Film-Kurzkritik: Pirates of the Caribbean: Salazars Rache

Das war es dann wohl mit den karibischen Piraten und ihren geisterhaften Verwicklungen. Die offenen Enden der vorhergehenden Teile werden verknüpft und am Schluss sind alle eine große glückliche Familie.
Ich hoffe meine Ironie ist erkennbar. „Salazars Rache“ leistet das, was vernünftigerweise zu erwarten war in einer Geschichte, der immer mehr die Luft ausgegangen ist. Ein, alles in allem, versöhnliches Ende mit der Storyline, die sich – genau wie schon in mindestens zwei Teilen davor – durch einen recht konfusen Plot schleppt, in dem, meiner Meinung nach, viel Potential, die Handlung und auch die Akteure betreffend, verschenkt wurde.
Johnny Depp dominiert den Film auf ganzer Länge. Eigentlich unnötig, den seine schauspielerischen Qualitäten sind unbestritten. So kommen leider viele interessante Nebenrollen zu kurz, blitzen ab und zu fast entschuldigend auf und geben dem Hauptprotagonisten das Stichwort. Gerade die Frauenrollen sind nur sehr marginal ausgebaut, da wäre weit mehr gegangen. Somit ist die Handlung insgesamt gefällig, aber weit entfernt von der kongenialen schauspielerischen Leistung der Akteure des ersten Teils.
Trotz allem nicht der schlechteste Teil der Serie. Der Film punktet mit einer sehr gut gemachten Effekte-Show, die einige Überraschungen bietet. Salazars Schiff zum Beispiel ist sehenswert und hat bestimmt ein paar Dollar mehr an Rechenzeit verlangt. Was die Handlung angeht, möchte ich, ohne zu spoilern, sagen, dass bestimmte Sequenzen jetzt wohl in Hollywood en vogue sind und deshalb in allen gerade gedrehten Filmen vorkommen müssen.

Fazit:
Sei es drum. Der Film ist, alles in allem, unterhaltsam. Die Fans sollten ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen. Nettes Popcorn-Kino und der würdige Abschluss der Serie (oder zumindest der Storyline 😉 ).

 

 

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, meine 5 Cent.

Ein paar Gedanken zum Korrekturlesen

Korrekturlesen ist eine ziemlich zeitaufwändige Angelegenheit. Wer glaubt, dass es damit getan ist, seinen Text nur einmal durch ein gängiges Textprüfprogramm, wie zum Beispiel den „Duden-Korrektor“ zu schieben, der irrt.
Der Grund ist so trivial wie nervig. Es gibt kein Programm, was hundert Prozent der Fehler findet. Nicht einmal Schreibfehler. Da diese, trotz Rechtschreibung, sich durch den Kontext weiterhin einer vollautomatischen Beurteilung entziehen. Was gut ist, denn sonst wäre Deutsch nur noch eine andere Programmiersprache.
Für mich hat sich das folgende Verfahren bewährt:

  1. Den Text mehrmals Korrekturlesen (lassen).
  2. Den Text mit Unterstützung verschiedener Programme korrekturlesen.
  3. Wenn das passiert ist, auch anderen den Text zum Lesen geben (Betaleser, Lektoren, Korrektoren). Erst dann. 😉

Wenn man Korrekturlesen nicht hauptberuflich macht, dann sollte entsprechend großzügig Zeit dafür eingeplant werden. Weiterhin empfiehlt es sich, nach jeder abgeschlossenen Überarbeitung eine Korrekturlese-Runde einzubauen. Auch wegen des Erfolgserlebnisses, dass die Anzahl der Änderungen nach und nach abnimmt.
Falls der Text in ein professionelles Korrektorat geht, spart man damit dem Korrektor Zeit (und sich möglicherweise Geld).
Die für mich wichtigeren Gründe sind andere. Ich komme im Laufe des Textdurchgangs an verschiedene Punkte, wo ich mich entscheiden muss:

  • Alte oder Neue Rechtschreibung, oder irgendwas dazwischen? Am Ende gewinnt bei mir das, was sich nach meiner Meinung flüssig lesen lässt. (Wer ohne Schuld ist, mag hier einen Stein werfen. 😉 )
  • Ist es ein offensichtlicher Fehler, oder ist es Auslegungssache? Beeinflusst meine Auslegung möglicherweise den Sinn des Textes an dieser Stelle?
  • Gehen durch sklavische Anwendung von Regeln Sinn, Kontext oder Sprachmelodie verloren? Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass Rechtschreibung und Grammatik Glückssache sind und/oder der haltlosen Interpretation des Autors unterliegen. Aber dass die Neue Deutsche Rechtschreibung mitunter das Sprachgefühl zerstört oder im schlimmsten Falle sogar sinnentstellend ist, ist mittlerweile keine neue Erfahrung.
  • Außerdem bleiben bei mehrmaliger Prüfung oft Satzteile und Phrasen im Gedächtnis, die ich mir dann beim der nächsten Überarbeitung noch einmal vornehmen kann. Das sind weniger Dinge wie Füllwörter und Konsorten, sondern kurze Satzkonstruktionen, die wahrscheinlich jeder irgendwie automatisch verwendet, wenn man im Text weiterkommen will und die eleganten Formulierungen noch fehlen.

Fazit: Korrekturlesen dient nicht nur zur Verbesserung der technischen Qualität des Textes, sondern auch der inhaltlichen. Einfach deshalb, weil man seinen eigenen Text dann durch eine andere Brille betrachtet, in der es nicht um Inhalt, sondern um Form geht. Damit mache ich einen Schritt heraus aus der Betriebsblindheit, die ich als Autor meinem Text gegenüber auf der emotionalen Ebene üblicherweise habe.

 

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

Heute schon gespendet?

ryekKomische Frage, zumal um Weihnachten herum, nicht wahr? Und wofür?

Ich rede nicht von Organisationen, die dafür sorgen, dass Menschen geholfen wird, die Bildung und ärztliche Versorgung an die entlegensten Punkte der Welt bringen oder anderweitig dafür arbeiten, die Welt zu einem schöneren Ort zu machen oder als lebenswerten Ort zu erhalten. Dafür zu spenden ist selbstverständlich, falls man sich dort nicht selbst aktiv beteiligt. In  einer zivilisierten und humanistisch orientierten Gesellschaft ist das keinen Blogpost wert.

Ich meine Dinge, die mein eigenes Leben als Schriftsteller erleichtern, aber nicht zwingend kostenpflichtig sind.

Es ist nicht mein Anliegen, an dieser Stelle Werbung für etwas zu machen. Wahrscheinlich hat jeder seine eigenen Lieblinge. Die von einer Vielzahl von Menschen umsonst oder überwiegend ehrenamtlich zur Verfügung gestellt werden: Computerbetriebssysteme, nützliche Programme, Wissensaufbereitung, Musik, und, und, und. Ich möchte lediglich, dass der Leser dieses Textes ein paar seiner wertvollen Gedanken daran verschwendet, was wäre, wenn diese Dinge, die er möglicherweise täglich wie selbstverständlich nutzt, morgen nicht mehr da wären. Was er, ganz persönlich, heute dafür tun kann, damit es sie auch morgen noch gibt.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

Skyfall (US version)

Ryek_2016This is the end.

The end of an era.

 

It makes no sense to complain about reality.

You have to face it. Or perish.

 

USA has renounced its leading role for the Western World. The party is over. USA returns to itself, „Heim ins Reich“. Back to the roots. Whoever is to become President or could have been President.

The Great White Father in Washington will no longer handle the affairs of ROW. This convenience period has ended. Whenever it will happen again, it will happen for a hefty price. Fair enough.

America has decided in free, secret, democratic ballot. What to be will be seen when the gun smoke of the election war has dispersed. Hopefully not the first radical religious fundamentalist Caliphate of the Western World in Modern Times.

The majority of the American men want to have a leading person who „Makes America Great Again“. Like in the fifties. Whatever this means and however it shall happen in a globalized world.

And the women? Nearly half of them, thereof a significant part of young women, obviously seem to have no problem with their submissive role in the American Society. What really surprised me. However, it explains the success of some kind of literature made in America. The (wet) feminine American Dream seems to be the acceptance of sexism in public and active submission. Now it becomes reality. Why the mothers and grandmothers of these women took to the street for equal rights and the right to vote is off my mind. The role of a speaking piece of furniture could have been acquired without male resistance.

*Irony*

There might come some minor amendments in wording which have to be paid attention, if you are a soon-to-be successful writer:

Mr. (Mister) will become Mr. (Master)

Mrs. (Mistress) will become Smrs. (Submisstress)

Ms. will become Gal

Example: „Mr. and Mrs. Smith“ will become „Master and Submistress Smith“ (pay attention to the „s“es)

*Irony*

 

It makes no sense to complain about reality.

You have to face it. Now.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

My five Cent.

Ryek Darkener, German Writer

Skyfall

Ryek_2016This is the end.

The end of an era.

 

Es hat wenig Sinn, die Realität zu beklagen.

Man muss sich ihr stellen. Oder untergehen.

 

Amerika hat seine Führungsrolle für den Westen aufgegeben. Die Party ist vorüber. Die USA kehren zu sich selbst zurück. Heim ins Reich. Back to the roots. Egal, wer gerade Präsident wird oder geworden wäre.

Es ist vorbei mit der Bequemlichkeit, dass der Große Weiße Vater in Washington alles schon richten wird. Wird er nicht mehr. Wenn doch, dann gegen eine heftige Gegenleistung. Fair enough.

Amerika hat sich in freier geheimer demokratischer Abstimmung entschieden. Was zu werden, werden wir demnächst sehen, sobald sich der Pulverdampf des Wahlkampfes verzogen hat. Hoffentlich nicht das erste radikal religiös fundamentalistische Kalifat des Abendlandes in der Neuzeit.

Die Mehrheit der amerikanischen Männer wünscht sich eine Führungsperson, die „America Great Again“ macht. So wie in den 50er Jahren. Was auch immer das heißen soll und wie auch immer das passieren wird in einer globalisierten Welt.

Und die Frauen? Dass fast die Hälfte von ihnen, davon signifikant viele junge Frauen, offenbar kein Problem mit ihrer submissiven Rolle in der amerikanischen Gesellschaft haben, hat mich überrascht. Immerhin erklärt es endlich den Erfolg bestimmter amerikanischer Literatur. The (wet) feminine American Dream besteht anscheinend aus der Akzeptanz von Sexismus in der Öffentlichkeit und aus aktiver Unterwerfung. Now it becomes reality. Warum die Mütter und Großmütter dieser Frauen für Gleichberechtigung und Wahlrecht auf die Straße gegangen sind, entzieht sich meinem Verständnis. Die Rolle des sprechenden Möbelstücks hätten sie auch ohne männlichen Widerstand bekommen.

*Ironie*

Es könnte in näherer Zukunft zu einigen kleineren Änderungen im amerikanischen Wording kommen, denen man als angehender erfolgreicher Schriftsteller Rechnung tragen sollte:

Aus Mr. (Mister) wird Mr. (Master)

Aus Mrs. (Mistress) wird Smrs. (Submisstress)

Aus Ms. (Miss) wird Gal

Beispiel

Aus „Mr. and Mrs. Smith“ wird „Master and Submisstress Smith“. Man achte auf die korrekte Anzahl von „s“.

*Ironie*

 

Es hat keinen Sinn, die Realität zu beklagen.

Wir müssen uns ihr stellen. Jetzt.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

My five Cent.

Happy Birthday Raumpatrouille!

Ryek_2016

Wenn ich 50 Jahre Star Trek feiere, dann feiere ich logischerweise auch das Glanzstück deutscher Science Fiction im Fernsehen:

Raumpatrouille

Heute vor 50 Jahren wurde der erste von sieben Teilen im Ersten Deutschen Fernsehen (ARD) ausgestrahlt. Es lohnt sich, den entsprechenden Wikipedia Artikel zu lesen. Denn trotz aller Dinge, die diese Serie dem Zuschauer von heute als altbacken und technisch „einfach“ erscheinen, gibt es Elemente, von denen jemand, der heute in Deutschland einen Science Fiction gedreht haben wollte, nur träumen könnte: Designermöbel, Einsatz von Technik auf der Höhe der damaligen Zeit, um nur einiges zu nennen.

Mir gefällt besonders das oft kammerspielartige Auftreten der Schauspieler. Große Gesten, die an Theater erinnern. Fokussierung auf den Plot, nicht auf Showeffekte. Protagonisten, deren Motivation nachvollziehbar, oft im eigenen Lebensumfeld wiedererkennbar war.

Der Vorspann des Films ist, wenn man den Scifi Schnickschnack weglässt, aktueller denn je. Es geht um die Erweiterung des Horizontes und die damit verbundene (german) Angst. Die Sprache des Vorspanns ist die des Kalten Krieges, und sie drückt, damals wie heute, die Sorge aus, dass man selbst dabei auf der Strecke bleibt. Aber zum Glück gibt es ja Superhelden, die für Sicherheit sorgen. Der Rest der Menschheit kann sich entspannt zurücklehnen und weitermachen wie bisher, solange der große Bruder über alle wacht. Welche Ironie! Welcher Sarkasmus!

Die Ausrichtung der Serie war klar militaristisch und entsprach dem damaligen Zeitgeist. Wiederbewaffnung Deutschlands, Kalter Krieg, heiße Kriege im Nahen und Fernen Osten. Ich bin nicht der Meinung, dass die Serie eine faschistoide Ausrichtung hatte, allerdings ist dem Militär im Allgemeinen immer und in jedem Land der Welt eine Haltung zu eigen, welche in der Nähe von Faschismus liegt. Das ist, bei objektiver Betrachtungsweise, der Aufgabe von Militär als solcher geschuldet und somit keine Kritik, sondern für mich schlicht Tatsache. Und solange Gesellschaft und Politik das unter Kontrolle haben, auch kein Problem.

Auf der anderen Seite ist der teilweise verwendete Kasernenhofton schon in den 60ern als übertrieben und unpassend empfunden worden. Aus meiner Sicht diente er eher dazu, zu verdeutlichen, dass Lautstärke allein am Ende nicht für eine brauchbare Lösung sorgt. ‚Hirn schlägt Bauch‘ ist für mich die versteckte Botschaft.

Viele damals behandelte Themen sind auch heute noch brandaktuell. Insbesondere, wie weit Kontrolle und Überwachung gehen darf, und ab wann man damit anfangen muss, Anordnungen zu verweigern, um Schaden abzuwenden. Dass ein anfänglich ungutes Gefühl hinterfragt werden muss, Tatsachen zu beschaffen sind. Dass man bereit sein muss, seine Meinung zu ändern, wenn die Tatsachen in eine andere Richtung weisen. Dass man sich konsequent Dingen verweigern soll, wenn diese, erwiesenermaßen, in der Sache falsch sind. Und dass es mehr als einen Weg gibt, ein Ziel zu erreichen.

Raumpatrouille ist ein Zeitdokument. Die Figuren sind, was ich auch heute noch als angenehm empfinde, schwarz oder weiß, genau wie das damalige gesellschaftliche Mindset. Es war die Zeit vor der Studentenbewegung. Die Handlung dagegen ist farbig, unterhaltsam und oft sehr selbstironisch. Das der Film nicht in Farbe gedreht wurde, was damals durchaus schon technisch möglich war, halte ich für eine gute Entscheidung. Schwarz-Weiß hat mehr Kontrast.

Leider findet man heutzutage bei deutschen öffentlich rechtlichen Fernsehsendern weder den Mut noch das Budget für eine Produktion, die es mit der Raumpatrouille aufnehmen könnte. Da wird bei ARD und ZDF lieber mit dem Mainstream der Privaten konkurriert, bezahlt mit dem Geld der Steuerzahler. Für mich völlig unverständlich, da Quote hier überhaupt keine Relevanz hat, haben darf. Aber das ist ein anderes Thema.

Raumpatrouille hat mit Sicherheit mein Interesse für Technik, Weltraum und Science Fiction geweckt oder verstärkt. Immerhin hatten die damals eine Traum-Einschaltquote. Was müsste jemand, der um 10 Jahre alt ist, sich heute im Fernsehen ansehen, um einen solchen Effekt zu erzielen? Heute ‚Begleiten wir die Fernsehsender und ihre Besatzung bei ihren Casting- und „Reality“-Shows am Rande der Belanglosigkeit‘.

Es würde mich interessieren, wie eine Raumpatrouille aussehen würde, die sich, der realen gesellschaftlichen Entwicklung der letzten 50 Jahre in Deutschland folgend, aus der der 60er entwickelt hat. Basierte die Auseinandersetzung mit den Frogs vielleicht sogar auf einem beiderseitigen Missverständnis? Wenn ja, auf welchem? Sind wir selbst in der Defensive? Oder sogar darauf angewiesen, dass unsere vermeintlichen Feinde mit uns kooperieren, damit beide Seiten eine Zukunft haben?

 

Mir ist, offen gesagt, ein polternder aber nachvollziehbarer Major Cliff Allister McLane, der am Ende immer, sowohl gegen eigenen als auch fremden Widerstand, seinem Verstand folgt, lieber als die in den Medien omnipräsenten Schwurbeltruppen aller Couleur, die uns die Schöne Neue Welt versprechen, ohne den Preis dafür zu nennen.

Wie immer, meine 5 Cent.

Happy Birthday Star Trek!

Ryek_2016Es gibt einige Dinge, bei denen man merkt, dass man schon etwas älter geworden ist. Zum Beispiel den fünfzigsten Geburtstag von Star Trek.

Ich war nicht dabei, als die allererste amerikanische Folge ausgestrahlt wurde. Aber ich habe bestimmt eine der ersten, die im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurden, gesehen. Da man sich in meiner Familie nicht besonders für den angeblichen König Fußball interessiert hat, gab es nicht den Kleinkrieg, der mir glaubhaft von anderen berichtet wurde. 😉

Ich war regelmäßiger Star Trek Zuschauer. Star Trek hat mich begleitet. Und, ganz sicher, wie viele andere Menschen auch, in einem gewissen Maße geprägt. Dabei geht es weniger um meine Begeisterung für Wissenschaft und Technik, sondern um die Kernaussage der Serie, dass Wissenschaft und Technik dazu da sind, das Leben einfacher und besser zu machen. Dass angewandte Wissenschaft und Technik nur dann einen tieferen Sinn machen, wenn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben sind, dass möglichst viele davon profitieren können. Dass Wissenschaft und Technik das friedliche Zusammensein von Menschen und Nicht-Menschen unterstützen.

Abgesehen vom technischen Drumherum ist es eines der wichtigen Themen der Serie, dass jeder nach seiner Fasson leben darf, solange er diese nicht seinem Nachbarn aufzwingt.

 

Man kann durchaus den generellen realen politischen Mindset durch die verschiedenen Staffeln hindurch verfolgen:

 

James T. Kirk war ein Militarist. Ein Abbild der Kriege, in die die USA zu dieser Zeit verwickelt waren. Ein Protagonist des kalten Krieges. Bevor jetzt alles aufschreit, kommt der positive Aspekt. Sowohl er als auch seine Crew haben immer hinterfragt, ob es auch eine nichtmilitärische Lösung für das aktuelle Problem geben könnte. Oft gab es eine. Die Lebewesen in der Science Fiction haben sich die Gedanken gemacht, die sich die Tagespolitik hätte öfter machen müssen. Für mich steckt da eine Menge gut verpackter Gesellschaftskritik drin.

Sein Nachfolger, Jean Luc Picard, ist einen Schritt weiter gegangen. Für ihn war, trotz der beeindruckenden Feuerkraft, Pazifismus und die Suche nach Lösungen im Vorfeld Programm. Er ist oft enttäuscht worden, hat aber niemals aufgegeben. Und er hat sich, wenn auch mit äußerstem Widerwillen, der Tatsache gebeugt, dass die Verteidigung des Überlebens den Einsatz von Waffen rechtfertigen kann. Für mich eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen überhaupt.

DS9 hatte einen besonderen Reiz. Zuerst war ich enttäuscht, dass nicht mehr so viele Raumschiffe durch die Gegend geflogen sind. Das hat sich aber bald gelegt. Benjamin Sisko hat von Anfang an eine Aufgabe gehabt, die nicht lösbar war. Vergleichbar mit der UNO. Anspruch und Wirklichkeit haben immer weit auseinandergelegen, jeder Erfolg wurde durch Befindlichkeiten und Machtansprüche zunichte gemacht. Dennoch auch hier am Ende das Fazit, dass es um die Föderation ohne diese Raumstation sehr viel schlechter ausgesehen hätte. Wenn man erst gar nicht versucht hätte, das Schlimmste zu vermeiden. Meine Lieblingsfigur dieser Serie ist übrigens Garak. Er spielt alle Facetten menschlicher Abgründe virtuos gegeneinander aus.

Mit Raumschiff Voyager habe ich mich am Anfang nicht so richtig anfreunden können. Das hat weniger damit zu tun, dass (endlich!) eine Frau das Kommando bekommen hat, sondern mit dem allgemeinen Plot. Damit tue ich diesem Abschnitt jedoch unrecht, denn hier werden alle menschlichen Konflikte in einer Nussschale komprimiert. Zur Klaustrophobie eines U-Bootes und der damit verbundenen Konflikte der Passagiere kommt die Herausforderung, gegen das gesamte umgebende Universum bestehen zu müssen. In der vagen Hoffnung, vielleicht einmal doch in den irdischen Sektor der Galaxis zurückkehren zu können. Ein sehr konkretes, nachvollziehbares Spiegelbild der Erde, auf der wir leben. Übrigens auch hier mit einer klaren Botschaft: Wenn nicht alle zusammenarbeiten, werden alle sterben.

 

Die herausragenden Mit- und Nebendarsteller habe ich, mit Ausnahme Garaks, nicht besonders erwähnt. Weil das den Rahmen des Textes sprengen würde. Ohne die Crews wären die Kapitäne/Kommandanten nicht weit gekommen. Was die Führungskräfte, nota bene, nie in Frage gestellt haben.

 

Alles in allem stellt Star Trek eine Welt dar, wie sie sein könnte, wenn jeder sich im Rahmen seiner Möglichkeiten  ernsthaft darum bemühen würde.

 

Die Spielfilme sind ein interessantes Beiwerk und ebenfalls Spiegel der Zeit, in der sie gedreht wurden. Weshalb ich die bisher letzten drei Kinofilme als nicht zur Star Trek Philosophie passend und reine Effekthascherei ablehne. Trotzdem nehme ich erschreckt zur Kenntnis, dass sie durchaus das real existierende US-Amerika abbilden: Panem et Circenses. Für den Transport wichtiger Botschaften scheint das Budget ausgegangen zu sein. Oder anders gesprochen: Damit lässt sich (nicht nur in den USA) wohl kein Hund mehr hinter dem Ofen hervor ins Kino locken.

 

Star Trek hat zwei Generationen von Menschen weltweit beeinflusst. Vieles, was es heute an Technik gibt, hat seinen Ursprung in Ideen aus der Serie, die Menschen dazu animiert hat, es so zu entwickeln wie beschrieben. Von den gesellschaftlichen Utopien sind wir heute gefühlt weiter entfernt als in den 60ern.

 

Darum gilt heute, wie vor 50 Jahren:

 

To boldly go where no man has gone before.

 

Meine 5 Cent.