Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

(… Rot. Zu viel rot. …)

* * *

 

Nama verließ das Bett, in dem sie mit Jeo gelegen hatte, und ging, nackt wie sie war, in den angrenzenden Wohnraum. Sie nahm ihren Kommunikator auf und stellte Kontakt zu Derek her.

„Ja?“, kam es überrascht von der anderen Seite.

„Nama hier. Ihr seid unterwegs?“

Sie sprach mit normal lauter Stimme und hatte freies Sprechen aktiviert.

„Sind wir. Was können wir erwarten?“

„Den Tod. Aber das habt ihr ja schon vorher gewusst. Hier gibt es nichts für euch. Ihr müsst Ryek und mich hier herausholen.“

Sie fühlte Dereks Enttäuschung und Zorn über die Lichtjahre hinweg. Aus den Augenwinkeln sah sie Jeo im Türrahmen stehen. Sie drehte ihm den Rücken zu.

„Das heißt, die Puppenspieler haben uns belogen?“

„Nein. Haben sie nicht. Es ist tatsächlich möglich, einen sauberen Klon für Yolane anzufertigen. Und viel mehr. Sehr viel mehr.“

Sie seufzte.

„Ihr habt alle keine Ahnung, um was es hier geht.“

„Und du weißt es jetzt?“, fragte Derek.

 

„Verräterin!“

Jeo stand im Raum, nackt, seinen Blaster in der Hand. Nama legte den Kommunikator zur Seite auf den Tisch.

„Ich?“

Ihre Frage war mit solcher Unschuld gestellt, das Jeo zögerte.

„Ja. Du! Aber egal. Wir werden das von dir erhalten, was wir brauchen. Auch ohne deine Unterstützung.“

Nama breitete ihre Arme aus und ging langsam auf Jeo zu.

„Du willst mich für den feuchten Traum eines größenwahnsinnigen Amarr opfern? Jeo, an der Spitze ist nur Platz für einen. Das bist nicht du.“

Sie umarmte ihn, die Augen niedergeschlagen. Jeos Hand mit der Waffe befand sich zwischen ihnen auf Brusthöhe. Er umarmte sie mit der anderen Hand.

„Ich werde deine Gesellschaft vermissen, Nama.“

Nama erwiderte die Umarmung, ihre rechte Hand lag nun auf seiner Waffenhand.

„Ehrlich gesagt, ich bin froh, dass es vorbei ist“, flötete sie mit zuckersüßer Stimme.

Jeo erstarrte und sah in ihre Augen. Sie waren kalt wie der Weltraum.

„Was …“

Seine Stimme versagte.

Nama führte Jeos Hand sanft nach oben und legte ihren Kopf an seine Brust.

„Fly safe, Jeo.“

Sie krümmte ihren Zeigefinger um den seinen.

Der Schuss riss Jeos Kopf ab und verteilte ihn über die Zimmerdecke. Nama ließ den Torso fallen und wandte sich wieder dem Kommunikator zu.

„Derek?“

„Nama! Was ist da los?“

„Frag nicht. Bleibt auf Kurs. Wenn ihr das System erreicht habt, versteckt ihr euch und wartet auf meinen Anruf. Ich werde euch hineinlassen. Dann müssen wir improvisieren.“

„Was ist mit Ryek?“

„Sieht nicht gut aus. Ich weiß nicht, ob wir ihn lebend hier herausbekommen.“

„Warum soll ich glauben, dass du noch auf unserer Seite bist?“

Nama lachte auf.

„Das spielt keine Rolle! Ihr kommt hierher, weil ihr mich braucht, so oder so. Wenn ich euch verrate, macht es für euch keinerlei Unterschied. Also setz deinen Arsch in Bewegung, klar?“

Am anderen Ende hörte sie Derek heftig einatmen.

„Aye, Nama.“

„Wann seid ihr da?“

„In etwa zwei Stunden.“

„Wunderbar. Dann kann ich ja noch duschen und mein Haar richten.“

„Ich verstehe nicht.“

„Rot. Zu viel rot. Ich melde mich.“

Sie beendete das Gespräch und ging ins Schlafzimmer. Dort warf sie den Kommunikator und den Blaster auf das Bett und verschwand in der nebenliegenden Dusche.

 (Fortsetzung folgt)

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