Film-Kurzkritik: Valerian

„Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ ist ein Film von Luc Besson. Die meisten Kino- und Fernsehzuschauer dürften „Das fünfte Element“ gesehen haben, der für mich ein Highlight des Popcorn-ScienceFiction-Kinos ist.
Daher bin ich mit recht hohen Erwartungen ins Kino gegangen. Um es vorab zu sagen: Nicht alle sind erfüllt worden.

Der Film ist auf die beiden Protagonisten Valerian und Laureline zugeschnitten. Sie werden mit gewaltigem technischen Aufwand bestmöglich und sehr gelungen in Szene gesetzt. Der Nachteil dieses Schaulaufens ist allerdings, dass viele gute und interessante Randfiguren zu Wasserträgern der Stars degradiert werden. Schade, denn es gibt eine Menge versteckter Stars – und einen, der sich nicht versteckt und in seinem kurzen Auftritt die beiden Hauptdarsteller fast an die Wand spielt.
Die Kostümierung ist, wie bei Luc Besson Space Operas üblich, genial. Es finden sich auch eine Menge augenzwinkernd verfilmter Zitate aus anderen bekannten Filmen, was vollkommen in Ordnung geht.
Der Plot ist vorhersehbar, nach einer Viertelstunde weiß der Zuschauer, was er zu sehen bekommen wird. Trotzdem unterhält der Film über die ganze Länge. Ich finde die Anfangssequenz sehr gut gelungen, da diese mit wenig Aufwand eine wichtige Aussage auf unterhaltsame Art und Weise macht.
So weit, so gut. Die Klischees einer Space Opera mit fantasyhaften Elementen werden bedient, gut aufgelegte Schauspieler führen das Publikum durch eine bunte und skurrile Welt. Warum bin ich also nicht ganz zufrieden?
Weil, meiner Meinung nach, zu wenig Gehirnschmalz in das Drehbuch gesteckt wurde. Der Film hat jede Menge Logikfehler. Zum Beispiel verhalten sich die Akteure in einigen Situationen so, wie es das Klischee ist, was aber komplett im Widerspruch zu dem steht, wie sie bisher agiert haben. Der Plot enthält Löcher, in denen man ein ganzes Sonnensystem unterbringen könnte. Aus meiner Sicht als Schriftsteller ist da einiges handwerklich sehr schlecht gemacht worden. Ein Lektorat hätte aus einem an sich guten Plot einen deutlich besseren machen können. Was die Handlungsstränge und innere Logik angeht, kann der Film dem „fünften Element“ nicht das Wasser reichen. Was ich wirklich ärgerlich finde, denn die verwendeten Ideen hätten das hergegeben.

Fazit:

Valerian ist ein Film, den man sich als Genre-Fan auf jeden Fall ansehen sollte. Aber am Ende bleibt der Eindruck, dass ohne Not eine Menge Potential verschenkt wurde.

… noch ein kleiner Seitenhieb zum Schluss: Warum Valerian Major ist und Laureline nur Sergrant sieht auf den ersten Blick nach dem bekannten Real-Rollenklischee aus, dass die Männer die besseren Jobs haben und der Mann „oben“ zu sein hat. Das wird – meiner Meinung nach – im Film genüsslich demontiert. Warum, wäre ein Spoiler. 😉

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Der Geist der Zukunft(AT) – Status 170728

Die vorletzte Überarbeitungsrunde ist geschafft. Plus ein Durchgang mit der automatischen Rechtschreibprüfung von Papyrus. Gefühlt ist das meiste, was als Fehler markiert wurde, alte (und unter bestimmten Umständen von mir bevorzugte) Rechtschreibung.

Falls jemand die „90%“-Version vorab lesen und rezensieren möchte: Ich nehme Bewerbungen entgegen.

Coverseitig habe ich dieses Mal meine Fühler nach Profis ausgestreckt. Ich bin sehr gespannt, ob da etwas zustande kommt.

 


Halteseile wurden heruntergelassen. Unter dem Kommando eines Wächters zogen die Bodenmannschaften das Luftschiff schnell und sicher auf das improvisierte Landegestell.

Die Schleuse zum Passagierraum öffnete sich, Bischof Marek trat heraus und blinzelte in das Sonnenlicht. Dann ging er die Rampe hinunter. Jeremias, ein bischöflicher Wächter, kam ihm entgegen. „Es ist alles gemäß deiner Anweisungen erledigt worden.“ Er zeigte auf die wartenden Personen. Jan und vier Wächter standen hinter einer Trage, auf der Kaija dick eingepackt lag. Neben ihr war Eisenhard, der die angebrachte Infusionsanordnung und den Scanner nicht aus den Augen ließ.
„Wo sind die anderen Verdächtigen?“, wollte Marek wissen.
Jeremias wies auf das nächstliegende Haus. „Wir haben nur die Köpfe hier. Nach Absprache zwischen mir und Jan organisiert die Gemeinschaft des Rades unter Aufsicht die Unterbringung der Flüchtlinge. Wir wollten die Lage nicht dadurch verkomplizieren, dass Fremde sich kümmern. Die Menschen haben alles verloren außer dem Leben. Sie sind traumatisiert. Sie werden Beistand brauchen.“
„Wir werden sehen. Bringt Kaija in das Luftschiff.“ Marek trat zur Seite, um die Wachen, Kaija und Eisenhard vorbeizulassen.
Eisenhard nickte ihm kurz dankbar zu und verschwand mit den anderen im Luftschiff. Marek winkte Jan zu sich.
„Können wir reden?“, fragte Jan.
Marek schüttelte den Kopf. „Nicht unter vier Augen. Tut mir leid.“
„Ich brauche ein paar Entscheidungen. Die anderen haben mich gebeten, für sie zu sprechen“, erklärte Jan.
Mareks Blick bat um Verständnis. „Das ist gut. Aber die Vereinigten Kirchen werden in der aktuellen Situation nicht mehr von mir vertreten.“

Am Eingang des Luftschiffes erschien eine schwarze Kutte. Die Person darin schritt langsam, ohne zu zögern, die Rampe hinunter. Die in den Ärmeln verborgenen Hände bewegten sich zur Kapuze hin und zogen sie sanft nach hinten. Zum Vorschein kam der Kopf einer jungen erwachsenen Afrikanerin, der eine Schätzung des Alters schwer machte, da er kahl rasiert war. Auch die Augenbrauen fehlten.
Jan blinzelte überrascht. „Verdammt jung. Was will die hier?“, fragte er leise.
Marek wartete, bis die Frau fast bei ihnen war. Dann stellte er sie vor, indem er sie ansprach. „Kaija Neran ist unter Bewachung an Bord. Kann das Luftschiff starten, Inquisitorin Imara?“
Jan starrte Marek ungläubig an. „Inquisitorin? Dieses Mäd…“, raunte er.
Imara drehte sich halb um und gab dem Piloten ein kurzes Handzeichen. Die Türen wurden geschlossen. Jeremias rief nach den Bodenmannschaften.
Sie wandte sich Jan zu. „Du bist…“
Jan fing sich. „Jan Lee. Jan, wenn es genehm ist.“ Er deutete eine Verbeugung an. „Ich bin als Sprecher der Überlebenden von Ulm benannt worden.“
„Was weißt du über die gestrige Vernichtung des Luftschiffes des Direktorates?“
„Ich habe die vom Frachtschiff zur Verfügung gestellte Waffe ausgelöst.“ Ohne die Miene zu verziehen, fuhr er fort. „Es war die großartigste Explosion, die ich in meinem Leben gesehen habe.“
Marek schloss die Augen, bedeckte sie mit der linken Hand, atmete tief ein und aus. Imara sah Jan unbeeindruckt an. Ein kalter Windstoß ließ ihre Kutte flattern. Sie selbst stand unbeweglich wie eine Statue aus poliertem schwarzem Granit.
Nach einer unendlichen Minute senkte Jan den Blick. „Ich bitte um Entschuldigung für die Entgleisung. Nicht für die Tat. Ich habe, wie alle, die hier angekommen sind, viele Freunde und Bekannte in Ulm verloren. Ich habe mich meiner Rolle als Unterhändler der Überlebenden nicht würdig erwiesen. Darf ich einen weiteren Versuch wagen?“
„Einen.“

Das ist ein etwas längeres Zitat aus „Spes Impavida“, dem zweiten Teil. Die eigentliche Vorstellung einer meiner Protagonisten: Imara Socotada. Sie wird, soweit ich es mitbekommen habe, in der Leserschaft sehr kontrovers diskutiert. 😉
Aus meiner Sicht als Schreiber ist Imara besonders interessant, weil sie die Trägerin von etwas ist, was man am besten mit „Andersartigkeit“ und „Flexibilität“ beschreiben kann. Und weil sie oft ein Rollenverhalten an den Tag legt, welches man eher von männlichen Protagonisten erwarten würde. 😉

Der Weltenbau erscheint auf den ersten Blick sehr nahe an dem, was wir kennen und jeden Tag erleben. Aber er ist es nicht. Der Letzte Krieg hat vieles verändert. Insbesondere die Einstellung der Menschen zu bestimmten Aspekten des Lebens und Sterbens ist verschoben auf eine Art, die wir uns als westliche Zivilgesellschaft möglicherweise nicht wirklich wünschen würden. Das ist eine Hürde, die der Leser nehmen muss. Denn für meine Protagonisten ist die Welt so, wie sie ist. Sie haben kein Interesse daran, sie anderen zu erklären oder sich dafür zu entschuldigen.

 

Der Geist der Zukunft(AT) – Status 170723

ryek

Der vorletzte geplante Überarbeitungslauf nähert sich dem Ende. Zeit, ein paar Worte über etwas zu verlieren, was meiner Meinung nach notwendig ist, um einen Roman zu schreiben: Inspiration.

Dass der größte Teil einer zufriedenstellenden Arbeit nicht Inspiration, sondern Transpiration ist, haben die meisten Autoren schon wahrscheinlich selbst erlebt. Spätestens bei der Überarbeitung. 😉

Wozu also Inspiration? Weil es für alles, was jemand tut, einen Auslöser gibt. Bezogen auf das Schreiben: Warum schreibe ich gerade diese Geschichte? Warum schreibe ich sie gerade so, wie ich sie gerade schreibe? Der sichtbare Teil ist der Plot, die erzählte Geschichte. Der für den Leser unsichtbare Teil ist die Idee, die es gebraucht hat, um dem Plot die Höhepunkte zu geben, die die Geschichte hat. Sie ist der „Kitt“, der die Teile zusammenhält und das zugrundeliegende Motiv. Das nenne ich in diesem Zusammenhang Inspiration. Es kann ein eigenes Erlebnis sein, ein Bild, was man betrachtet, eine Nachrichtensendung. Oder irgendetwas anderes, was einen Eindruck beim Autor hinterlässt.

Der dritte Teil meiner dystopischen Saga „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ bildet einen finsteren Höhepunkt. Ich kann an dieser Stelle schon einmal den Klappentext-Entwurf spoilern:

Drei Erwachsenen und zehn Kindern/Jugendlichen ist die Flucht von der Erde geglückt. Nach fast zwei Jahren Odyssee durch das Sonnensystem haben sie den Tranportknoten passiert, befinden sich nun im Gebiet der Liga der Raumfahrenden Völker. Doch das Direktorat der Erde hat einen langen Arm: die Händler, die seit einem halben Jahrtausend von der Ausbeutung der Erde profitieren. Die Auseinandersetzung, vor der die Reisenden hofften, sich auf Zeit in Sicherheit zu bringen, folgt ihnen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Yu-xarren Händler in die schmutzigen Geschäfte mit der Erde verwickelt sind.
Auch für die auf der Erde zurückgelassenen Freunde wird es härter. Ein völlig unerwarteter Spieler tritt auf den Plan und fordert nicht weniger als alles.

Die grobe Richtung, in die sich die Saga entwickelt, hatte ich im Kopf, bevor ich den zweiten Teil fertiggestellt hatte. Aber eben nicht alles. Mir fehlten Details, Ideen für eine Nebenhandlung und für …
Eine große Frage war: Welche meiner Protagonisten kann/muss ich opfern, damit es weitergeht? Hört sich erst einmal seltsam an, aber eine längere Erzählung lebt auch davon, dass bekannte Figuren abtreten, neue hinzukommen und bisher weniger bekannte eine Chance bekommen. Nachdem das geklärt war, kam die nächste Frage: Wie setze ich das in Szene?

Wenn ich schreibe, dann sitze ich üblicherweise allein vor dem Computer. Ich mag da keine Ablenkung, keine Musik. Hinter dem Monitor sehe ich in die Ecke einer weißen Wand. Das inspiriert mich nicht. Es sorgt dafür, dass ich nicht abgelenkt werde.

Eine meiner Inspirationen zu diesem Roman:
Jeder kennt Ohrwürmer. Melodien und Texte, die nachhallen und so etwas wie ein Thema für den eigenen zu schreibenden Text darstellen. Nicht exakt wie in den Lyrics, aber nahe genug dran. Sehr nahe dran.
Beim Sinnieren über den Plot haben mich insbesondere einige ältere Titel der A-capella-Metaller von „Van Canto“ inspiriert, zum Beispiel die Ballade von der letzten Nacht der Könige. Sie passen perfekt zu einigen der düstersten Szenen, die ich in diesem Buch geschrieben habe.

You have been warned.

NAS oder trocken

©Ryek Darkener 2017

Hallo zusammen!

Heute einmal etwas nerdiges:

Backup und NAS

Datensicherung ist so etwas wie eine Versicherung. Wir zahlen Geld für etwas, was wir hoffentlich nie brauchen werden. Wenn man mehrere Rechner, Smartphones, Tablets usw. im Hause hat, wachsen die Anforderungen. Zum einen möchte man vielleicht überall seine Daten aktuell haben. Zum anderen sollen sie auch dann verfügbar sein, wenn ein Gerät zum Beispiel den Geist aufgibt, gestohlen wird, was auch immer. Und man will vielleicht auch auf frühere Versionen, zum Beispiel eines Textes zugreifen. Wer nicht der hundertprozentigen Verfügbarkeit einer Cloud vertraut, wird irgendwann nicht umhinkommen, sich Gedanken über die Verwaltung seiner Daten an einem Ort innerhalb der eigenen Behausung zu machen, der unabhängig von den Geräten ist, auf denen diese Daten genutzt werden. Hochgestochen heißt das heutzutage in Deutschland Home-Cloud. Was sich technisch dahinter verbirgt, sind (mindestens) eine Festplatte, die in ein externes Gehäuse eingebaut ist, das einen kleinen Computer beherbergt, dessen einzige Aufgabe darin besteht, diese Daten zu verwalten und im Heimnetz zur Verfügung zu stellen. Ein netzwerkangeschlossener Datenspeicher, kurz NAS (Network Attached Storage). (Ich liebe Schachtelsätze 😉 )

Vor ein paar Wochen bin ich da eingestiegen. Ich habe mir ein NAS-Gehäuse (siehe Foto) sowie zwei Festplatten a’ 6TByte beschafft. Das Gehäuse kostet um 200 EUR (Synology DS216j), die Platten pro Stück etwa 250 EUR. Geht auch kleiner und preiswerter bei den Platten, aber die Rechenzentrumsfestplatten sind, im Gegensatz zu den PC-Varianten, für 7×24 Stunden Betrieb ausgelegt. Umgelegt auf eine zehnjährige Nutzungsdauer kann man sein Geld auch schlechter anlegen.

Die Montage ist denkbar einfach. Gehäuse öffnen, Platten einschieben und mit den mitgelieferten Schrauben fixieren, Gehäuse zu, Strom und Netzwerkkabel einstecken und anschalten. Die Benutzeroberfläche ist über einen Webbrowser erreichbar und die Grundkonfiguration einfach. Wer es bis dahin geschafft hat, kann mindestens seine Daten, nachdem das Netzlaufwerk zum Beispiel mit dem PC verbunden ist, mit Cut&Paste im Dateibrowser sichern.
Tipp: Nicht Cut&Paste in das Browserfenster der NAS-Administration machen. Das Gerät geht in Sekunden in die Knie, was die Datenübertragungsrate angeht. Das Admin-Webfenster ist – meiner Erfahrung nach – wirklich nur für administrative Aufgaben geeignet. Und das ist, nachdem ich umfänglich mit dem Synology-Suport zu tun hatte und sogar das Gehäuse getauscht bekam, kein Hardwareproblem.
Wenn man die Dateibrowserfenster seines Computers nutzt, bekommt man sehr akzeptable Übertragungsraten (bei mir bis 50 MB/s), was für den Hausgebrauch völlig ausreicht. Das von mir beschaffte NAS ist eines der kleinsten Geräte, mit zwei Einschüben für Festplatten. Ich nutze nicht 12 TB, sondern spiegele die Platten, was bei einem Hardwaredefekt den Vorteil hat, weiterarbeiten zu können. Oder seine Daten zu behalten, bis eine Ersatzplatte gekauft wurde. Zum Tausch mus das NAS ausgeschaltet werden, es gibt aber höherpreisige Geräte, die einen Plattentausch im laufenden Betrieb zulassen (Hot-Swap, für die, die das wissen wollten, sich aber nicht zu fragen trauten 😉 ). Mache ich vielleicht, wenn ich mir das von meinen Buch-Einnahmen leisten kann.

Es folgt an dieser Stelle KEINE Anleitung was sonst noch alles geht, und auch KEINE Übersicht über weiter Funktionen des NAS wie Mediaserver, Webhosting usw. Einfach deshalb, weil sich jeder selbst in das einarbeiten sollte, was er braucht. Wissen tut nicht weh und schadet meist auch nicht. Wer nicht die Zeit oder Lust hat, hat doch eine|n Freund/Freundin Lebens(Abschnitts)Partner/in oder Bekannten, der/die gerne hilft (heutzutage kennt doch jeder jemanden, der EDV kann 😉 ).

Backup Software:
Nachdem ich mich mehrere Tage mit dem von Synology angebotenem Backup-Client herumgeschlagen habe, meine Meinung für WIN und UNIX: Finger weg. Die angebotene Software ist fast vollkommen unbrauchbar. Datensicherungen dauern Tage, wo andere Programme Stunden benötigen. Und das intuitive Finden gesicherter Daten ist mir nicht gelungen. Für einen DAU (dümmsten anzunehmenden User) – also mich – ist das nix.
An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass mein Ansprechpartner im Synology Support sich wirklich Zeit genommen und immer schnell und kompetent auf meine Mails geantwortet hat. Am Support liegt es also definitiv nicht, dass der Backup-Client nichts taugt.
Für die heimischen Windows-Rechner (denen ich nach Möglichkeit aus dem Weg gehe) nutze ich zur Zeit die Umsonst-Version von Macrium Reflect, was zum Beispiel den Vorteil hat, dass sich jede einzelne Datensicherung als Netzlaufwerk mounten lässt (ist bereits im „Rechte-Maustaste-Menu“ integriert, wenn man einen Sicherungscontainer anklickt). Dann kann man mit der Suchfunktion nach seinen Daten fischen.
Unter UNIX ist selbst die vorinstallierte Backup-Software ist um Welten schneller als besagter Client.
Ob man das NAS mountet oder über ssh seine Daten sichert, ist Geschmacksache. Allerdings sind Mounts anfällig gegen Trojaner und Viren. Oder gegen Krypto-Malware. Betriebssystem-unabhängig.

Wenn ihr mal zwei Millionen Dateien vom NAS löschen müsst, geht davon aus, dass das etwas länger dauert. Hier sind die Grenzen einer kleinen CPU mit wenig Hauptspeicher, die eine Datenbank bedienen muss. Aber das sollte im Allgemeinen nur währen der Testphase vorkommen. Im laufenden Betrieb sorgen eure Backup-Programme dafür, dass überflüssige Dateien im Papierkorb landen, und auf dem NAS lässt sich konfigurieren, wann und wie der Papierkorb geleert werden soll. Da habt ihr auch noch ein paar Tage die Chance, nachzusehen, ob tatsächlich gelöscht werden soll. 😉

Fazit: Wer wichtige Daten hat (und das hat eigentlich jeder, der diesen Beitrag liest), sollte sich Gedanken darüber machen, wo und wie er diese dauerhaft vor Verlust schützt. Wem die angebotenen Cloud-Speicher nicht ausreichen, der sollte – besonders wenn es ein Familien-Netzwerk zu administrieren gibt, die Anschaffung eines NAS ernsthaft in Erwägung ziehen.
Wirklich wichtige Daten sollten außerdem an einem Ort gelagert werden, der nicht permanent mit dem Rechner/dem Netzwerk verbunden ist.

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

„Inspektor Mops – Common Sense“ bei Lovelybooks

©Ryek Darkener 2017

Den meisten Autoren dürfte LovelyBooks ein bekannter Begriff sein. Auf dieser Plattform rezensieren Leser die Bücher, die sie gelesen haben, und bewerben sich um Bücher, die von Autoren oder Verlagen zur Rezension zur Verfügung gestellt werden. Gegenüber teilweise immer noch vorhandener Meinung muss der Autor nicht zwingend bei einem Verlag veröffentlichen, um hier als Autor geführt zu werden. Allerdings ist die Sichtbarkeit von Indie-Büchern deutlich geringer als die von Verlagsprodukten.
Für mich als jemanden, der kein Monster-Werbebudget hat, ist es dennoch eine gute Möglichkeit, an Rezensionen zu kommen. Abgesehen davon ergeben sich oft interessante Dialoge, da die Leserundenteilnehmer die Möglichkeit nutzen, mehr über den Autor, seine Bücher und Hintergründe der Geschichte zu erfahren.
Mit „Inspektor Mops – Common Sense“ habe ich meine dritte Leserunde bei LovelyBooks veranstaltet. Trotz der Vielfalt der angebotenen Titel haben sich sechs Interessenten gefunden (Interessent ist bei mir genderneutral gemeint, bezogen auf Lesen müsste es eigentlich Femininum sein 😉 ).
Gegenüber der Leserunde, die ich vor etwa zwei Jahren veranstaltet habe, war mein Eindruck, dass die Kommunikation zwischen Leser und Autor nachgelassen hat. Es gibt immer weniger Leser, die sich die Zeit nehmen, mehr als die Rezension zu schreiben, was ich persönlich schade finde. Gefühlt scheint es daran zu liegen, dass die Zeit, die Leser mit einem bestimmten Buch verbringen, abnimmt. Entweder weil im Tageschäft einfach wenig Zeit übrigbleibt (Beruf, Familie), oder weil möglichst viele Bücher gelesen werden wollen. Das bemerke ich auch häufig auf den sogenannten sozialen Medien – der Trend geht zur Vereinzelung oder zur Mitgliedschaft in Kuschelgruppen.

Wie auch immer: Ich hatte einen sehr anregenden Dialog mit einer Leserin, sowie drei sehr positive Rezensionen, die entweder bei LovelyBooks und/oder auf den Buchverkaufsplattformen nachzulesen sind. Dafür an dieser Stelle meinen herzlichen Dank!

Für mich war die Leserunde auf jeden Fall eine positive Erfahrung. Daher habe ich vor, den dritten Teil meiner Dystopie „aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ ebenfalls bei LovelyBooks lesen zu lassen.

 

Federteufel Workshop in Esslingen 1. und 2. Juli 2017

Es gibt Dinge, die macht man am besten im Präsens. Zum Beispiel Workshops. Am 1. und 2. Juli stand der zweite der Federteufel an. Wer es nicht weiß: Die Federteufel sind ein kleines Forum am Rande der Sichtbarkeit, in das sich eine Gruppe unermüdlicher Schriftsteller und solche, die es werden wollen, zurückziehen, um ihren Werken den Rest letzten Schliff zu geben. Neben dem allseits beliebten Rost für Textausschnitte, an denen das Teufelsvolk sachliche Kritik zu üben hat, schlummern in den unteren Gewölben eiserne Jungfrauen Charaktercouches gleich neben dem Plotlochreservoir, links neben dem Kohlenkeller. Wer hier eintritt, lässt jede Hoffnung fahren. 😉

Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Die Altteufel helfen gerne den neu hinzugekommenen Schreiberseelen mit Tips und Tricks, insbesondere zum angewandten Handwerk des Schreibens. Voraussetzung für ein gutes Miteinander ist der Wunsch, das Schreiben ernsthaft zu betreiben und besser werden zu wollen.

Da der erste Workshop in 2016 ein voller Erfolg war, trafen sich auch in diesem Jahr alle, die Zeit und Lust hatten, im Kulturzentrum Dieselstraße in Esslingen. Schwerpunkt waren am ersten Tag die mitgebrachten Exposees und Textabschnitte, die durchleuchtet und diskutiert wurden. Jeder, der etwas vorgestellt hat, hat jede Menge Anregungen erhalten. Für die Leser war es interessant, über den eigenen Genre-Rand hinauszuschauen, was es sonst noch an lesenswerten Stoffen gibt. Young Adult, Krimis verschiedener Fachrichtungen, Fantasy, Dystopie. Auch die Sinne kamen nicht zu kurz. Kulinarischer Höhepunkt beim Schoko-Experten-Workshop war die Beantwortung der Frage, welcher Wein denn am besten zu welcher Schweizer Schokolade passt – es gab sehr befriedigende Antworten. Gefolgt von einem Vortrag von Lupa zum Thema Beschreibungen.

Dem Ende des offiziellen Teils folgte ein Abendessen. Meinungen und Informationen zu geplanten und veröffentlichten Texten wurden ausgetauscht. Ich kann für mich sagen, dass es mich freut und motiviert, dass eine meiner wichtigsten Protagonisten – Imara Socotada – bei den Autorenkollegen sehr unterschiedlich gesehen wird. Es gab zu einem anderen Kollegentext emotionale Diskussionen über einen Protagonisten, mit dessen frühem und plotgerechtem Ableben nicht jeder einverstanden war. Da existieren durchaus genrespezifische Unterschiede in der Anschauungsweise.

Am Sonntag, nach ausgiebigen Frühstück, gab es einen Vortrag von Mooncat zum Thema Plotlöcher. Nun wissen wir alle, wie man die einsetzt. 😉 Anschließend stellte uns Trallala Selfpublishing am Beispiel Amazon vor.

Dann wurde es ernst. Trallala scheuchte die Autoren in zufälliger Reihenfolge nacheinander auf die Bühne, wo sie, mit Scheinwerferlicht im Gesicht und Mikrofon im Mund (ok, in der Nähe des Mundes) ihren Text wie bei einer Lesung vortragen mussten. Sehr erhellend. 😉 Besonders die anschließende Manöverkritik. Alle Texte waren interessant, bei manchem Vortrag blieb nur die Frage offen, warum der Autor damit nicht sein Geld verdient. Nicht nur mit dem Text, sondern auch mit absolut professionellen Vortrag. Ich sage nur das eine: Dackelbowle!

Das Ende der Veranstaltung bildete der längere Ausklang, in dem über #litcamp17 berichtet wurde sowie geplante Aktivitäten im Federteufel-Forum zur Diskussion anstanden.

Ich glaube für alle sprechen zu können, wenn ich behaupte, dass wie im letzten Jahr eine Menge interessanter Informationen und Standpunkte vorgetragen wurden. Ich wünsche mir, dass der Workshop im nächsten Jahr wieder stattfindet.

 

 

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Eine sehr gute Anleitung für Schriftsteller, die unglücklich sein wollen. 😉

MARCUS JOHANUS

Versuche nicht krampfhaft, dich von »der Masse« abzuheben

Auf Tor-online.de ist eine interessante Dokumentation veröffentlicht worden: Warum viele Medien Fantasy-Literatur immer noch ignorieren (und warum uns das egal ist). In ihr macht sich Florian Jung auf die Suche nach Gründen dafür, weshalb ausgerechnet Fantasy einen schwierigen Stand im deutschen Feuilleton hat.

Ab spätestens Minute 04:00 bekomme ich bei dem Video das kalte Grausen. Florian Jung interviewt hier Volker Weidermann vom literarischen Quartett. Darauf angesprochen, ob er Autoren wie Kai Meyer, Bernhard Hennen oder Markus Heitz kenne, antwortet er sinngemäß, dass er nie von ihnen gehört habe und unterstellt ihnen indirekt, dass sie ja auch nicht lesenswert seien, denn es gehe ihnen nur um den Plot und nicht darum, literarisch zu sein.

Er definiert literarisch folgendermaßen: »…ähem, Neuerfindung, von … eine neue Art der Darstellung von …, sind Sie sich, dass sie sich, sind Sie daran interessiert …?«

Okay, ich konnte mir das Transkript seines Gestammels nicht verkneifen…

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