Fiat L(in)ux! – die Fünfte

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Hallo!

Ich dachte mir, ich poste einmal ein Beweisfoto, dass ich tatsächlich mit Ubuntu arbeite. Ich predige nicht nur Champagner. Nein, ich trinke ihn auch. 😉 Auf dem Bild ist mein Schreib-Arbeitsplatz zu sehen. Gemütlichkeit ist nicht das Thema. Ich habe festgestellt, dass, je mehr interessante Sachen sich in Reichweite befinden, desto größer die Gefahr der Ablenkung ist.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Die Icons sind selbsterklärend, man gewöhnt sich schnell daran, dass die Leiste links ist:

  • Scrivener
  • Installierte Programme
  • Thunderbird
  • Dateiverwaltung
  • KeePassX
  • Firefox
  • Systemupdate
  • Chromium Browser
  • Calibre
  • Freeplane
  • Firewall
  • Stellarium
  • 3 Dateisysteme (davon 1 USB)
  • Papierkorb

Papyrus Autor ist im Vordergrund, mit diversen geöffneten Dateien, was ganz problemlos mit WINE läuft – ich hoffe auf eine native Version. Und dass die Entwickler von Scrivener den UNIX-Zweig ebenfalls pflegen.

Wie man an Tastatur, Mauspad und Maus unschwer erkennen kann, habe ich auch andere als Schreibprogramme installiert. 😉

Bücher selbst machen

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wer ein Buch schreibt, hat eine Menge zu tun. Idee entwickeln, Plotten, Schreiben, betalesen oder lektorieren lassen, überarbeiten, endgültige Version abliefern.

Wer als Indie ein Buch schreibt und es auch selbst veröffentlichen will, hat, nachdem der Text fertig ist, noch ein paar weitere To Dos. Die nicht unerheblich Zeit kosten. Ich stelle ein paar davon vor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Fangen wir mit Text-zu-E-Book an. Egal ob man diesen selbst auf die Plattformen lädt oder andere das machen lässt, die Hürde ist es, aus dem Text eine Datei zu erzeugen, die von der jeweiligen Plattform akzeptiert wird. Wer glaubt, dass es damit getan ist, seinen Text einfach unter dem gewünschten Dateiformat zu speichern, irrt in den meisten Fällen. Jede Plattform, sei es Amazon, Tolino, neobooks und andere, hat ihre eigene Sicht, wie eine Datei auszusehen hat. Was sich meist nicht unmittelbar aus dem Dateiformat selbst ergibt. What you see ist definitiv nicht what die Plattform wants to get. 😉 Die verwendete EDV ist gefühlt recht sperrig und alles andere als selbsterklärend, geschweige denn den Anwender unterstützend. Die gute Nachricht ist, dass der Support meiner Erfahrung nach freundlich, schnell und kompetent unterstützt. Danke dafür an dieser Stelle! Außerdem eignet man mit sich mit der Zeit ein paar Tricks an, mit denen es dann doch geht. Trotzdem: Es kostet Zeit (und einige Nerven).

 

Jedes Buch, ob E oder P, braucht ein Cover. Ohne Verlag ist das ein weiterer Aspekt, der Zeit kostet. Je nach Kreativität und Geldbeutel erstellt man das Cover selbst, oder lässt es von einem Profi machen. Ein zum Buch passendes Cover zu entwerfen und zu erstellen ist für jemanden, der das nicht jeden Tag macht, aufwändig. Mindestens so aufwändig wie das Schreiben eines guten Kapitels. Das Hochladen auf eine E-Book Plattform ist meist problemlos.

 

Kommen wir nun zum gedruckten Buch. Text und Cover sind fertig. Dann sofort die Dateien an die Druckerei schicken und 50 oder 500 Exemplare bestellen?

Davon kann ich nur abraten. Selbst bei den bekannten Dienstleistern ist durchaus nicht sichergestellt, dass das, was gedruckt wird, eine Qualität hat, welche auch verkaufbar ist. Der Grund dafür ist sehr einfach: Es wird das gedruckt, was angeliefert wurde. Wenn es keine technischen Probleme mit den Dateien in der Form gibt, dass diese nicht lesbar sind, wird die Druckerei mit dem Druck beauftragt. Die Verantwortung für Brauchbarkeit liegt logischerweise beim Zulieferer, dem Autor.

Hand aufs Herz: Wer von den Indies hat eine Ausbildung als Setzer oder Layouter?

Ich nicht. Entsprechend sahen die ersten Ergebnisse, die ich zurückbekam, auch aus. Daher ist es unbedingt zu empfehlen, sich sowohl Cover als auch Text so lange als Einzelexemplar drucken zu lassen, bis ich selbst dieses Buch, zumindest was die strukturelle technische Qualität angeht, auch in einer Buchhandlung kaufen würde.

Das dauert.

Der Text muss im gewählten Seitenformat gesetzt und umgebrochen werden, was von guten Schreibprogrammen wie Papyrus Autor weitgehend automatisch erfolgt. Trotzdem ist Nacharbeit erforderlich. Bis der Text optisch gut aussieht, hat man sein Buch drei weitere Male gelesen.

 

Die Druckerei verlangt, wenn es dumm läuft, den Input in einem anderen Format als es vom Programm geliefert wird, mit dem ich den Text erstellt habe. Möglicherweise gilt das gleiche für das Cover. Was heißt, dass der Satz in einem weiteren Programm gemacht oder wiederholt werden muss, welches den gewünschten Output erzeugt. Wie schon oben erwähnt ist es wichtig, sich einen Probedruck schicken zu lassen, bevor eine Auflage gedruckt wird.

 

Wer bis hierhin gelesen hat, wird einen ungefähren Eindruck davon bekommen haben, was ein Verlag außer Lektorat macht, bevor ein Buch in den Verkauf kommt. Das kostet Zeit. Und Geld. Und braucht einiges an Know How.

 

Für den schreibenden Indie-Inschenör, dem nichts zu schwör ist, sind das keine unlösbaren Herausforderungen. Wer sich darauf einlässt, sollte diesen Teil des Herstellungsprozesses realistisch einplanen und sich klar darüber sein, dass die Zeit nicht für Schreiben zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite lässt sich damit prima Prokrastinieren oder eine längere Schreibblockade überbrücken.

 

Irgendwann ist die Arbeit dann getan, die erste Auflage wird geliefert. So bei mir letzten Freitag geschehen.

Ist damit alles erledigt? Nein. Jetzt liegen die Bücher herum und müssen verkauft werden. Darüber werde ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berichten. Eines schon vorweg: Die Erstellung der werbenden Texte ist noch die interessanteste Aufgabe, die da auf einen zukommt.

Fiat L(in)ux! – die Vierte

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So! Nun mal Butter bei die Fische!

Ich hatte in einem der vorherigen Beiträge bereits erwähnt, dass ich nicht die zweihundertste Ubuntu-Installationsanleitung posten werde. Aber ich möchte an dieser Stelle für diejenigen, die sich bisher noch nicht mit der Materie befasst haben, einen kurzen Überblick geben, was möglich ist. Und das ist eine ganze Menge.

Neulich, in der Steinzeit, vor etwa 25-30 Jahren, wäre das einzige grafische Element einer UNIX-Betriebssystemoberfläche das Terminalfenster gewesen. Wenn ich in diesem den heute noch vorhandenen den Befehl

uname -srvop

eintippe, erscheint bei mir das folgende Ergebnis:

Linux 4.4.0-24-generic #43-Ubuntu SMP Wed Jun 8 19:27:37 UTC 2016 x86_64 GNU/Linux

 

Sagt mir überhaupt nix. 😉

 

Das haben die Linux-Entwickler in der Zwischenzeit eingesehen. Darum gibt es heute, genau wie von anderen bekannteren Herstellern gewohnt, eine grafische Oberfläche, auf der sich der Anwender nicht mehr mit kryptischen Befehlen herumschlagen muss. Aber er kann, wenn er das volle Potential ausschöpfen will.

Das zum Thema Betriebssystem. Wir kommen zu den Anwendungen.

 

1. Browser. Am bekanntesten sind Mozilla Firefox (Default), der hier genauso heißt, oder Google Chrome (Chromium).

 

2. Mail. Auch wenn ich Microsoft als Privatkunde nicht mag, gebe ich zu, dass deren Office Suite mit das Beste ist, was man gegen Einwurf vieler kleiner Münzen auf dem Markt bekommen kann. Was für Unternehmen Segen (jeder hat das) und Fluch zugleich ist. Fluch deshalb, weil oft geschäftskritische Dinge einer Software anvertraut werden, die alles andere als transparent und wartungsfreundlich ist. Auch bedingt durch eine immer weiter wachsende Anzahl von Funktionalitäten, die die meisten weder kennen noch brauchen. Die Dinosaurier sollen kurz vor dem Aussterben am größten gewesen sein …

Mein Mail-Client ist der Mozilla Thunderbird. Den ich so, wie er ausgeliefert wird, nicht ohne Weiteres für geschäftliche Dinge empfehlen würde. Aber ich schreibe hier aus der Brille des Nutzers. Für meine überschaubare Anzahl von Kontakten ist der mehr als ausreichend, und mit ein paar Add-ons kann er auch Serienmails.

 

3. Office-Paket. LibreOffice (ist Bestandteil der Betriebssystem-Installation). Textverarbeitung (nein, der LibreOffice Writer ist kein Schreibprogramm, genauso wenig wie Microsoft Word, und auch kein Satzprogramm für Text),

Tabellenkalkulation, Malprogramm, Programm für die Erstellung von Präsentationen, Datenbank.

Sowie ein Programm namens Math.

Schreiben, Rechnen, Präsentieren, Datenbank: Check.

Diese Programme funktionieren übrigens herstellerunabhängig weitgehend auf gleiche Weise, die Lernkurve ist daher eher flach. Erinnert sich noch jemand an die Lotus Office Suite? Ich glaube, die lief unter DOS 3.1? Nichts Neues unter der Sonne. 😉

 

Damit bin ich als Schriftsteller elektrisch arbeitsfähig. Ohne einen Cent zu bezahlen – allerdings gewöhne ich mir immer mehr an, für diese Dinge zu spenden, damit sie weiterentwickelt werden. In gewisser Weise die gleiche Art von Wertschätzung, die ich durch den Verkauf meiner Bücher vom Leser erfahre. Finde ich sehr sympathisch.

 

4. Werkzeug.

Papyrus Autor: Läuft bisher leider noch nicht nativ unter Linux/Ubuntu. Hier muss WINE als Hilfskrücke installiert werden, je nach Geschmack auch PLAYONLINUX.

Scrivener: Es gibt eine native UNIX-Version, die direkt installiert werden kann. Ich hoffe, dass es keine Eintagsfliege ist.

Freeplane: Sehr gutes Mindmapping-Programm. Damit lässt sich prima Plotten.

Scribus: Vollumfängliches DTP, erzeugt auch Druckvorlagen im PDF/X Format, wenn man die Farbprofile im zugehörigen Verzeichnis einspielt.

GIMP: Falls man seine Buchcover selbst erstellen möchte. Hat mehr als genug Funktionen für den ambitionierten Hausgebrauch.

SIGIL: Ab dieser Linux Version nativ lauffähig. Habe ich aber noch nicht ausprobiert. Hiermit lassen sich zum Beispiel E-Books erstellen.

Calibre: Falls man auch E-Books lesen möchte. Zählt, da sich damit E-Books erstellen und bearbeiten lassen, auch zu den Werkzeugen, allerdings wird die Qualität der Ergebnisse kontrovers diskutiert.

 

Haben sie ein Passwort für alle ihre Accounts? Vielleicht sogar dasselbe? „1234546“ oder „admin“? Dann brauchen Sie keepassX nicht. Dieses Programm verwaltet die Passworte, die Sie Angst haben sich nicht merken zu können, zum Beispiel „__das$istEIN??ganzGeh31mesPasswort“. Nachteil: Wer das Master-Passwort vergisst, hat Pech gehabt. Trotzdem sollte man nie, niemals, nie einfach zu erratende Passworte nutzen.

Sie vermissen die Firewallsoftware? Ja. Blöd. Unter UNIX sind alle Ports standardmäßig gesperrt. Im Gegensatz zu WINDOWS. Es gibt UNIX-Firewalls. Auch Virenscanner. Diese Dinge sind eher für zentrale Server notwendig als für Endgeräte wie einen PC oder Laptop. Teilweise Bestandteil von Installationspaketen, wird aber nicht besonders erwähnt.

 

Hakeligkeiten

Auch bei Ubuntu ist nicht alles Gold, was glänzt. Das Installieren von Druckern unter Linux ist teilweise nur mit dem Willen, die Lösung im Internet zu suchen, möglich. Die gute Nachricht ist: Es gibt wahrscheinlich für jeden gängigen Drucker eine Lösung, die über Abarbeiten einer Anleitung realisierbar ist. Es gibt sogar Hersteller, die Linux offiziell unterstützen. Bei meinem CANON MP980 habe ich, trotz nicht vorhandenem Herstellersupport, Drucker und Scanner zum Laufen bekommen, dank der sehr guten Anleitungen aus der UNIX-Community. Da spricht man übrigens auch viel Deutsch.

 

Fazit

Für die Installation des Betriebssystems, der genannten Software, sowie das Finden und Einarbeiten von Lösungen habe ich etwa einen Tag Arbeit gebraucht. Wer nur die Punkte 1 bis 3 benötigt, schafft es in einer Stunde bis zur Anmeldemaske und in zwei bis er loslegen kann. EDV-Neulandbetreter sollten sicherheitshalber vor Installation ihre Kontakte zu kundigen Freunden oder Kindern auffrischen. 😉 Dass eine vollständige Datensicherung vor jeder Systemänderung Pflicht ist, erwähne ich nur der Form halber. Ubuntu kann übrigens WINDOWS-Dateisysteme lesen und schreiben. Anders herum funktioniert das nicht automatisch.

 

Freiheit und Unabhängigkeit waren noch nie etwas, was verschenkt wurde. Heute muss man nicht unbedingt Schmied sein für das Glück. Mit ein paar basalen EDV-Kenntnissen kann man ebenfalls ganz schön weit kommen.

 

P.S.: Wer zocken will, kommt bei Ubuntu nicht zu kurz. Über die proprietäre Plattform Steam lassen sich viele bekannte Spiele auch unter Linux spielen, außerdem gibt es etliche Ports direkt für Linux. Die Anzahl von neuen Spielen, für die es sofort eine Linux Installation gibt, nimmt langsam zu. Auch deshalb, weil Linux weit sparsamer mit den Ressourcen umgeht als WINDOWS. Wenn ich, was nicht oft ist, Zeit dafür habe, dann spiele ich EVE Online oder CIV5.

Fiat L(in)ux! – die Dritte

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Eine gute Möglichkeit, um zu testen, ob das, was man einsetzt, auch bequem genug zu handhaben ist, ist der Urlaub.

Zu diesem Zweck habe ich meine Ubuntu Installation auf einer externen SSD mitgenommen, sowie meinen Lenovo IdeaPad S205, der erstens nicht besonders gut für Ubuntu geeignet ist und zweitens eher zu den leistungsschwachen Systemen zählt. Die externe Platte hat den Vorteil, dass man sich nicht mit dem verstrubbelten BIOS herumschlagen muss, sondern dort nur beim Einschalten die Betriebssystempartition auswählen braucht.

Obwohl der Rechner nur mit einem USB2-Anschluss ausgestattet ist, ging das Starten des Betriebssystems (booten) schneller als WIN7 von der internen Platte. Das Passwort für die Verschlüsselung muss noch auf der internen Tastatur eingegeben werden, danach werden Funk Tastatur/Maus sofort erkannt. Nach dem Anmelden ist man auf dem Desktop, die Symbolleiste befindet sich standardmäßig am rechten Rand.

Die meiste Zeit, die ich im Urlaub am Rechner verbracht habe, ging für das Formatieren eines Textes für die Print-Veröffentlichung drauf. Ich kann an dieser Stelle nur bestätigen und wiederholen, was in jedem Blog zum Thema zu lesen ist:

 

Finger weg von jedweder Formatierung des Textes, es sei denn, dass dieser aus dem benutzten Programm heraus direkt in die Druckvorlage exportiert wird!

 

Wenn man sich überlegt, dass ein Text, bevor er zum Beispiel in ein druckfähiges PDF verwandelt wird, sowieso noch einmal komplett gelesen werden muss, um zum Beispiel die Silbentrennung zu prüfen sowie unschöne Seitenbilder (Stichwort Hurenkinder und Schusterjungen) weitgehend zu vermeiden, dann kann man auch gerade dann, wenn überhaupt notwendig, Formatierungen wie Kursiv oder Fett unterbringen. Oder sich überlegen, wie die Kapitelüberschriften gestaltet werden sollen.

Ich habe diese Arbeiten mit dem frei verfügbaren Programm Scribus gemacht. Damit ich in meinem Blog damit angeben kann. 😉 Abgesehen davon schluckt Scribus ziemlich jedes offene Daten- und Bildformat und ist einigermaßen leicht in den Grundfunktionen zu bedienen. Dazu kommt, dass bei der Ausgabe die Farbprofile von Druckereien mit berücksichtigt werden können – ob das auch in der Realität funktioniert, werde ich demnächst ausprobieren.

Wer mit diesen Arbeiten niemanden beauftragen will, der muss mehrere Arbeitstage einplanen, bis Text und Bild einigermaßen aussehen. Genau wie das Schreiben machen sich auch Satz und Layout nicht von selbst. Mir macht es Spaß, es ist eine weitere Qualitätskontrolle, und die Ergebnisse genügen meinen Ansprüchen:

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Da ich keinen Verlag habe und plane, beim gedruckten Roman alles selbst zu machen bis hin zum Verkauf ohne ISBN und fremde Plattformen, bringt es nichts, darüber zu jammern. Um Yoda zu zitieren: Tu es, oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen.

Zurück zum Thema. Mein Roman hat etwa 600 Taschenbuchseiten, und Scribus war unter WIN7-64bit nicht in der Lage, den Text einzulesen – STACK OVERFLOW. Unter Ubuntu hatte ich keine derartigen Probleme. Mag daran liegen, dass UNIX ein Betriebssystem ist. 😉

Alles in allem haben sowohl Scribus, als auch GIMP und Papyrus Autor (dafür muss WINE installiert sein) ohne Probleme und sehr performant funktioniert. Daher habe ich mich entschieden, den Weg in Richtung eines offenen Betriebssystems weiter zu gehen und die aktuelle Version auf meinem Rechner zu installieren. Darüber mehr im nächsten „Fiat L(in)ux!“ Beitrag.

Fiat L(in)ux! – die Zweite

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Vor einiger Zeit habe ich einen Beitrag verfasst, der zeigt, dass es durchaus möglich ist, seine Daten zumindest ein wenig vor dem Zugriff gutmeinender Werbeschaffender zu verbergen (Link).

Was allerdings, zugegebenermaßen, mit etwas Aufwand sowie der Überwindung der eigenen Trägheit verbunden ist. Also uninteressant für alle, die sich über die Schnüffelpraktiken auch nichtstaatlicher Organisationen gerne aufregen und sich gleichzeitig mit „dass man als Einzelner ja nichts dagegen tun kann, warten wir mal auf die Selbstverantwortung der Industrie“ abgefunden haben.

 

In medias res: Der Wechsel des Betriebssystems (hier nach Ubuntu) bringt es mit sich, dass man auf einige gewohnte Dinge entweder verzichten muss, oder sie an anderer Stelle wiederfindet. Zum Beispiel sind die Fensterbuttons nun links oben statt rechts oben. Mit etwas gutem Willen lässt sich diese Herausforderung aber schon nach kurzer Eingewöhnungszeit meistern. Im Großen und Ganzen ist die Benutzeroberfläche so, wie wir es gewohnt sind.

Generell ist der Umstieg vergleichbar mit dem, was wahrscheinlich jeder kennt, wenn er nach längerer Krankheit nach und nach in seinen normalen Lebensrhythmus zurückzufinden versucht. Die ersten Schritte sind schwer, man muss sich immer wieder zwischen Aufstehen und Liegenbleiben entscheiden.

Beim Schreiben wird da oft von der „Schreibblockade“ geredet. Was kann ich gegen eine Schreibblockade tun? Schreiben! Alle anderen Rezepte sind weniger erfolgversprechend. Es handelt sich also um meine persönliche Entscheidung und nicht um ein Warten auf jemanden, der diese Entscheidung für mich trifft.

 

Ich fahre im Moment zweigleisig, oder heißt es hier „zweiplattig“? 😉

Beim Start des Rechners suche ich mir aus, worauf ich gerade Lust habe. Mit dem Ziel, immer häufiger Lust auf das Neue zu haben.

Es wirkt.

 

Übrigens: Es gibt eine Möglichkeit, Windows abzugewöhnen, nach Hause zu telefonieren. Voraussetzung ist eine Installation, die ich nicht mehr ändern will. Ich packe das Ganze einfach in eine virtuelle Umgebung, und deaktiviere das virtuelle Netzwerkadapter. Damit könnte ich sogar eine XP-Installation, für die es weder Support noch Sicherheitspatches mehr gibt, gewissermaßen ewig und völlig sicher weiter betreiben. Als virtuelle Insel der Seligen. 😉 Funktioniert allerdings nicht für die meisten Spiele. Aber dafür haben wir sowieso keine Zeit.

 

Warum solche Installationen in virtuellen Umgebungen auf einer voll verschlüsselten Linux-Partition gefühlt schneller laufen als wenn sie direkt Zugriff auf die Hardware haben, dafür habe ich keine Erklärung. Wer es weiß, könnte hier vielleicht kurz kommentieren (aber bitte allgemeinverständlich, ohne allzu viele technische Details)?

 

Fiat L(in)ux!

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Prelude

 

Ja, ich kenne mich ein wenig mit IT (zu deutsch: ElektronischeDatenVerwurstung) aus. Gut genug, um das Meiste in den Zeitschriften für Endanwender zu verstehen. Dennoch bin ich froh, wenn diese mir schlicht dient. Und sich nicht selbstständig macht und Dinge tut, die ich nicht will.

Ihr wisst es noch? Schon der alte Göthe sagte

 

Herr, die Not ist groß!

Die ich rief, die Geister

werd ich nun nicht los.

 

Der weltweit am meisten verbreitete EDV Besen kommt von Microsoft und heißt WINDOWS. Obwohl er, wenn man sich im Internet umliest, auch zu den meistgehassten gehört. Ok, viel Feind viel Ehr, könnte man da sagen. Aber wenn das, was dieser Diener mit meinen Daten tut, weder von mir gewollt noch transparent ist, und der Endkundensupport sich auf „dann installieren Sie das Betriebssystem neu“ (und verlieren alle ihre Daten, weil die systemseitigen Backups dann leider nicht mehr wiederherstellbar waren) beschränkt, hört selbst für einen DAU (dümmster anzunehmende User) irgendwann der Spaß auf.

Es gibt zwei Alternativen:

Apple. Man merkt, habe ich gehört, auch heute noch, dass Apple der Vater leicht bedienbarer EDV ist. Bei den Computern hat Apple es vorgemacht. Die iPhones verkaufen sich nicht nur wegen des Statusdenkens ihrer Besitzer so gut. Ich habe weder das eine noch das andere, aber kein Problem, Gutes auch bei anderen zu sehen und anzuerkennen.

Linux. Früher bei den Endanwendern gefürchtet wie das Weihwasser vom Teufel:

  • Da muss ich ja programmieren, bevor ich arbeiten kann!
  • Was soll ich mit X11? Das ist doch keine Windows Oberfläche!
  • Die Programme, mit denen ich mich auskenne, laufen da nicht (zumeist Solitaire 😉 )!

 

Das hat sich im Laufe der letzten 20 Jahre relativiert. Daher stellt sich heute die Frage, welche Programme ich wirklich brauche, und ob die da laufen. Weiterer Vorteil: Linux ist zumeist performanter als – wie hieß das noch?

(Für die, die es wissen wollen: Das Apple OS ist eigentlich auch ein UNIX, genau wie das Smartphone-Betriebssystem Android)

Ich fokussiere mich hier, da wir vom Schreiben reden, auf zwei bekannte Programme aus der Schreibwerkzeugkiste:

  • Papyrus
  • Scrivener

Ausgangspunkt ist zumeist ein Rechner mit installiertem Windows-Betriebssystem.

Die Frage, was denn mit den schon erzeugten Dateien passiert, ist schnell beantwortet: Linux kann in WINDOWS-Dateisystemen lesen und auch schreiben. Im Gegensatz zu Standard-Windows, was keine Linux Daten lesen und schreiben kann.

Die Aufgabe, die ich mir gestellt habe, ist es, mit wenig Aufwand eine Linux Umgebung zum Laufen zu bekommen, in der ich meine Bücher schreiben und mit dem Rest der Welt kommunizieren kann.

In medias res

Das Ziel der Installation ist ein ungenutzter externer Datenträger. Was den Vorteil hat, dass alles, was man schon hat, dort bleibt, wo es ist. Darüber hinaus lässt sich eine Linux-Installation ohne Anpassungen auf fast jeder beliebigen PC Hardware von einem externen Datenträger starten. So muss man dann den Rechner nicht aufschrauben und am Mutterbrett (Mainboard) herumfingern. Wer Knoff Hoff oder einen EDV-kundigen Bekannten hat, kann natürlich andere Wege gehen. 😉

Was folgt, ist ein stichwortartiger Erfahrungsbericht, keine Installationsanleitung (Davon gibt es mehr als genug gute im Internet).

 Schritt 1: Software beschaffen

Ist ganz einfach. Google nach Ubuntu fragen oder eine einschlägige Linux-Zeitschrift kaufen.

Das Gesuchte gibt es zum Beispiel auf http://www.ubuntu.com/desktop.

Zur Information: UBUNTU ist eine sehr weit verbreitete Linux-Variante mit professionellem Versionsmanagement.

Schritt 2: Installation vorbereiten

Erstellen eines startfähigen USB Sticks (wenn man keine bootfähige CD aus Zeitschrift verwenden möchte). Ich habe dafür den Universal-USB-Installer verwendet, der ist eigentlich selbsterklärend (sonst EDV Kumpel fragen).

Sonst: Einlegen des Datenträgers in das Laufwerk

 

Jetzt kommt der interessante Teil! Neustart des Rechners und Auswahl des UBUNTU Installationsmediums im BIOS! Wenn man einen vorkonfigurierten PC besitzt, ist normalerweise das CD/DVD-Laufwerk als erstes Bootmedium definiert – dann muss man nicht mehr machen als die Scheibe einzulegen und den Rechner neu zu starten.

 

Schritt 3: Ansehen

Ja! Ansehen! Nach dem Start vom Installationsmedium gibt es meist die Möglichkeit, das Betriebssystem in einem „Spielmodus“ zu testen. Hierbei werden keinerlei Systemänderungen durchgeführt (es sei denn man tut es explizit auf anderen Datenträgern). Siehe da: Firefox ist bereits im Paket drin, genau wie LibreOffice. Das Standardmailprogramm für die Microsoft-nicht-Liebhaber heißt übrigens Thunderbird und läuft sowohl auf WIN als auch auf vielen anderen Betriebssystemen – natürlich auch auf Linux.

 

Schritt 4: Erstellen des Zielsystems

 

Die einfachste Variante ist es, vom Installationsmedium zu starten (neudeutsch: booten) und den Installationsmodus auszuwählen. Zieldatenträger auszusuchen – hier sollte man sich nicht vertun, da die Installation gnadenlos den Zieldatenträger überschreibt (Backup vor Systemänderung ist immer eine gute Idee) – und anschließend den kompletten Zieldatenträger für die Installation verwenden. Die Linux- Installationsprogramme schlagen im Allgemeinen eine vernünftige Belegung vor, die für jeden Hausgebrauch reichen sollte. Der Zieldatenträger sollte nicht kleiner als 32 GB sein, und, wenn extern, USB 3.0 können. Was sehr gut funktioniert ist eine SSD mit 250 oder 500 GB, am besten eine interne SSD mit externem Gehäuse. Die kann man bei Bedarf dann auch einbauen (lassen). Darauf achten, dass die Datenträger / Gehäuse keine speziellen Netzteile brauchen. Üblicherweise brauchen die gar keines, da der Strom aus der Steckdose, sprich dem USB-Anschluss, kommt.

 

Für die Bereitstellung der Daten sowie die Installation sind etwa zwei Stunden zu veranschlagen, die meiste Zeit wird für das Kopieren der Daten benötigt.

Es ist eine gute Idee sich die Reihenfolge vorher aufzuschreiben. Aber wem sage ich das. Schriftsteller plotten ja sowieso. 😉

Jetzt zur Schreibsoftware.

 

Schritt 5: Scrivener

Lässt sich ganz einfach installieren, da es eine funktionsgleiche Testversion für Linux gibt. Einfach den Downloadlink bei Google suchen (die neueste Version nehmen), anklicken und das Betriebssystem machen lassen – es schlug bei mir direkt die Installation vor.

 

Schritt 6: Papyrus

Papyrus gibt es bisher nicht als native Linux Version. Deshalb muss hier ein Zwischenschritt gegangen werden. Es muss dem Programm weisgemacht werden, dass es unter WINDOWS läuft, damit es sich bei Linux zuhause fühlt. Das geht am leichtesten mit Playonlinux:

 

  1. Playonlinux installieren
  2. Papyrus Autor herunterladen
  3. Über die Playonlinux Oberfläche ein neues virtuelles Laufwerk erstellen und in diesem Papyrus zu Installation aussuchen.
  4. Shortcut auf den Desktop erstellen. Fertig.

 

Bei Fragen: Im Papyrus Forum oder auf der Facebook-Seite der Papyrus-Nutzer nachfragen. Es gibt genug Schreibkollegen, die mit dieser Konfiguration schon lange arbeiten und ihre Erfahrungen gern weitergeben. Unter Linux/Wine läuft Papyrus übrigens gefühlt schneller als unter WINdoof.

Zu guter Letzt: Vorteile und Einschränkungen

 

Vorteile:

 

  • Linux kann WINDOWS Daten lesen und schreiben, man muss also nichts an der alten Umgebung ändern. Wenn es mir nicht gefällt, dann mache ich einfach weiter wie bisher.
  • Ich kann bei Bedarf sowohl die Linux Installation als auch alle Benutzerdaten von Anfang an verschlüsseln. Kostet: nichts.
  • Linux hat üblicherweise keine Firewall und keinen Virenscanner. Hä? Vorteil? Es liegt daran, dass Linux üblicherweise nur die Verbindungen öffnet, die der Anwender braucht, und nicht wie WINDOWS jedes Scheunentor weit aufreißt, um es dann mit weiterer Kaufsoftware wieder rudimentär zu verschließen (ich weiß, dass EDV Profis dass vielleicht anders sehen, aber was das angeht, ist Linux einfach DAU-freundlicher. Darüber hinaus gibt es natürlich auch Firewall und Virenscanner für Linux. Aber 99% der Malware läuft prima unter WINDOWS und ist nicht portabel.).
  • Datenhoheit. Alle reden von Verantwortung für Nutzerdaten. Und alle wollen, dass „irgendwer“ sich darum kümmert. Cooler Ansatz, leider völlig realitätsfern.
  • Sehr große und technisch kompetente Anwendercommunity, auch in Deutschland. Besser als der übliche Endbenutzersupport eines amerikanischen Herstellers für ein weiter verbreitetes Betriebssystem, zumindest meiner persönlichen Erfahrung nach.

 

Nachteile:

 

  • Ich muss etwas aus meiner Komfortzone heraus. Hier gibt es keinen großen Bruder, der alles für mich erledigt und mir das Denken abnimmt.
  • Ich muss selbst ein wenigstens basales Verständnis dafür haben, wie Datenverarbeitung funktioniert.
  • Die Benutzeroberfläche ist nicht ganz wie die WINDOWS-Oberfläche.
  • Drucken. Es ist nicht so, dass man aus Linux heraus nicht drucken kann. Aber es ist so, dass manche Druckerhersteller auf proprietäre Protokolle stehen (warum darf jeder für sich selbst beantworten). Das heißt: Prüfen, ob der vorhandene Drucker es ohne Probleme tun würde. Falls nicht, auf ein kommerzielles Programm zurückgreifen, dass diesen Bullshit handhaben kann. Gibt es, glücklicherweise. Ich weiß, dass ein echter Linux Guru alles zum Laufen bringt, aber mir ist das zu kompliziert. Ich kaufe ja auch bei WIN Programme, die ich brauche. Also keine falsche Scham. Und mein nächster Drucker ist einer, der sich ohne Hilfswerkzeuge mit Linux versteht. Ich bin ja nicht blöd. Alternativ: Solange ich meine Daten im WINDOWS-Dateisystem speichere, kann ich diese natürlich auch unter WINDOWS ausdrucken lassen. Dann halt aus Nostalgie heraus ab und zu zurück.
  • Microsoft Office läuft eigentlich nicht unter Linux. Und das ist der Welt-Nichtstandard. Wer darauf nicht verzichten kann, hätte meinen Beitrag nicht bis hierhin lesen müssen. 😉
  • Generell ist die Auswahl an Programmen für den Endnutzer nicht so groß. Allerdings ist für den hier betrachteten Zweck, zumeist sehr leistungsfähiges dabei, zum Beispiel Firefox, Thunderbird, GIMP, Scribus, …
  • Es gibt kaum Spiele, die unter Linux laufen. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber seit ich schreibe, habe ich kaum noch Zeit zum Daddeln. Aber es werden immer mehr Spiele, da es immer mehr Linux Anwender werden.

 

Fazit

Wer sich bisher mit WINDOWS herumgeschlagen hat und weiß, wie es funktioniert, betritt bei Linux nicht unbedingt Neuland. Solange nur der Rechner gestartet werden soll, man sich anmeldet und dann dem Schreiben widmet. Eine gewisse Einarbeitung ist dennoch notwendig, ein paar Buttons sind an anderer Stelle und die Tastatur-Shortcuts muss man sich ebenfalls neu aneignen. Aber wie heißt es doch so schön: Wer rastet, der rostet.

Die Belohnung besteht darin, eine Wahl zu haben. Sehr demokratisch, wie ich finde.

Wer sich partout nicht von WIN trennen mag, hat übrigens die Möglichkeit, seine Installation als virtuellen Rechner innerhalb der Linux-Umgebung zu starten, zum Beispiel mit Virtualbox. Aber das ist eine andere Geschichte …

 

Disclaimer

Wie immer meine fünf Cent ohne Anspruch auf Wahrheit oder Vollständigkeit. Für fehlgeschlagene Versuche, verlorene Daten und bei Wutanfällen zerstörte Beziehungen oder Gegenstände kann ich keine Haftung übernehmen. In der EDV gilt weiterhin, dass es kein einziges Programm gibt, das intelligenter ist als der Anwender, der es gerade bedient. 😉