„Inspektor Mops – Common Sense“ bei Lovelybooks

©Ryek Darkener 2017

Den meisten Autoren dürfte LovelyBooks ein bekannter Begriff sein. Auf dieser Plattform rezensieren Leser die Bücher, die sie gelesen haben, und bewerben sich um Bücher, die von Autoren oder Verlagen zur Rezension zur Verfügung gestellt werden. Gegenüber teilweise immer noch vorhandener Meinung muss der Autor nicht zwingend bei einem Verlag veröffentlichen, um hier als Autor geführt zu werden. Allerdings ist die Sichtbarkeit von Indie-Büchern deutlich geringer als die von Verlagsprodukten.
Für mich als jemanden, der kein Monster-Werbebudget hat, ist es dennoch eine gute Möglichkeit, an Rezensionen zu kommen. Abgesehen davon ergeben sich oft interessante Dialoge, da die Leserundenteilnehmer die Möglichkeit nutzen, mehr über den Autor, seine Bücher und Hintergründe der Geschichte zu erfahren.
Mit „Inspektor Mops – Common Sense“ habe ich meine dritte Leserunde bei LovelyBooks veranstaltet. Trotz der Vielfalt der angebotenen Titel haben sich sechs Interessenten gefunden (Interessent ist bei mir genderneutral gemeint, bezogen auf Lesen müsste es eigentlich Femininum sein 😉 ).
Gegenüber der Leserunde, die ich vor etwa zwei Jahren veranstaltet habe, war mein Eindruck, dass die Kommunikation zwischen Leser und Autor nachgelassen hat. Es gibt immer weniger Leser, die sich die Zeit nehmen, mehr als die Rezension zu schreiben, was ich persönlich schade finde. Gefühlt scheint es daran zu liegen, dass die Zeit, die Leser mit einem bestimmten Buch verbringen, abnimmt. Entweder weil im Tageschäft einfach wenig Zeit übrigbleibt (Beruf, Familie), oder weil möglichst viele Bücher gelesen werden wollen. Das bemerke ich auch häufig auf den sogenannten sozialen Medien – der Trend geht zur Vereinzelung oder zur Mitgliedschaft in Kuschelgruppen.

Wie auch immer: Ich hatte einen sehr anregenden Dialog mit einer Leserin, sowie drei sehr positive Rezensionen, die entweder bei LovelyBooks und/oder auf den Buchverkaufsplattformen nachzulesen sind. Dafür an dieser Stelle meinen herzlichen Dank!

Für mich war die Leserunde auf jeden Fall eine positive Erfahrung. Daher habe ich vor, den dritten Teil meiner Dystopie „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ ebenfalls bei LovelyBooks lesen zu lassen.

 

Film-Kurzkritik: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Das war es dann wohl mit den karibischen Piraten und ihren geisterhaften Verwicklungen. Die offenen Enden der vorhergehenden Teile werden verknüpft und am Schluss sind alle eine große glückliche Familie.
Ich hoffe meine Ironie ist erkennbar. „Salazars Rache“ leistet das, was vernünftigerweise zu erwarten war in einer Geschichte, der immer mehr die Luft ausgegangen ist. Ein, alles in allem, versöhnliches Ende mit der Storyline, die sich – genau wie schon in mindestens zwei Teilen davor – durch einen recht konfusen Plot schleppt, in dem, meiner Meinung nach, viel Potential, die Handlung und auch die Akteure betreffend, verschenkt wurde.
Johnny Depp dominiert den Film auf ganzer Länge. Eigentlich unnötig, den seine schauspielerischen Qualitäten sind unbestritten. So kommen leider viele interessante Nebenrollen zu kurz, blitzen ab und zu fast entschuldigend auf und geben dem Hauptprotagonisten das Stichwort. Gerade die Frauenrollen sind nur sehr marginal ausgebaut, da wäre weit mehr gegangen. Somit ist die Handlung insgesamt gefällig, aber weit entfernt von der kongenialen schauspielerischen Leistung der Akteure des ersten Teils.
Trotz allem nicht der schlechteste Teil der Serie. Der Film punktet mit einer sehr gut gemachten Effekte-Show, die einige Überraschungen bietet. Salazars Schiff zum Beispiel ist sehenswert und hat bestimmt ein paar Dollar mehr an Rechenzeit verlangt. Was die Handlung angeht, möchte ich, ohne zu spoilern, sagen, dass bestimmte Sequenzen jetzt wohl in Hollywood en vogue sind und deshalb in allen gerade gedrehten Filmen vorkommen müssen.

Fazit:
Sei es drum. Der Film ist, alles in allem, unterhaltsam. Die Fans sollten ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen. Nettes Popcorn-Kino und der würdige Abschluss der Serie (oder zumindest der Storyline 😉 ).

 

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Film-Kurzkritik: Guardians of the Galaxy Vol. 2

Ich bin nach langer Zeit einmal wieder ins Kino gegangen. Da mir schon der erste Teil der Guardians gut gefallen hat – abgesehen von einer handwerklichen Schwäche am Ende – war „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ durchaus ein Film, auf den ich gewartet habe.

Ich gehe nicht auf Details ein, jede Erwähnung wäre ein Spoiler. Der Film ist ein liebevoller Querschnitt durch alle Klischees des Space Opera Popcorn-Kinos, gewürzt mit Versatzstücken aus anderen erfolgreichen Produktionen. Auch einige fantasyhafte Elemente sind enthalten.
Die Handlung steht gewissermaßen schon in der Vorschau, daher verzichte ich hier darauf, sie nachzuerzählen. Was mich positiv überrascht hat: Es gibt tatsächlich einen Handlungsstrang sowie ein paar recht überraschende Wendungen und kurze Nebenhandlungen. Im Gegensatz zu manch anderer Produktion aus dem Hause Marvel, die ausschließlich auf Action setzt. Die Filmemacher haben tief in die Literaturkiste gegriffen, einige Kleinodien ausgegraben, von denen jüngere Kinogänger möglicherweise noch nie gelesen haben – meine Vermutung: „Pater der Sterne“ von Philip José Farmer – und wirklich sehr gut umgesetzt.
Der Film ist in voller Länge unterhaltsam. Was mir neben der perfekten Choreografie sehr gut gefallen hat, waren die pointierten Dialoge und ein für Hollywoodfilme dieser Art ungewöhnlich hoher Anteil an Subtext. Es gibt klare, kritische Hinweise zu sehr aktuellen Themen, und ein paar für meinen Geschmack sehr emotionale Szenen. Sowie einige Szenen, die ich als grenzwertig empfunden habe – hier wurde die Choreografie als unterschwelliger zynischer Kommentar benutzt, ohne zu belehren. Möglicherweise wird das nicht jeder Kinobesucher mitbekommen haben.
Der Film entwickelt zudem einige neue Protagonisten, so dass wir gespannt sein können, was die Guardians noch vor sich haben.

Fazit:
Der Film ist technisch perfekt gemacht, die Schauspieler, inklusive der Gaststars, hatten Freude am Plot, und der Film ist, meiner Meinung nach, bei Weitem nicht so oberflächlich wie man es vielleicht erwartet hätte. Mir hat er sehr gut gefallen, ich kann ihn weiterempfehlen und würde ihn mir auch ein zweites Mal ansehen.
Es wird schwer werden, das zu toppen.

Spoiler:

Seht euch den Film bis zum Schluss an. Wirklich. Bis zum Schluss. Es lohnt sich.

Einen Rant zu einem Nebenthema kann ich mir nicht verkneifen:
Nervige Werbung: Sie ist lang (30 Minuten), gleichgeschaltet – fast alle Werbeclips suggerieren „Happiness“ – und  komplett einfallslos. Entweder sind den Marketingfuzzies die guten Ideen ausgegangen, oder man hält in den Konzernzentralen den Rest der Welt mittlerweile (zu Recht oder zu Unrecht) für komplett verblödet. Ich finde das jedenfalls zum Kotzen, da gute Werbespots für mich mit zu einem guten Kinoerlebnis dazugehören. Der Kunde wird hier, meiner Meinung nach, nicht mehr als Mensch wahrgenommen, dem eine Dienstleistung gegen Bezahlung angeboten wird, sondern als Schaf, das es zu scheren gilt. Mehr noch: als immer fröhlich zu sein habender Bittsteller.

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Film-Kurzkritik: Deadpool

Ryek myst

Ich fange mit einem Spoiler an: Was ist die Botschaft des Films?

 

Wenn du Auto fährst, lass deine Griffel vom Smartphone!

 

Nun in medias res.

Der Film in total flach. Flacher geht es kaum. Trotzdem habe ich ihn mit großem Vergnügen gesehen.

Wegen der Action-Szenen? Nein. Die waren so perfekt, wie man es von einer Marvel Comicverfilmung erwarten kann.

Wegen dem Plot? Nein. Weil in diesem ziemlich alles falsch gemacht wurde, was man falsch machen kann: Prolog, Rückblenden ohne Ende, stur lineare Story, u.s.w.

Warum dann? Kurz gesagt, wegen des Protagonisten, der sich über den ganzen Film hinweg darüber beschwert, in was für einem Superhelden-Schrottplot er den Superhelden spielen muss. 😉

 

Für diejenigen, die selbst schreiben, ist der Film eine kleine Offenbarung. Er funktioniert auf der Unterhaltungsebene prima, weil der offensichtlich schwache Plot dadurch getoppt wird, dass er ständig kommentiert, wenn nicht sogar lektoriert wird. Vom Protagonisten! Das ist schon eine coole Idee.

Das Menschenschlachten ist Marvel-spezifisch comichaft, mit viel rot und rüden Witzen zum Thema. Entweder mag man das, oder man mag es nicht. Es ist technisch gut gemacht, aber nichts, was nicht schon woanders auch gezeigt wurde. Was der Protagonist in seinem inneren Dialog permanent kritisiert. Mehr als einmal fragt er sich (und das Publikum): Was tue ich hier eigentlich? Die Frage wird bis zum Schluss nicht beantwortet. Gut so!

Manche Kritiken beschreiben den Protagonisten als ironisch bis zynisch und mit einem Hang dazu, andere verletzen zu wollen – womit nicht die Kampfhandlungen gemeint sind. Aber das allein würde – jedenfalls für mich – nicht den Reiz ausmachen. Der Film strotzt vor kommentierten Querschlägern aus anderen Superhelden-Filmen. Bis hin zum Bewegungsablauf in Super-Super-Zeitlupe, wobei sich die Kommentare des Protas oft in Richtung „das Publikum will es so, darum mache ich das jetzt“ bewegen. Das ist fast schon ein Münchhausen-Effekt.

Ich weiß nicht, ob das die Absicht der Filmemacher war. Filme aus Hollywood sind für mich wegen ihrer Beliebigkeit mittlerweile eher ein Grund, nicht ins Kino zu gehen. Doch die zumindest gefühlte Metaebene der Selbsterkenntnis, was da produziert wurde, ist erfrischend und unterhaltsam.

Kein Film, den man sich mehr als einmal ansehen muss. Aber ein Film, den man verpasst hat, wenn man ihn sich nicht angesehen hat. Auch wenn man kein Marvel-Fan ist.

 

Ein gutes Beispiel dafür, dass man alle Regeln brechen darf. Wie Deadpool. Vorausgesetzt, man kennt sie und man kann es.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

Spielbericht: Van Canto in Stuttgart

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

„Wer ist denn das? Klingt gar nicht mal so verkehrt.“

Es muss in 2014 gewesen sein, dass ich das erste Mal (von) Van Canto gehört habe.

Metal a Capella? Interessantes Konzept. Geht das überhaupt?

Ja, es geht! Sogar sehr gut, meinem persönlichen Musikgeschmack nach. Nur das Schlagzeug als echtes Instrument, alles andere, also der Gesang und auch die E-Gitarren, mit Stimme. Die Gitarrenstimme kommt über Vocoder, klingt aber sehr realistisch.

Von der Ausrichtung her Heavy Metal, vom Stil, meiner Meinung nach, stark an Fantasythemen und mittelalterlichem Setting orientiert. Dazu noch später.

Man hört sie nicht oft auf den großen Sendern, leider. Aber sie haben ein treues Publikum.

So bin ich, samt Family, am letzten Sonntag nach Stuttgart zum „Im Wizemann“ gepilgert, um mir das Ganze einmal Live anzusehen.

Zur Lokation: „Im Wizemann“ ist ein ehemaliges Fabrikgebäude, in dem es zwei Hallen für künstlerische Auftritte gibt. Dieses Mal war es die kleinere Halle, der Club. Das Ambiente ist sehr einfach gehalten, eine entkernte Fabrikhalle, trotzdem sehr gemütlich und für den Zweck (Metal Music) natürlich ideal geeignet. Insgesamt war der Club gut besucht, ich schätze 300+ Personen.

Publikum: Heavy Metal ist, wie andere gute Musik auch, zeitlos. Zwischen 16 und 60 war wohl alles vertreten, den meisten war ihre musikalische Vorliebe auch an der getragenen Kleidung anzusehen, vorherrschende Farbe also schwarz.

 

Insgesamt bestand die Veranstaltung aus vier Teilen.

 

Den Anfang machte die Gruppe Victorius, die es nicht ganz einfach hatte, das Publikum in Schwung zu bringen. Schwäbische Schwermetaller brauchen halt „gschwind a weng“. 😉 Am Ende des Auftritts waren alle gut eingestimmt und eingesungen.

 

Weiter ging es mit den Grailknights, die eine episch angehauchte Superheldenshow ablieferten. Die bunten Kostüme sind schon ein ziemlich krasser Gegensatz zum allgemeinen Metal-Thema, aber ich fand den Auftritt erfrischend und unterhaltsam, gerade weil die Truppe das Ganze mit einem kräftigen Schuss Selbstironie betreibt. Sie haben musikalisch gut den Bogen zwischen „Metal-Standard“ und dem oft erzählerischen/bardischen Stil von Van Canto geschlagen.

 

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit Van Canto, allerdings mit einem interessanten Start. Das neue Van Canto Album ist die Vertonung und musikalische Untermalung des neuen Romans „Feuerstimmen“ von Christoph Hardebusch. Der Autor selbst hat den Klappentext zum Besten gegeben, und die ersten drei Songs von Van Canto kamen vom neuen Album, begleitet von einer kurzen Inhaltsangabe. Ohne das Buch zu kennen, wage ich zu behaupten, dass es da gewisse Koinzidenzen zwischen Text und Musik gibt, da viele Liedern von Van Canto ein mittelalterliches Setting haben. Ich denke, hier haben sich Text und Musik zum gleichen Thema gefunden und ergänzt.

Nach der Buch- und Albumvorstellung ging es dann mit den bekannten Titeln weiter, wobei der Publikumswunsch nach „Neuer Wind“ wohl so etwas wie das Inventar der langjährigen Fans ist. Sehr schönes Lied, by the way.

Ich vermute, dass etwa die Hälfte der Gäste langjährige Van Canto Fans sind, immerhin gibt es die Gruppe seit 2006.

Sonst gibt es eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Abgesehen davon, dass es ein super Auftritt war!

Metal a Capella ist sowieso eine Herausforderung, was Stimme und Exaktheit angeht. Van Canto hat von Anfang bis Ende des Auftritts Gas gegeben. Das mit einbezogene Publikum dürfte am Ende zumeist ziemlich geschafft gewesen sein.

Hut ab vor der musikalischen, aber auch vor der konditionellen Leistung von Van Canto!

 

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es, der ist aber eher der Veranstaltungstechnik geschuldet. Im hinteren Teil der Halle waren die Stimmen nicht immer gut zu hören, was nicht an der Lautstärke an sich gelegen haben kann. Nicht bei Heavy Metal Musik. 😉 Stilbedingt ist Van Canto damit am besten klargekommen.

 

Insgesamt ein gelungener Sonntag-Abend, für den ich gern am Montag gegen den Schlaf gekämpft habe. Ich bin gespannt, ob Van Canto beim nächsten Mal in Stuttgart die große Halle füllen kann. Verdient hätten sie es.

 

 

 

Rezension: Tad Williams – The Dirty Streets of Heaven

Ryek mystEin Engel in menschlicher Gestalt? Als himmlischer Anwalt, um die Seelen der Verstorbenen gegen die Gegenseite zu verteidigen, die ebenfalls einen Anwalt schickt. Gewissermaßen als Vorletztes Gericht?
Eigentlich eine tolle Idee. Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das Cover des dritten Teiles, und zwar durch das deutsche Cover. Da man mehrteilige Romane üblicherweise bei Teil eins anfängt, habe ich mir die englische Version im Taschenbuchformat besorgt. Was dazu führt, dass ich bei der Rezension einen Stern abziehe, wegen einer Fontgröße, in der die IBAN auf Rechnungen gedruckt wird, damit man sich leichter verschreibt. Nein. Finde ich nicht lustig. Sondern voll blöd.
Zurück zum Thema. Tad Williams erschafft in seinem Roman „The Dirty Streets of Heaven“ einen Haupt-Protagonisten, den ich im Kopfkino gut nachvollziehen kann. Zynisch, berechnend, jemand, der auf der Erde und im Himmel schon einiges erlebt hat. Alles andere als das, was man sich landläufig unter einem Engel vorstellt. Und auch seine Gegenspieler sind nicht ohne, tragen ironischerweise sogar viele von Bobby Dollars (Doloriel in seinen Kreisen genannt) Eigenschaften.
Himmel und Hölle befinden sich in einem, für beide Seiten unbefriedigendem, Waffenstillstand. Wer die Bibel kennt, weiß seit wann. Hinter den offiziellen Kulissen tobt dieser Krieg mit unverminderter Härte weiter.
Eigentlich die Gelegenheit für eine Story, die an den Lesesessel nagelt. Der große Plot ist interessant und voller Überraschungen. Die Geschichte wird von Bobby D. selbst erzählt. Und Angel D. hat viel zu erzählen. Wir erfahren nicht nur von den Auseinandersetzungen, sondern auch sehr viel Lokalkolorit. Etwas, was mir als Leser sehr liegt, ich stehe auf eine gewisse Langatmigkeit.
Trotzdem hadere ich mit der Geschichte. Zuallererst, weil Tad Williams den wichtigsten Mitprotagonisten ohne Not ab der Mitte des Romans demontiert und auf ein ganz bestimmtes Rollenklischee reduziert. Mir erschien das so nicht glaubwürdig, obwohl der Weg des Mit-Protas durchaus der Geschichte folgt. Da war mir einfach zu viel Hollywood-Schrott für die Masse dabei.
Und das ist auch gleich der zweite Kritikpunkt. Die Geschichte wird zur Mitte hin extrem mainstreamlastig, um sich gegen Ende mit Mühe wieder auf den Level zu begeben, den sie am Anfang hatte.
Ich schreibe absichtlich nicht viel zu den Details. Es geht um Himmel gegen Hölle, aber mit Facetten, die man so nicht oft findet. Es gibt einige überraschende Wendungen, leider aber auch viele (aus meiner Sicht zumeist unnötige) vorhersehbare. Bobby Dollar überstrahlt als Ich-Erzähler die Handlung, so dass sich im Schatten einige interessante Gegner aufbauen. Das Buch ist auf Fortsetzung angelegt. Und es hat mein Wissen der gesprochenen und geschriebenen englischen Sprache erweitert – nicht alles, was da gedruckt wurde, wird sich in einem politisch korrekten Wörterbuch wiederfinden. 😉

Fazit:
Gefallen hat mir der interessante, abwechslungsreiche Plot sowie die Handvoll wichtigster Charaktere.
Nicht gefallen hat mir, dass der Autor sich nicht getraut hat, das Ungewöhnliche konsequent durchzuhalten. Zugunsten von, aus meiner Sicht völlig unnötigem, vorhersagbarem Mainstream.

Deshalb vergebe ich, was den Text angeht, drei Sterne. Hat gefallen, hätte aber besser sein können.
Einen Stern ziehe ich ab wegen der Druckqualität.

„Spes Impavida“ bei Lovelybooks

DSvU Spes Impavida Cover 151030-26 mit Rand

Da mir die Leserunde für den ersten Teil meiner dystopischen Saga bei Lovelybooks sehr viel Spaß gemacht hat, bin ich auch mit „Spes Impavida“ ins Rennen gegangen.

Leserunden bieten, aus meiner Sicht als Autor, den Mehrwert eines Blicks über die Schulter des Lesers, an den man sonst nur schwer herankommt. Es ist anders als das Vorab- oder Betalesen – da liegt der Fokus auf der Unterstützung bei der Erstellung einer veröffentlichungsreifen Version des Textes. In der Leserunde bekomme ich meinen Roman von den Leserundenteilnehmern in sehr komprimierter Form erzählt, erhalte Fragen zu handelnden Personen und Weltenbau und nicht zu vergessen auch persönliche Ansichten, die nicht mit denen des Autors übereinstimmen müssen. Zum guten Schluss gibt es dann Rezensionen, welche inhaltlich deutlich über „hat mir (nicht) gefallen“ hinausgehen und für Interessenten am Buch differenzierte Informationen bereithalten.

Die Rezis finden sich darüber hinaus zumeist bei Amazon, anderen Verkaufsplattformen sowie den Blogs der Leserundenteilnehmer.

 

Ich bin sehr zufrieden mit den Beiträgen und den Rezensionen.

Hier der Link zu Lovelybooks. Für die Eiligen die Kurzkommentare 😉

 

 

Unheimlich spannende Geschichte aus einer sehr umfangreichen dystopischen Welt

— Conja

 

Interessante Idee und Story, aber für mich streckenweise zu langatmig und abschnittsweise schwer verständlich…

— Nightflower

 

Sowohl die Idee, als auch die Umsetzung konnten überzeugen – ein sehr interessantes Buch

— annlu

An dieser Stelle Danke an alle Teilnehmer der Leserunde!

Ob es einen dritten Teil geben wird, oder ob ich den weiteren Verlauf der Geschichte der Fantasie meiner Leser überlasse, habe ich noch nicht entschieden. 😉