Fiat L(in)ux! – die Vierte

©Permission to use and/or modify this image is granted provided you acknowledge me lewing@isc.tamu.edu and The GIMP if someone asks.

©Permission to use and/or modify this image is granted provided you acknowledge me lewing@isc.tamu.edu and The GIMP if someone asks.

So! Nun mal Butter bei die Fische!

Ich hatte in einem der vorherigen Beiträge bereits erwähnt, dass ich nicht die zweihundertste Ubuntu-Installationsanleitung posten werde. Aber ich möchte an dieser Stelle für diejenigen, die sich bisher noch nicht mit der Materie befasst haben, einen kurzen Überblick geben, was möglich ist. Und das ist eine ganze Menge.

Neulich, in der Steinzeit, vor etwa 25-30 Jahren, wäre das einzige grafische Element einer UNIX-Betriebssystemoberfläche das Terminalfenster gewesen. Wenn ich in diesem den heute noch vorhandenen den Befehl

uname -srvop

eintippe, erscheint bei mir das folgende Ergebnis:

Linux 4.4.0-24-generic #43-Ubuntu SMP Wed Jun 8 19:27:37 UTC 2016 x86_64 GNU/Linux

 

Sagt mir überhaupt nix. 😉

 

Das haben die Linux-Entwickler in der Zwischenzeit eingesehen. Darum gibt es heute, genau wie von anderen bekannteren Herstellern gewohnt, eine grafische Oberfläche, auf der sich der Anwender nicht mehr mit kryptischen Befehlen herumschlagen muss. Aber er kann, wenn er das volle Potential ausschöpfen will.

Das zum Thema Betriebssystem. Wir kommen zu den Anwendungen.

 

1. Browser. Am bekanntesten sind Mozilla Firefox (Default), der hier genauso heißt, oder Google Chrome (Chromium).

 

2. Mail. Auch wenn ich Microsoft als Privatkunde nicht mag, gebe ich zu, dass deren Office Suite mit das Beste ist, was man gegen Einwurf vieler kleiner Münzen auf dem Markt bekommen kann. Was für Unternehmen Segen (jeder hat das) und Fluch zugleich ist. Fluch deshalb, weil oft geschäftskritische Dinge einer Software anvertraut werden, die alles andere als transparent und wartungsfreundlich ist. Auch bedingt durch eine immer weiter wachsende Anzahl von Funktionalitäten, die die meisten weder kennen noch brauchen. Die Dinosaurier sollen kurz vor dem Aussterben am größten gewesen sein …

Mein Mail-Client ist der Mozilla Thunderbird. Den ich so, wie er ausgeliefert wird, nicht ohne Weiteres für geschäftliche Dinge empfehlen würde. Aber ich schreibe hier aus der Brille des Nutzers. Für meine überschaubare Anzahl von Kontakten ist der mehr als ausreichend, und mit ein paar Add-ons kann er auch Serienmails.

 

3. Office-Paket. LibreOffice (ist Bestandteil der Betriebssystem-Installation). Textverarbeitung (nein, der LibreOffice Writer ist kein Schreibprogramm, genauso wenig wie Microsoft Word, und auch kein Satzprogramm für Text),

Tabellenkalkulation, Malprogramm, Programm für die Erstellung von Präsentationen, Datenbank.

Sowie ein Programm namens Math.

Schreiben, Rechnen, Präsentieren, Datenbank: Check.

Diese Programme funktionieren übrigens herstellerunabhängig weitgehend auf gleiche Weise, die Lernkurve ist daher eher flach. Erinnert sich noch jemand an die Lotus Office Suite? Ich glaube, die lief unter DOS 3.1? Nichts Neues unter der Sonne. 😉

 

Damit bin ich als Schriftsteller elektrisch arbeitsfähig. Ohne einen Cent zu bezahlen – allerdings gewöhne ich mir immer mehr an, für diese Dinge zu spenden, damit sie weiterentwickelt werden. In gewisser Weise die gleiche Art von Wertschätzung, die ich durch den Verkauf meiner Bücher vom Leser erfahre. Finde ich sehr sympathisch.

 

4. Werkzeug.

Papyrus Autor: Läuft bisher leider noch nicht nativ unter Linux/Ubuntu. Hier muss WINE als Hilfskrücke installiert werden, je nach Geschmack auch PLAYONLINUX.

Scrivener: Es gibt eine native UNIX-Version, die direkt installiert werden kann. Ich hoffe, dass es keine Eintagsfliege ist.

Freeplane: Sehr gutes Mindmapping-Programm. Damit lässt sich prima Plotten.

Scribus: Vollumfängliches DTP, erzeugt auch Druckvorlagen im PDF/X Format, wenn man die Farbprofile im zugehörigen Verzeichnis einspielt.

GIMP: Falls man seine Buchcover selbst erstellen möchte. Hat mehr als genug Funktionen für den ambitionierten Hausgebrauch.

SIGIL: Ab dieser Linux Version nativ lauffähig. Habe ich aber noch nicht ausprobiert. Hiermit lassen sich zum Beispiel E-Books erstellen.

Calibre: Falls man auch E-Books lesen möchte. Zählt, da sich damit E-Books erstellen und bearbeiten lassen, auch zu den Werkzeugen, allerdings wird die Qualität der Ergebnisse kontrovers diskutiert.

 

Haben sie ein Passwort für alle ihre Accounts? Vielleicht sogar dasselbe? „1234546“ oder „admin“? Dann brauchen Sie keepassX nicht. Dieses Programm verwaltet die Passworte, die Sie Angst haben sich nicht merken zu können, zum Beispiel „__das$istEIN??ganzGeh31mesPasswort“. Nachteil: Wer das Master-Passwort vergisst, hat Pech gehabt. Trotzdem sollte man nie, niemals, nie einfach zu erratende Passworte nutzen.

Sie vermissen die Firewallsoftware? Ja. Blöd. Unter UNIX sind alle Ports standardmäßig gesperrt. Im Gegensatz zu WINDOWS. Es gibt UNIX-Firewalls. Auch Virenscanner. Diese Dinge sind eher für zentrale Server notwendig als für Endgeräte wie einen PC oder Laptop. Teilweise Bestandteil von Installationspaketen, wird aber nicht besonders erwähnt.

 

Hakeligkeiten

Auch bei Ubuntu ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Installieren von Druckern unter Linux ist teilweise nur mit dem Willen, die Lösung im Internet zu suchen, möglich. Die gute Nachricht ist: Es gibt wahrscheinlich für jeden gängigen Drucker eine Lösung, die über Abarbeiten einer Anleitung realisierbar ist. Es gibt sogar Hersteller, die Linux offiziell unterstützen. Bei meinem CANON MP980 habe ich, trotz nicht vorhandenem Herstellersupport, Drucker und Scanner zum Laufen bekommen, dank der sehr guten Anleitungen aus der UNIX-Community. Da spricht man übrigens auch viel Deutsch.

 

Fazit

Für die Installation des Betriebssystems, der genannten Software, sowie das Finden und Einarbeiten von Lösungen habe ich etwa einen Tag Arbeit gebraucht. Wer nur die Punkte 1 bis 3 benötigt, schafft es in einer Stunde bis zur Anmeldemaske und in zwei bis er loslegen kann. EDV-Neulandbetreter sollten sicherheitshalber vor Installation ihre Kontakte zu kundigen Freunden oder Kindern auffrischen. 😉 Dass eine vollständige Datensicherung vor jeder Systemänderung Pflicht ist, erwähne ich nur der Form halber. Ubuntu kann übrigens WINDOWS-Dateisysteme lesen und schreiben. Anders herum funktioniert das nicht automatisch.

 

Freiheit und Unabhängigkeit waren noch nie etwas, was verschenkt wurde. Heute muss man nicht unbedingt Schmied sein für das Glück. Mit ein paar basalen EDV-Kenntnissen kann man ebenfalls ganz schön weit kommen.

 

P.S.: Wer zocken will, kommt bei Ubuntu nicht zu kurz. Über die proprietäre Plattform Steam lassen sich viele bekannte Spiele auch unter Linux spielen, außerdem gibt es etliche Ports direkt für Linux. Die Anzahl von neuen Spielen, für die es sofort eine Linux Installation gibt, nimmt langsam zu. Auch deshalb, weil Linux weit sparsamer mit den Ressourcen umgeht als WINDOWS. Wenn ich, was nicht oft ist, Zeit dafür habe, dann spiele ich EVE Online oder CIV5.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s