Manöverkritik NaNoWriMo 2016

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Wir schreiben den ersten Dezember des Jahres zwanzigsechzehn. Nach einem dreißigtägigen Ritt auf dem Rücken des Pegasos – aufgrund der Geschwindigkeit hat es nicht für Gedichte, sondern nur für Fließtext gereicht – bin ich nach einem Monat sanft gelandet.

 

54.000 Wörter! Ich bin überrascht. 2013 waren es knapp über 50.000, 2014 Fehlversuch, 2015 gar nicht angetreten.

 

Erste Erkenntnis: Die Zeit zum Schreiben musst du dir nehmen. Klar. Heißt: sich am 31. Oktober ehrlich zu überlegen, ob du die Zeit hast. Oder vielleicht hat. Sonst artet das in Frust aus, entweder eigenen oder den der Umgebung.

 

Zweite Erkenntnis: Habe zumindest eine Idee, was du schreiben willst. Ich hatte zwei, und an denen habe ich auch gearbeitet. Das Schöne am Nano ist, dass du nicht bierernst den einen Roman schreiben musst. Das tun die Puristen. Es ist erlaubt, mehr als einen Text zu bearbeiten, da gibt es sogar ein Badge dafür: Nano Rebel. Wie beim Schreiben selbst darfst du Regeln brechen, wenn du sie kennst. Meine Ziele waren, zwei Texte ein Stück vorwärtszubringen, einen davon nach Möglichkeit abzuschließen. Das erste Ziel habe ich erreicht.

 

Dritte Erkenntnis: Du schaffst mehr, als du glaubst, wenn du einen Plan hast. Ich verwendete einen Plot mit Szenen in einer Mindmap. Davon habe ich mir immer die herausgesucht, auf die ich Lust hatte. Aus vielen Szenen haben sich weitere ergeben, sowie eine Detaillierung der erzählten Geschichte.

 

Vierte Erkenntnis: 50.000 Worte sind gar nicht so viel. Was das Schreiben angeht, mache ich gern ein wenig Statistik:

  • Insgesamt habe ich 60 Stunden geschrieben, 54.000 Worte. Das sind 900 pro Stunde. Nicht schlecht. Es sind deutlich mehr, als ich üblicherweise ohne Nano in einer Stunde schaffe. Dazu später.
  • Meine tägliche Schreibleistung schwankte zwischen 50 und 4000 Worten pro Tag. Du darfst also auch einmal keine Lust haben.

 

Fünfte Erkenntnis: Wenn du sich darauf eingelassen hast, regelmäßig zu schreiben, dann kommen gute Ideen häufiger, als beim Warten auf den Musenkuss. Schreiben ist Arbeit, und zu einem erheblichen Teil ist diese Arbeit Routine. Nämlich die Routine, den Text aus seinem Kopf auf das Papier oder die Festplatte zu bekommen. Was hindert, sind zum einen die persönliche Tagesform, Ablenkungen und der innere Lektor. Die Tagesform ist von vielen Faktoren abhängig, die du nicht beeinflussen kannst. Ablenken solltest du dich – interessanterweise – lassen, in Grenzen. Das ist besser als sich zu zwingen zu schreiben. Hat bei mir gut geklappt, wenn auch manchmal mit schlechtem Gewissen. Gegen den inneren Lektor hilft oft, ihn fünf bis zehn Minuten an einem am vorigen Tag geschriebenen Text arbeiten zu lassen. Dann ist er zufrieden und gibt den Rest der Schreibzeit meist Ruhe.

 

Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Erreichten. Mich hat der Monat meinen Protagonisten näher gebracht. Ich gönne mir jetzt eine kleine Pause und schreibe andere Sachen. Zum Beispiel diesen Blog-Beitrag. Das habe ich mir verdient. 😉

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

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