Bücher selbst machen

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wer ein Buch schreibt, hat eine Menge zu tun. Idee entwickeln, Plotten, Schreiben, betalesen oder lektorieren lassen, überarbeiten, endgültige Version abliefern.

Wer als Indie ein Buch schreibt und es auch selbst veröffentlichen will, hat, nachdem der Text fertig ist, noch ein paar weitere To Dos. Die nicht unerheblich Zeit kosten. Ich stelle ein paar davon vor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Fangen wir mit Text-zu-E-Book an. Egal ob man diesen selbst auf die Plattformen lädt oder andere das machen lässt, die Hürde ist es, aus dem Text eine Datei zu erzeugen, die von der jeweiligen Plattform akzeptiert wird. Wer glaubt, dass es damit getan ist, seinen Text einfach unter dem gewünschten Dateiformat zu speichern, irrt in den meisten Fällen. Jede Plattform, sei es Amazon, Tolino, neobooks und andere, hat ihre eigene Sicht, wie eine Datei auszusehen hat. Was sich meist nicht unmittelbar aus dem Dateiformat selbst ergibt. What you see ist definitiv nicht what die Plattform wants to get. 😉 Die verwendete EDV ist gefühlt recht sperrig und alles andere als selbsterklärend, geschweige denn den Anwender unterstützend. Die gute Nachricht ist, dass der Support meiner Erfahrung nach freundlich, schnell und kompetent unterstützt. Danke dafür an dieser Stelle! Außerdem eignet man mit sich mit der Zeit ein paar Tricks an, mit denen es dann doch geht. Trotzdem: Es kostet Zeit (und einige Nerven).

 

Jedes Buch, ob E oder P, braucht ein Cover. Ohne Verlag ist das ein weiterer Aspekt, der Zeit kostet. Je nach Kreativität und Geldbeutel erstellt man das Cover selbst, oder lässt es von einem Profi machen. Ein zum Buch passendes Cover zu entwerfen und zu erstellen ist für jemanden, der das nicht jeden Tag macht, aufwändig. Mindestens so aufwändig wie das Schreiben eines guten Kapitels. Das Hochladen auf eine E-Book Plattform ist meist problemlos.

 

Kommen wir nun zum gedruckten Buch. Text und Cover sind fertig. Dann sofort die Dateien an die Druckerei schicken und 50 oder 500 Exemplare bestellen?

Davon kann ich nur abraten. Selbst bei den bekannten Dienstleistern ist durchaus nicht sichergestellt, dass das, was gedruckt wird, eine Qualität hat, welche auch verkaufbar ist. Der Grund dafür ist sehr einfach: Es wird das gedruckt, was angeliefert wurde. Wenn es keine technischen Probleme mit den Dateien in der Form gibt, dass diese nicht lesbar sind, wird die Druckerei mit dem Druck beauftragt. Die Verantwortung für Brauchbarkeit liegt logischerweise beim Zulieferer, dem Autor.

Hand aufs Herz: Wer von den Indies hat eine Ausbildung als Setzer oder Layouter?

Ich nicht. Entsprechend sahen die ersten Ergebnisse, die ich zurückbekam, auch aus. Daher ist es unbedingt zu empfehlen, sich sowohl Cover als auch Text so lange als Einzelexemplar drucken zu lassen, bis ich selbst dieses Buch, zumindest was die strukturelle technische Qualität angeht, auch in einer Buchhandlung kaufen würde.

Das dauert.

Der Text muss im gewählten Seitenformat gesetzt und umgebrochen werden, was von guten Schreibprogrammen wie Papyrus Autor weitgehend automatisch erfolgt. Trotzdem ist Nacharbeit erforderlich. Bis der Text optisch gut aussieht, hat man sein Buch drei weitere Male gelesen.

 

Die Druckerei verlangt, wenn es dumm läuft, den Input in einem anderen Format als es vom Programm geliefert wird, mit dem ich den Text erstellt habe. Möglicherweise gilt das gleiche für das Cover. Was heißt, dass der Satz in einem weiteren Programm gemacht oder wiederholt werden muss, welches den gewünschten Output erzeugt. Wie schon oben erwähnt ist es wichtig, sich einen Probedruck schicken zu lassen, bevor eine Auflage gedruckt wird.

 

Wer bis hierhin gelesen hat, wird einen ungefähren Eindruck davon bekommen haben, was ein Verlag außer Lektorat macht, bevor ein Buch in den Verkauf kommt. Das kostet Zeit. Und Geld. Und braucht einiges an Know How.

 

Für den schreibenden Indie-Inschenör, dem nichts zu schwör ist, sind das keine unlösbaren Herausforderungen. Wer sich darauf einlässt, sollte diesen Teil des Herstellungsprozesses realistisch einplanen und sich klar darüber sein, dass die Zeit nicht für Schreiben zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite lässt sich damit prima Prokrastinieren oder eine längere Schreibblockade überbrücken.

 

Irgendwann ist die Arbeit dann getan, die erste Auflage wird geliefert. So bei mir letzten Freitag geschehen.

Ist damit alles erledigt? Nein. Jetzt liegen die Bücher herum und müssen verkauft werden. Darüber werde ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berichten. Eines schon vorweg: Die Erstellung der werbenden Texte ist noch die interessanteste Aufgabe, die da auf einen zukommt.

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2 Kommentare zu “Bücher selbst machen

  1. Hallo Ryek,
    so schlimm, wie du es schilderst, ist es aber wirklich nicht. Programme, wie Papyrus Autor, machen es recht einfach, die nötigen Formate zu erstellen und die Druckereien, die ich kenne, sind sehr hilfsbereit und kooperativ. Diese Dinge werden schnell zur Routine und zur Not gibt es für alles Leute, die helfen können.
    Herzlichen Gruß,

    Vera
    http://www.vera-nentwich.de

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Vera,

      ich habe nicht geschrieben, dass es schlimm ist. Nur, dass es Arbeit verursacht. Ich arbeite mit Papyrus Autor als Schreib-Werkzeug. Das Programm ist sehr gut, kann aber nicht alles. Noch nicht. 😉
      Ich hatte mir die Aufgabe gestellt, Text und Cover so abzuliefern, wie es die Anforderung der Druckerei war. Es hat geklappt, alle waren freundlich, und das Ergebnis ist drucktechnisch richtig gut geworden.

      Liebe Grüße,
      Ryek

      Gefällt 1 Person

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