Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 (… )

Beim Abendessen erklärte der Kommandant den weiteren Ablauf der Aktion.

„Dieses Schiff ist mit genug Einheiten ausgerüstet, um die umliegenden Systeme zu erkunden, Sprungbrücken zu bauen und zu nutzen. Es hat genug Resistenzen und Feuerkraft, um sich gegen eine kleine Flotte durchzusetzen. Parallel machen einige weitere Flotten mit Trägerschiffen etwas Wirbel, um von der Route, die wir fliegen, abzulenken. Ich persönlich meine, dass unsere Gegner schon wissen wohin wir wollen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie unsere Route vorausberechnen können. Wir bewegen uns getarnt, außer wenn wir springen, und hoffen auf genügend Feuerkraft um einigermaßen unbehelligt weiterzukommen. CONCORD wird, soweit politisch noch möglich, das Ganze unterstützen und uns zumindest den Rücken von Piraten freihalten. Falls wir gestellt werden, müssen sie mit Mr. Smith weiterfliegen.“

„Wieso unterstützt uns CONCORD überhaupt noch? Das Mr. Smith nicht ihrem Auftrag handelt, sollte doch auch dort dem Dümmsten klar geworden sein.“

Der Kapitän hüstelte und warf einen Blick zu Mr. Smith, der nickte.

„Politik. CONCORD ist die einzige Fraktion ohne eigene Machtinteressen, so seltsam das klingen mag. In wie weit die Amarr Mr. Smiths Aktion befürworten werden, wenn das hier vorbei ist, wage ich nicht abzuschätzen.“

Nama wollte etwas sagen, hielt aber in letzter Sekunde den Mund.

„Ja?“

Der Kapitän sah sie interessiert an.

„Verzeihung. Ganz offen: In wie weit sind Sie überzeugt, das Mr. Smith im Sinne von CONCORD und nicht im Sinne Amarrs handelt?“

Wenn der Kapitän sich etwas weniger auf Nama konzentriert hätte, wäre ihm die allgemeine Erleichterung am Tisch nicht entgangen.

„Auch ganz offen: Ich bin nicht überzeugt. Aber mein Auftrag kommt direkt von CONCORD. Befehl ist Befehl, dafür bekomme ich meine ISK. Unser Kurs führt uns nicht einmal in die Nähe des Amarr Hoheitsgebietes. Wer uns am Ende der Reise erwartet, wer weiß? Mr. Smith?“

„Ich weiß es auch nicht. Ich rechne, wie immer, mit dem Schlimmsten. Es befinden sich mittlerweile genug Schiffe in diesem einen System, um ganze Sektoren zu erobern. Alle sind auf der Suche. Keiner weiß, wonach er sucht. Die Gefahr von Zwischenfällen ist enorm.“

Der Kommandant nickte zustimmend.

„Dann komme ich zu einem anderen Punkt. Mir ist zu Ohren gekommen, das sich nicht alle von ihnen mit der grundlegenden Bedienung eines Raumschiffes auskennen. Da ihr Leben davon abhängen kann, zumindest einen Kurs zu einem vorgegebenen Punkt zu setzen, erwarte ich, dass die betreffenden Personen es unverzüglich nachholen.“

Er sah in die Runde. Tedeya und Yolane blickten verlegen auf den Tisch.

„Da ist nichts dabei, was sie nicht im Laufe eines Tages lernen können. Außerdem würde ich mich freuen, wenn Yolane ein paar Vorschläge für die künstlerische Ausgestaltung des Schiffes machen würde. Ja, ich habe schon von Ihnen gehört.“

Yolane verbeugte sich leicht.

„Es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen.“

„Ganz meinerseits. Ist ihr Team in der Lage, eine Simulator-Schulung durchzuführen?“

„Ich denke schon“, gab Ryek zurück. „Derek und Romar werden bestimmt Yolane trainieren wollen. Nama und ich sind schon ganz gespannt darauf, was Ted als Pilot so draufhat.“

Tedeya lächelte und bewegte lautlos die Lippen. „Ich töte dich.“

Ryek lächelte zurück.

 (Fortsetzung folgt)

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