Status 170708

ryek

Der Geist der Zukunft(AT)

Langsam wird es ernst. Die Kommentare meiner Betaleser für ⅔ des Textes sind zurück und eingearbeitet.
Ich gehe den Text, von hinten beginnend, szenenweise durch. Wohlwissend, dass dieser Durchgang nicht der letzte sein wird.
Der Titel steht. Er wird wieder in Latein sein und er wird wieder zum Buch passen. Überraschung! 😉
Cover. Bin noch auf der Suche. Ich finde es erstaunlich aufwändig, etwas zu finden, was nicht aussieht wie alle anderen. Ich habe den Eindruck, das Cover, die in einem Genre „funktionieren“, gnadenlos kopiert werden und sich nur noch vom Font der Titel unterscheiden. Wenn überhaupt. Aber es ist ja noch etwas Zeit. Vielleicht hat jemand einen Vorschlag, wer gute und bezahlbare (nicht billige!) SF/Dystopie-Cover macht? Ein oder zwei habe ich schon im Auge.

Zum Schluss noch ein Textsplitter von der Stelle, an der ich gerade bin:

Es ergibt wenig Sinn, vergangenen Gelegenheiten nachzutrauern, die mangels Mut nicht ergriffen werden konnten.

Wer wissen will, worum es geht, kann sich hier über die ersten beiden Teile meiner dystopischen Saga informieren:

Tabula Rasa

Spes Impavida

#litcamp17 – Bericht

Ryek myst

Nachdem ich  eines der begehrten Tickets über eine Verlosung ergattern konnte, fand ich mich am 24. Juni gegen 8 Uhr morgens am Dezernat16 in Heidelberg ein. Nach freundlicher Begrüßung bekam ich gleich einen großen Beutel mit Brot in die Hand gedrückt. Nicht zum Essen. 😉 Sondern um bei Aufbau des Frühstücks zu helfen. Merke: Barcamps funktionieren nur, wenn jeder etwas dazu (bei)trägt.

Um 09:30 begann dann der offizielle Teil. Hand aufs Herz: Wer hat jemals erlebt, dass Beamer und Funkmikros gleich am Anfang so funktionieren wie gewünscht? Ich noch nie, auch nicht in meinem Brotjob. Da muss es eine Verschwörung geben. Das Problem wurde gelöst und hinterließ bei mir den Eindruck professioneller Hemdsärmeligkeit im besten Sinne. An dieser Stelle ein großes Lob an das Orgateam und alle Helfer, die die Veranstaltung in den zwei Tagen so angenehm und für die Besucher reibungsfrei über die Bühne gebracht haben!
Nach der Kurzvorstellung der Teilnehmer (Name und 3 Hashtags) ging es in die Sessionplanung. Ab hier werde ich nur noch stichpunktartig über das berichten, was ich für mich mitgenommen habe.

 

Die erste Veranstaltung, an der ich teilnahm, war eine Diskussion über das Verhältnis zwischen Selfpublishern und Buchbloggern. Abgesehen davon, dass das Thema nicht vollkommen emotionsfrei ist, wurden die Standpunkte sowie die beschränkenden Randbedingungen sehr konkret und für alle nachvollziehbar dargestellt. Danke dafür. Auf einige – mit der Diskussionsrunde abgestimmte – Stichpunkte reduziert ist der Stand der Dinge und Meinungen (ohne Kommentar, der kommt getrennt):

  • Selfpublisher sollten sich selbst stärker organisieren und z.B. über Newsletter eine Vorsortierung für die Blogger leisten, im Sinne einer Buchvorschau. Sie sollten selbst dazugehörige Plattformen etablieren. Am besten genrespezifisch.
  • Buchblogger sind üblicherweise komplett ausgebucht, darum haben die meisten keine Zeit, um auf individuelle Anfragen zu reagieren.
  • Es ist unfair, sich gegenseitig vorzuwerfen, füreinander keine Zeit zu haben. Sondern es ist Fakt.
  • Selfpublisher sollten sich unbedingt mehr für Buch-Blogs interessieren, die zu ihren Genres passen.
  • Professionelles Miteinander ist Pflicht.
  • Generelles Problem ist die Informationsüberflutung und Zeitmangel für nicht primäre Tätigkeiten (Schreiben, Lesen, Bloggen).

So weit das Protokoll. Hier mein Kommentar, inklusive ein wenig Ironie:

Wenn ich die oben genannten Statements semantisch aufbereiteten, heißt das dann, sehr plakativ formuliert:
Aufgrund der hohen Auslastung mit einem Thema, das mit viel Herzblut betrieben wird, nehmen sich die meisten Blogger nicht (mehr) die Zeit, in der großen Auswahl von angebotenen Texten nach Perlen zu tauchen. Sie bevorzugen vorsortierte und qualitätsgesicherte Produkte. Daher sollten die SPler den Bloggern ihre Texte idealerweise über einen Publikumsverlag zur Rezension zukommen lassen. Klingt ein wenig nach Hauptmann von Köpenick, ist aber durchaus nachvollziehbar. Dasselbe Problem haben natürlich auch die Autoren, da bei ihnen nicht endlos Zeit für Marketingmaßahmen zur Verfügung steht.
Das auf diesem Weg auch sehr gute unbekannte Verlagsautoren kaum den Weg zu Buchbloggern finden, lasse ich einmal dahingestellt.

Ein anderer Vorschlag war, dass sich die SPler untereinander besser vernetzen und mehr über die Werke ihrer Schreibkollegen auf ihren eigenen Blogs berichten sollen. Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Ressourcen, sprich Zeit, wird das für die meisten wohl der realistische Weg sein, Leser zu erreichen. Und, ganz offen: Wir SPler können uns da an der eigenen Nase fassen (damit ist auch meine Nase gemeint). Ich bin auf Facebook in einigen Gruppen, in denen entweder begrenzt Werbung erlaubt ist oder die sogar eigene Werbegruppen haben. Wenn ich bei einer theoretischen Reichweite von 10.000 Facebookern mein Angebot nicht einmal 5 (in Worten: fünf) mal geteilt bekomme, dann stellt sich mir irgendwann die Frage, warum ich mein Wissen und meine Erfahrung mit anderen teilen soll für eine Handvoll Likes. Nein, es geht hier erst einmal nicht um Vertrieb und Verkauf, sondern darum, sich gegenseitig und fair einen Mehrwert zu liefern.

Mein Fazit:

  • Stärker mit anderen SP-autoren vernetzen.
  • Rezensionsexemplare an Blogger auch weiterhin gerne. Auf Nachfrage. Oder wenn es sich von selbst über Kontakte in den sozialen Medien (oder bei litcamps) ergeben sollte.

Denn alle Professionalität (die ich voraussetze) hilft nichts ohne die Bereitschaft zu einem konstruktiven Miteinander.

Wer in der Szene etwas bewegen will, der muss raus aus dem Kuschelkörbchen. Das war übrigens auch das Ergebnis aller Diskussionen zu anderen Themen, bei denen ich dabei war.
Wer mag, darf dazu gern einen konstruktiven Kommentar hinterlassen. Besser noch: einen konstruktiven Vorschlag.

 

In der nächsten Session ging es um Content Marketing. Ein Thema, vor dem ich mich immer drücke.
Ich war sehr positiv überrascht, dass man mit recht einfachen Mitteln dem Reizwort „Zielgruppe“ auch als Marketingverweigerer nahekommen kann. Das Modell der Charakterbeschreibung des typischen Lesers des eigenen Textes hat etwas. Wichtige Erkenntnis: Was tut dein simulierter Leser noch, außer dein Buch zu lesen? Gibt es zum Beispiel über gemeinsame andere Interessen die Möglichkeit, auf dein Buch aufmerksam zu machen? Eventuell in nicht-Schreib-Foren? Was mir sehr sympathisch war, dass es in der Veranstaltung nicht darum ging, zu zeigen, wie man auf Biegen und Brechen etwas verkaufen kann, sondern dass es viel besser über die Vermittlung von positiven Mehrwerten geht, die mit dem Produkt Buch nichts zu tun haben müssen.
Marketing muss ehrlich sein. Ist auch meine Meinung.

 

Nächste Session: Twitter
Ich fand es erstaunlich, dass jemand in einer Dreiviertelstunde erklären kann, wie Twitter für dich funktioniert und was du besser sein lassen solltest.
Wichtigste Erkenntnisse:
– Beschäftige dich mit deinen Followern. Persönlich. Nicht mit Tweetgeneratoren.
– Tritt professionell und authentisch auf.
– Keine Crosspostings.
– Du bist für deine Follower so attraktiv wie deine letzten 20 Tweets. Falls die nur aus Werbung für dein vertriebliches Anliegen bestehen sollten, nunja, siehe den vorherigen Textblock  …

 

Die Session über Dos und Dont’s des Selfpublishing brachte mir ebenfalls einige interessante Erkenntnisse. Viele junge Leser scheinen Literatur im Sinne einer Telenovela zu konsumieren. Daher sollte die Veröffentlichungsfrequenz eines Verlagsautors bei einem Buch pro Jahr liegen, bei einem Selfpublisher mindestens bei zweien. Wenn man vom Schreiben leben will und kein gefragter Bestseller-Autor ist.
– Die Vermarktung muss rechtzeitig VOR der Veröffentlichung beginnen.
– Entwickle deine Autorenmarke.
– Halte regelmäßigen Kontakt zu deinen Lesern, binde sie in den Prozess der Erstellung deines Buches mit ein.
– Die eigene Webseite ist Pflicht. Idealerweise auch ein Newsletter.
– Orientiere dich mit dem Preis deines Buches am Wettbewerb. Was nicht heißt: Ich kann billig. Denn das können alle.

Den Bericht über den sogenanntem gemütlichen Teil lasse ich aus. 😉 Für mich waren beide Tage sehr angenehm, offen, konstruktiv und unterhaltsam. Wenn auch etwas anstrengend. 😉

In der Session über Coverdesign wurde kurz zusammengefasst, mit welchen Dingen man sich unbedingt beschäftigen sollte, bevor man ernsthaft darüber nachdenkt, selbst ein Buchcover zu erstellen. Wie zum Beispiel Typografie, sowie Grundlagen der Farbenlehre und Bildgestaltung. Frei nach Ratatouille: Jeder kann Cover, wenn er das Handwerk kennt und entsprechend lange übt. Wer lieber schreibt, sollte sich umsehen bei denen, die lieber Cover designen als Bücher schreiben. Um ein gutes Cover zu erstellen, braucht es zwei bis fünf Tage. Wenn man weiß, was man tut. Sonst entsprechend länger. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Meine Cover sind maximal brauchbar für den Zweck, aber immer mit dem Thema des Buches verbunden. Was ebenfalls wichtig ist. Trotzdem verschenkt man mit weniger guten Covers Marketingpotential, denn der erste Blick des potentiellen Lesers geht zum Cover.

 

Hochinteressant auch der Beitrag, welche Dinge man aus Pen-and-Paper Spielen für den Weltenbau und das Schreiben mitnehmen kann. Insbesondere dann, wenn man den Spielleiter gibt:
– Macht das Setting für den Leser greifbar. Aber verhindert, dass er in Details festhängt.
– 20 Stunden Recherche für ein zum Weltenbau gehörendes Strukturelement, zum Beispiel Wetter, ersetzen zwar kein Studium, vermitteln aber genug Wissen, um keine offensichtlichen Fehler beim Setting zu machen.
– Struktur muss da sein, bevor die Akteure anfangen, sich zu bewegen.
– Jede Handlung des Charakters bestimmt, was er in Zukunft kann. Aber seine Umwelt wird ihn über die Zeit formen.
– Die Struktur steuert den Charakter indirekt. So kann Deus es Machina verhindert werden.
– Gebe der Exposition den Vorzug vor der Informationsvermittlung.
– Kenne die Fachgebiete und ihre Zusammenhänge, die du zum Weltenbau benötigst.
– Die Struktur bestimmt die Welt. Und, situationsbezogen, die Handlung des Charakters. Spontan und logisch.

 

Zwischendurch ein Einblick in ein sehr spezielles Verlagsthema: Heftromane! Gibt es immer noch. Für die an der Session Beteiligten war es sehr interessant, zu erfahren, wie die Heftromanserie „Perry Rhodan“, die seit September 1961(!) ununterbrochen jede Woche erscheint, produziert wird. Und dass es durchaus nicht so ist, dass jede Neuerung im Buchsektor automatisch dafür sorgt, dass die Leser darauf abfahren. Nicht nur der Verkauf des Themas, sondern auch das jeweilige Medium und die Präsentation haben enormen Einfluss auf den Erfolg. Abhängig von der Leserschaft kann sogar das alte Format das gewinnbringendere sein. Ich wünsche der Serie auf jeden Fall noch einen langen Bestand. Denn abgesehen davon, dass auch mancher bekannte deutsche SF-Autor hier seine Spuren hinterlassen hat, ist sie ein einzigartiges Zeitdokument, da die erzählten Geschichten immer eine Referenz zu aktuellen Weltpolitik sowie der Gesellschaft hatten und haben.

 

Die Vorstellung dessen, was Lektoren machen, hat auf interessante und nachvollziehbare Weise gezeigt, was sie leisten können. Ja, sie können, zusammen mit dem Autor, aus einem guten Text ein besser lesbares Buch machen. Aber nur dann, wenn alle beteiligten Seiten (Autor, Lektor (Verlag)) das auch gemeinsam wollen. Es ist und bleibt eine wertvolle und sehr persönliche Dienstleistung.

 

Das sind in Kürze die Highlights, von denen ich annehme, dass sie für die Leser dieses Blogposts interessant sind.

Da eine Veranstaltung wie ein #litcamp ohne Sponsoren nicht zu einem Preis angeboten werden kann, den sich alle leisten können, hier der Link auf die Sponsorenliste des diesjährigen litcamps.

Für mich waren es zwei hochinteressante Tage, in denen ich viele Menschen kennengelernt habe, mit denen man sich gut unterhalten konnte, auch wenn die Meinungen ab und zu auseinandergingen. Mich hat die Veranstaltung weitergebracht und am Ende war ich ziemlich geschafft. 😉

Nochmals ein großes Dankeschön an alle, die so etwas durch ihren ganz persönlichen Einsatz möglich machen. Und für das leckere vegane Essen! Und, und, und …
Ich werde gern auch im nächsten Jahr wieder nach Heidelberg kommen. Lieber als zu einer Buchmesse.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

Chekhovs Pistole

Was ihr schon immer über Chekhovs Pistole Tschechows Gewehr wissen wolltet.

… und was passiert, wenn ein rebloggter Beitrag geändert wird. 😉

Hier der Link zur aktualisierten Fassung:

Tschechows Gewehr

Frau Schreibseeles Schreibblog

Hei, hallo und hzerzlich willkommen,

es gibt eigentlich eine ganz einfache Regel, die Du beim Romanschreiben berücksichtigen kannst und vielleicht sogar solltest. Gib Deinen Charakteren niemals eine Waffe, wenn Du nicht bereit bist, diese abfeuern zu lassen.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einmal von Chekhovs Pistole gehört oder gelesen. Sehr häufig wird es ganz simpel mit folgender Erklärung zusammengefasst.

Wenn Du in Kapitel 2 eine Pistole erwähnst, dann musst diese Pistole spätestens, aber wirklich aller spätestens im letzten Kapitel abgefeuert werden. Tust Du es nicht, so weiter die simple Erklärung, verschwendest Du nicht nur Potenzial, sondern kannst auch Deine Leserinnen verärgern.

Aber schauen wir uns doch mal genauer an, was es mit dieser Pistole auf sich hat.

Wer war Anton Chekov

Anton Pavlovich Chekhov lebte von 1860 bis 1904 und war ein russischer Arzt, Autor und Theaterschreiber. Man bezeichnet ihn als ein Meister der Kurzgeschichtenerzählungen. Auf alle Fälle hat…

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Ein paar Gedanken zum Korrekturlesen

Korrekturlesen ist eine ziemlich zeitaufwändige Angelegenheit. Wer glaubt, dass es damit getan ist, seinen Text nur einmal durch ein gängiges Textprüfprogramm, wie zum Beispiel den „Duden-Korrektor“ zu schieben, der irrt.
Der Grund ist so trivial wie nervig. Es gibt kein Programm, was hundert Prozent der Fehler findet. Nicht einmal Schreibfehler. Da diese, trotz Rechtschreibung, sich durch den Kontext weiterhin einer vollautomatischen Beurteilung entziehen. Was gut ist, denn sonst wäre Deutsch nur noch eine andere Programmiersprache.
Für mich hat sich das folgende Verfahren bewährt:

  1. Den Text mehrmals Korrekturlesen (lassen).
  2. Den Text mit Unterstützung verschiedener Programme korrekturlesen.
  3. Wenn das passiert ist, auch anderen den Text zum Lesen geben (Betaleser, Lektoren, Korrektoren). Erst dann. 😉

Wenn man Korrekturlesen nicht hauptberuflich macht, dann sollte entsprechend großzügig Zeit dafür eingeplant werden. Weiterhin empfiehlt es sich, nach jeder abgeschlossenen Überarbeitung eine Korrekturlese-Runde einzubauen. Auch wegen des Erfolgserlebnisses, dass die Anzahl der Änderungen nach und nach abnimmt.
Falls der Text in ein professionelles Korrektorat geht, spart man damit dem Korrektor Zeit (und sich möglicherweise Geld).
Die für mich wichtigeren Gründe sind andere. Ich komme im Laufe des Textdurchgangs an verschiedene Punkte, wo ich mich entscheiden muss:

  • Alte oder Neue Rechtschreibung, oder irgendwas dazwischen? Am Ende gewinnt bei mir das, was sich nach meiner Meinung flüssig lesen lässt. (Wer ohne Schuld ist, mag hier einen Stein werfen. 😉 )
  • Ist es ein offensichtlicher Fehler, oder ist es Auslegungssache? Beeinflusst meine Auslegung möglicherweise den Sinn des Textes an dieser Stelle?
  • Gehen durch sklavische Anwendung von Regeln Sinn, Kontext oder Sprachmelodie verloren? Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass Rechtschreibung und Grammatik Glückssache sind und/oder der haltlosen Interpretation des Autors unterliegen. Aber dass die Neue Deutsche Rechtschreibung mitunter das Sprachgefühl zerstört oder im schlimmsten Falle sogar sinnentstellend ist, ist mittlerweile keine neue Erfahrung.
  • Außerdem bleiben bei mehrmaliger Prüfung oft Satzteile und Phrasen im Gedächtnis, die ich mir dann beim der nächsten Überarbeitung noch einmal vornehmen kann. Das sind weniger Dinge wie Füllwörter und Konsorten, sondern kurze Satzkonstruktionen, die wahrscheinlich jeder irgendwie automatisch verwendet, wenn man im Text weiterkommen will und die eleganten Formulierungen noch fehlen.

Fazit: Korrekturlesen dient nicht nur zur Verbesserung der technischen Qualität des Textes, sondern auch der inhaltlichen. Einfach deshalb, weil man seinen eigenen Text dann durch eine andere Brille betrachtet, in der es nicht um Inhalt, sondern um Form geht. Damit mache ich einen Schritt heraus aus der Betriebsblindheit, die ich als Autor meinem Text gegenüber auf der emotionalen Ebene üblicherweise habe.

 

©Ryek Darkener 2016

Meine 5 Cent.

Film-Kurzkritik: Deadpool

Ryek myst

Ich fange mit einem Spoiler an: Was ist die Botschaft des Films?

 

Wenn du Auto fährst, lass deine Griffel vom Smartphone!

 

Nun in medias res.

Der Film in total flach. Flacher geht es kaum. Trotzdem habe ich ihn mit großem Vergnügen gesehen.

Wegen der Action-Szenen? Nein. Die waren so perfekt, wie man es von einer Marvel Comicverfilmung erwarten kann.

Wegen dem Plot? Nein. Weil in diesem ziemlich alles falsch gemacht wurde, was man falsch machen kann: Prolog, Rückblenden ohne Ende, stur lineare Story, u.s.w.

Warum dann? Kurz gesagt, wegen des Protagonisten, der sich über den ganzen Film hinweg darüber beschwert, in was für einem Superhelden-Schrottplot er den Superhelden spielen muss. 😉

 

Für diejenigen, die selbst schreiben, ist der Film eine kleine Offenbarung. Er funktioniert auf der Unterhaltungsebene prima, weil der offensichtlich schwache Plot dadurch getoppt wird, dass er ständig kommentiert, wenn nicht sogar lektoriert wird. Vom Protagonisten! Das ist schon eine coole Idee.

Das Menschenschlachten ist Marvel-spezifisch comichaft, mit viel rot und rüden Witzen zum Thema. Entweder mag man das, oder man mag es nicht. Es ist technisch gut gemacht, aber nichts, was nicht schon woanders auch gezeigt wurde. Was der Protagonist in seinem inneren Dialog permanent kritisiert. Mehr als einmal fragt er sich (und das Publikum): Was tue ich hier eigentlich? Die Frage wird bis zum Schluss nicht beantwortet. Gut so!

Manche Kritiken beschreiben den Protagonisten als ironisch bis zynisch und mit einem Hang dazu, andere verletzen zu wollen – womit nicht die Kampfhandlungen gemeint sind. Aber das allein würde – jedenfalls für mich – nicht den Reiz ausmachen. Der Film strotzt vor kommentierten Querschlägern aus anderen Superhelden-Filmen. Bis hin zum Bewegungsablauf in Super-Super-Zeitlupe, wobei sich die Kommentare des Protas oft in Richtung „das Publikum will es so, darum mache ich das jetzt“ bewegen. Das ist fast schon ein Münchhausen-Effekt.

Ich weiß nicht, ob das die Absicht der Filmemacher war. Filme aus Hollywood sind für mich wegen ihrer Beliebigkeit mittlerweile eher ein Grund, nicht ins Kino zu gehen. Doch die zumindest gefühlte Metaebene der Selbsterkenntnis, was da produziert wurde, ist erfrischend und unterhaltsam.

Kein Film, den man sich mehr als einmal ansehen muss. Aber ein Film, den man verpasst hat, wenn man ihn sich nicht angesehen hat. Auch wenn man kein Marvel-Fan ist.

 

Ein gutes Beispiel dafür, dass man alle Regeln brechen darf. Wie Deadpool. Vorausgesetzt, man kennt sie und man kann es.

 

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Wie immer, nur meine 5 Cent.

Der Geist der Zukunft (AT) – Aufräumarbeiten nach NaNoWriMo 2016

ryek

Im NaNoWriMo habe ich für diesen Roman etwa 30 Szenen geschrieben. Nach jeweiliger Tageslaune und deshalb unsortiert. Ein guter Startpunkt, durch alle bisher geschriebenen Szenen zu gehen und sie gegen den Plot zu halten.
Das hat ein paar Tage gedauert. Denn es ist nicht damit getan, die Szenen einfach in die richtige logische Reihenfolge zu bringen. Sie sollten im weiteren Schreibprozess, zumindest größenordnungsmäßig, an der richtigen Stelle im Zeitablauf der Geschichte sein. Es handelt sich hierbei tatsächlich zwei unterschiedliche Dinge. Der logische Ablauf beschreibt, wie etwas passiert. Üblicherweise Ursache und Wirkung. Der zeitliche Ablauf hingegen, wann etwas passiert. Natürlich muss beides am Ende zusammenpassen. Das „Einsortieren“ schärft den Blick auf den Plot und liefert Informationen, wo es noch zu schreibende Szenen gibt.
Es gibt interessanterweise durchaus Parallelen zu Techniken der Malerei. Zuerst kommt eine Skizze, dann werden die wichtigen Linien durchgezogen und Konturen gebildet. Zuletzt kommt die Farbe. Der fertige, detaillierte Plot ist dann das Bild. Wenn man so will, der statische Teil der Geschichte. Das, was sich beim Schreiben nicht mehr viel ändert.
Es ist nicht das Ziel der Veranstaltung, eine Handlung durch Text aufzublasen, sondern die erzählte Geschichte für den Leser greifbarer zu machen. Sonst brauchte es nur das Inhaltsverzeichnis. 😉
Ich weiß heute schon, dass ich Zeit einplanen muss, um das zu wiederholen, wenn ich das erste Mal der Meinung bin, das Buch sei in der Rohfassung fertig.

Ryek Darkener: Der Geist der Zukunft (Arbeitstitel)

Werkstadt

ryekSie sind aus dem Sonnensystem geflohen. Doch der Feind ist ihnen gefolgt. In ein Universum voll mit unbezahlten alten Schulden.

Drei Erwachsenen und zehn Kindern/Jugendlichen ist die Flucht von der Erde geglückt. Nach fast zwei Jahren Odyssee durch das Sonnensystem haben sie den Tranportknoten passiert, befinden sich nun im Gebiet der Liga der Raumfahrenden Völker.Doch das Direktorat der Erde hat einen langen Arm – die Händler, die seit einem halben Jahrtausend von der Ausbeutung der Erde profitieren. Die Auseinandersetzung, vor der die Reisenden hofften, sich auf Zeit in Sicherheit zu bringen, folgt ihnen. Es stellt sich heraus, dass nicht nur die Händler in die schmutzigen Geschäfte mit der Erde verwickelt sind. Auch für die auf der Erde zurückgelassenen Freunde wird es härter. Ein völlig unerwarteter Spieler tritt auf den Plan und fordert nicht weniger als alles.

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