Ist das von dir Gedruckte eigentlich wirklich ein Buch?

Tabula Rasa, 1. Auflage

©Ryek Darkener 2016

Diese Frage bekommt man als Indie-Autor gelegentlich zu hören. Hier ein paar Antworten.

Die physikalische: Laut UNESCO Definition ist ein Buch eine Sammlung von mindestens 49 Seiten mit Text und/oder Bildern, die nichtperiodisch veröffentlicht werden, technisch zusammengehalten  (Bindung) und in ein, zumeist dickeres, Papier (Umschlag) so eingeklebt sind, dass die einzelnen Seiten erreicht werden können, ohne den Umschlag zu beschädigen. (sinngemäß aus Wikipedia).

Muss ein Indie-Buch eine ISBN haben? Klare Antwort: Nein. Die ISBN ist nichts anderes als die Bestellnummer, unter der ein Buch international bei Druckereien und Verlagen bestellt werden kann. Diese Bestellnummer kostet, wenn man keinen Dienstleister bemüht, im Verhältnis zur real verkauften Auflage unverhältnismäßig viel Geld. Der Druckdienstleister lässt sich die ISBN durch den Zuschlag für Verwaltung, der im dortigen Buchpreis enthalten ist, mitbezahlen. Betriebswirtschaftlich gesehen verringere ich durch einen höheren Preis die Verkaufswahrscheinlichkeit eines gedruckten Buches, solange ich nicht eine Mindestanzahl an Lesern habe. Als Indie muss man sich sowieso selbst um den Vertrieb an Buchhandlungen kümmern, so man eine findet. Von daher ist die eigene unbezahlte Zeit, die man dafür verwenden muss, um auch noch den Versand selbst zu organisieren, gut angelegte Zeit. Außerdem spart man sich so die Margen der Zwischenhändler.
Mein Fazit als Indie-Autor zum Thema ISBN für gedruckte Bücher: Für meine Eitelkeit benötige ich keine ISBN. Die ist bei gedruckten Werken erst dann interessant, wenn ich signifikante Auflagen erreiche. Bei denen dann vielleicht auch ein Dienstleister sinnvoll ist, der für mich verkauft. Man muss ehrlicherweise sagen, dass ein in kleiner Auflage gedrucktes Buch eher einen Gefallen für die Leser darstellt als ein gewinnbringendes Geschäftsmodell. Von daher sollte man bestrebt sein, den Preis attraktiv zu halten.

Worauf man nicht verzichten darf, ist die Zurverfügungstellung von Pflichtexemplaren an die Deutsche Nationalbibliothek sowie die Landesbibliothek des Bundeslandes, in dem das Buch verlegt wurde. Zum einen ist es vorgeschrieben, zum anderen ist es die offizielle Bestätigung, dass es sich bei dem Werk um ein der Form nach anerkanntes literarisches Werk – sprich Buch – handelt. In diesen Bibliotheken wird das Buch katalogisiert und ist somit auffindbar!

Klingt erst einmal nicht so spannend. Aber wer geht schon in eine Buchhandlung und fragt nach einem interessanten Werk eines bisher unbekannten Autors zum Thema dystopische Erzählung? Sowie der zugehörigen ISBN? Eben. Ziemlich jeder Indie-Autor dürfte über eine Webseite verfügen, viele sind in den sozialen Netzwerken. Wer Perlen sucht, der weiß, dass er selbst eine Menge Muscheln aufmachen muss, um sie zu finden.

Im Zeitalter des Internets kommt jeder mit wenigen Klicks über die Verkaufslinks der E-Book Plattformen oder Google-Suche auf die Webseite des Autors. Von dem, ohne irgendeine Form von Marketing, der geneigte Leser nie erfahren hätte. Dort finden sich dann logischerweise Informationen über die Bezugsmöglichkeiten von gedruckten und elektronischen Werken.

 

Es sind demnach folgende Antworten auf die obige Frage korrekt (auch Mehrfachnennungen):

1. Ja. Es sind gebundene Seiten, in denen du blättern kannst.

2. Ja. Hat mir die Deutsche Nationalbibliothek bestätigt.

3. Ja. Es steht ein Preis drauf, gemäß Buchpreisverordnung. Du kannst das Buch bei mir bekommen / Du kannst es in folgenden Buchhandlungen bekommen (ohne ISBN) / Du kannst es (zumindest theoretisch) in jeder Buchhandlung bestellen (mit ISBN).

 

©Ryek Darkener 2016Wie immer, meine 5 Cent.

©Ryek Darkener 2016

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