2018: Looks like a plan

Das Ende eines Jahres und der Beginn des nächsten ist oftmals eine willkommene/lästige Gelegenheit, um Pläne für die kommenden Tage bis Silvester zu machen.

Ich fange mit etwas anderem an, nämlich dem, was schon fertig geworden ist.
Zuerst einmal vielen Dank an die Leser der von mir als Adventskalender hier veröffentlichten Weihnachtsgeschichte „Pivot“. Ich habe mich sehr über das Interesse gefreut. Und ich habe das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden. Was heißt, dass ich den Text, der während der Postings leicht aufpoliert wurde, verwendet habe, um das vorhandene E-Book zu aktualisieren:

Jetzt kommt der Werbe-Blockg:

Der Preis des E-Books „Pivot“ ist 99 Cent. Es handelt sich hierbei nicht um ein Sonderangebot, sondern um das Angebot, sich mit meinem Schreibstil bekannt zu machen und den Text als Ganzes zu haben.

Wenn „Pivot“ dir gefallen hat, erzähle es bitte weiter (oder schreibe eine Rezension). Denn sonst erfährt es kaum jemand. Mein Werbebudget ist – vorsichtig gesprochen – sehr begrenzt.
Ich freue mich natürlich auch, wenn meine anderen Texte zufriedene Leser finden. 😉

Was will ich in 2018 schriftstellerisch tun?

Im letztjährigen NaNoWriMo habe ich einen „Inspektor Mops“ Text verfasst, der mittlerweile schon recht weit gediehen ist. Er wird dieses Mal nicht so abgefahren sein wie „Common Sense“. Man kann sich auch in Urban Fantasy Geschichten mit relevanten Dingen beschäftigen, unterhaltsam sein, ohne seicht sein zu müssen. Diesen Text möchte ich, wenn möglich, noch dieses Jahr unter die Leute bringen.

Meine „Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ sind mittlerweile ziemlich umfangreich geworden und mit dem veröffentlichten dritten Teil „Monstra Coelorum“ noch nicht am Ende angekommen. Hier ringe ich noch mit dem Plot, denn es bieten sich diverse Möglichkeiten, die Geschichte fortzuführen. Ich habe, im Unterschied zu anderen Autoren, nicht alles komplett durchgeplant, bevor ich sie schreibe. Es gibt eine globale Storyline und einen übergeordneten Weltenbau, aber ich behalte mir vor, die Geschichte so zu erzählen, wie meine Protas es mir anbieten. Wie im richtigen Leben ist nicht alles planbar und alles, was geschieht, kann der Ausgangspunkt für interessante Weiterentwicklungen sein.

Darüber hinaus liegen bei mir noch einige recht rohe Ideen herum.
Sowie eine, von der ich nicht mehr weiß, wo ich sie abgelegt habe. Was ziemlich nervig ist. Man sucht immer das am intensivsten, was unauffindbar erscheint. Ihr kennt das. 😉

Advertisements

Jahresrückblick 2017

Schreiben

Ich habe zwei Bücher fertiggestellt und veröffentlicht, die von ihrem Inhalt her sehr unterschiedlich sind. Das erste, eine urban Fantasy Geschichte, hat sich aus einem früheren NaNoWriMo Projekt ergeben und handelt von einem Inspektor, den seine Mordfälle als Geister besuchen kommen, was sich allerdings als wenig hilfreich bei der Bearbeitung erweist. Inspektor Mops ist schon seit Jahren mein Sparringspartner für amüsante Dialoge. Nun hat er, nach einigen Kurzgeschichten, einen längeren Text bekommen, der das Krimi- und Thriller Genre auf die Schippe nimmt, sich aber an die formalen Regeln hält. Ein ziemlich schräger Roman, der gut bei meiner Leserschaft angekommen ist.

Den habe ich auch als Ausgleich für den zweiten Text gebraucht, bei dem es sich um einen düsteren Höhepunkt meines Lieblingsprojektes handelt, an dem ich seit 2012 schreibe:

Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg

Ich habe es mir mit dem dritten Teil meiner dystopischen Saga nicht leicht gemacht. Der Verlauf der Handlung hat mich mehr als einmal vor die Frage gestellt, ob ich es schaffe, diese in für meine Leser angemessene Form zu übersetzen. Ich denke, ich habe es gut hinbekommen, was mir auch von Leserseite bestätigt wurde. Und so habe ich schon ein Arbeitspaket für 2018 ff, nämlich den vierten Teil zu schreiben. 😉

Beide Bücher wurden auf der Leseplattform LovelyBooks zum Rezensieren angeboten. Meine Erfahrung dieses Jahres ist es , dass es im Vergleich mit den Vorjahren immer schwerer wird, engagierte Leser zu finden, die über ihren Tellerrand hinauslesen wollen.

Dann gab es noch den NaNoWriMo 2017, an dem ich teilgenommen habe. Die 50.000 Worte waren aufgrund anderer Verpflichtungen dieses Jahr zwar nicht von mir zu schaffen, dennoch bin ich zufrieden mit dem Ergebnis, aus dem wohl auch ein Inspektor Mops Roman werden wird.

Messen

Ich habe die Buchmessen in Leipzig und Frankfurt nicht besucht. Wenn man eine gesehen hat, hat man alle gesehen. 😉 Ich habe sie allerdings in den sozialen Medien verfolgt und mir ist nicht entgangen, dass die Veranstalter große Schwierigkeiten haben, sie vor Dingen zu schützen, die meiner Meinung nach dort nicht hingehören. Es ist wichtig, dass sich Literatur mit aktueller Politik beschäftigt, zur Meinungsbildung beiträgt und auch polarisieren darf. Dennoch sollten die Veranstalter eine Buchmesse darauf achten, dass ihre Veranstaltungen nicht als Aufmarschgebiet radikaler politischer Strömungen missbraucht werden. Die hier zur Schau gestellte angebliche Hilflosigkeit der Veranstalter hat mich abgestoßen. Wenn man bedenkt, dass der diesjährige Friedenspreis des Deutschen Buchhandels an Margaret Atwood gegangen ist, entsteht bei mir ein ziemlich schräges Gesamtbild der politischen Kultur in der deutschen Buchbranche.

Vernetzung

Ich habe dieses Jahr das Litcamp in Heidelberg besucht. Eine für mich hochinteressante Veranstaltung, in der ich sehr viel rund um Bücher, den Buchmarkt und Selfpublishing mitgenommen habe. Und ich bin mittlerweile auch auf Twitter zu finden. Meinen Facebook-Account gibt es schon länger. Der wird allerdings immer uninteressanter, da, meinem Eindruck nach, Facebook die geschaltete Werbung nicht mehr ausreicht, sondern über Änderung der Algorithmen der Vernetzungsgedanke immer mehr ad absurdum geführt wird. Relevanz und Reichweite scheinen immer mehr davon abhängig zu sein, wie viel man dafür zu bezahlen bereit ist. Nichts gegen bezahlte Werbung. Aber hier wird, wie in vielen anderen Bereichen der Werbenden Kommunikation, zunehmende Lautstärke anstelle von interessantem Content als Mittel der Wahl verstanden, um Aufmerksamkeit erregen zu wollen.

Fazit

Alles in allem hat mich dieses Jahr weitergebracht, was sich auch an den unten abgebildeten Covers ablesen lässt. Das linke ist das neueste und das erste, welches nicht von mir ist. 😉

Trotzdem: Don’t judge a book by its cover. Es gibt auch noch den Klappentext und den Inhalt.

In diesem Sinne wünsche ich meinen Lesern und Followern eine schöne, friedliche und entspannte Weihnachtszeit.

Vielfalt gerne – aber mit Augenmaß

©Ryek Darkener 2016

Nachdem mich im NaNoWriMo die Textflaute erwischt hat, spendiere ich zum Ausgleich eine Szene aus Monstra Coelorum, mit begleitenden Text.
Es gibt zur Zeit etliche interessante Beiträge mit dem Thema die Rollen von Mann und Frau in der Handlung von Romanen zu hinterfragen und sich im Sinne von Realismus und Gleichberechtigung vom Altbewährten zu lösen, auch andere Teile einer globaler werdenden Gesellschaft wahrzunehmen und ihnen Raum zu geben. Menschen unterschiedlicher Hautfarben, aus anderen Kulturen, Menschen deren Geschlecht nicht zwingend männlich oder weiblich ist, und so weiter.
Bei allem Enthusiasmus ist das, für mich, eine Sache, die sich nicht als Zwang manifestieren sollte. Weil sonst aus einer guten Absicht heraus schnell etwas gut gemeintes werden könnte. Die erzählte Geschichte lebt durch die Interaktion der Charaktere, und für die gilt nun einmal nicht der Proporz, sondern die Handlung, die zu den handelnden Personen passt. Mit einem anderen Ansatz ist weder der Geschichte noch dem Leser noch dem Thema geholfen.
Wer Zugang hat und es kann, dem bieten sich viele Möglichkeiten, Texte zu schreiben, die bisher aufgrund der Konstellationen kaum Akzeptanz fanden.
Das heißt nicht, dass die bisherigen Muster außen vor sind. Im Gegenteil. Hier kann man – vorsichtig – den eigenen Horizont und den des Lesers erweitern, indem man den Mut aufbringt, mit eigenen Berührungsängsten zu spielen. Irgendwo ist jeder Schriftsteller ein Teil seiner Protagonisten. Das macht sowohl den Text als auch den Autor authentischer. Als Möglichkeiten bieten sich hier sowohl der Weltenbau als auch der Subtext an. Was, wenn die Protagonisten zum Beispiel aus einer Welt kommen, in denen es eine Reglementierung bezüglich der Nachkommenschaft gab? Bestimmte Dinge ergeben sich dann wie von selbst.

Hier ein Beispiel:

Rabea klopfte an die Tür des Blockhauses.
„Herein!“, forderte eine jugendliche Stimme sie auf.
Rabea trat ein. Der Raum war aufgeräumt, hell und freundlich. Ein spartanischer Büroraum, einige Aktenschränke, ein Schreibtisch mit Datenkabinett und ein paar Sitzgelegenheiten, Der junge dunkelhaarige kräftige Mann, der am Schreibtisch auf einer Decke saß, die über Sitz und Stuhllehnen gelegt war, machte eine einladende Handbewegung und lächelte sie offen an.
„Ich bin Katsu. Nimm bitte Platz. Ich mag es nicht, wenn die Leute auf mich herabsehen. Verrätst du mir deinen Namen und wo du herkommst?“
„Rabea Weiser. Wien. Erde. Sol.“ Sie erwiderte das Lächeln. „Na ja, nicht direkt. Ich wurde in Nargala untergebracht, in der Nähe der Carinaeischen Botschaft.“
„Das habe ich aus den Nachrichten erfahren. Die Ankunft der Reisenden, wie man euch genannt hat, hat bei uns im Menschenreservat einiges Aufsehen verursacht. Aber zu einer offiziellen Kontaktaufnahme hat man sich bisher nicht durchringen können.“
Rabea schloss die Tür, hängte ihre Jacke an die Garderobe, kam zu Katsu und setzte sich auf den gepolsterten Stuhl auf der anderen Seite des Schreibtisches.
„Das erinnert mich an zu Hause. Irgendwie“, gab sie zu.
Katsu sah sie interessiert an. „Ihr kommt tatsächlich von der Erde?“
„Ja. Ist das so ungewöhnlich?“
„Allerdings. Das letzte Mal hatten wir vor … über 500 Jahren der irdischen Zeitrechnung Besuch von der Erde erhalten. Einer der sogenannten Stifter. So steht es zumindest in unseren Geschichtsbüchern.“
„Ein Stifter? Welcher? Was wollte der denn von euch?“
„So weit überliefert wollte er, dass wir zur Erde zurückkehren.“
Rabea war erstaunt. „Warum?“
„Im Letzten Krieg sind alle nicht im irdischen Sonnensystem lebenden Menschen hier interniert worden. Sowie einige wenige Erdenmenschen, die sich am Letzten Krieg nicht beteiligen wollten. Der Stifter hatte wohl gehofft, dass genug von uns nicht von Virdin Maxfords Geschenk infiziert worden wären. Er hat sich geirrt.“
„Ihr nehmt Palliativum?“
Katsu schüttelte entschieden den Kopf. „Nein. Das tun wir nicht. Der Preis der Abhängigkeit von den Yu-xarren Händlern ist uns zu hoch gewesen.“ Er lächelte schräg. „Du hast bestimmt schon von den Yu-xarren gehört?“
„Sicher.“
„Die müssen schon damals keine Freunde gehabt haben. Niemand macht mit denen gern Geschäfte. Heißt es. Es sei denn schmutzige. Heißt es.“
„Aber …“ Rabea suchte nach den passenden Worten. „Das bedeutet, dass ihr fremde Kinder zulasst? Seit Jahrhunderten? Und die Metamorphose?“
„Ja. Es war damals die mehrheitliche Entscheidung, nicht den Weg der Erde zu gehen. Wir hatten große Angst. Ob wir dem Hass auf das Fremde, der die Erde beinahe vernichtet hatte, widerstehen könnten. Aber noch mehr Angst hatten wir vor einer Versklavung durch die Yu-xarren. Einige wenige, die sich für das Palliativum entschieden, sind mit dem Stifter auf die Erde zurückgekehrt. Wir haben unserer Entwicklung eine andere Richtung gegeben. Es gab und gibt hier keine Bewertungsverfahren. Ungefähr ein Drittel der Nachkommen einer rein irdisch-menschlichen Verbindung ist nicht-irdisch. Durch freiwillige Zuchtwahl haben wir unsere Gesellschaft stabilisiert und das Durchschnittsalter erhöht. Es ist bei uns üblich, sein Leben selbst beenden zu dürfen, wenn der Zeitpunkt der nicht durchführbaren Umwandlung gekommen ist. Ein schneller, sauberer Tod, statt der jahrelangen Abhängigkeit von einem Medikament und dessen Händlern.“ Katsu lächelte selbstbewusst. „Keine Versteigerungen um der Erhaltung der Art willen. Jedes Lebewesen, das hier geboren wird, ist ein willkommenes Geschenk.“
Rabea konnte ihren Unglauben nicht verbergen. „Ich bitte um Nachsicht, aber das hört sich für mich wie ein Märchen an.“
„Wir haben mittlerweile Jahrhunderte Erfahrung mit diesem märchenhaften Konzept. Es hat sich ausgezahlt. Alle hier Lebenden genießen vollständige Freizügigkeit im Gebiet der Liga, wenn sie es wollen.“ Seine Augen glänzten stolz. „Wir haben unsere Schulden bei den anderen Völkern der Liga schon lange bezahlt.“
„Dann bin ich also vergeblich gekommen.“
„Es kommt darauf an. Wenn du jemanden suchst, der mit euch in einen Krieg ziehen soll, dann ja. Aber der Bericht von eurer Flucht hat das Interesse bei unseren Oberen geweckt. Wir haben eine Anfrage von der Liga bezüglich historischer Daten bekommen. Jemand hat eine Überprüfung des Falles sowie eine Beratung beantragt. Ich wusste gar nicht, dass die Erde bei der Liga noch ein Thema ist. Eine gewisse Imara Socotada hat, unterstützt von einem Herren des Himmels, den Antrag in die Gremien der Liga gebracht. Kennst du sie?“
„Ja.“
„Deinem Gesichtsausdruck nach scheint sie bei dir nicht besonders beliebt zu sein. Hattet ihr Streit?“, fragte Katsu.
„Nein. Aber sehr unterschiedliche Auffassungen zu bestimmten Dingen. Sie hat mir die ihren in der Fähre zwei Jahre lang vorgebetet! Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir die Flucht ohne sie nie geschafft hätten.“
„Du hast sehr viel Zorn in dir.“
Rabea nickte. „Ja. Das habe ich. Meine Mutter hätte nicht im Kampf sterben müssen, wenn die Erde nicht vom Direktorat unterdrückt würde.“
„Und deshalb willst du ihren Tod rächen. Oder beim Versuch dein Leben wegwerfen“, stellte Katsu fest.
In Rabeas Stimme war kein Zweifel, kein Zögern. „Ja. Das ist mein Wunsch und Wille.“
„Den Spruch, dass derjenige, der das Schwert aufnimmt, durch das Schwert sterben wird, kennst du wahrscheinlich.“
„Das fürchte ich nicht.“
„Und du bist sicher auch bereit, alle dir nahestehenden Personen zu betrauern, die auf deinem Weg vor dir oder an deiner Seite sterben werden, nehme ich an.“
Rabea zuckte zurück. „Was willst du damit sagen?“
Katsu sprach eindringlich weiter. „Ich nehme an, dein Dissens mit Imara beruht darauf, dass sie vergeblich versucht hat, dir zu erklären, was es bedeutet, kämpfen zu wollen. Im Gegensatz zu kämpfen zu müssen.“
„Du hast recht. Das hat sie.“
Katsu seufzte. „Unsere Informationen beschreiben Imara als geschickte Diplomatin, nicht als Kriegstreiberin. Immerhin hat sie einen Herren des Himmels auf ihre Seite gebracht. Na gut. Ich weiß jetzt genug über dich.“
Er nahm den kabelgebundenen Kommunikator vom Schreibtisch auf, wählte eine Nummer und hielt den Hörer an sein rechtes Ohr. „Katsu hier. Wir sind so weit. Wann passt es bei euch? In Ordnung.“
Er legte auf. „Erweist du mir die Ehre, mit einigen Vertretern der Kolonie und mir zu mittagzuessen? Wir haben viele Fragen zur Erde, und du hast bestimmt Fragen zum Reservat.“
Rabea stand auf. „Gerne.“ Sie holte ihre Jacke und zog sie an. Als sie sich umdrehte, saß Katsu immer noch.
„Was ist?“, fragte sie erstaunt.
„Wenn du mir ein wenig behilflich bist, kommen wir beide schneller voran.“
Er zog die Decke von den Lehnen und deckte sich damit die Beine zu.
Rabea starrte betroffen und unsicher auf die Räder des Rollstuhls. „Du bist …“
Katsu fuhr um den Schreibtisch herum und hielt vor Rabea. „Seit Geburt. Wie ich bereits sagte: Jedes Lebewesen, das bei uns geboren wird, ist ein willkommenes Geschenk.“ Er reichte ihr die rechte Hand. „Kommst du?“

Tabula Rasa: Romananfang

DSvU Tabula Rasa CoverIch weiß, dass häufig davon gesprochen wird, den Leser bereits mit dem ersten Satz in die Handlung zu ziehen. Weil er angeblich nur dann auch den zweiten Satz liest.

Dem als generellem Anspruch stehe ich skeptisch gegenüber. Mag daran liegen, dass ich früher gerne (und gar nicht einmal so schlecht) Schach gespielt habe. Da stehen sich auf dem Brett sechzehn schwarze und sechzehn weiße Figuren gegenüber, getrennt durch vier Felder, die zu Beginn der Partie nicht mit einem einzigen Zug überwunden werden können. Es gibt keinen erlaubten Zug, mit dem der Spieler mit den weißen Figuren den gegnerischen König sofort ins Schach stellen könnte. Er kann ihn nicht einmal in Bedrängnis bringen. Trotzdem sind die ersten Züge – bei gleich starken Spielern – entscheidend. Aber das stellt sich üblicherweise frühestens im Mittelspiel heraus.

Schach ist nichts für Menschen, die auf „Quick Wins“ aus sind. Vorausschauendes Denken ist gefragt, Freude an komplexen Zusammenhängen und langfristiger Planung. Dem Gegner einen Vorteil gewähren, welcher, wenn er ihn nutzt, das Spiel gegen ihn entscheiden wird. Um nur einige Aspekte anzureißen.

Daher mag ich auch Bücher, die einen gewissen Anlauf nehmen, bevor die Sache wirklich interessant wird. Die nicht auf die kurze Aufmerksamkeitsspanne setzen, sondern nach und nach das Netz immer enger ziehen.

Der Morgen des 10. November 499 Neuer Zeit war eisig kalt und klar. Raureif glitzerte an den Stahlzäunen, die den Bahngraben begrenzten. Er zog sich von Horizont zu Horizont wie ein Lineal durch die Landschaft. Eine Rauchfahne näherte sich von Osten mit mäßiger Geschwindigkeit. Ein gleichmäßiges Zischen begleitete die Bewegung. Der Zug kam in Sicht – ein Lindwurm, auf mittig angebrachten Rädern balancierend. Er glitt vorbei, weißer Rauch verhüllte für eine Weile den Graben, der in der Dämmerung zurückblieb.

„Darf ich mich zu dir setzen?“
Kaija Neran knüllte den Brief mit der rechten Hand zusammen und blickte auf. Vor ihr stand ein Mann, etwa dreißig. Allerweltsgesicht, interessierter Blick, grauer Anzug. Im Zug gab es mehr als genug andere freie Plätze. Kaija glaubte nicht, dass sie den Eindruck machte, auf der Suche nach Gesellschaft zu sein. Sie zuckte resignierend mit den Schultern. „Ja, natürlich. Warum nicht?“
Sie stellten einander vor. Kaija hatte seinen Namen bereits vergessen, als er sich setzte. Der Zug überquerte eine Brücke. Kaijas Blick ging, ohne zu sehen, über nicht enden wollende verschneite Wälder, wie mit weißem Puderzucker bestäubt. Ein paar eingestreute Lichtungen. In der Ferne Rauch, unter einem stahlblauen Himmel. Das Singen der Gyroskope der Monorail hatte etwas Einschläferndes, Traumhaftes. Ein Stück Zukunft aus der Vergangenheit, Erinnerungen an eine zerstörte Welt.
„Ein herrlicher Morgen, nicht wahr?“, fragte er, um ins Gespräch zu kommen.
„Wenn du es sagst“, antwortete Kaija automatisch. Sie wandte sich ihrem Gegenüber zu und rieb sich die Augen, um Zeit zu gewinnen. „Entschuldige, ich wollte nicht unhöflich sein“, fuhr sie mit leiser Stimme fort. „War eine lange Fahrt. Ja, sehr schön. Grün und Weiß, Weiß und Grün. Ein wenig eintönig. Nichts anderes zu sehen zwischen Wien, München und Ulm.“
Er lächelte vorsichtig. „Du machst einen bedrückten Eindruck auf mich. Dieses Jahr endet die Bleierne Zeit. Dann liegt der Letzte Krieg ein halbes Jahrtausend hinter uns. Ist das für dich kein Grund zur Freude?“
„Wenn du es genau wissen willst, ich wünsche mich gerade fünfhundert Jahre weiter.“
Ihr Gegenüber bemerkte den unterdrückten Ärger in Kaijas Stimme und sah sie abwägend an.
Kaija musste schräg zu grinsen. „Ja. Die Pflicht. Sieht man es mir so deutlich an? Fast vierundzwanzig, kinderlos, keine feste Beziehung. Nicht ganz der Vorstellung der Stifter entsprechend.“
„Magst du keine Kinder?“
Kaija strich den Papierball glatt und faltete das Blatt mehrmals, verlegen, fast entschuldigend. „Nein. Das ist es nicht. Ich hätte mir nur lieber meinen Partner selbst ausgesucht, anstatt ihn jetzt von den Vereinigten Kirchen vorgeschrieben zu bekommen. Ja, es ist gemäß den Regeln, ich weiß. Und es ist meine Schuld und Pflicht. Trotzdem fühle ich mich verschachert wie eine Kuh.“
„Du bist in deiner freien Wahl eines Partners dadurch doch in keiner Weise eingeschränkt. Die Versteigerung ist doch nicht mehr als die notwendige Ergänzung, um die Zukunft der Menschheit sicherzustellen.“ Er zwinkerte ihr zu. „Ich bin sicher, dass es für die Vereinigten Kirchen ein lukratives Geschäft wird.“
Kaija seufzte. „Da magst du wohl recht haben. Wer weiß schon, wie oft ich zum Abschuss freigegeben werde, solange ich keine eigene Wahl getroffen habe oder schwanger werde. Alle vier Monate ein Mann, an den ich nicht einmal gedacht habe. Und der Einsatz eines jedes Bieters geht an die VK.“

 

 

Schreibhandwerk: Plotten

Hallo zusammen!

Nach dem Schreiben ist vor dem Schreiben. Nach der Veröffentlichung von Inspektor Mops – Common Sense und Monstra Coelorum wird es dieses Jahr nichts Neues mehr von mir geben. 😉

Die nächste größere Aktion ist der NaNoWriMo. Alle Jahre wieder versuchen weltweit Autoren, innerhalb eines Monats fünfzigtausend Worte zu Festplatte zu bringen. Für berufsmäßige Schreiber wahrscheinlich keine allzu große Herausforderung. Aber wer das neben seinem Brotberuf schaffen will, der muss gut planen und auf die Unterstützung seiner Umgebung vertrauen.

Apropos planen. Die Schreibwelt teilt sich ja angeblich in diejenigen, die einfach drauflosschreiben und die, die vorher alles ganz genau festgelegt haben müssen. Die Wahrheit ist wohl eher, dass einige Wenige tatsächlich die gesamte Storyline im Kopf behalten können, während die anderen den Aufwand scheuen und deshalb oft mit ihrem Werk nicht fertig werden, weil sie nicht mehr wissen, worum es darin eigentlich ging. Ja, das war polemisch. Wem der Schuh passt, der kann ihn sich anziehen. 😉

Ich gehöre zu den Planern. Und bekomme trotzdem nicht jeden meiner gewünschten Texte fertig. So ist das nun mal.
Aber ich möchte den (bisherigen) Plot-Verweigerern einmal mit einem kurzen Abriss demonstrieren, was ihnen eigentlich entgeht.

Mein Roman Monstra Coelorum hat ungefähr 135.000 Worte, 5 Kapitel, 150 Szenen.
Nach Adam Riese und Eva Zwerg sind das ca. 27.000 Worte pro Kapitel oder 900 Worte pro Szene. Das ist natürlich nur ein Überblick, nichts Exaktes. Doch wenn ich mir einige theoretische Überlegungen zu eigen mache, dann bin ich schnell bei dem, was ich zeigen will. Nein, hier geht es nicht um Schreibmethoden, sondern ausschließlich um Struktur.

Jeder Autor hat schon einmal von der 3- oder der 5-Akt Struktur eines Romans gehört. Falls nicht, kann man das zum Beispiel bei Schreibwahnsinn nachlesen. Nehmen wir an, du planst für den NaNoWriMo einen Dreiakter mit 50.000 Worten, das sind etwa 250 Normseiten:

Anfang
Mitte
Ende

Sieht schon fast nach einem Plan aus, nicht wahr? 😉 Bezogen auf meine Statistik von oben sind 50 Szenen notwendig. Wahrscheinlich sind Anfang und Ende etwas kürzer, der Mittelteil etwas länger:

Anfang

Szene 1 – Szene 10

Mitte

Szene 11 – Szene 35

Ende

Szene 36 – Szene 50

Fertig. Oder fast fertig. Kommt jetzt auf die individuellen Vorlieben an. Selbst wenn der fertige Text keinerlei Kapitelstruktur haben sollte, ist es oft hilfreich, sich zu überlegen, was die wichtigsten Textblöcke der Handlung sind:

Anfang

Einleitung

Szene 1 – Szene 4

Aufbau der Mannschaft

Szene 5 – Szene 8

Die Mannschaft macht sich auf den Weg

Szene 9 – Szene 10

Mitte

Das erste Hindernis

Szene 11 –

u.s.w.

Fertig! Jetzt fehlen nur noch die Szenenüberschriften, eventuell mit Angabe von Ort, Zeit und handelnden Personen. Oder ein paar Stichworte, was an dieser Stelle passieren soll.

Damit steht die Geschichte dann im Entwurf. Und mehr muss man über das Plotten eigentlich nicht wissen, wenn man es nicht mag. 😉

Ich plotte persönlich am liebsten mit dem frei verfügbaren Programm Freeplane. Mittlerweile verfügen aber auch Schreibprogramme wie zum Beispiel Papyrus Autor  über eingebaute Zettelkästen, mit denen sich sehr komfortabel plotten lässt.

Das Einzige, was nun noch fehlt, ist eine geeignete Idee für den Text.

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

„Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg“ – Eine mögliche, alternative Realität?

©Ryek Darkener 2016

Ulm, im Jahre 500 nach dem Letzten Krieg. Zehntausend Menschen leben in der aufstrebenden Stadt, die baulich vom gebrochenen Münster dominiert wird, an dessen Spitze sich der Ewige Knoten befindet, das Symbol der neuen Verwaltungsreligion. Der Süd-Hafen sorgt für regen Warenaustausch mit den wenigen verbliebenen Städten an der Donau. Der Weg in den Norden ist mühsam und gefährlich, denn der schiffbare Albtunnel ist seit dem Letzten Krieg geschlossen.
Das soll nun anders werden. Kaija Neran, Tochter des verstorbenen Entdeckers des Schlüssels zum Tunnel, kehrt zurück und wird aufgefordert, ihr Erbe anzutreten. Sie wird zum Spielball in einer Auseinandersetzung, die die Welt verändern wird …

Wie kommt man nur auf so eine Idee, wird sich mancher Leser fragen. Google macht es möglich. Denn es war tatsächlich geplant, einen Kanal von der Donau zum Neckar zu bauen. Wonach ich damals gesucht habe, um diese Information angezeigt zu bekommen, kann ich nicht mehr genau sagen. Aber die Idee hat mich nicht mehr losgelassen. Für einen Science Fiction bot die tatsächliche Planung zu wenig „Science“, daher beginnt mein Kanal an einer anderen Stelle, und er führt in ganzer Länge unter der Schwäbischen Alb hindurch.
Der ursprüngliche Plot war die klassische Story. Mit einem männlichen Protagonisten, der auf der Wasserstraße zwischen Ulm und Köln verkehrt, zu dem sich irgendwann eine Frau gesellt. Sie kennen das. Möglicherweise ist die Frau zuerst verkleidet als Mann, man kommt sich näher, hat einige Probleme und am Ende sind alle eine glückliche Familie. Das wäre auch in einem postapokalyptischen Szenario möglich gewesen. Dann hat mir meine Protagonistin, Kaija Neran, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun sitze ich vor einer großen Storyline, zu der nach und nach immer mehr Aspekte hinzukommen.
Obwohl meine Geschichten aus der Welt nach dem Letzten Krieg klar dem Genre Science Fiction und Dystopie zuzuordnen sind, sind sie alles andere als technik-lastig. Das zentrale Thema sind die handelnden Personen. Ihr Mit- und ihr Gegeneinander. Nicht alle Protagonisten haben ihren Ursprung auf der Erde.
Als ich 2012 mit dem Schreiben des ersten Teils anfing, habe ich mir nicht vorstellen können, wie nahe manche Aspekte dieser komplett erfundenen Geschichte an Themen heranreichen, die heute aktuell in den Medien sind. Aber es ist nun einmal so, wie es ist. Wie ich aus anderen Artikeln weiß, wohl das Los von Autoren dystopischer Texte.
Ich habe vor einigen Jahren einen englischen Ausdruck gelesen, den man nicht ohne weiteres ins Deutsche übersetzen kann: „It’s always darkest before it gets pitch black“. Der beschreibt ziemlich treffend, was meine Leser im dritten Teil erwarten wird. Aber das ist, natürlich, nur die eine Seite der hochgeworfenen Münze.

NAS oder trocken

©Ryek Darkener 2017

Hallo zusammen!

Heute einmal etwas nerdiges:

Backup und NAS

Datensicherung ist so etwas wie eine Versicherung. Wir zahlen Geld für etwas, was wir hoffentlich nie brauchen werden. Wenn man mehrere Rechner, Smartphones, Tablets usw. im Hause hat, wachsen die Anforderungen. Zum einen möchte man vielleicht überall seine Daten aktuell haben. Zum anderen sollen sie auch dann verfügbar sein, wenn ein Gerät zum Beispiel den Geist aufgibt, gestohlen wird, was auch immer. Und man will vielleicht auch auf frühere Versionen, zum Beispiel eines Textes zugreifen. Wer nicht der hundertprozentigen Verfügbarkeit einer Cloud vertraut, wird irgendwann nicht umhinkommen, sich Gedanken über die Verwaltung seiner Daten an einem Ort innerhalb der eigenen Behausung zu machen, der unabhängig von den Geräten ist, auf denen diese Daten genutzt werden. Hochgestochen heißt das heutzutage in Deutschland Home-Cloud. Was sich technisch dahinter verbirgt, sind (mindestens) eine Festplatte, die in ein externes Gehäuse eingebaut ist, das einen kleinen Computer beherbergt, dessen einzige Aufgabe darin besteht, diese Daten zu verwalten und im Heimnetz zur Verfügung zu stellen. Ein netzwerkangeschlossener Datenspeicher, kurz NAS (Network Attached Storage). (Ich liebe Schachtelsätze 😉 )

Vor ein paar Wochen bin ich da eingestiegen. Ich habe mir ein NAS-Gehäuse (siehe Foto) sowie zwei Festplatten a’ 6TByte beschafft. Das Gehäuse kostet um 200 EUR (Synology DS216j), die Platten pro Stück etwa 250 EUR. Geht auch kleiner und preiswerter bei den Platten, aber die Rechenzentrumsfestplatten sind, im Gegensatz zu den PC-Varianten, für 7×24 Stunden Betrieb ausgelegt. Umgelegt auf eine zehnjährige Nutzungsdauer kann man sein Geld auch schlechter anlegen.

Die Montage ist denkbar einfach. Gehäuse öffnen, Platten einschieben und mit den mitgelieferten Schrauben fixieren, Gehäuse zu, Strom und Netzwerkkabel einstecken und anschalten. Die Benutzeroberfläche ist über einen Webbrowser erreichbar und die Grundkonfiguration einfach. Wer es bis dahin geschafft hat, kann mindestens seine Daten, nachdem das Netzlaufwerk zum Beispiel mit dem PC verbunden ist, mit Cut&Paste im Dateibrowser sichern.
Tipp: Nicht Cut&Paste in das Browserfenster der NAS-Administration machen. Das Gerät geht in Sekunden in die Knie, was die Datenübertragungsrate angeht. Das Admin-Webfenster ist – meiner Erfahrung nach – wirklich nur für administrative Aufgaben geeignet. Und das ist, nachdem ich umfänglich mit dem Synology-Suport zu tun hatte und sogar das Gehäuse getauscht bekam, kein Hardwareproblem.
Wenn man die Dateibrowserfenster seines Computers nutzt, bekommt man sehr akzeptable Übertragungsraten (bei mir bis 50 MB/s), was für den Hausgebrauch völlig ausreicht. Das von mir beschaffte NAS ist eines der kleinsten Geräte, mit zwei Einschüben für Festplatten. Ich nutze nicht 12 TB, sondern spiegele die Platten, was bei einem Hardwaredefekt den Vorteil hat, weiterarbeiten zu können. Oder seine Daten zu behalten, bis eine Ersatzplatte gekauft wurde. Zum Tausch mus das NAS ausgeschaltet werden, es gibt aber höherpreisige Geräte, die einen Plattentausch im laufenden Betrieb zulassen (Hot-Swap, für die, die das wissen wollten, sich aber nicht zu fragen trauten 😉 ). Mache ich vielleicht, wenn ich mir das von meinen Buch-Einnahmen leisten kann.

Es folgt an dieser Stelle KEINE Anleitung was sonst noch alles geht, und auch KEINE Übersicht über weiter Funktionen des NAS wie Mediaserver, Webhosting usw. Einfach deshalb, weil sich jeder selbst in das einarbeiten sollte, was er braucht. Wissen tut nicht weh und schadet meist auch nicht. Wer nicht die Zeit oder Lust hat, hat doch eine|n Freund/Freundin Lebens(Abschnitts)Partner/in oder Bekannten, der/die gerne hilft (heutzutage kennt doch jeder jemanden, der EDV kann 😉 ).

Backup Software:
Nachdem ich mich mehrere Tage mit dem von Synology angebotenem Backup-Client herumgeschlagen habe, meine Meinung für WIN und UNIX: Finger weg. Die angebotene Software ist fast vollkommen unbrauchbar. Datensicherungen dauern Tage, wo andere Programme Stunden benötigen. Und das intuitive Finden gesicherter Daten ist mir nicht gelungen. Für einen DAU (dümmsten anzunehmenden User) – also mich – ist das nix.
An dieser Stelle möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass mein Ansprechpartner im Synology Support sich wirklich Zeit genommen und immer schnell und kompetent auf meine Mails geantwortet hat. Am Support liegt es also definitiv nicht, dass der Backup-Client nichts taugt.
Für die heimischen Windows-Rechner (denen ich nach Möglichkeit aus dem Weg gehe) nutze ich zur Zeit die Umsonst-Version von Macrium Reflect, was zum Beispiel den Vorteil hat, dass sich jede einzelne Datensicherung als Netzlaufwerk mounten lässt (ist bereits im „Rechte-Maustaste-Menu“ integriert, wenn man einen Sicherungscontainer anklickt). Dann kann man mit der Suchfunktion nach seinen Daten fischen.
Unter UNIX ist selbst die vorinstallierte Backup-Software ist um Welten schneller als besagter Client.
Ob man das NAS mountet oder über ssh seine Daten sichert, ist Geschmacksache. Allerdings sind Mounts anfällig gegen Trojaner und Viren. Oder gegen Krypto-Malware. Betriebssystem-unabhängig.

Wenn ihr mal zwei Millionen Dateien vom NAS löschen müsst, geht davon aus, dass das etwas länger dauert. Hier sind die Grenzen einer kleinen CPU mit wenig Hauptspeicher, die eine Datenbank bedienen muss. Aber das sollte im Allgemeinen nur währen der Testphase vorkommen. Im laufenden Betrieb sorgen eure Backup-Programme dafür, dass überflüssige Dateien im Papierkorb landen, und auf dem NAS lässt sich konfigurieren, wann und wie der Papierkorb geleert werden soll. Da habt ihr auch noch ein paar Tage die Chance, nachzusehen, ob tatsächlich gelöscht werden soll. 😉

Fazit: Wer wichtige Daten hat (und das hat eigentlich jeder, der diesen Beitrag liest), sollte sich Gedanken darüber machen, wo und wie er diese dauerhaft vor Verlust schützt. Wem die angebotenen Cloud-Speicher nicht ausreichen, der sollte – besonders wenn es ein Familien-Netzwerk zu administrieren gibt, die Anschaffung eines NAS ernsthaft in Erwägung ziehen.
Wirklich wichtige Daten sollten außerdem an einem Ort gelagert werden, der nicht permanent mit dem Rechner/dem Netzwerk verbunden ist.

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.