Inspektor Mops – Common Sense

©Ryek Darkener 2017

Habe ich eigentlich schon erwähnt, das der Roman ab dem 4. Juni im E-Book-Handel erhältlich ist?

Falls nein, dann wisst ihr es jetzt. Das Lesen der ersten Amazon-Rezension, über die ich mich sehr freue, ist übrigens kostenlos. 😉

Bei Lovelybooks läuft gerade die Leserunde.

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Inspektor Mops – Common Sense

©Ryek Darkener 2017

„Die sehen wie Kerne aus.“
„Ja. Genauer gesagt sind es Kürbiskerne. Die habe ich im Schädel des Opfers gefunden. Ich vermute, dass sie die Todesursache sind.“
Mops drehte sich zum Geist des Toten. „Kürbiskernvergiftung?“
Der Geist zeigte Mops den Vogel.

 

Ab Anfang Juni als E-Book erhältlich.

Kann auch bei Lovelybooks zusammen mit anderen gelesen werden. 😉

Inspektor Mops ist auf dem Weg

Sooooo.

Der Text ist fertig. Das Cover ebenfalls. Alles wird in den nächsten Tagen hochgeladen bei neobooks, von wo es auf die E-Book-Plattformen verteilt wird.

Im Hinblick auf die aktuelle Diskussion, ob der Klappentext den Inhalt auch wiedergibt, denke ich auf der sicheren Seite zu sein:

Urban Fantasy. So gut wie keine Six- oder Eightpacks, die durch den Plot toben, um kreischende Damsels in Distress zu was auch immer. 😉
Sondern eine, meine ich jedenfalls, wirklich abgefahrene (Kriminal) Story mit gelegentlich leicht verpeilten Protagonisten.  Ziemlich weit weg vom Mainstream.

Inspektor Mops – Süß oder Sauer

©Ryek Darkener 2016

©Ryek Darkener 2016

Passend zum Tag eine Szenenskizze aus dem Text, an dem ich gerade schreibe.

Viel Spaß beim Lesen!

31.10. 23:50
Die hagere Gestalt in der schwarzen Kutte bewegte sich mit schlafwandlerischer Sicherheit durch den dichten Nebel, der ab und zu von einer funzeligen Laterne erhellt wurde. Der Flüchtige stoppte an der Friedhofsmauer. Er warf sich herum, keuchend vor Anstrengung, das rote Haar klebte schweißnass am Kopf. Er ließ sein Messer aufschnappen. Der Verfolger hielt. Es klickte hart und metallisch, als die Klinge der Sense aus dem zwei Meter langen Stiel glitt und einrastete. Sie reflektierte das Laternenlicht wie weißes Feuer. Es beleuchtete ein Gesicht, das den zitternden Mann mit totenkopfgleichem Grinsen anstarrte. „Guten Abend. Schönen Samhain auch. Ich bin Mops. Inspektor Mops. Und du bist verhaftet.“

30.10. 23:55
Mops saß in der Küche und beschäftigte sich mit einem späten Abendessen. Kürbissuppe. Er liebte die Kürbissuppenzeit. Kürbissuppe passte zu allem. Zum Monat. Zum Wetter. Zur Laune. Die Suppe war heiß wie Lava. Mops genoss das Gefühl, wenn sie die Speiseröhre hinunter kroch, eine warme Spur hinter sich herziehend. Bald kam die fünfte Jahreszeit, und damit Auftritte als Gevatter Tod. Hager, ganz in Schwarz. Stilecht mit Sense. Er hatte das Gerät vor Jahren in einem Trödelladen erstanden. Der Besitzer schien erleichtert gewesen zu sein, dass dieses Ding aus der Auslage verschwand. Mops hatte die Sense mit viel Liebe aufpoliert. Ein ungewöhnliches Werkzeug. Der Stiel aus Eichenholz, hart wie Eisen. Und die Klinge! Als er das erste Mal mit dem mitgelieferten Schleifstein darübergefahren war, war der Rost wie Staub abgeglitten. Mops schliff die Klinge regelmäßig, mehr aus Gewohnheit als aus Notwendigkeit. Die Gleichförmigkeit der Tätigkeit erlaubte es ihm, Gedanken zu sammeln, Spuren zu verknüpfen und zu Schlussfolgerungen zu kommen. Warum er immer häufiger zu Kindergeburtstagen als zu karnevalistischen Veranstaltungen eingeladen wurde, darüber dachte er lieber nicht nach. Schöne neue Welt. Generation Grusel!

Die Turmuhr wies mit klarem Läuten darauf hin, dass ein neuer Tag angefangen hatte.
„Hört, ihr Leut, und lasst euch sagen:
Unsere Glock hat zwölf geschlagen!
Zwölf, das ist das Ziel der Zeit!
Mensch bedenk die Ewigkeit!“, summte Mops vor sich hin.

Ein zartes Räuspern kam von der anderen Seite des Tisches. Mops sah von der Suppe auf. Ihm gegenüber saß ein Mann, den er noch nicht kannte. In Mops’ Kopf formte sich ein Bild: Der Mann lag in einem Steinbruch, ein Einschussloch im Kopf und den Himmel verwirrt und tot anstarrend.
Das Einschussloch war immer noch da, doch der Blick, der ihn ansah, war alles andere als verwirrt.
„Inspektor Mops?“
Mops seufzte. „Wen hast du erwartet? Den Weihnachtsmann? Ende Oktober?“
„Ehrlich gesagt habe ich gedacht, dass der Engel mir einen Bären aufbinden wollte.“
Mops runzelte die Stirn. „Wieso? Menschen, die Geister sehen, sind häufiger, als man glaubt.“
Der Geist lächelte knapp. „Das ist ein weit verbreiteter Irrtum bei den Lebenden. Du bist  tatsächlich ein echter Kommissar?“
„Inspektor.“
„Von mir aus. Muss wohl reichen.“
„Ihr kommt zu mir, wenn ein Mord begangen wurde, den ich bearbeiten werde. Macht euch über mich lustig. Niemand fragt, ob ich das lustig finde.“
„So ist es.“
„Ihr sagt mir nie, wer’s war.“
„Stimmt.“
„Aber ich habe immer gewonnen!“
„Bisher …“
Mops unterbrach ihn. „Es war der Gärtner. Richtig?“
„Der Gärtner? Wieso der Gärtner, nein, es war …“ Der Geist schloss seinen Mund und warf ihm einen strafenden Blick zu. „Das ist unfair!“
Mops grinste. „Das Leben ist nun mal nicht fair. Oder findest du das Loch in deinem Kopf o.k.?“
„Natürlich nicht!“
„Dann ist das ja geklärt. Kann ich sonst noch etwas für dich tun?“
Der Tote schüttelte den Kopf. „Für mich wahrscheinlich nicht mehr. Aber vielleicht für andere.“
„Wie meinst du das? Du bist ein Standard-Mord. Typ 4 nach meiner Kategorisierung. Jemand hat dich in den Steinbruch gefahren, oder du jemanden, nehme ich an. Dann seid ihr ausgestiegen, habt ein nettes Gespräch geführt, und der Andere hat aus einem Grund, den ich noch nicht kenne, eine Waffe gezogen und dir die Grenzen des Lebens aufgezeigt. Bumm und weg.“
Der Geist schüttelte den Kopf. „Ich habe dich für intelligenter gehalten.“
„Das tun viele.“
„Wir sehen uns in der Autopsie.“
„Ich lasse mir doch nicht …“
Der Stuhl am anderen Ende des Tisches war leer.

Inspektor Mops – Dialogfragment

Ryek_2016

Ein Dialogfragment aus dem Text, an dem ich gerade arbeite. Wer sucht, der findet mehr in der Historie des Blogs. 😉

„Sind wir jetzt tot?“, fragte Leonie.
Mops brach in Lachen aus und stützte sich auf die Sense.
„Was ist daran so komisch?“, fauchte Leonie.
Mops grinste breit. „Den Tag muss ich mir im Kalender anstreichen. Ich hätte nie erwartet, dass du so eine Frage im Ernst stellst, nachdem der Kerl uns offensichtlich abserviert hat.“
„Offensichtlich? Du meinst wohl eher scheinbar.“
„Anscheinend ist unsere Geschichte noch nicht zu Ende.“
Leonie trat Mops gegen das Schienbein.
„Aua!“
„Sind sie fertig mit dem Liebesspiel?“, fragte der Schreiber.
Leonie gluckste. „Entschuldigung. Ich bin zum ersten Mal tot. Soweit ich mich erinnern kann.“

Inspektor Mops: Scharfe Sachen (Teil2)

***

 

„Willst du zusehen?“

„Wenn es nichts ausmacht.“

Leonie seufzte. „Warum frage ich eigentlich?“ Sie beugte sich über den entkleideten Toten. „Todesursache sind eindeutig die Schrapnells in seinem Körper, welche mit letaler Wucht eingedrungen sind. Du sagst, das Zimmer sei völlig verwüstet gewesen. Trotzdem hat die Spurensicherung keinen Sprengstoff feststellen können, obwohl es aussah, als ob da eine Handgranate gezündet worden wäre?“

„Genau. Seine Stereoanlage war total zerfetzt. Die Boxen waren nur noch Sägemehl.“

Leonie zuckte mit den Schultern und ging zum Ghettoblaster, der ein wenig abseits auf einem Tisch an der Wand stand. Sie tippte sie die „Start“-Taste, kehrte zum Gerätetisch zurück, streifte sich die Handschuhe über und griff nach dem Skalpell. „Jetzt sehen wir uns die Dinger mal genauer an.“

Die Stakkatos des Speed-Metal Stückes sägten an Mops’ Nerven, wohingegen der Geist und die Pathologin entspannt mitwippten. Sie machte die Schnitte mit ruhiger Hand, unbeeindruckt vom höllischen Tempo der Gitarrenriffs, entfernte einige der Metallteile aus dem Körper und ließ sie im Takt der Musik in eine bereitstehende Schüssel fallen.

Mops sah zum Geist, der begeistert ansah. Er grinste hämisch.

„Du nicht! Nicht mehr!“

Der Geist starrte Mops wütend an.

„Was?“ Leonie schreckte aus ihrer Konzentration auf. „Verdammt! Beinahe hätte ich mich geschnitten!“

„Weißt du was? Wir sind uns gar nicht so unähnlich. Abgesehen vom Musikgeschmack vielleicht. Um auf unser letztes Gespräch zurückzukommen: Was hast du denn so an scharfen Sachen zu Hause?“

Leonie richtete sich auf, nahm beide Hände über den Kopf und hielt das Skalpell so, als ob sie den bereits Toten erstechen wollte. Für einen langen Moment sah sie aus wie eine Druidin bei der Arbeit.

Der Moment ging vorüber. Mops wagte, vorsichtig weiterzuatmen.

Er räusperte sich. „Hast du viele Probleme mit den Nachbarn?“

„Wegen der Musik? Nein.“ Sie lächelte.

Mops lief es erfrischend kalt den Rücken hinunter.

Da kam ihm ein Gedanke. Er ging zur Musikmaschine und schaltete sie ab. Griff nach dem Smartphone. „Müller? Ja, ich bin’s, Mops. Sagen Sie mal, was hatte unser Toter denn so in seiner Musiksammlung?“ Er lauschte gespannt. „Aha. Gab es Probleme mit den Nachbarn? Aha? Alle Nachbarn vernommen? Aha. Und seit wann ist der angeblich im Urlaub? Aha. Was macht der beruflich? Na so was! Besorgt euch einen Durchsuchungsbefehl und seht in der Wohnung nach. Die Kollegen von der Spurensicherung sollen einen Energietechniker hinzuziehen.“

Er sah den Geist an. „Wie war ich?“

„Ohne die wärst du nie darauf gekommen!“, heulte der Geist und zeigte auf Leonie, die dem vermeintlichen Selbstgespräch nicht folgen konnte.

„Stimmt.“ Er drehte sich zu Leonie und warf einen auffordernden Blick in ihre Richtung.

„Mit wem redest du?“, wollte sie wissen.

„Willst du die Wahrheit hören oder eine diplomatische Antwort?“

„Die Wahrheit natürlich. Oder was deine Version davon ist.“

„Du zeigst mir deine Musiksammlung, ich bringe die Sense mit? Und einen guten Wein? Nur reden. Nichts anfassen. Einverstanden?“

Leonie nickte vorsichtig zustimmend. Sie fuhr sich mit der Zunge über die Lippen. „Als was verkleidest du dich eigentlich zu Fasching?“

„Rate mal.“

Hinter seinem Rücken hörte Mops ein verwehendes „Wenn ich meine Hormone noch hätte, dann würde ich …“