Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 (… )

„Abbrechen! Warp out!!“

„Warum?“

 

Der Jäger kam schnell näher. Tedeya hatte die Zielerfassung aktiviert und wartete auf den Lock. Es würde höchstens noch zehn Sekunden dauern, bis sie feuern konnte. Der Jäger war mittlerweile in eine enge Kreisbahn um Tedeyas Schiff eingeschwenkt und feuerte aus allen Rohren. Seine Munition richtete erheblichen Schaden an den Schilden an. Ohne die Unterstützung aktiver Module wäre er bald zusammengebrochen. Die Zielerfassung meldete den Lock. Tedeya löste die mittelschweren Railguns aus, um eine Sekunde später zu erkennen, dass sie damit nichts treffen würde. Ihr Ziel war einfach zu klein, zu nah und zu schnell.

„Verdammt!“

In der Fernanzeige tauchten weitere Gegner auf, drei Kreuzer und ein Schlachtschiff. Tedeya richtete ihr Schiff zur Flucht aus und aktivierte den Warpantrieb. Keine Reaktion. Das Warpmodul wurde vom gegnerischen Schiff gestört, ‚getackled‘, keine Chance es zu aktivieren. Die Gegner verschwanden im Warp, Kurs auf sie. Tedeya schlug verzweifelt mit der Rechten auf die Waffenkonsole.

„Das ist nicht fair!“

Wie zur Antwort materialisierten die Schiffe in Sensorreichweite und eröffneten das Feuer. Tedeya wies ihren Waffen neue Ziele zu. An den großen konnte man ja kaum vorbeischießen und sie wollte noch soviel Schaden wie möglich anrichten, bevor es sie erwischte. Aber daraus wurde nichts. Einer der Kreuzer aktivierte elektronische Gegenmaßnahmen und die Zielerfassung wurde nutzlos. Nun war ihr Schiff bewegungsunfähig, blind und zahnlos, hilflos.

Tedeya nahm die Hände von den Kontrollen und wartete auf das Ende.

 

Die Lichter gingen aus, die Tür des Simulators öffnete sich.

 

„Das ist unfair!“, wiederholte Tedeya, während sie die Notleiter herabstieg.

„Beschwere dich bei den Mercs, die dich gerade zerfetzt haben. Man sagt, die hätten Sinn für Humor.“ Ryek, der unten bei der Leiter wartete, schüttelte sanft den Kopf.

„Das war nicht zu gewinnen! Die waren in Überzahl, und außerdem …“

Ryek hob in gespieltem Erstaunen die Augenbrauen. „Oh? Der Feind hat sich gewehrt? Wie ungewöhnlich.“

„Was soll das?“, fauchte sie ihn an.

„Was das soll? Du bist gerade von einer sehr einfach gehaltenen Computersimulation getötet worden. Völlig überflüssigerweise. Was soll was?“

Tedeya preschte vor, um Ryek am Kragen zu packen. Dieser nutzte ihren Schwung, blockierte ihren Arm und drehte sich aus der Kraftrichtung heraus. Tedeya flog ein Stück durch den Raum und rollte sich ab.

„Du hast dich ebenso leicht von mir besiegen lassen.“

Sie stand auf. Die Enttäuschung war ihr ins Gesicht geschrieben.

„Warum machst du es deinen Gegnern so einfach?“, fragte Ryek.

„Ich konnte nicht gewinnen! Sie waren in Überzahl und besser bewaffnet!“

„Warum greifst du dann an? Du hattest die Chance auszuweichen. Wieso nutzt du nicht deine Erfahrung aus den Kampfkünsten? Wieso willst du mit dem Kopf durch die Wand?“

„Wer ausweicht, zeigt Schwäche!“

„Interessant. Wer von uns beiden lag eben am Boden? Dann will ich immer starke Gegner haben.“

„Was hätte ich tun sollen?“

„Auf die richtige Gelegenheit warten. Ted. Den Heldentod sterben sollte man nur, wenn es keine Alternativen gibt.“

„So wie du in Azedi?“

Ryek zuckte zusammen, als ob sie ihn geschlagen hätte.

„Deine Einweisung ist beendet“, sagte er kalt.

Er drehte sich um und verließ den Raum.

 (Fortsetzung folgt)

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