Der Geist der Zukunft(AT) – Status 170723

ryek

Der vorletzte geplante Überarbeitungslauf nähert sich dem Ende. Zeit, ein paar Worte über etwas zu verlieren, was meiner Meinung nach notwendig ist, um einen Roman zu schreiben: Inspiration.

Dass der größte Teil einer zufriedenstellenden Arbeit nicht Inspiration, sondern Transpiration ist, haben die meisten Autoren schon wahrscheinlich selbst erlebt. Spätestens bei der Überarbeitung. 😉

Wozu also Inspiration? Weil es für alles, was jemand tut, einen Auslöser gibt. Bezogen auf das Schreiben: Warum schreibe ich gerade diese Geschichte? Warum schreibe ich sie gerade so, wie ich sie gerade schreibe? Der sichtbare Teil ist der Plot, die erzählte Geschichte. Der für den Leser unsichtbare Teil ist die Idee, die es gebraucht hat, um dem Plot die Höhepunkte zu geben, die die Geschichte hat. Sie ist der „Kitt“, der die Teile zusammenhält und das zugrundeliegende Motiv. Das nenne ich in diesem Zusammenhang Inspiration. Es kann ein eigenes Erlebnis sein, ein Bild, was man betrachtet, eine Nachrichtensendung. Oder irgendetwas anderes, was einen Eindruck beim Autor hinterlässt.

Der dritte Teil meiner dystopischen Saga „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ bildet einen finsteren Höhepunkt. Ich kann an dieser Stelle schon einmal den Klappentext-Entwurf spoilern:

Drei Erwachsenen und zehn Kindern/Jugendlichen ist die Flucht von der Erde geglückt. Nach fast zwei Jahren Odyssee durch das Sonnensystem haben sie den Tranportknoten passiert, befinden sich nun im Gebiet der Liga der Raumfahrenden Völker. Doch das Direktorat der Erde hat einen langen Arm: die Händler, die seit einem halben Jahrtausend von der Ausbeutung der Erde profitieren. Die Auseinandersetzung, vor der die Reisenden hofften, sich auf Zeit in Sicherheit zu bringen, folgt ihnen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Yu-xarren Händler in die schmutzigen Geschäfte mit der Erde verwickelt sind.
Auch für die auf der Erde zurückgelassenen Freunde wird es härter. Ein völlig unerwarteter Spieler tritt auf den Plan und fordert nicht weniger als alles.

Die grobe Richtung, in die sich die Saga entwickelt, hatte ich im Kopf, bevor ich den zweiten Teil fertiggestellt hatte. Aber eben nicht alles. Mir fehlten Details, Ideen für eine Nebenhandlung und für …
Eine große Frage war: Welche meiner Protagonisten kann/muss ich opfern, damit es weitergeht? Hört sich erst einmal seltsam an, aber eine längere Erzählung lebt auch davon, dass bekannte Figuren abtreten, neue hinzukommen und bisher weniger bekannte eine Chance bekommen. Nachdem das geklärt war, kam die nächste Frage: Wie setze ich das in Szene?

Wenn ich schreibe, dann sitze ich üblicherweise allein vor dem Computer. Ich mag da keine Ablenkung, keine Musik. Hinter dem Monitor sehe ich in die Ecke einer weißen Wand. Das inspiriert mich nicht. Es sorgt dafür, dass ich nicht abgelenkt werde.

Eine meiner Inspirationen zu diesem Roman:
Jeder kennt Ohrwürmer. Melodien und Texte, die nachhallen und so etwas wie ein Thema für den eigenen zu schreibenden Text darstellen. Nicht exakt wie in den Lyrics, aber nahe genug dran. Sehr nahe dran.
Beim Sinnieren über den Plot haben mich insbesondere einige ältere Titel der A-capella-Metaller von „Van Canto“ inspiriert, zum Beispiel die Ballade von der letzten Nacht der Könige. Sie passen perfekt zu einigen der düstersten Szenen, die ich in diesem Buch geschrieben habe.

You have been warned.

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