Die wichtigste Eigenschaft eines Selfpublishers …

Zum Glück sitzen die Wenigsten von uns Schriftstellern in der Wüste, wenn sie an ihrem Roman schreiben. Aber manchmal fühlt es sich schon so an … 😉

MARCUS JOHANUS

Die wichtigste Eigenschaft eines Selfpublishers ...

Viele glauben, um Autor – und dann auch noch Selfpublisher – zu sein, braucht es vor allem Talent, Know-How und Geschäftssinn. Doch das ist ein Irrtum. Selbstverständlich sind das wichtige Fähigkeiten. Aber ohne eine entscheidende Eigenschaft ist man als Selfpublisher zum Scheitern verurteilt:

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2018: Looks like a plan

Das Ende eines Jahres und der Beginn des nächsten ist oftmals eine willkommene/lästige Gelegenheit, um Pläne für die kommenden Tage bis Silvester zu machen.

Ich fange mit etwas anderem an, nämlich dem, was schon fertig geworden ist.
Zuerst einmal vielen Dank an die Leser der von mir als Adventskalender hier veröffentlichten Weihnachtsgeschichte „Pivot“. Ich habe mich sehr über das Interesse gefreut. Und ich habe das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Was heißt, dass ich den Text, der während der Postings leicht aufpoliert wurde, verwendet habe, um das vorhandene E-Book zu aktualisieren:

Jetzt kommt der Werbe-Blockg:

Der Preis des E-Books „Pivot“ ist 99 Cent. Es handelt sich hierbei nicht um ein Sonderangebot, sondern um das Angebot, sich mit meinem Schreibstil bekannt zu machen und den Text als Ganzes zu haben.

Wenn „Pivot“ dir gefallen hat, erzähle es bitte weiter (oder schreibe eine Rezension). Denn sonst erfährt es kaum jemand. Mein Werbebudget ist – vorsichtig gesprochen – sehr begrenzt.
Ich freue mich natürlich auch, wenn meine anderen Texte zufriedene Leser finden. 😉

Was will ich in 2018 schriftstellerisch tun?

Im letztjährigen NaNoWriMo habe ich einen „Inspektor Mops“ Text verfasst, der mittlerweile schon recht weit gediehen ist. Er wird dieses Mal nicht so abgefahren sein wie „Common Sense“. Man kann sich auch in Urban Fantasy Geschichten mit relevanten Dingen beschäftigen, unterhaltsam sein, ohne seicht sein zu müssen. Diesen Text möchte ich, wenn möglich, noch dieses Jahr unter die Leute bringen.

Meine „Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ sind mittlerweile ziemlich umfangreich geworden und mit dem veröffentlichten dritten Teil „Monstra Coelorum“ noch nicht am Ende angekommen. Hier ringe ich noch mit dem Plot, denn es bieten sich diverse Möglichkeiten, die Geschichte fortzuführen. Ich habe, im Unterschied zu anderen Autoren, nicht alles komplett durchgeplant, bevor ich sie schreibe. Es gibt eine globale Storyline und einen übergeordneten Weltenbau, aber ich behalte mir vor, die Geschichte so zu erzählen, wie meine Protas es mir anbieten. Wie im richtigen Leben ist nicht alles planbar und alles, was geschieht, kann der Ausgangspunkt für interessante Weiterentwicklungen sein.

Darüber hinaus liegen bei mir noch einige recht rohe Ideen herum.
Sowie eine, von der ich nicht mehr weiß, wo ich sie abgelegt habe. Was ziemlich nervig ist. Man sucht immer das am intensivsten, was unauffindbar erscheint. Ihr kennt das. 😉

Vom Gesehen und Übersehen werden

Ich finde es schön, dass jemand auch einmal eine Lanze für die „schweigende Mehrheit“, die „Normalos“ bricht. Unaufgeregt und sachlich. Danke.

Baumhaus-Poesie

Dies ist ein Bekenntnis-Blogtext. Das ist sowas wie Bekenntnislyrik, also alles in allem peinlich und nervig. Lasst euch dies eine Triggerwarnung sein…

Wenn man dem modernen Zeitgeist folgt, dürfte ich zu den wenigsten brisanten Themen der heutigen Zeit mehr den Mund aufmachen, denn ich bin weiß, hetero- und cissexuell. Ich habe keine Diagnose oder Behinderung. Ich bin ein Leistungsträger, hab einen Job, verdiene mein Geld, bin so normal, wie man nur sein kann. Fast schon provokativ normal. So normal, dass es nicht nötig ist, sich meine Perspektive anzuhören, denn für Leute wie mich wird in diesem Land ja sowieso alles gemacht. Die Arbeiterklasse ist nämlich privilegiert gegenüber denen, die gesellschaftlich ausgestoßen und übergangen werden. Ich bin nicht betroffen von Diskriminierung.

Also habe ich kein Recht, mich selbst als Opfer darzustellen und um Mitleid zu buhlen.

Wisst ihr, die Wahrheit ist: Ich habe normalerweise auch gar kein Interesse an Selbstdarstellung, aber …

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2027

Schöne neue Welt.

Hans Peter Roentgen

Johnny fragt mich wie jedes Jahr, was ich mir zu Weihnachten wünsche. Das ist natürlich Unsinn, weil Johnny meine Wünsche besser kennt als ich selbst. Er weiß schließlich alles über mich. Aber er fragt, weil sich das so gehört und das die Akzeptanz erhöht, so steht es in seinem Programm.
Und natürlich sage ich: „Weiß nicht so recht, was schlägst du vor“ und hoffe, dass er nicht wieder auf Gesundheitsschuhe verfällt wie letztes Jahr. Die sind ungeheuer gesund, schließlich habe ich Plattfüße und bin über sechzig und sein Programm sagt ihm, dass dann Gesundheitsschuhe angesagt sind. Also hat er mir sie geschenkt.
Ich habe mich artig bedankt, aber Johnny merkte sofort, dass das nicht ehrlich gedacht war. Denn die Schuhe sind zwar ungeheuer gesund, aber auch ungeheuer hässlich. Johnny weiß viel, eigentlich alles, wenn er mit Google vernetzt ist und das ist er so gut wie immer. Nur wenn er…

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Adventskalender: Pivot

Elida stößt die Haustür auf und stürzt ins Haus. Niemand da. Es ist leer und dunkel. Wo sind sie? Sie rennt die Treppe hinauf. Niemand da. Nicht im Kinderzimmer, nicht im Schlafzimmer. Verzweiflung überwältigt sie. Die Pakete fallen achtlos auf den Boden. Sie sieht auf die Uhr.

19:15.

„Ich bin zu spät.“
Ihr ist kalt, aber das spielt jetzt keine Rolle mehr. Sie lässt den Mantel fallen und geht langsam die Treppe hinunter. Jemand schließt die Tür.
Alwin steht am Fuß der Treppe, mit Vilja, und beide sehen sie überrascht und gleichzeitig besorgt an.
„Elida, geht es dir –“
Ich kann nicht tiefer fallen als die Erde tut sich auf und verschlingt sie.

25.12. – Sonntag
Es riecht nach Kaffee und nach Tanne, und unter der Decke ist es schön warm. Nein, bloß nicht aufwachen. Zeit für den Winterschlaf. Elida entspannt sich und dämmert hinüber ins Traumland.
Was ist?
Eine Hand berührt sie vorsichtig, rüttelt sie zärtlich.
„Ja? Was ist denn?“, murmelt sie und überwindet ihren inneren Widerstand. Wieder eine Entscheidung. Kann mich nicht einfach jemand tragen?
„Du bist mal wieder untragbar!“, lästert eine Stimme.
‚Hey, wer hat das gesagt? Ich? Egal. Dann muss es wohl sein.‘ Elida schlägt die Augen auf.
Alwin und Vilja sitzen am Bett und betrachten interessiert, wie sie aufwacht.
„Frohe Weihnachten, mein Engel“, flüstert Alwin.
‚Was soll denn das jetzt, ich bin doch nicht seine Tochter. Vilja ist der Engel.‘ Aber Elida ist geschmeichelt. Die Wärme kommt nicht mehr nur von der Bettdecke. „Ja. Guten Morgen ihr zwei.“ Elida fährt hoch, sieht die beiden verwirrt an. „Welchen haben wir heute?“
„Den Fünfundzwanzigsten. Wir haben die Bescherung verschoben, damit du dabei sein kannst“, sagt Alwin. Er sieht Elida fragend an. „Was war gestern los? Als Vilja und ich nach Hause gekommen sind, bist du die Treppe heruntergeschwebt und mir in die Arme gefallen. Schon lange her, dass du so etwas zuletzt getan hast.“
„Ja. Zu lange.“ Elida wischt sich eine Träne aus dem Auge. „Alwin, ich muss den gestrigen Tag erst sortieren, bevor ich das erklären kann. Gib mir bitte ein wenig Zeit.“ Sie lächelt entschuldigend.
Alwin nickt zustimmend, nimmt Vilja an die Hand, sie stehen auf.
„Wenn du nicht wieder einschläfst, können wir zusammen frühstücken“, sagt er einladend.


„Erst etwas ausruhen, aber so in zwei Wochen muss ich wieder los.“
„Gut.“
Sie ist enttäuscht. „Wie soll ich das jetzt verstehen, Alwin?“
„Sie war ihm bei des Hauses Pflege seit langer Zeit … , grinst er.
„Du Mistkerl!“ Sie stürzt sich auf ihn, und er muss sich von Vilja retten lassen.

Als sie sich wieder beruhigt haben, fragt er im Ernst. „Was sind Deine Pläne?“
„Ich habe herausgefunden, dass ich meine Ziele besser erreiche, wenn ich meine Zeit besser nutze. Auch für Dinge, die anderen wichtig sind. Eigentlich trivial, oder? Das zu beweisen wird Jahre dauern.“
„Das heißt?“
Elida wird ein bisschen rot, schüchtern. „Ich will versuchen, mehr Gleichgewicht in mein Leben zu bringen. Wir werden mehr Zeit miteinander verbringen können. Wenn ihr das wollt.“
„Peng!“ prustet Vilja.
Alwin hält sich befreit lachend am Tisch fest. Elida sieht ihn überrascht und irritiert an.
„Entschuldige, das soll Vilja dir erklären. Mir würdest du es nicht glauben“, meint Alwin, als er wieder zu Atem gekommen ist. „Vielen Dank für Deine Zeit.“ Er zwinkert ihr zu.
Elida sieht ihn und ihre Tochter mit einem seltsamen Lächeln an. „Nicht dafür“, sagt sie leise, „Nicht dafür.“

8. Epilog

Der Quizmaster hatte eine unruhige, einsame Nacht hinter sich. Ein Gefühl zwang ihn, aufzustehen und ins Wohnzimmer zu gehen, wo sich die Sanduhr befand. Immer noch, er hatte es nicht über sich gebracht, sie wegzuwerfen. Genauer gesagt, er hatte sich davor gefürchtet. Aber jetzt war er da, der Moment der Wahrheit.
Er nimmt die Sanduhr auf, und stellt sie, mit dem auf dem Boden des Kolbens klebenden Sand nach oben, wieder hin. Für einen Moment verharrt der Sand, und der Moment nimmt kein Ende.
TICK.
Er spürt, wie ihm der Schweiß ausbricht. „Jetzt bin ich wohl tot. Und niemand da, den das interessiert.“
Das erste Sandkorn fällt, ein verirrter Sonnenstrahl lässt es wie einen Diamanten gleißen. Dann zischen die anderen Körner wie ein Strom durch die Engstelle. Eine Welle aus Licht und Zeit durchflutet den Raum. Er glaubt ein Rauschen zu hören, wie einen Wasserfall in der Ferne, verklingend und doch ewig dauernd. Kein einziges Korn erreicht den Boden der Sanduhr. Sie bleibt leer zurück.
TACK.
Er sieht auf die mechanische Uhr, deren Sekundenzeiger sich um eine Sekunde weiterbewegt hat. Dann auf die Sanduhr. Und bewegt den Hebel, der seine Welt verändern wird.

„Elida? Hast du uns ein Geschenk unterschlagen?“
„Nein! Ihr habt doch alle Pakete aufgemacht.“
Alwin zeigt Elida ein Päckchen, faustgroß, mit blauem Papier eingepackt und einer goldenen Schleife geschmückt.
„Ist wohl gestern in der Aufregung aus Deinem Mantel gefallen. Hast du einen heimlichen Verehrer?“
„Nur einen? Ich werde alt.“ Sie grinst Alwin vergnügt an, der ihr mit dem Zeigefinger droht, wird aber dann unsicher. „Oder ob das von meinem unheimlichen Verehrer kommt?“
„Bitte?“
Vilja kommt an den Tisch, neugierig. „Mach mal auf!“
„Jajaja, ich mach ja schon.“ Elida nimmt das kleine Paket, welches überraschend schwer ist, und entfernt vorsichtig die Schleife und das Papier. Im Inneren befindet sich eine Schachtel.
„Das ist ja wie Weihnachten!“
„Ach! Tatsächlich?“ Elida wirft Alwin den ‚Halt die Klappe!‘ Blick zu.
In der Schachtel befindet sich ein durchsichtiger Zylinder, etwa zehn Zentimeter hoch. Elida geht der Begriff ‚Goldener Schnitt‘ durch den Kopf, und dann weiß sie, dass dieses Objekt perfekt gearbeitet ist. Goldener Schnitt, exakt, auf jede beliebige Stelle. Ihre Hand zittert leicht.
Das Objekt ist aus einem Stück, und im Inneren befindet sich eine Sanduhr, auf eine unbekannte Art und Weise aus dem Material des Zylinders herausgenommen. Auf dem Boden ist ein Stoff, so fein, dass man ihn mit dem bloßen Auge kaum erkennen kann. Durch die Lichtbrechung wird eine leichte Wellenbewegung erkennbar.
Sie setzt den Zylinder auf den Tisch, mit dem Stoff oben. Für einen Augenblick scheint dieser unschlüssig zu verharren, dann strömt er, sehr gemächlich, nach unten und durch die Engstelle, die schwach blau zu leuchten beginnt. Zeit strömt. Die Welt bewegt sich wieder.
„Was ist das?“, fragt Vilja. Sie und Alwin können ihre Blicke nicht von dem Gegenstand lösen.
„Das ist von mir. Es ist so etwas wie eine Sanduhr, Vilja. Mit meiner Zeit. Für dich.“

 

Adventskalender: Pivot

18:50
„Das schaffe ich nicht! Das ist unfair!“, keuchte Elida.
Sie zwang sich, trotz des Seitenstechens weiterzulaufen. Noch fünf Kilometer! Ohne den Umweg hätte sie es locker geschafft! Doch jetzt war ihre körperliche Kraft verbraucht. Die Straße nahm kein Ende. Sie kannte sie, war schon oft hier entlanggejoggt. Eine schöne Straße, ruhig, kaum Verkehr. Und um diese Uhrzeit, an diesem Abend, noch ausgestorbener als sonst. Elida traf eine Entscheidung.
„Der offensichtliche Weg ist oft der längste. Gib dem Universum eine Chance, dir zu helfen!“
Sie hörte auf zu laufen und marschierte weiter. Die Umgebung verschwamm vor ihren Augen, ihr Blick wurde immer enger. Sie erkannte kaum den Weg vor sich. Die Kälte fand den Weg durch ihre Kleidung, aber das ignorierte sie. Weiter!
Ein Hupen riss sie aus ihrer Trance.
„Guten Abend! Wohin so spät unterwegs?“
Die Stimme gehörte zu einer Frau, die in einem Lieferwagen saß. Elida nickte. Egal wie spät es war, sie brauchte jetzt eine Pause. Sie ging zum Führerhaus des Lieferwagens und nannte ihr Ziel.
„Na so ein Zufall! Da komme ich auch noch vorbei! Ist zwar verboten, aber heute ist Weihnachten. Ich nehme sie mit. Hallo, ist Ihnen nicht gut?“
Elida war gegen den Wagen gefallen. Ihr Kopf war leer, komplett leer. Sie stieg langsam ein. „Danke. Entschuldigung. War ein harter Tag für mich heute.“

Sie fuhren los. Nach hundert Metern bog die Fahrerin nach rechts ab.
„Ich muss noch zwei andere bedienen“, sagte sie entschuldigend. Ihr Gesicht hellte sich auf. „Da haben Sie aber mächtig Glück gehabt. Wenn Sie etwas schneller gewesen wären, dann hätte ich Sie verpasst.“
„Ja“, hauchte Elida.
Als die Botin von der Lieferung zurückkam, sah sie Elida besorgt an. „Sind Sie in Ordnung?“
„Ich bin erschöpft. Aber es könnte noch schlimmer sein. Da will ich hin.“ Sie zeigte der Frau ihren Ausweis. Seltsamerweise stand dort immer noch Alwins/Viljas Adresse.
Die Fahrerin grinste. „Oh, so ein Zufall! Eigentlich hätten Sie die Geschenke selber schleppen können.“ Sie sah Elida an. „Sie sind dann die Überraschung, die aus der Torte steigt?“, meinte sie scherzhaft.
Elida lachte auf, und die Frau fiel mit ein.

„Da wären wir.“
Elida stieg aus und bekam einige Pakete in die Hand gedrückt.
„So, das war’s für mich für heute. Feierabend. Endlich!“ Sie zwinkerte ihr verschwörerisch zu. „Machen Sie es gut. Ein frohes und gesegnetes Fest. Ach ja: Ho Ho Ho!“
„Danke, auch ihnen ein frohes Fest!“
Dann war der Wagen weg, und Elida stand mit den Paketen frierend vor dem Haus. Wie ein Weihnachtsbaum, den man vergessen hatte abzuholen.