Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 (… um sich, wenn auch nur kurz, auszuruhen …)

Nama schlug ihren Kopf auf die Konsole und verbarg ihn zwischen den Händen.

Derek sah Romar an, dann Mr. Smith.

„Vergesst die Ortung. Derek, fliegen Sie uns hier raus.“

„Aye.“

Er gab ihm die Koordinaten und überließ ihm das Schiff.

„Romar: In der Kabine rechts neben dem Ausgang findest du das Passende. Die blauen Kapseln auf dem Tisch. Eine.“

Romar sah Mr. Smith fragend an.

„Sie wird eine Weile schlafen. Wir brauchen Zeit, um zu überlegen, wie es weitergehen soll. Sie wird nichts verpassen.“

Romar nickte und wollte Nama aufhelfen. Sie schlug nach ihm.

„Fass mich nicht an!“

Romar machte einen Satz zurück.

Nama schüttelte heftig den Kopf und sah Romar entschuldigend an.

„Hilf mir, bitte.“

Er führte Nama hinaus.

„Wollten Sie uns alle damit außer Gefecht setzen?“, fragte Yolane.

„Ich hatte es ursprünglich vor. Aber die Situation ist jetzt eine andere. Kommen Sie mit, Yolane. Wir kümmern uns um Tedeya. Ich hoffe, dass bei ihr keine wichtigen Sicherungen durchgebrannt sind.“

Mr. Smith nahm Tedeya auf und trug sie zur Med Abteilung, die sich hinter der Kommandozentrale befand. Dort legte er sie auf eine Untersuchungs-Liege.

Yolane ließ einen prüfenden Blick über die Einrichtung schweifen. Sie nickte anerkennend.

„Sie scheinen medizinisch gut ausgerüstet zu sein. Besser als Standard.“

„Weit besser als Standard.“

Er sah Yolane an.

„Ich kenne Ihre Erfolge auf dem Gebiet der technisch-biologischen Systemintegration. Sie werden einiges finden, von dem ich weiß das Sie es haben, obwohl es offiziell gar nicht existiert.“

Er lächelte wissend, Yolane nickte und lächelte zurück.

„Dieses Schiff hat nur einen Zweck. Die Personen, die jetzt hier an Bord sind, insbesondere Sie, Yolane, und Nama. Den Kristall. Tedeya ist ein – Bonus. Die anderen sind nur Werkzeuge, Verbrauchsmaterial.“

Yolane hätte sich fast auf ihn gestürzt.

„Das sind die Fakten. Trotzdem bedauere ich es, das Ryek nicht hier ist.“

„Ich hatte nicht gewusst, das CONCORD so monströs ist.“

„CONCORD ist das kleinere Übel. Für die meisten. Mehr nicht.“

Er aktivierte einige Geräte. Mit einem leisen Summen glitt ein Scanner auf einem Suspensorfeld über Tedeya und verharrte über ihrem Kopf. An der Wand leuchtete ein zwei Quadratmeter großes Display auf. Es zeigte Tedeyas Körperstruktur, und in Vergrößerung ihren Kopf als Tomografie.

„Interessant“, sagte Mr. Smith. „Sehr interessant. Ich habe nicht gewusst, dass man diese Implantate miteinander kombinieren kann.“

„Das haben Sie sehr vorsichtig ausgedrückt, Mr. Smith. Insbesondere, weil die Hälfte von ihnen verboten ist.“

„Das ist hier und jetzt nicht wichtig. Sehen Sie: Die Computer geben eine Regenerationswahrscheinlichkeit von fast neunzig Prozent an. Die anderen zehn schaffen wir mit der Technik hier.“

Yolane atmete auf. „Wenigstens etwas Positives heute.“

Mr. Smith bediente die Systeme so, das Yolane es sehen konnte.

„Für eine Künstlerin verstehen Sie eine Menge von diesen Dingen.“

„Ja. Ich nutze Technik, um die Gefühle meiner Kunden anzusprechen. Aber ich mache die Modifikationen außerhalb von Körpern. Ethik, falls das Ihnen etwas sagt.“

„Nur auf intellektueller Ebene.“

„Hab ich mir gedacht. Wann wird sie aufwachen?“

„In frühestens vier Stunden.“

Romar betrat den Raum.

„Sie ist – seltsam gewesen. Hat nichts Zusammenhängendes mehr gesagt, bevor sie eingeschlafen ist.“

Yolane wandte sich an den CONCORD Agenten.

„Mr. Smith?“

„Ja?“

„Haben Sie Musikinstrumente an Bord?“

Mr. Smith sah Yolane überrascht an.

„Bitte?“

„Haben Sie oder haben Sie nicht?“

„Ein Amarrisches Klangset“, sagte er, etwas verlegen. „Jetzt halten sie mich bitte nicht für einen besonders gläubigen Menschen. Aber die Teile sind leicht zu transportieren, und es lenkt ab und zu ab von den fürchterlichen Dingen, die ich zu tun habe.“

Er sah Yolane an.

„Sie finden es im Spind in meiner Kabine, wo Nama jetzt liegt. Machen sie ruhig alles auf bei der Suche, meine anderen Sachen sind nicht der Rede wert. Können Sie etwas damit anfangen?“

Yolane lächelte.

„Nicht ich. Romar.“

 

 

 (Fortsetzung folgt)

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