Das Feuer Gabriels

Ryek myst
Die Biografie eines erfundenen Menschen. In einer andern Welt. In einer anderen Zeit.

 (… Es hätte so ein schöner Abend werden können …)

Romar, Derek und Ryek saßen im Café und ließen sich von der hellgelben Sonne bescheinen. Das Lokal war in Betrieb, wenn auch nicht gut besucht. Ein warmer Wind brachte Gerüche des naheliegenden Waldes. Mehr als dreitausend Jahre alt! So etwas gab es fast nicht mehr im Empire. Sollte diese Welt einmal freigegeben werden, dann würden viele ein Vermögen bezahlen, um hier leben zu dürfen. Die Forscherteams hatten in den letzten Jahren die Natur wieder aus der Stadt verdrängt, zumindest was die Straßen und Plätze anging. Erstaunlich, das viele Gebäude so lange gehalten hatten. Die ehemaligen Einwohner waren Meister des urbanen Gartenbaus gewesen. Sie hatten es insbesondere verstanden, dafür zu sorgen, dass der grüne Teil an dem vorgesehenen Platz blieb.

„Warum sind sie alle umgebracht worden?“, fragte Romar laut.

„Keine Ahnung. Vielleicht sind die Fremden am Mittwoch angekommen, und Mittwoch war bei denen halt der Genozid Tag“, vermutete Derek.

„Klingt unplausibel. Warum wurde der Kristall dann auf der Planetenoberfläche gefunden, hier in der Stadt? Wollten die Ankömmlinge noch kurz shoppen, bevor sie alle massakriert haben? Nicht zu vergessen, auch die Ansiedlungen auf den anderen Planeten und Monden wurden zerstört, ohne jede Ausnahme. Ist der Träger des Kristalls von den Einwohnern getötet worden und das war die Rache?“

„Vielleicht wollte er/sie nichts bezahlen, so wie wir?“

Ryek wandte sich an die Bedienung.

„Was macht das alles?“

„Hat Mr. Smith bereits bezahlt. Für Ihr Team ist alles inklusive.“

„Na das hört man doch gern. Dann bitte das Gleiche noch einmal. Der Kaffee ist wirklich gut.“

„Ja. Und er ist von hier. Wir haben ihn als Erstes angebaut, als wir hier eintrafen.“

„Diese Leute verstehen, was im Leben wichtig ist“, wandte sich Ryek an die anderen.

Beide nickten zustimmend.

Romar machte einen Vorschlag. „Immerhin wäre für uns auch eine schöne Henkersmahlzeit angemessen, oder? Ich habe den Chip ausgewertet. Da gibt es ein nettes Restaurant. Kaum zu glauben, aber trotz der Abreise der Fraktionen muss man da reservieren. Wollen wir?“

„Romar, du wirst langsam erwachsen“, frotzelte Derek.

Romar murmelte verlegen etwas Unverständliches vor sich hin.

„Romar, im Ernst. Ryek und ich sind neidisch auf dich, aber wenn du das weitersagst, dann hast du zwei Einschusslöcher im Rücken, klar? Ich bin sicher, es wird …“

Derek öffnete den Mund, um weiterzusprechen, aber kein Ton kam über seine Lippen. Romar drehte sich um und sah in seine Richtung.

„Heilige Scheiße!“

Jetzt war auch Ryeks Interesse geweckt. Er drehte sich um, sah, und suchte im nächsten Moment gedanklich verzweifelt einen Ausweg. Es gab keinen.

„Ich glaube“, stellte er mit belegter Stimme fest, „Wir müssen noch etwas für unser Äußeres tun, damit die Drei uns mitnehmen.“

„Oh ja!“, war das Echo von Derek und Romar.

 

 

* * *

 

 

„Ja, das sollen wir öfter machen. Solange CONCORD die Spesen bezahlt.“

Alle lachten über Yolanes Bemerkung.

Sie wurde ernst und sah in die Runde.

„Hat irgendwer von euch eine Idee, wie das weitergehen soll? Sobald die Waffe geortet ist, setzt Mr. Smith uns da ab, und dann?“

„Ich glaube nicht, dass Mr. Smith uns hinbringen kann“, meinte Ryek.

„Warum?“

„Zutritt nur für ‚markierte Personen‘, also uns, im besten Fall. Eine paranoide Sicherheitseinrichtung, die wie ich denkt, wird niemand anderen einlassen. Da müssen wir alleine hin. Ob wir da lebend rauskommen? Ich weiß es nicht.“

„Lasst uns mal einen Schritt nach dem anderen planen“, wandte Tedeya ein.

„Ich sehe das so:

Erstens – wie finden wir die Waffe?

Zweitens – wie kommen wir rein?

Drittens – wie setzen wir die Waffe außer Gefecht?

Viertens – wie kommen wir lebend wieder aus der Waffe raus?

Fünftens – wie kommen wir lebend aus dem System raus?

Das Finden der Waffe ist nicht unsere Sache. Es wird eher so sein, dass die Waffe uns irgendwann findet. Wenn sie die Jagd auf die Fraktionen-Flotten erfolgreich abgeschlossen hat. Bisher waren die Flotten schneller, aber irgendwann ergibt sich ein Muster, und dann haben die ausgespielt.“

„Also müssen wir von der Waffe gefunden werden. Möglichst schnell. Aber wie?“, fragte Nama.

 

„Das lassen sie unsere Sorge sein.“

Die Stimme kam von der Eingangstür. Drei Männer in Kampfanzügen, offensichtlich Caldari, standen dort mit schweren Waffen im Anschlag. Auch an den anderen zwei Ausgängen hatten sich Bewaffnete postiert. Zehn Soldaten insgesamt.

„Sie kommen jetzt mit uns. Tot oder lebendig.“

 

 (Fortsetzung folgt)

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