Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(… nun folgt das Vorgeplänkel, bevor es zur Sache geht … )

„So schnell?“

Nama zwang sich zur Ruhe und aktivierte den Kommunikator. Der Bildschirm blieb dunkel.

„Jeo hier. Du hast meine Nachricht erhalten?“

Freundlichkeit war etwas, was sie hier wohl besser nicht erwarten sollte. Sie gab ihrer Stimme einen neutralen Ton.

„Ja, habe ich. Liest sich ziemlich wirr, aber das Angebot selbst ist natürlich sehr interessant. Sie wollen mir im Ernst eine Ausbildung bei einem angesehenen Privatgelehrten verschaffen, und ich muss dafür nur Händchen halten?“

„Sie haben es erfasst.“

„Jeo, ich bin nicht blöd. Sonst hätten Sie sich kaum mit mir in Verbindung gesetzt. Für einen Mädchenhändler agieren Sie extrem ungeschickt.“

Sie hörte, dass Jeo scharf einatmete.

„Ich habe schon Leute für weniger umgebracht.“

„Nett zu hören.“

„Nama, ich schicke dir einige Informationen, wenn du es willst. Wenn du ablehnst, vergessen wir die Sache. Wenn du ja sagst, nimmst du an oder bist Geschichte. Unser Angebot ist einzigartig, was daran liegt, dass deine besonderen Talente sehr selten sind. Aber wir können auch anders.“

„Ich will ja nicht undankbar sein, aber etwas mehr wüsste ich schon, bevor ich dir mein Leben anvertraue.“

„Es geht um dein Studiengebiet, Klontechnik. Um eine Errungenschaft, die uns reich und berühmt machen wird. So reich und berühmt, dass du mit einer vollen Rehabilitierung rechnen kannst. Oder mit Besserem. Die Stelle, die du in Heorah angenommen hast, entspricht ja wohl kaum deinen Wünschen. Datentypistin bei der amarrischen Handelsgesellschaft. Etwas unter Wert gehandelt, nicht wahr?“

Jeo lachte böse. Nama kämpfte mit den Tränen.

„Ja“, flüsterte sie. „In der Tat.“

„Das ist deine einzige Chance, zu erreichen, was du wolltest. Aber es ist nicht umsonst. Wir geben viel und nehmen alles.“

Sie schluckte.

„Einverstanden. Ich bin im Moment auf dem Weg nach Nasreri.“

„Sehr gut. Wir treffen uns dann in Heorah, Kaala Station. Sei morgen Abend um achtzehn Uhr Stationszeit auf dem Hangardeck.“

„Morgen? Wie soll ich das denn schaffen?“

„Dein Problem. Das Angebot gilt bis morgen. Wenn du es bis dahin nicht schaffst, zu meinem Schiff zu gelangen, dann kannst du die Sache vergessen. Unnötig zu erwähnen, dass du dann noch mehr vergessen kannst.“

„Du bist ganz schön hart drauf, Caldari.“

„Das sind wir immer. Die Schwachen sind woanders, unter unseren Füßen zum Beispiel. Deine Wahl?“

Nama ging die Liste ihrer Optionen durch. Sie war sehr kurz.

„Einverstanden. Es wird schon irgendwie klappen. Wie finde ich Dich?“

„Ich werde dich finden.“

Der Caldari beendete das Gespräch.

 

* * *

 

Nama stützte ihr Gesicht mit den Händen und erinnerte sich an Ryeks Worte. Sie brauchte eine schöne Erinnerung. Am besten eine heftige. Und ein paar Informationen.

„Da muss ich wohl tatsächlich Tedeya anbaggern.“

Sie ging eine Liste einschlägiger Lokale in Beke durch.

„Das wird sie mögen. Die Amarr mal zu sehen, wie heilig sie sind, wenn Gott nicht hinschaut.“

Sie grinste.

„Und überhaupt. Wahre Liebe gibt es nur unter Frauen.“

 (Fortsetzung folgt)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s