Marketing und Werbung: Tabula Rasa

Ryek_2016Da die Diskussion um „zielgerichtetes Marketing“ gerade durchs Dorf getrieben wird, möchte ich natürlich nicht hintenanstehen und meinen Senf ebenfalls dazugeben.

Zuerst einmal: Wenn niemand weiß, dass ich ein Buch geschrieben habe, dann kann es auch niemand kaufen, lesen, rezensieren (und im schlimmsten Fall umgehend entsorgen). Werbung ist notwendig.

Wie werbe ich? Als absoluter Laie auf diesem Gebiet lese ich mit Interesse die Tipps und Tricks von Leuten, die mehr davon verstehen als ich. Und komme zu dem Schluss, dass, wenn alle mit ihren Ansätzen recht hätten, es eigentlich nur Bestseller auf dem deutschen Buchmarkt geben dürfte. Da das aber gegen einige grundsätzliche Regeln (zum Beispiel die der Mathematik) verstößt, bleibt als ernüchterndes Fazit zuerst einmal übrig, dass die am erfolgreichsten sind, die am meisten Geld für Werbung ausgegeben haben.

Da wäre ich auch allein drauf gekommen.

Hilft mir das weiter? Durchaus. Ich schreibe, was ich selbst gerne lese. Und ich bin ziemlich avers gegen Werbung, die mit dem geilsten Wasauchimmer und dem billigsten Preis lockt. Intelligente Werbung muss man heutzutage mit der Lupe suchen. Ich finde es schade, dass ein Berufszweig mit durchaus auch künstlerischem Anspruch nahezu gleichgeschaltet ist, weil „der Kunde“ es angeblich so braucht. Was in meiner Wahrnehmung heißt das der Kunde gerne betrogen werden möchte.

Offensichtlich bin ich, sowohl schreibenderweise als auch meinungsmäßig, ein Nischenprodukt. 😉

Damit ist klar, wer für mich zum jetzigen Zeitpunkt die Zielgruppe ist. Problem ist dabei, dass diese Zielgruppe keine aufdringliche Werbung mag, und sich üblicherweise auch nicht auf die Suche nach unaufdringlicher Werbung macht. Ein interessantes Dilemma.

Es gibt aus meiner Sicht nur einen Weg, da herauszukommen: Weitersagen. Ich kenne einen, der einen kennt. Die angebliche Stärke der sozialen Medien.

Leicht gesagt, schwer getan. Sich anzugewöhnen, Dinge, die man selbst für interessant hält, weiterzuerzählen – neudeutsch zu teilen – ist zumindest dem Deutschen nicht in die Wiege gelegt. Mir jedenfalls nicht. Wer etwas teilt, teilt dem Rest der Welt schließlich mit, dass er den Beitrag oder das Produkt für erwähnenswert hält. Was, wenn ich mich geirrt haben sollte? Da erscheint man schnell in einem falschen Bild oder wird angreifbar, egal ob berechtigt oder nicht. Daher lieber nur mitlesen.

Bad News are Good News. Es ist so viel leichter, zu zeigen, wogegen man ist. Oder so zu tun, als ob man dafür sei, solange die Veranstaltung nicht vor der eigenen Haustüre stattfindet.

Sich, wie im Absatz darüber, nur zu beklagen, schlägt in dieselbe Kerbe und ist somit nicht hilfreich. Besser ist es, konkret zu sagen, für welchen positiven Aspekt des Lebens man eintritt, und warum. Auch das ist Werbung.

Warum sollte dann die Werbung für eine dystopische Saga etwas positives sein? Dystopien haben nicht den Ruf von positiver Belletristik. 😉 Stimmt. Dystopien stellen, wie auch oft andere Science Fiction, die Extrapolation bereits vorhandener technischer und gesellschaftlicher Tatsachen dar. Es sind Modelle, wie sich eine reale Welt entwickeln kann (nicht zwangläufig wird), wenn diese Aspekte in dem Maße tragend sind wie gezeigt und erzählt. Oft reicht eine einfache Sprache, um Dinge, die gerne verdrängt werden, klar zu machen.

Ein gutes Beispiel ist, meiner Meinung nach „Der stählerne Traum“ von Norman Spinrad. Der Text der deutschen Übersetzung ist so einfach gehalten, dass ich in den meisten Schreibforen dafür wahrscheinlich heftige Kritik ernten würde. Doch gerade durch seine Einfachheit, einer Sprache auf Stammtischniveau, entlarvt er die Gedankenmodelle einer Politik, die für komplexe Probleme einfache Lösungen anbietet. Norman Spinrad hat das so gut gemacht, dass dieses Buch sogar schon wegen angeblicher Nazi-Verherrlichung auf dem Index stand.

Ich schätze Nischenliteratur, die zeigt, was in der 99 Cent Pizza tatsächlich drin ist.

 

Finale. Zurück zum Marketing.

Wer sind meine Leser? Alle zwischen 16 und 99+ mit aktivem Kopfkino, die gern Science Fiction oder Urban Fantasy lesen.

Marketing? Wegen überschaubarem Budget in den sozialen Netzen. Ohne Holzhammer. Niemand muss meine Geschichten gelesen haben. Ich freue mich über jeden, der es tut. Und ich freue mich über jeden, der weitererzählt, dass ich Bücher schreibe. Oder schlicht meinen Beitrag teilt, damit ihn auch andere lesen können.

So. Nach dem Text kommt nun, wie angedroht, der Werbeblock.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Am Ende werden alle Rechnungen bezahlt.

Ulm, im Jahre 500 nach dem Letzten Krieg. Zehntausend Menschen leben in der aufstrebenden Stadt, die baulich vom gebrochenen Münster dominiert wird, an dessen Spitze sich der Ewige Knoten befindet, dem Symbol der neuen Verwaltungsreligion. Der Süd-Hafen sorgt für regen Warenaustausch mit den wenigen verbliebenen Städten an der Donau. Der Weg in den Norden ist mühsam und gefährlich, denn der schiffbare Albtunnel ist seit dem Letzten Krieg geschlossen.
Das soll nun anders werden. Kaija Neran, Tochter des verstorbenen Entdeckers des Schlüssels zum Tunnel, kehrt zurück und wird aufgefordert, ihr Erbe anzutreten. Sowie ihre Verpflichtung der Gesellschaft gegenüber einzulösen. Kaija ist der Spielball in einer Auseinandersetzung, die die Welt verändern wird.
E-Book ISBN: 978-3-8476-7720-8
Erhältlich zum Beispiel bei Amazon oder Weltbild. Das gedruckte Buch gibt es, solange der Vorrat reicht, nur hier.
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