Fiat L(in)ux! – die Sechste

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Hallo!

In vielen Köpfen existiert noch die Vorstellung, dass ein Computerbetriebssystem einfach zu handhaben sein soll, den Anwender möglichst wenig zu belästigen hat und alle wichtigen Aufgaben, die nichts mit den direkten Bedürfnissen des Anwenders zu tun haben, gefälligst im Hintergrund zu erledigen hat.
Langer Satz. Aber der musste jetzt raus. 😉

Kluge Frage: Warum benutzen die meisten Privatanwender – heutzutage – dann immer noch WINDOWS?

Einfache Handhabung ist das, was der Anwender für einfach hält. Wenn wir uns darauf einigen, dass die wesentlichen Funktionen von Betriebssystem und den üblichen Verdächtigen an Anwendungsprogrammen mit wenigen Mausklicks erreichbar sein sollten, dann gibt es keinen Unterschied mehr zwischen der Microsoft- und der Linux-Welt.

Zum Thema Belästigung ist zu sagen, dass viele WIN-Aktualisierungen sehr zeitaufwändig sind und oft einen Neustart des Betriebssystems verursachen. Außerdem hat in letzter Zeit nicht jedes Update funktioniert. Für den Anwender bedeutet das Zeitverlust, Frust und Datenverlust. Ok, die verlorenen Daten könnte er sich bei den bekannten großen Geheimdiensten wiederzubeschaffen versuchen.
Ich hatte in den vergangenen beiden Jahren unter UBUNTU genau – äh, da muss ich mal nachdenken – weniger als fünf durch Updates erzwungene Neustarts. Der Rest lief brav im Hintergrund. Wer selbst Hand anlegen will bei Updates, kann das mit relativ einfachen Mitteln tun. Nein, dafür braucht es keine Texteingabe auf der Kommandozeile mehr. Aber selbst das kann jeder, der des Lesens und Schreibens mächtig ist, mit vertretbarem Aufwand schnell lernen. Wie gesagt: Kann. Muss nicht.

Zum Thema Installation: Es wird immer noch das Märchen erzählt, die Installation von Linux sei kompliziert. Nun ja: Wer es nicht schafft, eine CD/DVD in das dafür vorgesehene Laufwerk zu packen oder einen USB-Stick einzustöpseln, der hat da bestimmt ein Problem. Meist gibt es aber jemanden in der Familie oder im Umfeld, der das kann.

Einen Wermutstropfen gibt es weiterhin: Die am weitesten verbreiteten Windows-Programme laufen nicht direkt unter Linux. Microsoft und andere haben natürlich kein Interesse daran, Abhängige aus der Abhängigkeit zu entlassen. Und, gaaaanz wichtig: Viele aktuelle Spiele laufen nicht unter Linux. Da ist eventuell etwas mehr notwendig als eine einfache Installation. Manche der Windows-Programme tun auch gar nicht unter dem für sie nicht vorgesehenen Betrübssystem.

Was ich als Schriftsteller brauche, habe ich unter UBUNTU zum Laufen gebracht. Nicht immer sofort, aber das Internet ist voller hilfreicher Informationen und Foren. Recherche sollte ein Schriftsteller ja können. 😉 (Und EVE-Online läuft da auch. So!)

Linux ist bestimmt nicht das allein selig machende Betriebssystem. Es ist immer eine Sache des eigenen Abwägens, inwieweit man seine Freiheit zugunsten von Bequemlichkeit einschränken lässt. Es auszuprobieren kostet mit Sicherheit weniger Zeit, als bei Windows-Updates verschwendet werden kann. Man kann das ja einfach mal parallel machen. Während man wartet …;)

 

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

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Aufi geht’s Tux!

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Habe heute nette Werbung in der Post gefunden:

 

„Schluss mit langsamem Windows Start!“

 

Danke für den Hinweis, aber dieses Problem habe ich seit einigen Monaten zufriedenstellend gelöst. 🙂

 

 

Fiat L(in)ux! – die Fünfte

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Hallo!

Ich dachte mir, ich poste einmal ein Beweisfoto, dass ich tatsächlich mit Ubuntu arbeite. Ich predige nicht nur Champagner. Nein, ich trinke ihn auch. 😉 Auf dem Bild ist mein Schreib-Arbeitsplatz zu sehen. Gemütlichkeit ist nicht das Thema. Ich habe festgestellt, dass, je mehr interessante Sachen sich in Reichweite befinden, desto größer die Gefahr der Ablenkung ist.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Die Icons sind selbsterklärend, man gewöhnt sich schnell daran, dass die Leiste links ist:

  • Scrivener
  • Installierte Programme
  • Thunderbird
  • Dateiverwaltung
  • KeePassX
  • Firefox
  • Systemupdate
  • Chromium Browser
  • Calibre
  • Freeplane
  • Firewall
  • Stellarium
  • 3 Dateisysteme (davon 1 USB)
  • Papierkorb

Papyrus Autor ist im Vordergrund, mit diversen geöffneten Dateien, was ganz problemlos mit WINE läuft – ich hoffe auf eine native Version. Und dass die Entwickler von Scrivener den UNIX-Zweig ebenfalls pflegen.

Wie man an Tastatur, Mauspad und Maus unschwer erkennen kann, habe ich auch andere als Schreibprogramme installiert. 😉

Bücher selbst machen

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wer ein Buch schreibt, hat eine Menge zu tun. Idee entwickeln, Plotten, Schreiben, betalesen oder lektorieren lassen, überarbeiten, endgültige Version abliefern.

Wer als Indie ein Buch schreibt und es auch selbst veröffentlichen will, hat, nachdem der Text fertig ist, noch ein paar weitere To Dos. Die nicht unerheblich Zeit kosten. Ich stelle ein paar davon vor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Fangen wir mit Text-zu-E-Book an. Egal ob man diesen selbst auf die Plattformen lädt oder andere das machen lässt, die Hürde ist es, aus dem Text eine Datei zu erzeugen, die von der jeweiligen Plattform akzeptiert wird. Wer glaubt, dass es damit getan ist, seinen Text einfach unter dem gewünschten Dateiformat zu speichern, irrt in den meisten Fällen. Jede Plattform, sei es Amazon, Tolino, neobooks und andere, hat ihre eigene Sicht, wie eine Datei auszusehen hat. Was sich meist nicht unmittelbar aus dem Dateiformat selbst ergibt. What you see ist definitiv nicht what die Plattform wants to get. 😉 Die verwendete EDV ist gefühlt recht sperrig und alles andere als selbsterklärend, geschweige denn den Anwender unterstützend. Die gute Nachricht ist, dass der Support meiner Erfahrung nach freundlich, schnell und kompetent unterstützt. Danke dafür an dieser Stelle! Außerdem eignet man mit sich mit der Zeit ein paar Tricks an, mit denen es dann doch geht. Trotzdem: Es kostet Zeit (und einige Nerven).

 

Jedes Buch, ob E oder P, braucht ein Cover. Ohne Verlag ist das ein weiterer Aspekt, der Zeit kostet. Je nach Kreativität und Geldbeutel erstellt man das Cover selbst, oder lässt es von einem Profi machen. Ein zum Buch passendes Cover zu entwerfen und zu erstellen ist für jemanden, der das nicht jeden Tag macht, aufwändig. Mindestens so aufwändig wie das Schreiben eines guten Kapitels. Das Hochladen auf eine E-Book Plattform ist meist problemlos.

 

Kommen wir nun zum gedruckten Buch. Text und Cover sind fertig. Dann sofort die Dateien an die Druckerei schicken und 50 oder 500 Exemplare bestellen?

Davon kann ich nur abraten. Selbst bei den bekannten Dienstleistern ist durchaus nicht sichergestellt, dass das, was gedruckt wird, eine Qualität hat, welche auch verkaufbar ist. Der Grund dafür ist sehr einfach: Es wird das gedruckt, was angeliefert wurde. Wenn es keine technischen Probleme mit den Dateien in der Form gibt, dass diese nicht lesbar sind, wird die Druckerei mit dem Druck beauftragt. Die Verantwortung für Brauchbarkeit liegt logischerweise beim Zulieferer, dem Autor.

Hand aufs Herz: Wer von den Indies hat eine Ausbildung als Setzer oder Layouter?

Ich nicht. Entsprechend sahen die ersten Ergebnisse, die ich zurückbekam, auch aus. Daher ist es unbedingt zu empfehlen, sich sowohl Cover als auch Text so lange als Einzelexemplar drucken zu lassen, bis ich selbst dieses Buch, zumindest was die strukturelle technische Qualität angeht, auch in einer Buchhandlung kaufen würde.

Das dauert.

Der Text muss im gewählten Seitenformat gesetzt und umgebrochen werden, was von guten Schreibprogrammen wie Papyrus Autor weitgehend automatisch erfolgt. Trotzdem ist Nacharbeit erforderlich. Bis der Text optisch gut aussieht, hat man sein Buch drei weitere Male gelesen.

 

Die Druckerei verlangt, wenn es dumm läuft, den Input in einem anderen Format als es vom Programm geliefert wird, mit dem ich den Text erstellt habe. Möglicherweise gilt das gleiche für das Cover. Was heißt, dass der Satz in einem weiteren Programm gemacht oder wiederholt werden muss, welches den gewünschten Output erzeugt. Wie schon oben erwähnt ist es wichtig, sich einen Probedruck schicken zu lassen, bevor eine Auflage gedruckt wird.

 

Wer bis hierhin gelesen hat, wird einen ungefähren Eindruck davon bekommen haben, was ein Verlag außer Lektorat macht, bevor ein Buch in den Verkauf kommt. Das kostet Zeit. Und Geld. Und braucht einiges an Know How.

 

Für den schreibenden Indie-Inschenör, dem nichts zu schwör ist, sind das keine unlösbaren Herausforderungen. Wer sich darauf einlässt, sollte diesen Teil des Herstellungsprozesses realistisch einplanen und sich klar darüber sein, dass die Zeit nicht für Schreiben zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite lässt sich damit prima Prokrastinieren oder eine längere Schreibblockade überbrücken.

 

Irgendwann ist die Arbeit dann getan, die erste Auflage wird geliefert. So bei mir letzten Freitag geschehen.

Ist damit alles erledigt? Nein. Jetzt liegen die Bücher herum und müssen verkauft werden. Darüber werde ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berichten. Eines schon vorweg: Die Erstellung der werbenden Texte ist noch die interessanteste Aufgabe, die da auf einen zukommt.

Fiat L(in)ux! – die Vierte

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So! Nun mal Butter bei die Fische!

Ich hatte in einem der vorherigen Beiträge bereits erwähnt, dass ich nicht die zweihundertste Ubuntu-Installationsanleitung posten werde. Aber ich möchte an dieser Stelle für diejenigen, die sich bisher noch nicht mit der Materie befasst haben, einen kurzen Überblick geben, was möglich ist. Und das ist eine ganze Menge.

Neulich, in der Steinzeit, vor etwa 25-30 Jahren, wäre das einzige grafische Element einer UNIX-Betriebssystemoberfläche das Terminalfenster gewesen. Wenn ich in diesem den heute noch vorhandenen den Befehl

uname -srvop

eintippe, erscheint bei mir das folgende Ergebnis:

Linux 4.4.0-24-generic #43-Ubuntu SMP Wed Jun 8 19:27:37 UTC 2016 x86_64 GNU/Linux

 

Sagt mir überhaupt nix. 😉

 

Das haben die Linux-Entwickler in der Zwischenzeit eingesehen. Darum gibt es heute, genau wie von anderen bekannteren Herstellern gewohnt, eine grafische Oberfläche, auf der sich der Anwender nicht mehr mit kryptischen Befehlen herumschlagen muss. Aber er kann, wenn er das volle Potential ausschöpfen will.

Das zum Thema Betriebssystem. Wir kommen zu den Anwendungen.

 

1. Browser. Am bekanntesten sind Mozilla Firefox (Default), der hier genauso heißt, oder Google Chrome (Chromium).

 

2. Mail. Auch wenn ich Microsoft als Privatkunde nicht mag, gebe ich zu, dass deren Office Suite mit das Beste ist, was man gegen Einwurf vieler kleiner Münzen auf dem Markt bekommen kann. Was für Unternehmen Segen (jeder hat das) und Fluch zugleich ist. Fluch deshalb, weil oft geschäftskritische Dinge einer Software anvertraut werden, die alles andere als transparent und wartungsfreundlich ist. Auch bedingt durch eine immer weiter wachsende Anzahl von Funktionalitäten, die die meisten weder kennen noch brauchen. Die Dinosaurier sollen kurz vor dem Aussterben am größten gewesen sein …

Mein Mail-Client ist der Mozilla Thunderbird. Den ich so, wie er ausgeliefert wird, nicht ohne Weiteres für geschäftliche Dinge empfehlen würde. Aber ich schreibe hier aus der Brille des Nutzers. Für meine überschaubare Anzahl von Kontakten ist der mehr als ausreichend, und mit ein paar Add-ons kann er auch Serienmails.

 

3. Office-Paket. LibreOffice (ist Bestandteil der Betriebssystem-Installation). Textverarbeitung (nein, der LibreOffice Writer ist kein Schreibprogramm, genauso wenig wie Microsoft Word, und auch kein Satzprogramm für Text),

Tabellenkalkulation, Malprogramm, Programm für die Erstellung von Präsentationen, Datenbank.

Sowie ein Programm namens Math.

Schreiben, Rechnen, Präsentieren, Datenbank: Check.

Diese Programme funktionieren übrigens herstellerunabhängig weitgehend auf gleiche Weise, die Lernkurve ist daher eher flach. Erinnert sich noch jemand an die Lotus Office Suite? Ich glaube, die lief unter DOS 3.1? Nichts Neues unter der Sonne. 😉

 

Damit bin ich als Schriftsteller elektrisch arbeitsfähig. Ohne einen Cent zu bezahlen – allerdings gewöhne ich mir immer mehr an, für diese Dinge zu spenden, damit sie weiterentwickelt werden. In gewisser Weise die gleiche Art von Wertschätzung, die ich durch den Verkauf meiner Bücher vom Leser erfahre. Finde ich sehr sympathisch.

 

4. Werkzeug.

Papyrus Autor: Läuft bisher leider noch nicht nativ unter Linux/Ubuntu. Hier muss WINE als Hilfskrücke installiert werden, je nach Geschmack auch PLAYONLINUX.

Scrivener: Es gibt eine native UNIX-Version, die direkt installiert werden kann. Ich hoffe, dass es keine Eintagsfliege ist.

Freeplane: Sehr gutes Mindmapping-Programm. Damit lässt sich prima Plotten.

Scribus: Vollumfängliches DTP, erzeugt auch Druckvorlagen im PDF/X Format, wenn man die Farbprofile im zugehörigen Verzeichnis einspielt.

GIMP: Falls man seine Buchcover selbst erstellen möchte. Hat mehr als genug Funktionen für den ambitionierten Hausgebrauch.

SIGIL: Ab dieser Linux Version nativ lauffähig. Habe ich aber noch nicht ausprobiert. Hiermit lassen sich zum Beispiel E-Books erstellen.

Calibre: Falls man auch E-Books lesen möchte. Zählt, da sich damit E-Books erstellen und bearbeiten lassen, auch zu den Werkzeugen, allerdings wird die Qualität der Ergebnisse kontrovers diskutiert.

 

Haben sie ein Passwort für alle ihre Accounts? Vielleicht sogar dasselbe? „1234546“ oder „admin“? Dann brauchen Sie keepassX nicht. Dieses Programm verwaltet die Passworte, die Sie Angst haben sich nicht merken zu können, zum Beispiel „__das$istEIN??ganzGeh31mesPasswort“. Nachteil: Wer das Master-Passwort vergisst, hat Pech gehabt. Trotzdem sollte man nie, niemals, nie einfach zu erratende Passworte nutzen.

Sie vermissen die Firewallsoftware? Ja. Blöd. Unter UNIX sind alle Ports standardmäßig gesperrt. Im Gegensatz zu WINDOWS. Es gibt UNIX-Firewalls. Auch Virenscanner. Diese Dinge sind eher für zentrale Server notwendig als für Endgeräte wie einen PC oder Laptop. Teilweise Bestandteil von Installationspaketen, wird aber nicht besonders erwähnt.

 

Hakeligkeiten

Auch bei Ubuntu ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Installieren von Druckern unter Linux ist teilweise nur mit dem Willen, die Lösung im Internet zu suchen, möglich. Die gute Nachricht ist: Es gibt wahrscheinlich für jeden gängigen Drucker eine Lösung, die über Abarbeiten einer Anleitung realisierbar ist. Es gibt sogar Hersteller, die Linux offiziell unterstützen. Bei meinem CANON MP980 habe ich, trotz nicht vorhandenem Herstellersupport, Drucker und Scanner zum Laufen bekommen, dank der sehr guten Anleitungen aus der UNIX-Community. Da spricht man übrigens auch viel Deutsch.

 

Fazit

Für die Installation des Betriebssystems, der genannten Software, sowie das Finden und Einarbeiten von Lösungen habe ich etwa einen Tag Arbeit gebraucht. Wer nur die Punkte 1 bis 3 benötigt, schafft es in einer Stunde bis zur Anmeldemaske und in zwei bis er loslegen kann. EDV-Neulandbetreter sollten sicherheitshalber vor Installation ihre Kontakte zu kundigen Freunden oder Kindern auffrischen. 😉 Dass eine vollständige Datensicherung vor jeder Systemänderung Pflicht ist, erwähne ich nur der Form halber. Ubuntu kann übrigens WINDOWS-Dateisysteme lesen und schreiben. Anders herum funktioniert das nicht automatisch.

 

Freiheit und Unabhängigkeit waren noch nie etwas, was verschenkt wurde. Heute muss man nicht unbedingt Schmied sein für das Glück. Mit ein paar basalen EDV-Kenntnissen kann man ebenfalls ganz schön weit kommen.

 

P.S.: Wer zocken will, kommt bei Ubuntu nicht zu kurz. Über die proprietäre Plattform Steam lassen sich viele bekannte Spiele auch unter Linux spielen, außerdem gibt es etliche Ports direkt für Linux. Die Anzahl von neuen Spielen, für die es sofort eine Linux Installation gibt, nimmt langsam zu. Auch deshalb, weil Linux weit sparsamer mit den Ressourcen umgeht als WINDOWS. Wenn ich, was nicht oft ist, Zeit dafür habe, dann spiele ich EVE Online oder CIV5.

Fiat L(in)ux! – die Dritte

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Eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob das, was man einsetzt, auch bequem genug zu handhaben ist, ist der Urlaub.

Zu diesem Zweck habe ich meine Ubuntu Installation auf einer externen SSD mitgenommen, sowie meinen Lenovo IdeaPad S205, der erstens nicht besonders gut für Ubuntu geeignet ist und zweitens eher zu den leistungsschwachen Systemen zählt. Die externe Platte hat den Vorteil, dass man sich nicht mit dem verstrubbelten BIOS herumschlagen muss, sondern dort nur beim Einschalten die Betriebssystempartition auswählen braucht.

Obwohl der Rechner nur mit einem USB2-Anschluss ausgestattet ist, ging das Starten des Betriebssystems (booten) schneller als WIN7 von der internen Platte. Das Passwort für die Verschlüsselung muss noch auf der internen Tastatur eingegeben werden, danach werden Funk Tastatur/Maus sofort erkannt. Nach dem Anmelden ist man auf dem Desktop, die Symbolleiste befindet sich standardmäßig am rechten Rand.

Die meiste Zeit, die ich im Urlaub am Rechner verbracht habe, ging für das Formatieren eines Textes für die Print-Veröffentlichung drauf. Ich kann an dieser Stelle nur bestätigen und wiederholen, was in jedem Blog zum Thema zu lesen ist:

 

Finger weg von jedweder Formatierung des Textes, es sei denn, dass dieser aus dem benutzten Programm heraus direkt in die Druckvorlage exportiert wird!

 

Wenn man sich überlegt, dass ein Text, bevor er zum Beispiel in ein druckfähiges PDF verwandelt wird, sowieso noch einmal komplett gelesen werden muss, um zum Beispiel die Silbentrennung zu prüfen sowie unschöne Seitenbilder (Stichwort Hurenkinder und Schusterjungen) weitgehend zu vermeiden, dann kann man auch gerade dann, wenn überhaupt notwendig, Formatierungen wie Kursiv oder Fett unterbringen. Oder sich überlegen, wie die Kapitelüberschriften gestaltet werden sollen.

Ich habe diese Arbeiten mit dem frei verfügbaren Programm Scribus gemacht. Damit ich in meinem Blog damit angeben kann. 😉 Abgesehen davon schluckt Scribus ziemlich jedes offene Daten- und Bildformat und ist einigermaßen leicht in den Grundfunktionen zu bedienen. Dazu kommt, dass bei der Ausgabe die Farbprofile von Druckereien mit berücksichtigt werden können – ob das auch in der Realität funktioniert, werde ich demnächst ausprobieren.

Wer mit diesen Arbeiten niemanden beauftragen will, der muss mehrere Arbeitstage einplanen, bis Text und Bild einigermaßen aussehen. Genau wie das Schreiben machen sich auch Satz und Layout nicht von selbst. Mir macht es Spaß, es ist eine weitere Qualitätskontrolle, und die Ergebnisse genügen meinen Ansprüchen:

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Da ich keinen Verlag habe und plane, beim gedruckten Roman alles selbst zu machen bis hin zum Verkauf ohne ISBN und fremde Plattformen, bringt es nichts, darüber zu jammern. Um Yoda zu zitieren: Tu es, oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.

Zurück zum Thema. Mein Roman hat etwa 600 Taschenbuchseiten, und Scribus war unter WIN7-64bit nicht in der Lage, den Text einzulesen – STACK OVERFLOW. Unter Ubuntu hatte ich keine derartigen Probleme. Mag daran liegen, dass UNIX ein Betriebssystem ist. 😉

Alles in allem haben sowohl Scribus, als auch GIMP und Papyrus Autor (dafür muss WINE installiert sein) ohne Probleme und sehr performant funktioniert. Daher habe ich mich entschieden, den Weg in Richtung eines offenen Betriebssystems weiter zu gehen und die aktuelle Version auf meinem Rechner zu installieren. Darüber mehr im nächsten „Fiat L(in)ux!“ Beitrag.

Fiat L(in)ux! – die Zweite

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Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag verfasst, der zeigt, dass es durchaus möglich ist, seine Daten zumindest ein wenig vor dem Zugriff gutmeinender Werbeschaffender zu verbergen (Link).

Was allerdings, zugegebenermaßen, mit etwas Aufwand sowie der Überwindung der eigenen Trägheit verbunden ist. Also uninteressant für alle, die sich über die Schnüffelpraktiken auch nichtstaatlicher Organisationen gerne aufregen und sich gleichzeitig mit „dass man als Einzelner ja nichts dagegen tun kann, warten wir mal auf die Selbstverantwortung der Industrie“ abgefunden haben.

 

In medias res: Der Wechsel des Betriebssystems (hier nach Ubuntu) bringt es mit sich, dass man auf einige gewohnte Dinge entweder verzichten muss, oder sie an anderer Stelle wiederfindet. Zum Beispiel sind die Fensterbuttons nun links oben statt rechts oben. Mit etwas gutem Willen lässt sich diese Herausforderung aber schon nach kurzer Eingewöhnungszeit meistern. Im Großen und Ganzen ist die Benutzeroberfläche so, wie wir es gewohnt sind.

Generell ist der Umstieg vergleichbar mit dem, was wahrscheinlich jeder kennt, wenn er nach längerer Krankheit nach und nach in seinen normalen Lebensrhythmus zurückzufinden versucht. Die ersten Schritte sind schwer, man muss sich immer wieder zwischen Aufstehen und Liegenbleiben entscheiden.

Beim Schreiben wird da oft von der „Schreibblockade“ geredet. Was kann ich gegen eine Schreibblockade tun? Schreiben! Alle anderen Rezepte sind weniger erfolgversprechend. Es handelt sich also um meine persönliche Entscheidung und nicht um ein Warten auf jemanden, der diese Entscheidung für mich trifft.

 

Ich fahre im Moment zweigleisig, oder heißt es hier „zweiplattig“? 😉

Beim Start des Rechners suche ich mir aus, worauf ich gerade Lust habe. Mit dem Ziel, immer häufiger Lust auf das Neue zu haben.

Es wirkt.

 

Übrigens: Es gibt eine Möglichkeit, Windows abzugewöhnen, nach Hause zu telefonieren. Voraussetzung ist eine Installation, die ich nicht mehr ändern will. Ich packe das Ganze einfach in eine virtuelle Umgebung, und deaktiviere das virtuelle Netzwerkadapter. Damit könnte ich sogar eine XP-Installation, für die es weder Support noch Sicherheitspatches mehr gibt, gewissermaßen ewig und völlig sicher weiter betreiben. Als virtuelle Insel der Seligen. 😉 Funktioniert allerdings nicht für die meisten Spiele. Aber dafür haben wir sowieso keine Zeit.

 

Warum solche Installationen in virtuellen Umgebungen auf einer voll verschlüsselten Linux-Partition gefühlt schneller laufen als wenn sie direkt Zugriff auf die Hardware haben, dafür habe ich keine Erklärung. Wer es weiß, könnte hier vielleicht kurz kommentieren (aber bitte allgemeinverständlich, ohne allzu viele technische Details)?