Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(… führt zur kurzfristigen Änderung des Programms …)

„Um es noch einmal zusammenzufassen, Mr. Smith: Sie spielen Schach mit einem unbekannten Gegner, wobei mal Sie und mal die dieselben Figuren ziehen. Leid und Tod der Figuren sind irrelevant, um das höhere Ziel zu erreichen.“

„So kann man es sehen.“

Ryek ballte die rechte Faust. „Wenn ich jetzt behaupten würde, dass Sie, genau wie ihre Gegenspieler, ein Feigling sind, würden Sie da widersprechen?“

„Ja. Würde ich.“

„Weil sie und ihr Gegenspieler unersetzliche Spieler sind, oder sich dafür halten?“

„Ja.“

„Ihr seid verrückt. Noch mehr als ich es bin.“

„Außergewöhnliche Situationen erfordern nun einmal extreme Maßnahmen.“

„Sie haben einen Fehler gemacht, Mr. Smith. Einen schweren Fehler. Sie haben eine ihrer wichtigsten Figuren in eine Position gebracht, in der sie geschlagen werden wird.“

„Wen meinen Sie?“

„Nama.“

„Wie kommen Sie darauf?“

„Sie ist die Einzige mit einer Fähigkeit, die nicht ersetzbar ist, soweit ich das sehe. Sie ist jetzt auf der Gegenseite angekommen. Bis dahin war es von Ihnen geplant.“

„Stimmt.“

„Die Anderen wollen mit Hilfe des Artefaktes im Klonmarkt die Nummer Eins werden. Alles was die benötigen, ist das Artefakt, welches technisch in der Lage ist, Gefühle und Emotionen weit besser zu speichern als aktuelle Technik. Und ein Mensch, der zu diesem Gegenstand eine möglichst breite Schnittstelle hat. Zusammen mit uns bekannter Technik könnte dann eine Lebensform simuliert werden, die es heute so nicht gibt. Diese virtuelle Lebensform hätte dann Eigenschaften, die für die Erbauer des Artefaktes unterstellt werden. Und würde, mit einiger Wahrscheinlichkeit, auch von anderen Artefakten, falls vorhanden, soll ich weiter reden Mr. Smith?“

 

„Mr. Smith?“

 

„Mr. Smith, Sie können sich jetzt nicht den Blaster an den Kopf halten und abdrücken, das wäre unproduktiv.“

„Was war mein Fehler, Ihrer Meinung nach?“

„Der Kopf der anderen ist nicht ein Caldari, sondern ein Amarr. Sebard Veen. Schon mal gehört?“

Auf der anderen Seite war ein Röcheln zu hören.

„Sagen Sie mir, dass das nicht stimmt!“

„Ich sage: Pech gehabt! Ihre weiße Dame ist auf dem Weg zum schwarzen König, um ohne Deckung mit ihm auf Tuchfühlung zu gehen. CONCORD muss agieren, verdammt!“

„Wie stellen sie sich das vor? Sobald ich in diesem verwanzten Laden sage, worum es geht, bin ich tot! Und alle anderen auch! Die Fraktionen werden CONCORD mit Formalien bis zum jüngsten Tag hinhalten.“

„Bestätigen Sie Azedi als Ziel?“

Mr Smith zögerte eine Sekunde.

„Ja.“

„Hören Sie mir genau zu, Mr. Smith. Ich werde nach dorthin aufbrechen, um Sie zu verraten.“

„Das wird kaum reichen. Sie sind nur der Bauer im Spiel.“

„Derek und sein Team werden bestimmt gebeten werden, nach Azedi zu kommen, und zwar bald und schnell. Wenn das alles nicht reicht, dann reicht gar nichts mehr. Sie haben uns dann dort alle an einem Platz, für eine sehr kurze Zeit. Sie haben genau eine Chance, uns da rauszuholen, Mr. Smith. Entweder Sie oder zusammen mit CONCORD. Lassen Sie sich etwas einfallen.“

„Das wir hart. Ich kann nicht garantieren, dass alle überleben werden.“

„Tun Sie Ihr Bestes, das wird schon reichen. Jetzt kommen wir zu meiner Belohnung.“

„Was?“

„Ich will eine Anzahl zertifizierter Klone zur freien Verfügung, bei denen niemand Fragen stellt.“

„Sie sind nicht in der Position, um Bedingungen zu stellen.“

„Doch. Bin ich. Sie wissen es und ich weiß es auch. Wenn ich hier schon nicht aussteigen kann, dann soll es sich wenigstens für mich lohnen. Zwanzig Klone. Premium Qualität. Nicht gekennzeichnet.“

„Sie sind übergeschnappt.“

„Das steht so in meiner Akte bei euch. Sag mir was neues. Ich warte jetzt fünf Minuten. Danach werde ich mit meiner Truppe einen schönen Ausflug in den Warp machen, bei dem wir leider ums Leben kommen werden.“

Er unterbrach die Verbindung.

Nach vier Minuten aktivierte er den Kommunikator wieder.

„Fünf, maximal.“

„War nett, mit euch Geschäfte zu machen. Wir sehen uns dann in der nächsten Welt.“

„Verdammt! Warten Sie!“

„Worauf? Die Verbindung wird schlecht. Können Sie wiederholen?“

„Zwölf! Zwölf! Mein letztes Wort! Damit sind wir Partner. Oder Leidensgenossen.“

Ryek grinste freudlos.

„Einverstanden. Ich werde meine Corp als Treuhänder einschalten. Ich erwarte die Lieferung in der nächsten Stunde.“

„WAS?“

„In der nächsten Stunde. Ein Schiff wird an dem Ort, den ich nenne, das Rohmaterial in Empfang nahmen.“

Mr. Smith resignierte.

„Ok. Sie haben gewonnen.“

„Fein. Und da wir jetzt ja Partner sind, erzählen Sie mir die ganze dreckige Geschichte.“

 (Fortsetzung folgt)

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