Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(… bevor das nächste Ungemach kommt … )

Für Volk und Vaterland

 

Die Covert Ops Fregatte und die Curse lagen nebeneinander auf einer versteckten Position im Beke System. Die Reparaturdrohnen der Curse machten sich daran, die Panzerung der Helios provisorisch wiederherzustellen, nachdem die Struktur mit Bordmitteln soweit repariert werden konnte, dass es im ganzen Schiff Atmosphäre gab.

Ryek saß auf der Brücke und berichtete Mr. Smith von den Ergebnissen der Aktion.

Mr. Smith bestätigte Ryeks Vermutungen. „Das passt ganz gut in meine Ermittlungsergebnisse. Die Familie hat Yolane gerettet. Jetzt sind sie im Amarr-Raum, zu einem unbekannten Ziel. Das, welches sie genannt bekommen haben, wäre eine Falle gewesen. Haben Sie eine Ahnung, wo sich der Kristall befindet?“

„Nein. Ich bin nicht einmal sicher, ob es alle wissen.“

„Trotzdem. Sie werden den Kristall bereitstellen, um Yolane zu retten. Was nicht geschehen wird.“

Ryek verzog das Gesicht.

„Sie gehen recht leichtfertig mit dem Leben anderer Menschen um.“

„Meinen Sie? Von meinem Standpunkt aus versuche ich, diese Leben so einzusetzen, das sie den maximalen Nutzen für das Empire haben. Ein Leben, das untergeht, um Milliarden zu retten, ist in meiner Vorstellung ein sehr gutes Verhältnis. Da nehme ich mich selbst nicht aus.“

„Gut zu wissen. Ich komme darauf zurück.“

„So wie es aussieht, müssen wir die Leute weiterreisen lassen, um die Hintermänner aufzuspüren.“

„Das heißt, die ganze Aktion war vergebens?“

„Ganz im Gegenteil. Meinen Informationen zufolge ist einer der Köpfe der Erpresser ein Caldari, der hier im Amarr-Raum gute Geschäfte mit Klontechnik macht. Er kauft Material ein, mit Lieferung Richtung Citadel, aber irgendwo auf dem Weg verliert sich die Spur. Wir vermuten eine Einrichtung in der Nähe von Jita.“

„Wer will schon nach Jita? Da muss man doch mittlerweile Platzkarten bestellen.“

„Eben. Der größte Haufen ISK im Empire. Aber wir wissen fast nichts. Nur dass ein Caldari namens Jeo Chan in Genesis legal in rauen Mengen Teile für Klonfabrikation einkauft, um sie im Caldari Raum verschwinden zu lassen. Wenn es eine Caldari Klon Corp ist, dann machen sie das, was sie tun, so geheim, dass wir bisher nicht dahinter gekommen sind. Sie brauchen den Kristall, und sie brauchen Nama.“

Ryek spürte den Stich in der Brust.

„Was wollen Sie damit sagen?“

„Unsere Gegenspieler werden bald den nächsten Zug machen. Jeo ist, wie von uns beabsichtigt, auf Nama aufmerksam geworden. Auf ihre Fähigkeit, ihr Schicksal, ihren Groll auf CONCORD, die ihr das Ganze eingebrockt hat.“

„Ich dachte, ihr habt sie ausgebildet?“

„Laut ihrer Vita als Wiedergutmachung. Wer hätte sie sonst genommen?“

„Rekrutiert ihr immer so eure Agenten?“

„Unter anderem. Alternativ hätte Nama auf der Mission, die sie bei die Amarr unmöglich gemacht hat, einen tödlichen Unfall gehabt. Wie ich sagte: Ein Leben für viele. Sie hat damals freiwillig kooperiert.“

„Ihr hattet nur vergessen, ihr zu sagen, welche Folgen das für sie haben wird.“

„Kommen wir zu ihrem nächsten Auftrag. Jeo Chan wird Nama bald kontaktieren. Sie soll sich ihm anschließen und mit ihm in die Höhle des Löwen fliegen. Allein.“

„CONCORD wird sie im Auge behalten?“

„Nein.“

„Bitte?“

„Sie haben richtig verstanden. Wir werden sie nicht beobachten. Darüber hinaus werden wir alle Versuche unterbinden, dass jemand anderes ihre Spur verfolgt. Nama muss selbst einen Weg finden, sich mit uns in Verbindung zu setzen, sobald sie im Caldari Sektor am Ziel ist.“

Ryek lief es kalt über den Rücken.

„Mr. Smith. Wir beide sind schon ein paar Tage im Geschäft. Wie hoch schätzen Sie Namas Chancen ein, da unversehrt herauszukommen?“

„Nama besitzt einzigartige Fähigkeiten. Es gibt unter den Milliarden Amarr vielleicht eine Handvoll Menschen, die das gleiche können. Aber von diesen ist nichts bekannt. Ohne ihre Fähigkeiten wird es nicht möglich sein, das Potential des Kristalls auszuschöpfen. Das ist ihre Lebensversicherung.“

„Mal angenommen, nur theoretisch, Nama weigert sich an einem Punkt, mit Jeo zu kooperieren?“

„Wir gehen davon aus, dass für die Erledigung der Funktion emotionale Stabilität die Voraussetzung ist. Das ohne die willentliche Mitarbeit des Betroffenen zu erreichen ist sehr, sehr schwierig. Mathematisch gesehen haben wir eine Chance, sie herauszuholen, bevor sie stirbt.“

„Obwohl sie nicht wissen, wo sie sich befindet?“

„Jeder Plan hat eine schwache Stelle. Ich übermittle Ihnen die notwendigen Daten. Sie werden Nama informieren, einweisen und dafür sorgen, dass sie ungestört ihren Auftrag ausführt.“

„Mr. Smith?“

„Ja, Ryek?“

„Wie gut haben Sie Nama vorbereitet?“

„Ich verstehe nicht.“

„Doch, Sie verstehen.“

„Ich gehe davon aus, dass die Mission, insgesamt, erfolgreich sein wird. Weil ich mir die Alternative nicht vorstellen will. Ich gehe ebenfalls davon aus, dass niemand von ihnen diese Mission unbeschadet überstehen wird. Oder unverändert. Ob jemand dabei sterben wird, weiß ich nicht. Wir haben Nama so gut vorbereitet, wie wir konnten. Wir beide wissen, dass es einen signifikanten Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt. Reicht Ihnen das als Antwort?“

Ryek atmete tief ein.

„Muss es wohl für den Moment. Da ich ebenfalls keine Alternativen sehe, machen wir es so. Haben Sie einen Plan B?“

„Ich arbeite daran. Ich werde versuchen, so nahe bei ihnen zu sein, wie ich es kann, ohne meine Mission zu gefährden.“

 (Fortsetzung folgt)

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