Der Geist der Zukunft(AT) – Status 170804

ryek

Die Überarbeitung schreitet voran. Das Schleifpapier wird feiner. 😉
Erste Kontakte mit Cover-Designern sind geknüpft. Das Thema des Romans in Szene zu setzen scheint nicht ganz trivial zu sein. Ich lerne durch die gestellten Fragen, meinen Text besser durch die Augen anderer Personen zu sehen – hier darf ich ihn ausnahmsweise einmal erklären.

Eine der wichtigsten Protagonistinnen in diesem Roman wird Rabea sein, die schon in „Spes Impavida“ auf dem Weg ins Rampenlicht war:

„Wo willst du hin?“ Siri sah ihre große Schwester fragend an.
Rabea blinzelte in die Taschenlampe und seufzte. „Wo will ich schon hin? Hast du Angst, dass ich weglaufe? Hier?“ Sie lachte traurig und deutete auf die Kabinenwand. Ein paar Millimeter Metall, die die Reisenden von der Kälte des Weltraumes trennten. Sie verbarg die rechte Hand auf den Rücken.
„Ich habe das Messer gesehen. Was hast du vor?“ Siris Stimme war verängstigt, ihre Augen füllten sich mit Tränen.
Rabea kam zu Siri ans Bett, setzte sich auf die Bettkante. Sie legte das Messer auf die Bettdecke. Ein Jagdmesser, mit einer rasiermesserscharfen Klinge. Ein Erbstück. Ihr Erbstück. Siri legte beide Hände darauf.
„Keine Angst, Kleines“, versuchte Rabea sie zu beruhigen.
„Ich bin nicht mehr klein!“, flüsterte Siri empört.
Rabea nickte. „Du hast recht. Wir sind alle große Mädchen und große Jungs, nicht wahr?“
„Was willst du mit dem Messer?“
Rabea legte ihre rechte Hand auf Siris. „Glaubst du, ich hätte es dich anfassen lassen, wenn ich etwas Böses vorhätte?“
Siri schüttelte den Kopf. „Nein.“
„Gut. Dann mach jetzt keinen Lärm und lass mich tun, was ich tun muss. Gib mir die Taschenlampe und schlaf.“
Siri umarmte Rabea. „Versprich mir, dass du dir nichts antust.“
Rabea beugte sich über Siri und küsste sie auf die Stirn. „So leicht werdet ihr mich nicht los. Verlass dich drauf!“
Siri nickte stumm. Rabea nahm das Messer und die Taschenlampe. Sie schaltete die Taschenlampe aus und öffnete leise die Tür. Sie sah sich um, glitt auf den Gang hinaus und schloss die Tür. Dann schlich sie zum Sanitärbereich. Dort angekommen verschloss sie die Tür von innen.

„Das hat aber lange gedauert.“
Rabea atmete erschreckt ein, das Geräusch vermischte sich mit dem Zischen der schließenden Kabinentür. Sie ließ die Taschenlampe aus. „Wieso schläfst du noch nicht?“, flüsterte sie. „Ich habe dir doch versprochen, dass ich mir nichts antue.“ Sie verstaute im Dunkeln das Messer in ihrem Rucksack.
„Ich habe Angst. Ich kann nicht schlafen.“
„Ich dachte, du bist eine Große?“
„Ich habe gelogen.“ Siri lachte, erleichtert. „Kommst du zu mir?“
„Na gut.“ Rabea schlüpfte zu ihr unter die Decke. „Besser so?“
„Ja. Viel besser.“ Sie kuschelten sich aneinander.
Siri fuhr mit ihrer Hand durch Rabeas Gesicht, um sie zu streicheln. Die Hand bewegte sich nach oben. Verhielt. Zuckte zurück.
„Rabea!“ Bestürzung erstickte Siris Stimme.
Rabea legte ihr Gesicht an das der kleinen Schwester.
Siri spürte Rabeas Tränen auf ihrer Wange. „Deine schönen langen Haare! Du wirst aussehen wie Imara“, klagte sie.
„Ich weiß.“
„Warum?“
„Weil ich es Mutter schuldig bin. Ich will und werde es nie vergessen. Niemals! Niemals.“

 

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