Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 (… und ein Geheimnis wird auftgedeckt …)

„Warum soll dir da jemand antworten?“

Sie hielt inne.

„Weiß ich nicht. Ich hoffe, einen Köder auswerfen zu können, der hilft. Weil – weil wir jemanden brauchen, der uns aus diesem Sonnensystem rausholt. Und zwar schnell. Dazu benötigen wir bisher Unbeteiligte.“

„Das wird teuer.“

 

Mr. Smith betrat mit Romar den Raum.

„Romar, steck den Blaster weg“, bat Yolane.

„Warum?“

„Bevor Mr. Smith uns etwas antut.“

Mr. Smith zuckte mit keiner Wimper. Romar sah, dass Yolane es ernst meinte, sicherte die Waffe und nahm sie herunter.

„Mr. Smith, wie tief sind ihre Taschen?“

„Sehr tief. Fast bodenlos. Aber nur für den Zweck der Reise.“

„Aye. Ich versuche jetzt, Verbindung mit Ryek’s Corp aufzunehmen. Vielleicht erfahren wir, wie es ihm geht. Da unsere Verfolger sowieso wissen, in welchem System wir uns befinden, erhöht das auch nicht mehr das Risiko.“

Yolande schickte eine codierte Mitteilung, die die Situation erklärte und bat um Kontaktierung. Nach erstaunlich kurzen zehn Minuten kam die Verbindung zustande.

Die Frau am anderen Ende nannte weder Namen noch Position.

„Ich habe ihre Nachricht bekommen, verstehe aber nicht, um was es geht. Wer sind sie und was wollen sie?“

„Das ist nicht leicht zu erklären“, antwortete Yolane. „Angefangen damit, dass ich meinen Namen vorerst nicht nennen werde. Ihr Mitarbeiter, Ryek Darkener, ist als Team-Mitglied im Einsatz getötet worden. Es fand ein Notfall-Transfer statt. Wir wissen nicht, ob er erfolgreich war und wo er sich jetzt befindet.“

Sie ballte die Fäuste.

„Verdammt! Warum sollten Sie mir weiterhelfen wollen! Sie kennen uns ja nicht!“

„Genau. Da haben wir ein Problem. Wir reden nie mit anderen darüber, was unsere Mitarbeiter tun und für wen sie es tun.“

Yolane sah Mr. Smith an. Der schüttelte den Kopf.

„Ich habe Verständnis für ihre Position“, gab Yolane zu und änderte die Richtung.

„Eine Bitte habe ich dann. Falls Ryek bei ihnen beschäftigt ist, und falls er den Transfer lebend überstanden hat, möge er uns so bald wie möglich kontaktieren. Weil sein Einsatz noch nicht beendet ist. Können Sie das ausrichten?“

„Unter den von Ihnen genannten Bedingungen, ja. Noch etwas?“

„Ja.“ Sie führte ihre Idee aus. „Wie soll ich es ausdrücken? Klontransfers unter extremen Bedingungen hinterlassen oft Spuren in der Persönlichkeit, oder führen zu Anpassungsschwierigkeiten im neuen Körper.“

„Das ist Allgemeinwissen!“, schnappte die Stimme am anderen Ende. Yolane wusste, das sie einen Treffer gelandet hatte.

„Wir sind im Besitz sehr fortschrittlicher, allgemein nicht zugänglicher Medizintechnik“, fuhr sie fort.

„Was wir leisten können, geht weit über das hinaus, was Sie sich vorstellen können. Dieses Wissen ist so geheim, das die Weitergabe zu einer sofortigen Vernichtung durch CONCORD führen würde.“

Yolane fühlte, dass sie die Frau am anderen Ende beeindruckt hatte.

„Na und?“

„Falls es Bedarf dafür geben sollte, natürlich nur theoretisch, würden wir diese Technik einmalig, als Bonus für einen komplizierten Auftrag, zur Verfügung stellen. Bitte denken Sie darüber nach. Wir bieten für die Erledigung des Auftrages selbst Geld an, viel Geld. Falls das in ihr Geschäftsmodell passt, würde ich mit Ihnen darüber reden wollen.“

„Ich werde darüber nachdenken. Wie viel ist viel bei Ihnen?“

Diese Frau, die die Corp vertrat, mochte eine Gallente Stimme haben, ihr Gehirn war Caldari.

Yolane sah Mr. Smith an. Er tippte eine Zahl in sein Pad und legte es auf den Tisch.

„Ist das ihr Ernst?“, flüsterte sie.

Mr. Smith nickte.

Yolane räusperte sich.

„Einhundert Milliarden ISK.“

„Das ist viel Geld“, räumte die Stimme ein.

„Es ist klar, das Sie dafür nicht mit einem Shuttle anreisen können?“, hakte Yolande nach.

„Natürlich. Was erwarten Sie? Eine Flotte?“

„Mehr oder weniger. Wir reden darüber, wenn Sie mehr Interesse zeigen.“

„Einverstanden. Ich werde mich mit meinen Leuten besprechen.“

Die Verbindung wurde unterbrochen.

Derek war verwundert.

„Für diese Summe kann ich einen Planeten kaufen.“

„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem Geld überhaupt keine Rolle mehr spielt.“ Mr. Smith ging ruhelos im Raum auf und ab, während er nach Worten suchte.

„Das Azedi System ist gesperrt. Amarr und CONCORD sind hier, um sich gegenseitig zu vernichten, sobald es eine Chance gibt, dass eine der Parteien uns fangen kann. Was ist dieses System wert? Nur das Material? Bestimmt weit mehr als einhundert Milliarden. Was ist das wert, was wir transportieren?“

Er sah sich in der Runde um.

„Ich weiß, das dafür jeder gegen jeden kämpfen wird. Der Preis ist – unvorstellbar.“

 

„Nur die Jove werden nicht mitkämpfen, nicht wahr Mr Smith?“

Mr. Smith zuckte zusammen und drehte sich um. Nama hatte den Raum unbemerkt betreten.

„Sie sind Jove, geben Sie es zu. Danke für die Medizin.“ Sie sah in scharf an. „Was ist ihr Plan?“

Seine Abwehr war wie ein Schlag. Nama strauchelte und wäre gefallen, wenn Romar sie nicht gehalten hätte.

„Versuchen sie das nie wieder.“

Mr. Smiths Stimme war ruhig, doch seine Erregung unverkennbar. „Sie werden dann sterben. Sie alle. Ich werde es ihnen nicht sagen. Noch nicht. Glauben sie im Ernst, dass ich die hundert Jahre, die wir von den anderen vier Fraktionen in Ruhe gelassen wurden, aufs Spiel setze, ohne zu wissen, ob es den Einsatz wert ist?“

 (Fortsetzung folgt)

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