„Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ – Eine mögliche, alternative Realität?

©Ryek Darkener 2016

Ulm, im Jahre 500 nach dem Letzten Krieg. Zehntausend Menschen leben in der aufstrebenden Stadt, die baulich vom gebrochenen Münster dominiert wird, an dessen Spitze sich der Ewige Knoten befindet, das Symbol der neuen Verwaltungsreligion. Der Süd-Hafen sorgt für regen Warenaustausch mit den wenigen verbliebenen Städten an der Donau. Der Weg in den Norden ist mühsam und gefährlich, denn der schiffbare Albtunnel ist seit dem Letzten Krieg geschlossen.
Das soll nun anders werden. Kaija Neran, Tochter des verstorbenen Entdeckers des Schlüssels zum Tunnel, kehrt zurück und wird aufgefordert, ihr Erbe anzutreten. Sie wird zum Spielball in einer Auseinandersetzung, die die Welt verändern wird …

Wie kommt man nur auf so eine Idee, wird sich mancher Leser fragen. Google macht es möglich. Denn es war tatsächlich geplant, einen Kanal von der Donau zum Neckar zu bauen. Wonach ich damals gesucht habe, um diese Information angezeigt zu bekommen, kann ich nicht mehr genau sagen. Aber die Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Für einen Science Fiction bot die tatsächliche Planung zu wenig „Science“, daher beginnt mein Kanal an einer anderen Stelle, und er führt in ganzer Länge unter der Schwäbischen Alb hindurch.
Der ursprüngliche Plot war die klassische Story. Mit einem männlichen Protagonisten, der auf der Wasserstraße zwischen Ulm und Köln verkehrt, zu dem sich irgendwann eine Frau gesellt. Sie kennen das. Möglicherweise ist die Frau zuerst verkleidet als Mann, man kommt sich näher, hat einige Probleme und am Ende sind alle eine glückliche Familie. Das wäre auch in einem postapokalyptischen Szenario möglich gewesen. Dann hat mir meine Protagonistin, Kaija Neran, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun sitze ich vor einer großen Storyline, zu der nach und nach immer mehr Aspekte hinzukommen.
Obwohl meine Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg klar dem Genre Science Fiction und Dystopie zuzuordnen sind, sind sie alles andere als technik-lastig. Das zentrale Thema sind die handelnden Personen. Ihr Mit- und ihr Gegeneinander. Nicht alle Protagonisten haben ihren Ursprung auf der Erde.
Als ich 2012 mit dem Schreiben des ersten Teils anfing, habe ich mir nicht vorstellen können, wie nahe manche Aspekte dieser komplett erfundenen Geschichte an Themen heranreichen, die heute aktuell in den Medien sind. Aber es ist nun einmal so, wie es ist. Wie ich aus anderen Artikeln weiß, wohl das Los von Autoren dystopischer Texte.
Ich habe vor einigen Jahren einen englischen Ausdruck gelesen, den man nicht ohne weiteres ins Deutsche übersetzen kann: „It’s always darkest before it gets pitch black“. Der beschreibt ziemlich treffend, was meine Leser im dritten Teil erwarten wird. Aber das ist, natürlich, nur die eine Seite der hochgeworfenen Münze.

Film-Kurzkritik: Deadpool

Ryek myst

Ich fange mit einem Spoiler an: Was ist die Botschaft des Films?

 

Wenn du Auto fährst, lass deine Griffel vom Smartphone!

 

Nun in medias res.

Der Film in total flach. Flacher geht es kaum. Trotzdem habe ich ihn mit großem Vergnügen gesehen.

Wegen der Action-Szenen? Nein. Die waren so perfekt, wie man es von einer Marvel Comicverfilmung erwarten kann.

Wegen dem Plot? Nein. Weil in diesem ziemlich alles falsch gemacht wurde, was man falsch machen kann: Prolog, Rückblenden ohne Ende, stur lineare Story, u.s.w.

Warum dann? Kurz gesagt, wegen des Protagonisten, der sich über den ganzen Film hinweg darüber beschwert, in was für einem Superhelden-Schrottplot er den Superhelden spielen muss. 😉

 

Für diejenigen, die selbst schreiben, ist der Film eine kleine Offenbarung. Er funktioniert auf der Unterhaltungsebene prima, weil der offensichtlich schwache Plot dadurch getoppt wird, dass er ständig kommentiert, wenn nicht sogar lektoriert wird. Vom Protagonisten! Das ist schon eine coole Idee.

Das Menschenschlachten ist Marvel-spezifisch comichaft, mit viel rot und rüden Witzen zum Thema. Entweder mag man das, oder man mag es nicht. Es ist technisch gut gemacht, aber nichts, was nicht schon woanders auch gezeigt wurde. Was der Protagonist in seinem inneren Dialog permanent kritisiert. Mehr als einmal fragt er sich (und das Publikum): Was tue ich hier eigentlich? Die Frage wird bis zum Schluss nicht beantwortet. Gut so!

Manche Kritiken beschreiben den Protagonisten als ironisch bis zynisch und mit einem Hang dazu, andere verletzen zu wollen – womit nicht die Kampfhandlungen gemeint sind. Aber das allein würde – jedenfalls für mich – nicht den Reiz ausmachen. Der Film strotzt vor kommentierten Querschlägern aus anderen Superhelden-Filmen. Bis hin zum Bewegungsablauf in Super-Super-Zeitlupe, wobei sich die Kommentare des Protas oft in Richtung „das Publikum will es so, darum mache ich das jetzt“ bewegen. Das ist fast schon ein Münchhausen-Effekt.

Ich weiß nicht, ob das die Absicht der Filmemacher war. Filme aus Hollywood sind für mich wegen ihrer Beliebigkeit mittlerweile eher ein Grund, nicht ins Kino zu gehen. Doch die zumindest gefühlte Metaebene der Selbsterkenntnis, was da produziert wurde, ist erfrischend und unterhaltsam.

Kein Film, den man sich mehr als einmal ansehen muss. Aber ein Film, den man verpasst hat, wenn man ihn sich nicht angesehen hat. Auch wenn man kein Marvel-Fan ist.

 

Ein gutes Beispiel dafür, dass man alle Regeln brechen darf. Wie Deadpool. Vorausgesetzt, man kennt sie und man kann es.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

Der Geist der Zukunft (AT) – Aufräumarbeiten nach NaNoWriMo 2016

ryek

Im NaNoWriMo habe ich für diesen Roman etwa 30 Szenen geschrieben. Nach jeweiliger Tageslaune und deshalb unsortiert. Ein guter Startpunkt, durch alle bisher geschriebenen Szenen zu gehen und sie gegen den Plot zu halten.
Das hat ein paar Tage gedauert. Denn es ist nicht damit getan, die Szenen einfach in die richtige logische Reihenfolge zu bringen. Sie sollten im weiteren Schreibprozess, zumindest größenordnungsmäßig, an der richtigen Stelle im Zeitablauf der Geschichte sein. Es handelt sich hierbei tatsächlich zwei unterschiedliche Dinge. Der logische Ablauf beschreibt, wie etwas passiert. Üblicherweise Ursache und Wirkung. Der zeitliche Ablauf hingegen, wann etwas passiert. Natürlich muss beides am Ende zusammenpassen. Das „Einsortieren“ schärft den Blick auf den Plot und liefert Informationen, wo es noch zu schreibende Szenen gibt.
Es gibt interessanterweise durchaus Parallelen zu Techniken der Malerei. Zuerst kommt eine Skizze, dann werden die wichtigen Linien durchgezogen und Konturen gebildet. Zuletzt kommt die Farbe. Der fertige, detaillierte Plot ist dann das Bild. Wenn man so will, der statische Teil der Geschichte. Das, was sich beim Schreiben nicht mehr viel ändert.
Es ist nicht das Ziel der Veranstaltung, eine Handlung durch Text aufzublasen, sondern die erzählte Geschichte für den Leser greifbarer zu machen. Sonst brauchte es nur das Inhaltsverzeichnis. 😉
Ich weiß heute schon, dass ich Zeit einplanen muss, um das zu wiederholen, wenn ich das erste Mal der Meinung bin, das Buch sei in der Rohfassung fertig.

Manöverkritik NaNoWriMo 2016

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Wir schreiben den ersten Dezember des Jahres zwanzigsechzehn. Nach einem dreißigtägigen Ritt auf dem Rücken des Pegasos – aufgrund der Geschwindigkeit hat es nicht für Gedichte, sondern nur für Fließtext gereicht – bin ich nach einem Monat sanft gelandet.

 

54.000 Wörter! Ich bin überrascht. 2013 waren es knapp über 50.000, 2014 Fehlversuch, 2015 gar nicht angetreten.

 

Erste Erkenntnis: Die Zeit zum Schreiben musst du dir nehmen. Klar. Heißt: sich am 31. Oktober ehrlich zu überlegen, ob du die Zeit hast. Oder vielleicht hat. Sonst artet das in Frust aus, entweder eigenen oder den der Umgebung.

 

Zweite Erkenntnis: Habe zumindest eine Idee, was du schreiben willst. Ich hatte zwei, und an denen habe ich auch gearbeitet. Das Schöne am Nano ist, dass du nicht bierernst den einen Roman schreiben musst. Das tun die Puristen. Es ist erlaubt, mehr als einen Text zu bearbeiten, da gibt es sogar ein Badge dafür: Nano Rebel. Wie beim Schreiben selbst darfst du Regeln brechen, wenn du sie kennst. Meine Ziele waren, zwei Texte ein Stück vorwärtszubringen, einen davon nach Möglichkeit abzuschließen. Das erste Ziel habe ich erreicht.

 

Dritte Erkenntnis: Du schaffst mehr, als du glaubst, wenn du einen Plan hast. Ich verwendete einen Plot mit Szenen in einer Mindmap. Davon habe ich mir immer die herausgesucht, auf die ich Lust hatte. Aus vielen Szenen haben sich weitere ergeben, sowie eine Detaillierung der erzählten Geschichte.

 

Vierte Erkenntnis: 50.000 Worte sind gar nicht so viel. Was das Schreiben angeht, mache ich gern ein wenig Statistik:

  • Insgesamt habe ich 60 Stunden geschrieben, 54.000 Worte. Das sind 900 pro Stunde. Nicht schlecht. Es sind deutlich mehr, als ich üblicherweise ohne Nano in einer Stunde schaffe. Dazu später.
  • Meine tägliche Schreibleistung schwankte zwischen 50 und 4000 Worten pro Tag. Du darfst also auch einmal keine Lust haben.

 

Fünfte Erkenntnis: Wenn du sich darauf eingelassen hast, regelmäßig zu schreiben, dann kommen gute Ideen häufiger, als beim Warten auf den Musenkuss. Schreiben ist Arbeit, und zu einem erheblichen Teil ist diese Arbeit Routine. Nämlich die Routine, den Text aus seinem Kopf auf das Papier oder die Festplatte zu bekommen. Was hindert, sind zum einen die persönliche Tagesform, Ablenkungen und der innere Lektor. Die Tagesform ist von vielen Faktoren abhängig, die du nicht beeinflussen kannst. Ablenken solltest du dich – interessanterweise – lassen, in Grenzen. Das ist besser als sich zu zwingen zu schreiben. Hat bei mir gut geklappt, wenn auch manchmal mit schlechtem Gewissen. Gegen den inneren Lektor hilft oft, ihn fünf bis zehn Minuten an einem am vorigen Tag geschriebenen Text arbeiten zu lassen. Dann ist er zufrieden und gibt den Rest der Schreibzeit meist Ruhe.

 

Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Erreichten. Mich hat der Monat meinen Protagonisten näher gebracht. Ich gönne mir jetzt eine kleine Pause und schreibe andere Sachen. Zum Beispiel diesen Blog-Beitrag. Das habe ich mir verdient. 😉

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

Ist das von dir Gedruckte eigentlich wirklich ein Buch?

Tabula Rasa, 1. Auflage

©Ryek Darkener 2016

Diese Frage bekommt man als Indie-Autor gelegentlich zu hören. Hier ein paar Antworten.

Die physikalische: Laut UNESCO Definition ist ein Buch eine Sammlung von mindestens 49 Seiten mit Text und/oder Bildern, die nichtperiodisch veröffentlicht werden, technisch zusammengehalten  (Bindung) und in ein, zumeist dickeres, Papier (Umschlag) so eingeklebt sind, dass die einzelnen Seiten erreicht werden können, ohne den Umschlag zu beschädigen. (sinngemäß aus Wikipedia).

Muss ein Indie-Buch eine ISBN haben? Klare Antwort: Nein. Die ISBN ist nichts anderes als die Bestellnummer, unter der ein Buch international bei Druckereien und Verlagen bestellt werden kann. Diese Bestellnummer kostet, wenn man keinen Dienstleister bemüht, im Verhältnis zur real verkauften Auflage unverhältnismäßig viel Geld. Der Druckdienstleister lässt sich die ISBN durch den Zuschlag für Verwaltung, der im dortigen Buchpreis enthalten ist, mitbezahlen. Betriebswirtschaftlich gesehen verringere ich durch einen höheren Preis die Verkaufswahrscheinlichkeit eines gedruckten Buches, solange ich nicht eine Mindestanzahl an Lesern habe. Als Indie muss man sich sowieso selbst um den Vertrieb an Buchhandlungen kümmern, so man eine findet. Von daher ist die eigene unbezahlte Zeit, die man dafür verwenden muss, um auch noch den Versand selbst zu organisieren, gut angelegte Zeit. Außerdem spart man sich so die Margen der Zwischenhändler.
Mein Fazit als Indie-Autor zum Thema ISBN für gedruckte Bücher: Für meine Eitelkeit benötige ich keine ISBN. Die ist bei gedruckten Werken erst dann interessant, wenn ich signifikante Auflagen erreiche. Bei denen dann vielleicht auch ein Dienstleister sinnvoll ist, der für mich verkauft. Man muss ehrlicherweise sagen, dass ein in kleiner Auflage gedrucktes Buch eher einen Gefallen für die Leser darstellt als ein gewinnbringendes Geschäftsmodell. Von daher sollte man bestrebt sein, den Preis attraktiv zu halten.

Worauf man nicht verzichten darf, ist die Zurverfügungstellung von Pflichtexemplaren an die Deutsche Nationalbibliothek sowie die Landesbibliothek des Bundeslandes, in dem das Buch verlegt wurde. Zum einen ist es vorgeschrieben, zum anderen ist es die offizielle Bestätigung, dass es sich bei dem Werk um ein der Form nach anerkanntes literarisches Werk – sprich Buch – handelt. In diesen Bibliotheken wird das Buch katalogisiert und ist somit auffindbar!

Klingt erst einmal nicht so spannend. Aber wer geht schon in eine Buchhandlung und fragt nach einem interessanten Werk eines bisher unbekannten Autors zum Thema dystopische Erzählung? Sowie der zugehörigen ISBN? Eben. Ziemlich jeder Indie-Autor dürfte über eine Webseite verfügen, viele sind in den sozialen Netzwerken. Wer Perlen sucht, der weiß, dass er selbst eine Menge Muscheln aufmachen muss, um sie zu finden.

Im Zeitalter des Internets kommt jeder mit wenigen Klicks über die Verkaufslinks der E-Book Plattformen oder Google-Suche auf die Webseite des Autors. Von dem, ohne irgendeine Form von Marketing, der geneigte Leser nie erfahren hätte. Dort finden sich dann logischerweise Informationen über die Bezugsmöglichkeiten von gedruckten und elektronischen Werken.

 

Es sind demnach folgende Antworten auf die obige Frage korrekt (auch Mehrfachnennungen):

1. Ja. Es sind gebundene Seiten, in denen du blättern kannst.

2. Ja. Hat mir die Deutsche Nationalbibliothek bestätigt.

3. Ja. Es steht ein Preis drauf, gemäß Buchpreisverordnung. Du kannst das Buch bei mir bekommen / Du kannst es in folgenden Buchhandlungen bekommen (ohne ISBN) / Du kannst es (zumindest theoretisch) in jeder Buchhandlung bestellen (mit ISBN).

 

©Ryek Darkener 2016Wie immer, meine 5 Cent.

©Ryek Darkener 2016

Bücher selbst machen

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wer ein Buch schreibt, hat eine Menge zu tun. Idee entwickeln, Plotten, Schreiben, betalesen oder lektorieren lassen, überarbeiten, endgültige Version abliefern.

Wer als Indie ein Buch schreibt und es auch selbst veröffentlichen will, hat, nachdem der Text fertig ist, noch ein paar weitere To Dos. Die nicht unerheblich Zeit kosten. Ich stelle ein paar davon vor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Fangen wir mit Text-zu-E-Book an. Egal ob man diesen selbst auf die Plattformen lädt oder andere das machen lässt, die Hürde ist es, aus dem Text eine Datei zu erzeugen, die von der jeweiligen Plattform akzeptiert wird. Wer glaubt, dass es damit getan ist, seinen Text einfach unter dem gewünschten Dateiformat zu speichern, irrt in den meisten Fällen. Jede Plattform, sei es Amazon, Tolino, neobooks und andere, hat ihre eigene Sicht, wie eine Datei auszusehen hat. Was sich meist nicht unmittelbar aus dem Dateiformat selbst ergibt. What you see ist definitiv nicht what die Plattform wants to get. 😉 Die verwendete EDV ist gefühlt recht sperrig und alles andere als selbsterklärend, geschweige denn den Anwender unterstützend. Die gute Nachricht ist, dass der Support meiner Erfahrung nach freundlich, schnell und kompetent unterstützt. Danke dafür an dieser Stelle! Außerdem eignet man mit sich mit der Zeit ein paar Tricks an, mit denen es dann doch geht. Trotzdem: Es kostet Zeit (und einige Nerven).

 

Jedes Buch, ob E oder P, braucht ein Cover. Ohne Verlag ist das ein weiterer Aspekt, der Zeit kostet. Je nach Kreativität und Geldbeutel erstellt man das Cover selbst, oder lässt es von einem Profi machen. Ein zum Buch passendes Cover zu entwerfen und zu erstellen ist für jemanden, der das nicht jeden Tag macht, aufwändig. Mindestens so aufwändig wie das Schreiben eines guten Kapitels. Das Hochladen auf eine E-Book Plattform ist meist problemlos.

 

Kommen wir nun zum gedruckten Buch. Text und Cover sind fertig. Dann sofort die Dateien an die Druckerei schicken und 50 oder 500 Exemplare bestellen?

Davon kann ich nur abraten. Selbst bei den bekannten Dienstleistern ist durchaus nicht sichergestellt, dass das, was gedruckt wird, eine Qualität hat, welche auch verkaufbar ist. Der Grund dafür ist sehr einfach: Es wird das gedruckt, was angeliefert wurde. Wenn es keine technischen Probleme mit den Dateien in der Form gibt, dass diese nicht lesbar sind, wird die Druckerei mit dem Druck beauftragt. Die Verantwortung für Brauchbarkeit liegt logischerweise beim Zulieferer, dem Autor.

Hand aufs Herz: Wer von den Indies hat eine Ausbildung als Setzer oder Layouter?

Ich nicht. Entsprechend sahen die ersten Ergebnisse, die ich zurückbekam, auch aus. Daher ist es unbedingt zu empfehlen, sich sowohl Cover als auch Text so lange als Einzelexemplar drucken zu lassen, bis ich selbst dieses Buch, zumindest was die strukturelle technische Qualität angeht, auch in einer Buchhandlung kaufen würde.

Das dauert.

Der Text muss im gewählten Seitenformat gesetzt und umgebrochen werden, was von guten Schreibprogrammen wie Papyrus Autor weitgehend automatisch erfolgt. Trotzdem ist Nacharbeit erforderlich. Bis der Text optisch gut aussieht, hat man sein Buch drei weitere Male gelesen.

 

Die Druckerei verlangt, wenn es dumm läuft, den Input in einem anderen Format als es vom Programm geliefert wird, mit dem ich den Text erstellt habe. Möglicherweise gilt das gleiche für das Cover. Was heißt, dass der Satz in einem weiteren Programm gemacht oder wiederholt werden muss, welches den gewünschten Output erzeugt. Wie schon oben erwähnt ist es wichtig, sich einen Probedruck schicken zu lassen, bevor eine Auflage gedruckt wird.

 

Wer bis hierhin gelesen hat, wird einen ungefähren Eindruck davon bekommen haben, was ein Verlag außer Lektorat macht, bevor ein Buch in den Verkauf kommt. Das kostet Zeit. Und Geld. Und braucht einiges an Know How.

 

Für den schreibenden Indie-Inschenör, dem nichts zu schwör ist, sind das keine unlösbaren Herausforderungen. Wer sich darauf einlässt, sollte diesen Teil des Herstellungsprozesses realistisch einplanen und sich klar darüber sein, dass die Zeit nicht für Schreiben zur Verfügung steht. Auf der anderen Seite lässt sich damit prima Prokrastinieren oder eine längere Schreibblockade überbrücken.

 

Irgendwann ist die Arbeit dann getan, die erste Auflage wird geliefert. So bei mir letzten Freitag geschehen.

Ist damit alles erledigt? Nein. Jetzt liegen die Bücher herum und müssen verkauft werden. Darüber werde ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt berichten. Eines schon vorweg: Die Erstellung der werbenden Texte ist noch die interessanteste Aufgabe, die da auf einen zukommt.

Bausatz für ein Buch

Bausatz Tabula Rasa

©Ryek Darkener 2016

Das ist der Bausatz für ein Buch. 😉

Na ja, nicht ganz. Es ist der Probedruck für das Cover. Sowie ein paar Seiten. Bevor ich mich in das Abenteuer stürze, komplette Bücher drucken zu lassen und sie zu verkaufen, habe ich, wie es sich gehört, erst einmal nachgeprüft, ob das, was ich an die Druckerei schicke, in einer Form zurückkommt, die man seinen Lesern präsentieren kann.

 

Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden. Fast. Auf den Textseiten hat tatsächlich die Seitennummerierung gefehlt. Das bekomme ich noch hin.

Ob sich das für mich lohnen wird? Ja. Wird es. Definitiv. Weil ich dann die komplette Wertschöpfungskette, von der ersten Idee bis zu einem anfassbaren, verkaufbaren Produkt, abgearbeitet haben werde. Echtes Hand-Werk.

Ob es jemand haben will?

Nummeriert?

Signiert?

 

So viel sei an dieser Stelle schon verraten.