Wer interessiert sich für deine Meinung, du Wurm!

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Senkland - SF, Fantasy und der ganze Rest

Neulich war es mal wieder so weit: Ein neues Mitglied schlägt in der Gruppe auf und macht sich unbeliebt. Im Fb-Profil ist alles verborgen, bis auf die unvermeidbar öffentlichen Posts, in diesem Falle ein Titelbild und sonst nichts. Das Profilbild hat eine auffallende Farbe, weshalb es im Dschungel der Kommentare unübersehbar ist. Und schon macht sich wieder mein persönlicher Fluch bemerkbar. Ich kann es nicht lassen, die Kommentare zu lesen, schaue mehrmals täglich rein um zu sehen, wer inzwischen alles beleidigt wurde, und wie die Reaktionen sind.
Irgendjemand gerät mit ihm in Streit und verkündet ärgerlich, dass er den Betreffenden jetzt blockieren wird. Je nun. Das schafft vielleicht Erleichterung, ist aber irgendwie sinnlos, da der Bösewicht es ja nicht mehr wird lesen können. Der Gruppenadministrator schaltet sich ein und mahnt einen freundlicheren Umgangston an. Die Kommentare werden etwas weniger ausfallend, sind aber weiterhin bösartig und – was mir noch viel…

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Gibt es überhaupt noch »Literatur«?

Gibt es überhaupt noch »Literatur«?

Das musste mal gesagt werden. Schön, dass es jemand schön gesagt hat.

Senkland - SF, Fantasy und der ganze Rest

Ich wurde zu meiner Meinung zu »Wannabee«-Autoren gefragt, und die Antwort wurde immer länger, bis ich spontan beschlossen habe, daraus einen Blogartikel zu machen.
Begonnen hatte das ganze – wie auf Fb so oft – mit einem kurzen Austausch auf der Wall eines Freundes, in diesem Falle über Roger Willemsen (mein Favorit) und Peter Sloterdijk (der Favorit des »Kontrahenten«).
Es endete (bisher) mit einem Kommentar zu meinem auf Fb geposteten Artikel zur Charakterentwicklung und der Frage, ob nicht der »längere Text« auf dem absteigenden Ast sei, die Tätigkeit des »Lesens« nur noch ein Wort ohne Inhalt, sowie einem im Hintergrund angedeuteten Bedauern über den Verfall der »Kunst«, in diesem Falle also der Schriftstellerei.
Ob ich eine Meinung dazu hätte?
Habe ich.
Hier also die Antwort:
Ich bin umgeben von Bildungsarroganz aufgewachsen, man könnte es vielleicht auch die typisch deutsche Bewunderung für das »Genie« nennen. Schreiben und gelesen werden durfte nur

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Sketchnotes für Autoren

Sketchnotes für Autoren

Sehr interessante Idee für Plotten und Skizzieren.

Nina C. Hasse

Ich hatte vor ein paar Tagen ein Bild auf Twitter gepostet, auf dem ich mit Sketchnotes plotte. Auf den Beitrag folgten mehrere Reaktionen mit Nachfragen, wie sowas überhaupt geht, so dass ich versprochen habe, einen Artikel zu dem Thema zu schreiben. So, here we go:

Was sind eigentlich Sketchnotes?

Die Bezeichnung ›Sketchnotes‹ stammt von Mike Rohe und setzt sich aus den Wörtern Sketch (zu Deutsch: Skizze) und Note (Notiz) zusammen. Skizzierte bzw. visuelle Notizen also. (Mehr dazu in meiner Rezension zu Mike Rohdes ›Sketchnote Handbuch‹.) Diese können für jeden erdenklichen Zweck genutzt werden: Einkaufszettel, Vortragsnotizen, Brainstorming, Recherchezusammenfassung und eben auch fürs Plotten – ganz unabhängig davon, welche Plotmethode ihr nutzt. Ihr könnt die Drei-Akt-Struktur, das Sieben- oder Acht-Punkte-System oder auch die Heldenreise grafisch darstellen und habt den Vorteil, dass ihr euren Plot auf einen Blick einsehen könnt und euch nicht durch seitenlange Notizen wühlen müsst.

Von der Prämisse bis hin…

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Seid Fair! Wir sind es wert!

Seid Fair! Wir sind es wert!

Sehr gut auf den Punkt gebracht.

chickinwhite

Es ist schon viel dazu gesagt worden, aber es beschäftigt mich immer noch:

In letzter Zeit ist wieder vermehrt über Piraterie auf dem E-Book Markt gesprochen worden. Es sind große Portale geschlossen worden, sogar Strafanzeige wurde erstattet; und ich möchte wetten, dass so mancher mit Abmahnungen rechnen muss, was – hoffentlich! – so richtig teuer wird.

Was mir dabei so ungeheuer aufstößt ist die schlichte Tatsache, dass auf allen Kanälen Kommentare von Nutzern dieser Portale auftauchen, die alle dieselbe Botschaft haben:

„Ihr unterhaltet uns! Aber das ist uns nichts wert!“

(Nicht mal soviel wie der schnelle Kaffee für 3,50 € im billigen Pappbecher, den wir morgens mit auf die Hand nehmen.)

Sind wir Autoren nichts wert? Nichts? Aber auch gar nichts?

Ich frage mich: Warum ist das so?

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Film-Kurzkritik: Valerian

„Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ ist ein Film von Luc Besson. Die meisten Kino- und Fernsehzuschauer dürften „Das fünfte Element“ gesehen haben, der für mich ein Highlight des Popcorn-ScienceFiction-Kinos ist.
Daher bin ich mit recht hohen Erwartungen ins Kino gegangen. Um es vorab zu sagen: Nicht alle sind erfüllt worden.

Der Film ist auf die beiden Protagonisten Valerian und Laureline zugeschnitten. Sie werden mit gewaltigem technischen Aufwand bestmöglich und sehr gelungen in Szene gesetzt. Der Nachteil dieses Schaulaufens ist allerdings, dass viele gute und interessante Randfiguren zu Wasserträgern der Stars degradiert werden. Schade, denn es gibt eine Menge versteckter Stars – und einen, der sich nicht versteckt und in seinem kurzen Auftritt die beiden Hauptdarsteller fast an die Wand spielt.
Die Kostümierung ist, wie bei Luc Besson Space Operas üblich, genial. Es finden sich auch eine Menge augenzwinkernd verfilmter Zitate aus anderen bekannten Filmen, was vollkommen in Ordnung geht.
Der Plot ist vorhersehbar, nach einer Viertelstunde weiß der Zuschauer, was er zu sehen bekommen wird. Trotzdem unterhält der Film über die ganze Länge. Ich finde die Anfangssequenz sehr gut gelungen, da diese mit wenig Aufwand eine wichtige Aussage auf unterhaltsame Art und Weise macht.
So weit, so gut. Die Klischees einer Space Opera mit fantasyhaften Elementen werden bedient, gut aufgelegte Schauspieler führen das Publikum durch eine bunte und skurrile Welt. Warum bin ich also nicht ganz zufrieden?
Weil, meiner Meinung nach, zu wenig Gehirnschmalz in das Drehbuch gesteckt wurde. Der Film hat jede Menge Logikfehler. Zum Beispiel verhalten sich die Akteure in einigen Situationen so, wie es das Klischee ist, was aber komplett im Widerspruch zu dem steht, wie sie bisher agiert haben. Der Plot enthält Löcher, in denen man ein ganzes Sonnensystem unterbringen könnte. Aus meiner Sicht als Schriftsteller ist da einiges handwerklich sehr schlecht gemacht worden. Ein Lektorat hätte aus einem an sich guten Plot einen deutlich besseren machen können. Was die Handlungsstränge und innere Logik angeht, kann der Film dem „fünften Element“ nicht das Wasser reichen. Was ich wirklich ärgerlich finde, denn die verwendeten Ideen hätten das hergegeben.

Fazit:

Valerian ist ein Film, den man sich als Genre-Fan auf jeden Fall ansehen sollte. Aber am Ende bleibt der Eindruck, dass ohne Not eine Menge Potential verschenkt wurde.

… noch ein kleiner Seitenhieb zum Schluss: Warum Valerian Major ist und Laureline nur Sergrant sieht auf den ersten Blick nach dem bekannten Real-Rollenklischee aus, dass die Männer die besseren Jobs haben und der Mann „oben“ zu sein hat. Das wird – meiner Meinung nach – im Film genüsslich demontiert. Warum, wäre ein Spoiler. 😉

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Eine sehr gute Anleitung für Schriftsteller, die unglücklich sein wollen. 😉

MARCUS JOHANUS

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Auf Tor-online.de ist eine interessante Dokumentation veröffentlicht worden: Warum viele Medien Fantasy-Literatur immer noch ignorieren (und warum uns das egal ist). In ihr macht sich Florian Jung auf die Suche nach Gründen dafür, weshalb ausgerechnet Fantasy einen schwierigen Stand im deutschen Feuilleton hat.

Ab spätestens Minute 04:00 bekomme ich bei dem Video das kalte Grausen. Florian Jung interviewt hier Volker Weidermann vom literarischen Quartett. Darauf angesprochen, ob er Autoren wie Kai Meyer, Bernhard Hennen oder Markus Heitz kenne, antwortet er sinngemäß, dass er nie von ihnen gehört habe und unterstellt ihnen indirekt, dass sie ja auch nicht lesenswert seien, denn es gehe ihnen nur um den Plot und nicht darum, literarisch zu sein.

Er definiert literarisch folgendermaßen: »…ähem, Neuerfindung, von … eine neue Art der Darstellung von …, sind Sie sich, dass sie sich, sind Sie daran interessiert …?«

Okay, ich konnte mir das Transkript seines Gestammels nicht verkneifen…

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Was darf Literatur?

Nike Leonhard - Fantasy und Historisches

Vor nicht ganz hundert Jahren stellte Kurt Tucholsky alias Ignaz Wrobel in der Weltbühne die Frage: Was darf Satire? Ich habe in der Vergangenheit verschiedene Diskussionen zu Buchinhalten und zur Autorenverantwortung verfolgt, die mich dazu brachten, mich mit der oben gestellten Frage zu beschäftigen: Was darf Literatur?

Wenn einer bei uns einen guten Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

Literatur scheint eine durchaus negative Sache. Sie wühlt auf. Sie stänkert gegen das Altvertraute. Literatur stellt infrage, beißt, lacht über und pfeift auf alles, was stockt und träge ist.
Dabei ist Literatur eine durchaus positive Sache. Nirgends verrät sich der Charakterlose schneller. Nirgends zeigt sich Gewissenlosigkeit deutlicher als dort, wo Autor respektive Autorin keine Verantwortung für die Wirkung ihrer Werke übernehmen, wo nur „für den Markt“ geschrieben wird und Verlage nur das veröffentlichen, von dem sie sicher zu meinen wissen, dass es sich verkauft.

Im…

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