Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(… und dazu, dass das Tempo sich erhöht …)

„Wir müssen handeln!“

„Immer mit der Ruhe. Warum müssen wir handeln?“

„Der Agent wird in mit absoluter Sicherheit in Azedi gefangen genommen werden. Die Erpresser werden dadurch wissen, dass wir ihren Standort kennen.“

„Wie konnte das passieren?“

„Zusammentreffen unglücklicher Umstände könnte man es nennen. Sie haben sich verbündet, um ihre Leben zu retten. Irgendwie nachvollziehbar.“

„Und darum opfert sich der Agent?“

„Immerhin ist er ein Capsuleer. Eine Chance auf Wiedergeburt hat er also.“

„Theoretisch. Sehr theoretisch.“

„Wir kommen vom Thema ab. In wenigen Tagen werden unsere Gegenspieler im Besitz dessen sein, was sie brauchen. Das Artefakt. Und der Katalysator.“

„Das ist schlecht. Sehr schlecht.“

„Wenn sie das Azedi System verlassen haben, wird es sehr schwer sein, sie wiederzufinden.“

„Die Sprungtore sind bewacht.“

„Jetzt mal im Ernst! Wir sind nicht unfehlbar. Mit genug Geld kann man fast alles kaufen.“

„Gutes Argument.“

„Wie greifen wir ein, ohne die politischen Strukturen zu zerstören und einen globalen Krieg auszulösen?“

„Was passiert, wenn wir nicht eingreifen? Der Krieg ist eine Möglichkeit. Das Andere eine Tatsache.“

„Sieht so aus, als ob es keine Alternative gäbe.“

„Zumindest keine bessere. Wir laufen momentan in die falsche Richtung. Aber wenn wir nicht an der Spitze bleiben, dann werden wir überrollt.“

„Die Argumente sind logisch. Einverstanden.“

„Einverstanden.“

„Einverstanden, mit Vorbehalten.“

„Einverstanden.“

„Einverstanden.“

„Dann ist es beschlossen. Alarmieren Sie die Einsatzkräfte, Mr. Smith. Sie leiten die Operation.“

„Aye.“

* * *

Dereks Kommunikator summte. Er signalisierte den anderen, sich ruhig zu verhalten, und aktivierte die Verbindung.

„Was ist dein Status?“ Keine Anrede, keine Einleitung.

„Wir haben das Schiff repariert und warten auf Anweisungen.“

„Wir haben deinen Angreifer identifizieren können. Ein gewisser Ryek Darkener. Arbeitet offiziell als Frachterpilot. Was macht der in einer Curse?“

Derek reagierte ungehalten.

„Woher soll ich das wissen? Ihr habt das doch in der Hand. Zumindest behauptet ihr das ständig. Warum hat CONCORD erst so spät eingegriffen?“

Schweigen.

„Seid ihr noch dran?“

„Ja. Kümmere dich nicht darum. Wir wissen, wo er ist und wo er hin will. Wir werden ihn erwarten.“

Tedeya schnappte nach Luft. Derek schüttelte energisch den Kopf.

„Hast du den Gegenstand?“

„Ich weiß, wo er ist. Ich werde ihn holen und zu euch bringen, wenn das mit Yolane in Ordnung geht.“

„Das ist nicht notwendig. Übergib ihn uns, dann bekommst du den Preis.“

„Tut mir leid, aber mein Vertrauen in eure Professionalität hat seit meinem Fast-Abschuss gelitten. Ich bringe es euch selbst. Ohne Eskorte. Ich will sehen, ob ihr euren Teil der Abmachung einhalten könnt.“

Tedeya, Yolane und Romar blickten sich an. Dann nickten sie langsam.

Die Stimme am anderen Ende sprach weiter.

„Meinetwegen. Vielleicht ist es auch gut so. CONCORD weiß wahrscheinlich, dass unsere neue Mitarbeiterin auf dem Weg ist. Deren Meinung nach in das Caldari Gebiet. Dann haben die ihre Augen woanders. Sie können nicht alle Schiffe kontrollieren, die unverdächtig aussehen.“

Die Stimme lachte leise.

„Eine sehr fähige, sehr nette Mitarbeiterin.“

Romar hielt sich an der Konsole fest. Sein Gesicht war hassverzerrt.

„Wo sollen wir hinkommen?“

„Azedi V – Mond 1 – Imperial Academy School.“

„Das ist im Low-Sec.“

„Ach? Wirklich? Bring das Material, und wir sorgen dafür, dass ihr lebend ankommt.“

„Wie komme ich in der Station am Zoll vorbei?“

„Schon mal etwas vom Konzept ‚Hintereingang‘ gehört? Du hast ein kleines Schiff mit Tarnung, du bekommst die Koordinaten. Der Schutz vor visueller Erkennung beim Andocken sind ein paar ISK auf den Augen des Operators, der dann gerade in eine andere Richtung sehen wird.“

„Ihr habt das Material für den Klon bereit?“

„Natürlich. In einer Klonfabrik wie dieser und dem Wissen das wir haben wird es kein Problem sein. Wie lange werdet ihr brauchen?“

Derek überlegte. Tedeya und Romar machten Zeichen, einen langen Zeitraum anzugeben.

„Weiß ich nicht genau. Ich werde ein paar Umwege fliegen, um nicht aufzufallen. Ein bis zwei Tage?“

„Du könntest in zwölf Stunden da sein! Was soll das?“

„Ich könnte auch in einer Stunde bei CONCORD aufgeflogen sein.“

Schweigen.

„Also?“

„Gut. Wir planen achtzehn Stunden ein. Wenn es schneller geht, um so besser.“

„Ich würde euch ja gern auf dem Laufenden halten, ist aber schwer, wenn man nicht weiß, wen man anrufen kann.“

„Wir melden uns alle sechs Stunden bei dir. Falls du einmal nicht erreichbar sein solltest, betrachte dein Leben als beendet.“

„Aye.“

Die Verbindung wurde getrennt.

 (Fortsetzung folgt)

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