Vielfalt gerne – aber mit Augenmaß

©Ryek Darkener 2016

Nachdem mich im NaNoWriMo die Textflaute erwischt hat, spendiere ich zum Ausgleich eine Szene aus Monstra Coelorum, mit begleitenden Text.
Es gibt zur Zeit etliche interessante Beiträge mit dem Thema die Rollen von Mann und Frau in der Handlung von Romanen zu hinterfragen und sich im Sinne von Realismus und Gleichberechtigung vom Altbewährten zu lösen, auch andere Teile einer globaler werdenden Gesellschaft wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben. Menschen unterschiedlicher Hautfarben, aus anderen Kulturen, Menschen deren Geschlecht nicht zwingend männlich oder weiblich ist, und so weiter.
Bei allem Enthusiasmus ist das, für mich, eine Sache, die sich nicht als Zwang manifestieren sollte. Weil sonst aus einer guten Absicht heraus schnell etwas gut gemeintes werden könnte. Die erzählte Geschichte lebt durch die Interaktion der Charaktere, und für die gilt nun einmal nicht der Proporz, sondern die Handlung, die zu den handelnden Personen passt. Mit einem anderen Ansatz ist weder der Geschichte noch dem Leser noch dem Thema geholfen.
Wer Zugang hat und es kann, dem bieten sich viele Möglichkeiten, Texte zu schreiben, die bisher aufgrund der Konstellationen kaum Akzeptanz fanden.
Das heißt nicht, dass die bisherigen Muster außen vor sind. Im Gegenteil. Hier kann man – vorsichtig – den eigenen Horizont und den des Lesers erweitern, indem man den Mut aufbringt, mit eigenen Berührungsängsten zu spielen. Irgendwo ist jeder Schriftsteller ein Teil seiner Protagonisten. Das macht sowohl den Text als auch den Autor authentischer. Als Möglichkeiten bieten sich hier sowohl der Weltenbau als auch der Subtext an. Was, wenn die Protagonisten zum Beispiel aus einer Welt kommen, in denen es eine Reglementierung bezüglich der Nachkommenschaft gab? Bestimmte Dinge ergeben sich dann wie von selbst.

Hier ein Beispiel:

Rabea klopfte an die Tür des Blockhauses.
„Herein!“, forderte eine jugendliche Stimme sie auf.
Rabea trat ein. Der Raum war aufgeräumt, hell und freundlich. Ein spartanischer Büroraum, einige Aktenschränke, ein Schreibtisch mit Datenkabinett und ein paar Sitzgelegenheiten, Der junge dunkelhaarige kräftige Mann, der am Schreibtisch auf einer Decke saß, die über Sitz und Stuhllehnen gelegt war, machte eine einladende Handbewegung und lächelte sie offen an.
„Ich bin Katsu. Nimm bitte Platz. Ich mag es nicht, wenn die Leute auf mich herabsehen. Verrätst du mir deinen Namen und wo du herkommst?“
„Rabea Weiser. Wien. Erde. Sol.“ Sie erwiderte das Lächeln. „Na ja, nicht direkt. Ich wurde in Nargala untergebracht, in der Nähe der Carinaeischen Botschaft.“
„Das habe ich aus den Nachrichten erfahren. Die Ankunft der Reisenden, wie man euch genannt hat, hat bei uns im Menschenreservat einiges Aufsehen verursacht. Aber zu einer offiziellen Kontaktaufnahme hat man sich bisher nicht durchringen können.“
Rabea schloss die Tür, hängte ihre Jacke an die Garderobe, kam zu Katsu und setzte sich auf den gepolsterten Stuhl auf der anderen Seite des Schreibtisches.
„Das erinnert mich an zu Hause. Irgendwie“, gab sie zu.
Katsu sah sie interessiert an. „Ihr kommt tatsächlich von der Erde?“
„Ja. Ist das so ungewöhnlich?“
„Allerdings. Das letzte Mal hatten wir vor … über 500 Jahren der irdischen Zeitrechnung Besuch von der Erde erhalten. Einer der sogenannten Stifter. So steht es zumindest in unseren Geschichtsbüchern.“
„Ein Stifter? Welcher? Was wollte der denn von euch?“
„So weit überliefert wollte er, dass wir zur Erde zurückkehren.“
Rabea war erstaunt. „Warum?“
„Im Letzten Krieg sind alle nicht im irdischen Sonnensystem lebenden Menschen hier interniert worden. Sowie einige wenige Erdenmenschen, die sich am Letzten Krieg nicht beteiligen wollten. Der Stifter hatte wohl gehofft, dass genug von uns nicht von Virdin Maxfords Geschenk infiziert worden wären. Er hat sich geirrt.“
„Ihr nehmt Palliativum?“
Katsu schüttelte entschieden den Kopf. „Nein. Das tun wir nicht. Der Preis der Abhängigkeit von den Yu-xarren Händlern ist uns zu hoch gewesen.“ Er lächelte schräg. „Du hast bestimmt schon von den Yu-xarren gehört?“
„Sicher.“
„Die müssen schon damals keine Freunde gehabt haben. Niemand macht mit denen gern Geschäfte. Heißt es. Es sei denn schmutzige. Heißt es.“
„Aber …“ Rabea suchte nach den passenden Worten. „Das bedeutet, dass ihr fremde Kinder zulasst? Seit Jahrhunderten? Und die Metamorphose?“
„Ja. Es war damals die mehrheitliche Entscheidung, nicht den Weg der Erde zu gehen. Wir hatten große Angst. Ob wir dem Hass auf das Fremde, der die Erde beinahe vernichtet hatte, widerstehen könnten. Aber noch mehr Angst hatten wir vor einer Versklavung durch die Yu-xarren. Einige wenige, die sich für das Palliativum entschieden, sind mit dem Stifter auf die Erde zurückgekehrt. Wir haben unserer Entwicklung eine andere Richtung gegeben. Es gab und gibt hier keine Bewertungsverfahren. Ungefähr ein Drittel der Nachkommen einer rein irdisch-menschlichen Verbindung ist nicht-irdisch. Durch freiwillige Zuchtwahl haben wir unsere Gesellschaft stabilisiert und das Durchschnittsalter erhöht. Es ist bei uns üblich, sein Leben selbst beenden zu dürfen, wenn der Zeitpunkt der nicht durchführbaren Umwandlung gekommen ist. Ein schneller, sauberer Tod, statt der jahrelangen Abhängigkeit von einem Medikament und dessen Händlern.“ Katsu lächelte selbstbewusst. „Keine Versteigerungen um der Erhaltung der Art willen. Jedes Lebewesen, das hier geboren wird, ist ein willkommenes Geschenk.“
Rabea konnte ihren Unglauben nicht verbergen. „Ich bitte um Nachsicht, aber das hört sich für mich wie ein Märchen an.“
„Wir haben mittlerweile Jahrhunderte Erfahrung mit diesem märchenhaften Konzept. Es hat sich ausgezahlt. Alle hier Lebenden genießen vollständige Freizügigkeit im Gebiet der Liga, wenn sie es wollen.“ Seine Augen glänzten stolz. „Wir haben unsere Schulden bei den anderen Völkern der Liga schon lange bezahlt.“
„Dann bin ich also vergeblich gekommen.“
„Es kommt darauf an. Wenn du jemanden suchst, der mit euch in einen Krieg ziehen soll, dann ja. Aber der Bericht von eurer Flucht hat das Interesse bei unseren Oberen geweckt. Wir haben eine Anfrage von der Liga bezüglich historischer Daten bekommen. Jemand hat eine Überprüfung des Falles sowie eine Beratung beantragt. Ich wusste gar nicht, dass die Erde bei der Liga noch ein Thema ist. Eine gewisse Imara Socotada hat, unterstützt von einem Herren des Himmels, den Antrag in die Gremien der Liga gebracht. Kennst du sie?“
„Ja.“
„Deinem Gesichtsausdruck nach scheint sie bei dir nicht besonders beliebt zu sein. Hattet ihr Streit?“, fragte Katsu.
„Nein. Aber sehr unterschiedliche Auffassungen zu bestimmten Dingen. Sie hat mir die ihren in der Fähre zwei Jahre lang vorgebetet! Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir die Flucht ohne sie nie geschafft hätten.“
„Du hast sehr viel Zorn in dir.“
Rabea nickte. „Ja. Das habe ich. Meine Mutter hätte nicht im Kampf sterben müssen, wenn die Erde nicht vom Direktorat unterdrückt würde.“
„Und deshalb willst du ihren Tod rächen. Oder beim Versuch dein Leben wegwerfen“, stellte Katsu fest.
In Rabeas Stimme war kein Zweifel, kein Zögern. „Ja. Das ist mein Wunsch und Wille.“
„Den Spruch, dass derjenige, der das Schwert aufnimmt, durch das Schwert sterben wird, kennst du wahrscheinlich.“
„Das fürchte ich nicht.“
„Und du bist sicher auch bereit, alle dir nahestehenden Personen zu betrauern, die auf deinem Weg vor dir oder an deiner Seite sterben werden, nehme ich an.“
Rabea zuckte zurück. „Was willst du damit sagen?“
Katsu sprach eindringlich weiter. „Ich nehme an, dein Dissens mit Imara beruht darauf, dass sie vergeblich versucht hat, dir zu erklären, was es bedeutet, kämpfen zu wollen. Im Gegensatz zu kämpfen zu müssen.“
„Du hast recht. Das hat sie.“
Katsu seufzte. „Unsere Informationen beschreiben Imara als geschickte Diplomatin, nicht als Kriegstreiberin. Immerhin hat sie einen Herren des Himmels auf ihre Seite gebracht. Na gut. Ich weiß jetzt genug über dich.“
Er nahm den kabelgebundenen Kommunikator vom Schreibtisch auf, wählte eine Nummer und hielt den Hörer an sein rechtes Ohr. „Katsu hier. Wir sind so weit. Wann passt es bei euch? In Ordnung.“
Er legte auf. „Erweist du mir die Ehre, mit einigen Vertretern der Kolonie und mir zu mittagzuessen? Wir haben viele Fragen zur Erde, und du hast bestimmt Fragen zum Reservat.“
Rabea stand auf. „Gerne.“ Sie holte ihre Jacke und zog sie an. Als sie sich umdrehte, saß Katsu immer noch.
„Was ist?“, fragte sie erstaunt.
„Wenn du mir ein wenig behilflich bist, kommen wir beide schneller voran.“
Er zog die Decke von den Lehnen und deckte sich damit die Beine zu.
Rabea starrte betroffen und unsicher auf die Räder des Rollstuhls. „Du bist …“
Katsu fuhr um den Schreibtisch herum und hielt vor Rabea. „Seit Geburt. Wie ich bereits sagte: Jedes Lebewesen, das bei uns geboren wird, ist ein willkommenes Geschenk.“ Er reichte ihr die rechte Hand. „Kommst du?“

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Die Sultanin – Eine feministische Erzählung aus der tausendundzweiten Nacht

©Ryek Darkener 2016

Es war einmal eine Frau, der hatte der Allmächtige Schönheit und Klugheit in die Wiege gelegt. Schon im zarten Alter von zwölf Jahren umgarnte und eroberte sie den Sultan des Landes, gebar ihm mit fünfzehn einen Sohn und ermordete den Sultan an ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag – dem Tag, an dem sie volljährig wurde.
Sie trat an seine Stelle, denn es gab im ganzen Reich niemanden, der ihre Macht und Weisheit in Frage stellte.
Noch an selbigem Tage erließ sie ein Dekret: „Ihr bringt mir, jeden Tag, zehn der schönsten Männer des Landes. Ich werde sie in meinem Harem halten, zu meiner alleinigen Lust und Freude. Denn einer Herrscherin wie mir steht an den Schätzen des Landes naturgemäß der meinem Range entsprechende Anteil zu.“
Und so geschah es. Die Scherginnen der Sultanin schwärmten aus, um neben der Tätigkeit des Steuereintreibens den Wunsch der Herrin nach süßem Fleisch zu befriedigen.
So ging es Jahr für Jahr. Die Sultanin war zufrieden, und da sie weise herrschte, blühte das Land auf. Doch eines Tages nahm die Großwesirin sie zur Seite und sprach:
„Größte und Schönste. Es gibt in unserem Reiche eine Sache, um deren Behandlung ich dich dringend bitte. Dein Harem ist gefüllt mit tausenden von Männern. Die meisten von ihnen kennst du nicht einmal mit Namen, und mit den wenigsten hast du eine gemeinsame Nacht verbracht. Draußen, vor den Toren deines Palastes, leidet das Volk unter dem Mangel, den dein Dekret verursacht. Es sind kaum noch arbeitsfähige Männer vorhanden, und viele Familien müssen sich einen Zeuger teilen, was oft zu Verbindungen innerhalb von Verwandschaften führt. Unser Volk wird schwächer, von Jahr zu Jahr. Es gibt kaum noch männliche Dichter und Denker. Immer mehr der Untertanen verlassen sich darauf, dass du in deiner Weisheit aus dem Palast heraus die Dinge des Landes bis ins Kleinste hinein regelst. Deine Bediensteten haben immer mehr damit zu tun, die Unzufriedenen im Zaum zu halten. Die Zahl deiner Wächterinnen und Verwalterinnen wächst und wächst. Kaum noch ein Untertan weiß, wie man eine Decke webt oder ein Brot backt. Sie sitzen in ihren Häusern oder auf der Straße und warten auf deine Segnungen.“
Diese Worte erzürnten die Herrscherin. „Willst du damit sagen, dass ich mehr nehme, als mir zusteht?“, fuhr sie die Großwesirin an.
„Das zu behaupten steht mir nicht zu“, war die Antwort. „Doch ich muss dich, gemäß der Aufgabe, die du mir zugewiesen hast, darauf hinweisen, dass es in absehbarer Zeit niemanden mehr geben wird, der in deinem Reich einer produktiven Tätigkeit nachgehen wird. Weil es sich nicht lohnt. Dass dein Volk verarmt, vergreist und ausstirbt, da immer weniger Kinder geboren werden. Auch die von unserem Reichtum angezogenen Menschen werden das nicht ändern, da sie in deinem Reich nach deinen Regeln leben. Ich bitte dich inständig, mit deiner ganzen Weisheit und zusammen mit den fähigsten Beraterinnen eine Lösung für dieses dringende Problem zu finden.“
Die Sultanin war immer noch erzürnt, doch da ihr die Großwesirin lange gute Dienste erwiesen hatte, wollte sie sie nicht einfach wegschicken.
„Ich werde es bedenken und beraten“, gab sie zur Antwort. „Aber so lange ich keine Entscheidung getroffen habe, bleibt alles, wie es ist.“
Die Großwesirin verneigte sich stumm und ging.

Ab hier verliert sich die Geschichte im Nebel der Zeit. Es ist nicht überliefert, was anschließend geschah. Es gibt zwei sich widersprechende Auffassungen über das Ende der Geschichte:

– Die Sultanin berief den Großen Rat ein, ließ sich die Welt erklären und kam zu dem Schluss, dass sie zumindest den Teil ihres Harems, den sie niemals benötigen würde, dem Volk zurückgeben sollte. Darüber hinaus ließ sie Lehrer kommen, die ihrem Volk wieder beibrachten, selbst über ihr Schicksal zu entscheiden. Sie starb geehrt und in hohem Alter als letzte Sultanin des Reiches.

– Die Großwesirin wurde entlassen und zum Tode verurteilt. Der Sohn der Großwesirin, der vor den Augen der Sultanin verborgen worden war, nutzte seine Schönheit, um sich in den Harem der Sultanin bringen zu lassen. Zusammen mit anderen Haremsbewohnern stürmte er eines Nachts die Gemächer der Sultanin und brachte sie um. Es setzte sich an ihren Platz und ließ alle Männer des Harems töten, die ihm nicht gefolgt waren. Nach einer Generation zerfiel sein Reich, sein Volk verstreute sich in alle Winde.

#WirSchreibenDemokratie

 

Film-Kurzkritik: Valerian

„Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ ist ein Film von Luc Besson. Die meisten Kino- und Fernsehzuschauer dürften „Das fünfte Element“ gesehen haben, der für mich ein Highlight des Popcorn-ScienceFiction-Kinos ist.
Daher bin ich mit recht hohen Erwartungen ins Kino gegangen. Um es vorab zu sagen: Nicht alle sind erfüllt worden.

Der Film ist auf die beiden Protagonisten Valerian und Laureline zugeschnitten. Sie werden mit gewaltigem technischen Aufwand bestmöglich und sehr gelungen in Szene gesetzt. Der Nachteil dieses Schaulaufens ist allerdings, dass viele gute und interessante Randfiguren zu Wasserträgern der Stars degradiert werden. Schade, denn es gibt eine Menge versteckter Stars – und einen, der sich nicht versteckt und in seinem kurzen Auftritt die beiden Hauptdarsteller fast an die Wand spielt.
Die Kostümierung ist, wie bei Luc Besson Space Operas üblich, genial. Es finden sich auch eine Menge augenzwinkernd verfilmter Zitate aus anderen bekannten Filmen, was vollkommen in Ordnung geht.
Der Plot ist vorhersehbar, nach einer Viertelstunde weiß der Zuschauer, was er zu sehen bekommen wird. Trotzdem unterhält der Film über die ganze Länge. Ich finde die Anfangssequenz sehr gut gelungen, da diese mit wenig Aufwand eine wichtige Aussage auf unterhaltsame Art und Weise macht.
So weit, so gut. Die Klischees einer Space Opera mit fantasyhaften Elementen werden bedient, gut aufgelegte Schauspieler führen das Publikum durch eine bunte und skurrile Welt. Warum bin ich also nicht ganz zufrieden?
Weil, meiner Meinung nach, zu wenig Gehirnschmalz in das Drehbuch gesteckt wurde. Der Film hat jede Menge Logikfehler. Zum Beispiel verhalten sich die Akteure in einigen Situationen so, wie es das Klischee ist, was aber komplett im Widerspruch zu dem steht, wie sie bisher agiert haben. Der Plot enthält Löcher, in denen man ein ganzes Sonnensystem unterbringen könnte. Aus meiner Sicht als Schriftsteller ist da einiges handwerklich sehr schlecht gemacht worden. Ein Lektorat hätte aus einem an sich guten Plot einen deutlich besseren machen können. Was die Handlungsstränge und innere Logik angeht, kann der Film dem „fünften Element“ nicht das Wasser reichen. Was ich wirklich ärgerlich finde, denn die verwendeten Ideen hätten das hergegeben.

Fazit:

Valerian ist ein Film, den man sich als Genre-Fan auf jeden Fall ansehen sollte. Aber am Ende bleibt der Eindruck, dass ohne Not eine Menge Potential verschenkt wurde.

… noch ein kleiner Seitenhieb zum Schluss: Warum Valerian Major ist und Laureline nur Sergrant sieht auf den ersten Blick nach dem bekannten Real-Rollenklischee aus, dass die Männer die besseren Jobs haben und der Mann „oben“ zu sein hat. Das wird – meiner Meinung nach – im Film genüsslich demontiert. Warum, wäre ein Spoiler. 😉

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Film-Kurzkritik: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Das war es dann wohl mit den karibischen Piraten und ihren geisterhaften Verwicklungen. Die offenen Enden der vorhergehenden Teile werden verknüpft und am Schluss sind alle eine große glückliche Familie.
Ich hoffe meine Ironie ist erkennbar. „Salazars Rache“ leistet das, was vernünftigerweise zu erwarten war in einer Geschichte, der immer mehr die Luft ausgegangen ist. Ein, alles in allem, versöhnliches Ende mit der Storyline, die sich – genau wie schon in mindestens zwei Teilen davor – durch einen recht konfusen Plot schleppt, in dem, meiner Meinung nach, viel Potential, die Handlung und auch die Akteure betreffend, verschenkt wurde.
Johnny Depp dominiert den Film auf ganzer Länge. Eigentlich unnötig, den seine schauspielerischen Qualitäten sind unbestritten. So kommen leider viele interessante Nebenrollen zu kurz, blitzen ab und zu fast entschuldigend auf und geben dem Hauptprotagonisten das Stichwort. Gerade die Frauenrollen sind nur sehr marginal ausgebaut, da wäre weit mehr gegangen. Somit ist die Handlung insgesamt gefällig, aber weit entfernt von der kongenialen schauspielerischen Leistung der Akteure des ersten Teils.
Trotz allem nicht der schlechteste Teil der Serie. Der Film punktet mit einer sehr gut gemachten Effekte-Show, die einige Überraschungen bietet. Salazars Schiff zum Beispiel ist sehenswert und hat bestimmt ein paar Dollar mehr an Rechenzeit verlangt. Was die Handlung angeht, möchte ich, ohne zu spoilern, sagen, dass bestimmte Sequenzen jetzt wohl in Hollywood en vogue sind und deshalb in allen gerade gedrehten Filmen vorkommen müssen.

Fazit:
Sei es drum. Der Film ist, alles in allem, unterhaltsam. Die Fans sollten ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen. Nettes Popcorn-Kino und der würdige Abschluss der Serie (oder zumindest der Storyline 😉 ).

 

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Film-Kurzkritik: Guardians of the Galaxy Vol. 2

Ich bin nach langer Zeit einmal wieder ins Kino gegangen. Da mir schon der erste Teil der Guardians gut gefallen hat – abgesehen von einer handwerklichen Schwäche am Ende – war „Guardians of the Galaxy Vol. 2“ durchaus ein Film, auf den ich gewartet habe.

Ich gehe nicht auf Details ein, jede Erwähnung wäre ein Spoiler. Der Film ist ein liebevoller Querschnitt durch alle Klischees des Space Opera Popcorn-Kinos, gewürzt mit Versatzstücken aus anderen erfolgreichen Produktionen. Auch einige fantasyhafte Elemente sind enthalten.
Die Handlung steht gewissermaßen schon in der Vorschau, daher verzichte ich hier darauf, sie nachzuerzählen. Was mich positiv überrascht hat: Es gibt tatsächlich einen Handlungsstrang sowie ein paar recht überraschende Wendungen und kurze Nebenhandlungen. Im Gegensatz zu manch anderer Produktion aus dem Hause Marvel, die ausschließlich auf Action setzt. Die Filmemacher haben tief in die Literaturkiste gegriffen, einige Kleinodien ausgegraben, von denen jüngere Kinogänger möglicherweise noch nie gelesen haben – meine Vermutung: „Pater der Sterne“ von Philip José Farmer – und wirklich sehr gut umgesetzt.
Der Film ist in voller Länge unterhaltsam. Was mir neben der perfekten Choreografie sehr gut gefallen hat, waren die pointierten Dialoge und ein für Hollywoodfilme dieser Art ungewöhnlich hoher Anteil an Subtext. Es gibt klare, kritische Hinweise zu sehr aktuellen Themen, und ein paar für meinen Geschmack sehr emotionale Szenen. Sowie einige Szenen, die ich als grenzwertig empfunden habe – hier wurde die Choreografie als unterschwelliger zynischer Kommentar benutzt, ohne zu belehren. Möglicherweise wird das nicht jeder Kinobesucher mitbekommen haben.
Der Film entwickelt zudem einige neue Protagonisten, so dass wir gespannt sein können, was die Guardians noch vor sich haben.

Fazit:
Der Film ist technisch perfekt gemacht, die Schauspieler, inklusive der Gaststars, hatten Freude am Plot, und der Film ist, meiner Meinung nach, bei Weitem nicht so oberflächlich wie man es vielleicht erwartet hätte. Mir hat er sehr gut gefallen, ich kann ihn weiterempfehlen und würde ihn mir auch ein zweites Mal ansehen.
Es wird schwer werden, das zu toppen.

Spoiler:

Seht euch den Film bis zum Schluss an. Wirklich. Bis zum Schluss. Es lohnt sich.

Einen Rant zu einem Nebenthema kann ich mir nicht verkneifen:
Nervige Werbung: Sie ist lang (30 Minuten), gleichgeschaltet – fast alle Werbeclips suggerieren „Happiness“ – und  komplett einfallslos. Entweder sind den Marketingfuzzies die guten Ideen ausgegangen, oder man hält in den Konzernzentralen den Rest der Welt mittlerweile (zu Recht oder zu Unrecht) für komplett verblödet. Ich finde das jedenfalls zum Kotzen, da gute Werbespots für mich mit zu einem guten Kinoerlebnis dazugehören. Der Kunde wird hier, meiner Meinung nach, nicht mehr als Mensch wahrgenommen, dem eine Dienstleistung gegen Bezahlung angeboten wird, sondern als Schaf, das es zu scheren gilt. Mehr noch: als immer fröhlich zu sein habender Bittsteller.

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Social Networking für Unbedarfte – Update

Jetzt bin ich den zweiten Monat bei Twitter.
Ich habe es heute geschafft, den 200sten zu finden, dem ich erst einmal folge. Was nicht einfach war, da ich mir immer auch (auf den Blogseiten) ansehe, ob das Thema mich zumindest einigermaßen interessiert oder zu mir passt. Das ich bestimmten Leuten nicht auf Twitter folge liegt nicht unbedingt daran, dass ich mich nicht für sie interessiere. Sondern daran, dass sie in meinen Augen keinerlei Aufmerksamkeit in den sozialen Medien verdienen. Guess who. 😉
Eigene Follower: etwa 40. Danke, aber da geht hoffentlich noch was. 😉

Ein paar Eindrücke, die ich bisher gewonnen habe:

  • Männer scheinen auf Twitter so gut wie keine Relevanz zu haben, zumindest was Schreiben und Bloggen angeht. Wieso fordert hier eigentlich niemand eine Männerquote? Ich fühle mich vollkommen diskriminiert. 😉
  • WordPress scheint als Blog-Plattform deutlich beliebter zu sein als Blogspot. Bei mir liegt das definitiv daran, dass Google+ mit den „das könnte dich auch interessieren“-Angeboten voll daneben liegt. Davon abgesehen muss ich mir auch ein wenig Zeit zum Schreiben überbehalten, trotz Twitter, Facebook, WordPress, LovelyBooks.
  • Wer wenig, aber Relevantes, twittert, wird kaum retweetet. Zumindest solange er/sie nicht deutlich mehr Follower hat als er/sie selber folgt. Da ist es dann genau umgekehrt. Wer viel, aber zumeist Uninteressantes, twittert, wird irgendwann ignoriert. Fazit: Es gilt durchaus „Publish or Perish“, aber nicht „Twitter every Fart and get Retweetet“. Zumindest nicht in der Literaturszene.

©Ryek Darkener 2016

 

 

 

 

Meine 5 Cent.

 

 

DSvU Tabula Rasa CoverDSvU Spes Impavida Cover 151030-26 mit Rand

Der dritte Teil meiner dystopischen Saga aus der Welt nach dem Letzten Krieg hat den Arbeitstitel „Der Geist der Zukunft“.  Dazu gibt es auch eine Projektseite.

Heute schon gespendet?

ryekKomische Frage, zumal um Weihnachten herum, nicht wahr? Und wofür?

Ich rede nicht von Organisationen, die dafür sorgen, dass Menschen geholfen wird, die Bildung und ärztliche Versorgung an die entlegensten Punkte der Welt bringen oder anderweitig dafür arbeiten, die Welt zu einem schöneren Ort zu machen oder als lebenswerten Ort zu erhalten. Dafür zu spenden ist selbstverständlich, falls man sich dort nicht selbst aktiv beteiligt. In  einer zivilisierten und humanistisch orientierten Gesellschaft ist das keinen Blogpost wert.

Ich meine Dinge, die mein eigenes Leben als Schriftsteller erleichtern, aber nicht zwingend kostenpflichtig sind.

Es ist nicht mein Anliegen, an dieser Stelle Werbung für etwas zu machen. Wahrscheinlich hat jeder seine eigenen Lieblinge. Die von einer Vielzahl von Menschen umsonst oder überwiegend ehrenamtlich zur Verfügung gestellt werden: Computerbetriebssysteme, nützliche Programme, Wissensaufbereitung, Musik, und, und, und. Ich möchte lediglich, dass der Leser dieses Textes ein paar seiner wertvollen Gedanken daran verschwendet, was wäre, wenn diese Dinge, die er möglicherweise täglich wie selbstverständlich nutzt, morgen nicht mehr da wären. Was er, ganz persönlich, heute dafür tun kann, damit es sie auch morgen noch gibt.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.