür?“

„Ihr Partner, vor Derek …“

„Ja?“

„War ein Amarr. Soll ich weiter reden oder kommst du von alleine darauf?“

Sie zuckte zusammen.

„Aber Yolane ist doch Gallente! Das ist doch nicht zulässig …“

Romar sah aus, als ob er sie gleich wieder schlagen würde. „Tatsächlich? Wie konnte er nur?“

Nama fuhr unsicher fort. „Entschuldige, aber das ist nun einmal so. Andere Rassen nur mit individueller und beglaubigter Zustimmung. Ich gehe davon aus, dass Yolane nicht zugestimmt hat?“

„Natürlich nicht! Sie ist resistent gegen alle gängigen Medikamente. Nur Vitoc funktioniert bei ihr.“

„Scheiße. Das tut mir leid.“

„Das hilft ihr aber nicht.“

Jetzt packte sie ihn, drehte sich und warf ihn mit erstaunlicher Kraft gegen die Wand. Romar verlor den Halt und rutschte zu Boden. Überrascht setzte er sich auf.

„Wir wollen eines festhalten, großer Minmatarkrieger: Ich. War. Es. Nicht. Ich war auch nicht bei der Versklavung der Minmatar vor fast tausend Jahren dabei. Von mir aus hättet ihr in euren Wäldern bleiben können!“

Sie wischte sich imaginären Staub von der Kleidung.

„Klar soweit?“

Romar zog ihr die Füße weg, aber sie rollte sich im Fallen zur Seite und wich seinem Angriff aus.

 

In den folgenden Minuten ging der größte Teil der beweglichen Kabineneinrichtung zu Bruch. Aber keiner von beiden konnte einen Vorteil erringen. Keiner von beiden wollte den anderen wirklich ernsthaft verletzen.

 

Schließlich landete Nama einen Schlag in Romars Bauch, der ihn zwang, sich auf die Couch zu setzen.

Nama setzte sich schwer atmend neben ihn. „Und weswegen bist du nun hergekommen?“

„Um mich bei dir für meinen ungerechtfertigten Angriff zu entschuldigen.“

„Im Ernst?“

„Ryek hat gesagt, dass er mich umbringt, wenn ich es nicht tue.“

„Das hätte er auch getan, soweit ich ihn kenne.“

Beide versuchten, wieder zu Atem zu kommen.

„Hätte nicht gedacht, dass ihr Amarr so viel drauf habt.“

„Ach!“

„Ja, verdammt! Ich entschuldige mich dafür, dass ich dich ohne Grund vor allen geschlagen habe. Es tut mir leid. Danke für das nette Gespräch.“

Er wollte aufstehen. Nama zog ihn zurück.

„Was ist?“

Sie legte ihren Arm um ihn.

„Ich habe eben gewonnen, aber du hast nicht verloren. Du schuldest mir mehr als ein ‚es tut mir leid‘. Wie wäre es mit etwas Gesellschaft, für den Anfang? Ich brauche jemanden, mit dem ich vernünftig reden kann. Du scheinst hier der einzig Greifbare zu sein. Sprich mit mir.“

Romar lächelte vorsichtig. „Deine Definition von Vernunft verwirrt mich.“

Sie ließ ihn los.

Er wollte aufstehen, es blieb aber beim Versuch. Er setzte sich wieder hin, auf Armlänge entfernt. Nama lächelte ihn einladend an.

„Widerstand ist zwecklos.“

 (Fortsetzung folgt)

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